Mittwoch, 22. Oktober 2014

ENDGAME - Mögen die Spiele beginnen





James Frey

Endgame. Die Auserwählten


Die Auserwählten 
Text von James Frey
Aus dem Amerikanischen von Felix Darwin

ENDGAME. Zwölf Meteoriten. Zwölf Spieler. Nur einer kommt durch.

Als zwölf Meteoriten nahezu gleichzeitig an unterschiedlichen Orten der Erde einschlagen, gibt es keinen Zweifel mehr: Die Zeit ist gekommen. ENDGAME hat begonnen! Jeder der Meteoriten überbringt eine Nachricht, die die zwölf Auserwählten entschlüsseln müssen und die sie schließlich an einem geheimnisvollen Ort zusammenführt. Dort stehen sie ihren Gegnern zum ersten Mal gegenüber. Ein Wettkampf auf Leben und Tod beginnt und eine rücksichtslose Jagd um den gesamten Globus. Die Spieler müssen zu allem bereit sein. Wird Arroganz Bescheidenheit schlagen? Klugheit Stärke übertreffen? Wird Gnadenlosigkeit am Ende siegen? Schönheit von Nutzen sein? Muss man ein guter Mensch sein, um zu überleben? ENDGAME wird es zeigen. Aber nur wer die Hinweise richtig deutet und die drei Schlüssel findet, geht als Gewinner hervor. Und nur seine Linie wird überleben, wenn die gesamte Menschheit vernichtet wird. 

Alles Infos zu ENDGAME auf: www.endgame.de

ENDGAME bei Facebook

ENDGAME bei Google+


592 Seiten · gebunden
ab 16 Jahren
EUR 19,99 
ISBN-13: 978-3-7891-3522-4
OETINGER



In den letzten Wochen ist wahrscheinlich jede/r irgendwie und irgendwo über ENDGAME gestolpert und daher war ich hoch erfreut darüber, meine Neugier stillen zu können, denn der Verlag spendierte großzügig unter uns Bloggern Exemplare des Buches zur Rezension. Neugierig wie ich bin, lag das Buch auch nicht lange im Regal, denn nach dem Hype um das Buch muss es sich hier um etwas Großartiges handeln. Ich, die ich mich in der Genre Dystopie / Endzeit nicht wirklich zuhause fühle, war positiv überrascht von ENDGAME. Es ist zwar wie erwartet sehr brutal, aber da die Personen wirklich authentisch ausgearbeitet sind, konnte ich die Handlung gut verfolgen und habe hier und da auch Sympathiepunkte an einige Spieler vergeben. Insgesamt sind es 12 Spieler / Spielerinnen, die von Kindheit an darauf gedrillt werden, ENDGAME zu spielen. Es ist wirklich brutal, denn der Gedanke sich gegenseitig auszulöschen hat ein klein wenig Panem Charakter. Fans der Panem Trilogie, werden sich sicherlich auch in ENDGAME wohlfühlen.

Optisch ist das Buch auf jeden Fall ein echter Hingucker, denn durch den goldgelben Umschlag, das Zeichen, welches uns im Buch immer wieder begegnen wird und die vielen kleinen Reliefs, fällt es auf jeden Fall auf. Außerdem verfügt das Buch über gleich zwei Lesebändchen. Erwähnenswert ist auch, das uns hier geschichtliche Orte und einige Mythen näher gebracht werden, was dem Buch somit noch einen ganz anderen besonderen Kick gibt.

Die 12 Spieler/innen kommen aus allen Teilen der Welt (Japan, Mongolei, Australien, USA .....) zusammen und befinden sich im Alter von 13 - 20 Jahren. Ihr Volk, welches zu retten gilt und sie selbst werden uns recht gut vorgestellt, dafür hat der Autor gesorgt und hinten im Buch den Lebenslauf der jeweiligen Personen aufgelistet. Als Leser hat man so die eine oder andere Person intensiver vor Augen. Ich mag es sehr, wenn ich mich vielleicht sogar mit einigen Personen identifizieren kann. Dies ist hier zwar nicht der Fall, denn dazu bin ich eindeutig nicht kaltblütig genug, aber für die eine oder andere Person bin ich geneigt, ihr oder ihm den Sieg zu gönnen, auch wenn ich es ehrlich gesagt furchtbar finde, sich gegen alles und jeden stellen zu müssen, um den Sieg davon zu tragen.

Die Idee der Story ist wirklich großartig umgesetzt und ich war wirklich erstaunt, wie schnell ich diesen Brocken an Buch gelesen habe. Durch die etwas größere Schrift, einem Jugendbuch angemessen, fiel mir das Lesen noch um einiges leichter, Die Story und die Personen taten dann ihr übriges. Jeder der Spieler hat besondere Gaben / Talente und ist eigentlich nur darauf ausgerichtet zu töten um zu überleben. Am Ende des Buches sind es schon einige Spieler weniger, aber das schmälert meine Neugier auf die zwei weiteren Bände der Trilogie kaum. Die, die ich zu schätzen lernte sind weiterhin im Spiel und einige andere, die ich auch anfing zu mögen sind raus. So ist das grausame Spiel und jede/r Spieler/in sich dieser Tatsache bewusst. ENDGAME hat begonnen und jede/r der 12 Teilnehmer/innen spielt ENDGAME auf seine eigene beeindruckende Weise. Gefühle werden ausgeblendet, alles was zählt, ist zu gewinnen. Wie gut, das ENDGAME Fiktion ist, denn es ist mitunter wirklich beängstigend. Die Gefühlskälte der Spieler ist wirklich fast unerträglich, denn es gilt Gegner zu überlisten und am besten noch auszuschalten.


Wie schon gesagt, finde ich die Idee des Buches grandios und auch wenn ich es hier und da doch sehr grausam empfunden habe, möchte ich euch eine Leseempfehlung nicht vorenthalten. Ich fühlte mich bestens unterhalten und erwarte, dass sich jede/r Leser ein eigenes Bild darüber macht, ob der Hype gerechtfertigt ist oder nicht.








Dienstag, 21. Oktober 2014

Lebensgeschichten und Lebenslügen




Mehr als mein Herz

Roman

  • Klappenbroschur, 400 Seiten, 
  • 16,99 Euro, ISBN
  • 9783865919359, Gerth Medien



Truman Wiley war einmal ein erfolgreicher Journalist. Doch diese Zeiten sind vorbei. Seinen Job ist er los, seine Frau hat sich von ihm getrennt und wegen seiner Spielschulden steht ihm das Wasser bis zum Hals. Er schafft es noch nicht einmal, seinen schwer herzkranken Sohn im Krankenhaus zu besuchen. 

Da bietet ihm seine Noch-Ehefrau eine Rettungsleine an: Er soll die Lebensgeschichte eines Bekannten aufschreiben, der wegen Mordes zum Tode verurteilt worden ist, seine Unschuld jedoch bis zuletzt beteuert. Und noch viel wichtiger: Der Mann möchte sein Herz Trumans Sohn spenden! Truman lässt sich darauf ein und entdeckt bei seinen Nachforschungen schier Unfassbares. Schließlich wird er vor eine lebensverändernde Entscheidung gestellt ... 

Ein tief bewegendes Buch, das mit dem Christy Award ausgezeichnet wurde.







"Mehr als mein Herz" ist nun das dritte Buch, welches ich vom Autor Chris Fabry gelesen habe und wieder einmal hat er es geschafft mich zu überzeugen.
Am Anfang wurde ich mit dem Protagonisten Truman nicht warm, denn ich empfand ihn als reichlich oberflächlich, was sich auch erst nach und nach zerstreuen konnte. Manchmal bleibt der erste Eindruck bestehen, aber hier kann ich sagen, das es immer noch Menschen unter uns gibt, die bereit sind sich zu verändern, auch wenn es ein schleichender Prozess ist. Natürlich kann dies nur geschehen, wenn man eine starke Familie hinter sich hat, die zu einem hält, egal, wie sehr man sie verletzt hat.
Trumann ist ein Spieler, der alles Geld verprasst und sich deshalb im Visier eines Geldeintreibers befindet, der auch nicht davor zurückschreckt, Truemanns Ehefrau zu bedrohen. Truemann ist in meinen Augen sehr egoistisch und labil. Wie kann er sich aus den Fängen des Geldeintreibers befreien? Wird er es schaffen, sich an das Bett seines todkranken Sohnes Adrian zu begeben? Wird sich der Einfluss seiner Familie wohlwollend auf Trumann auswirken oder wird er, sobald es brenzlig wird abhauen, da er es nicht ertragen kann? Truemann ist in ganzer Linie ein Versager, der die große Chance bekommt ein Buch zu schreiben über einen Gefangenen, der unschuldig zum Tode verurteilt wird, ob sich dies bestätigen wird? Das Herz des Verurteilten, soll Adrian bekommen, dessen Lebenserwartung immer schlechter wird, je mehr wir im Buch voranschreiten. Die Hinrichtung von Terrell Conley ist festgesetzt und die Transplantation fast schon genehmigt. Wird Trumann seiner Gabe als Journalist gerecht werden?

Emotional bietet "Mehr als mein Herz" seinen Lesern jede Menge Wut, aber es zeigt auch auf, wie groß Gottes Liebe zu uns Menschen ist. Christ Fabry hat einen unverwechselbaren Schreibstil und auch wenn jedes seiner Bücher andere Themen behandelt, haben sie einen Wiedererkennungswert für mich. Humorvoll und tiefgründig lässt er uns teilhaben an Trumanns Leben und die Veränderung die geschieht, auch wenn diese nicht gleich erkennbar ist. Ich fühlte mich sehr wohl beim Lesen und auch wenn ich das Ende als sehr schockierend empfunden habe, war es genau das, worauf der Autor die ganze Zeit über hingearbeitet hat. Absolut authentisch und wahrheitsliebend begegnen wir einer außergewöhnlichen Story, die sich mehr als "nur" in mein Herz bohrt. Absolute Leseempfehlung!



 "Ich gebiete Euch, einander zu lieben, wie ich euch liebe. Die größte Liebe beweist der, der sein Leben für seine Freunde hingibt".  Johannes 15, 12+13



 

Sonntag, 19. Oktober 2014

*Buchpost 41*

Guten Morgen,

um einen besseren Überblick über meinen SUB 2014 zu bekommen, werde ich auch weiterhin meine eingegangene Buchpost posten und dies allein nur für mich und mein nachlassenden Gedächtnis, obwohl ich mich natürlich trotzdem über Kommentare und Leser freue.






In dieser Woche trafen gleich zwei liebevoll verpackte Buchüberraschungen bei mir ein und zwar "Bäume reisen nachts" und "Wie wir uns aus Versehen verliebten" Wie ihr seht mit vielen Beigaben und nicht gleich zu erkennen, um welches Buch meiner Wunschliste es sich handelt. Ich liebe Überraschungen einfach und daher ist der Thread auf Lovelybooks auch mein Liebster.





 "Endgame - Die Auserwählten" ist optisch wirklich wundervoll, denn es glänzt einfach richtig edel und ich bin gespannt, ob mich die Story begeistern kann. Ob ich dem Hype um das Buch auch erliegen werde?
"Sohn" ist mein erster Nesbo, den ich mir als Vorableser des Monats auf Vorablesen geordert habe. Ich las, dass es sich hier nicht um eine Reihe geht, sondern sich um einen abgeschlossenen Roman handelt und da mich der Autor schon lange interessiert, schlug ich zu. Ich bin wirklich gespannt auf Schreibstil und Story, denn der Klappentext klingt faszinierend.
"Ich fliege mit zerrissenen Flügeln" ist ein Buch, welches sicherlich nicht für jeden interessant ist, denn es beinhaltet Glauben und Behinderung. Ich habe erst kurz gezögert, als es mir angeboten wurde, aber dann habe ich mich entschieden, es unbedingt lesen zu wollen und nun freue ich mich auch darauf.



Recht beschaulich diese Woche, aber es liegen genügend Bücher im Regal, die unbedingt gelesen werden wollen, aber das kennt ihr ja alle, die sich der Buchsucht verschrieben haben ☺


Wünsche euch einen entspannten Sonntag!
Viele Grüße,
Mel






Samstag, 18. Oktober 2014

Plötzlich Wanderer





Jamies Quest – Aufgabe gesucht

Cornelia und Dominic Franke


Länge: ca. 370 Seiten, illustriert
E-Book: 2,99 €
In allen gängigen Shops erhältlich: Amazon. Neobooks.
ISBN: 9783000469350 (Taschenbuch)


Von Merlin gesandt, erblüht unser Land durch des Wanderers helfende Hand.
Jamie kann nicht glauben, dass gerade er ein sagenumwobener Wanderer sein soll. Eigentlich wollte er nur sein neues Computerspiel starten, als er sich plötzlich in Brior wiederfindet. Von monströsen Spinnen verfolgt, fordert sein Abenteuer all seinen Mut, doch lauert auf Jamie ein weitaus größerer Feind …


Eine Leseprobe findet ihr hier: PDF





Bei "Jamies Quest - Aufgabe gesucht" handelt es sich um einen Fantasyroman, indem Jamie unsere Protagonist sich urplötzlich, nachdem er sein neues Computerspiel startet als Anti-Held in Brior wiederfindet. Er, der alles zunächst für ein Spiel hält, muss schmerzlich erkennen, dass er vorerst in dieser Parallelwelt, will ich es nennen, festsitzt. Jamie, der am Anfang versucht Lebenspunkte oder anderes zu sammeln um ins nächste Level aufzusteigen, so wie er es von Onlinespielen gewöhnt ist, muss erkennen, dass er nicht träumt, nicht spielt, sondern sich behaupten muss. Wie soll er dieses Abenteuer bestehen, wo er doch ein ganz normaler Typ ist ohne besondere Stärken oder Superkräfte?Auch sein Verstand lässt nicht darauf schließen, dass er etwas ganz Besonderes ist, denn er verhält sich wie ein ganz normaler junger Mann in seinem Alter und Lana, ein Mädchen, welches ihn an Olive erinnert, die er in seinem echten Leben liebt, wickelt ihn schnell um den Finger. Er lässt sich recht schnell verwirren, besonders in Gefühlsdingen, die ihm ja doch noch eher unbekannt sind.

Jamie ist im echten Leben eher Mobbingopfer und Außenseiter und nun in Brior, wird er als Wanderer gefeiert. Mut ist gefragt, denn riesige Tanteln trachten nach seinem Leben. "Jamies Quest - Aufgabe gesucht" überrascht definitiv, denn der große Showdown konnte mich völlig überraschen und hat dem Roman dadurch noch einen besonderen Kick zusätzlich hinterlassen. Die Gepflogenheiten in Brior sind ganz anders als Jamie es gewohnt ist, aber durch Freunde die er gewinnt, findet er sich immer besser zurecht.

Mir fiel das Lesen äußerst leicht, obwohl gerade Spinnen nicht meine besten Freunde sind und es mir hier und da doch einen Ekelschauer über den Rücken laufen ließ, fand ich die Story äußerst spannend. Diese Spinnen, Tanteln genannt sind wirklich außergewöhnlich, denn sie sind riesig, äußerst giftig und haben Beine, die dich von oben bis unten aufschlitzen könnten. sehr gefährlich also und es wäre definitiv besser ihnen aus den Weg zu gehen. Leichter gesagt als getan, denn die Tanteln lassen sich nicht abschütteln und verfolgen Jamie regelrecht, auch das Dorf  Brior ist vor Angriffen nicht geschützt.

Ein ganz besonderes Abenteuer wartet auf Jamie und auch nach Beenden des ersten Teils, ist mir seine Aufgabe als Wanderer (ein Wanderer zwischen zwei Welten) nicht bewusst. Ich bin wirklich gespannt, was Jamie noch erwartet und freue mich schon sehr auf sein nächstes Abenteuer. Ich hoffe das Autorenpaar lässt uns nicht zu lange zappeln.

                                    

Besonders hervorheben möchte ich noch, bevor ich zum Ende komme, die zahlreichen Illustrationen, die das Buch um einiges aufwerten. Außerdem fand ich auch Fabelwesen wie Bürgermeisterfrösche und einen Fenek sehr interessant. Uns erwartet also Fantastisches, welches wirklich ganz großartig umgesetzt wurde. Von mir eine Leseempfehlung!










Mittwoch, 15. Oktober 2014

Ein Blick hinter die Kulissen der Familie Bennet




JO BAKER

Im Hause Longbourn

 

Originaltitel: Longbourn
Originalverlag: Doubleday
Aus dem Englischen von Anne Rademacher 
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 448 Seiten 
ISBN: 978-3-8135-0616-7
19,99 Euro
Verlag: Knaus



Wiedersehen mit der Familie Bennet aus „Stolz und Vorurteil“
Ein Millionenpublikum liebt Jane Austens „Stolz und Vorurteil“, ihren berühmten Roman über die Sorgen der Familie Bennet, für die fünf Töchter geeignete Ehemänner zu finden. Doch niemand weiß, was sich in Küche und Stall des Hauses Longbourn abspielt: Hier müht sich die junge Sarah über Wäschebottichen und Töpfen ab. Aber sie hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass das Leben mehr für sie bereithält. Ist die Ankunft des neuen Hausdieners James ein Zeichen? Während Elizabeth Bennet und Mr Darcy von einem Missverständnis ins nächste stolpern, nimmt im Hause Longbourn noch ein ganz anderes Liebesdrama seinen Lauf – denn James hütet ein Geheimnis von großer Sprengkraft. 

Jo Baker erzählt Jane Austens bekanntesten Roman von einer ganz anderen Seite: der der Dienstboten. Und zeigt, dass deren Dramen jenen der Herrschaften in nichts nachstehen.




Jo Baker gestattet uns in ihrem Roman "Im Hause Longbourn" einen Blick hinter die Kulissen der Familie Bennet, die uns aus "Stolz und Vorurteil" wohlbekannt sein sollten. Leider muss ich gestehen, dass ich nun eine andere Sichtweise über die Familie bekam, die mir eigentlich in guter Erinnerung war. Ein Leben in Reichtum unterscheidet sich sehr von einem Leben als Dienstmädchen und lässt daher die Damen Bennet leider als doch recht oberflächlich erscheinen. Im Hintergrund wird geknechtet und geschuftet, damit die Familie ihren Tag mit sticken und Langeweile verbringen kann. Klingt hart und ist wahrscheinlich einfach gegeben, dass sich die reichen ausruhen und andere dabei unbewusst ausbeuten. Wenn ich an die wunden Hände des Dienstmädchens Sarah denke, wird mir doch flau im Magen. Manchmal ist es gut in eine andere Zeit geboren zu sein, in der es Waschmaschinen und andere technischen Fortschritte zu verzeichnen gibt. Das Leben früher war schon um einiges härter und mich erfüllt Dankbarkeit darüber, dass ich mir meine Hände nicht blutig schrubben und putzen muss. Ein Zitat aus dem Buch, zeigt ganz klar die Unterschiede zwischen Sarah und Elizabeth Bennet.


"Wie war es wohl, so zu leben?, fragte sich Sarah. Elizabeth Dasein glich einem Kontratanz. Alles war hübsch anzusehen, voller Anmut und wohlgeordnet. Jeder einzelne Schritt war vorgeschrieben, und kein Fuß durfte sich jemals außerhalb des Taktes bewege. Kein Vergleich zu ihrem eigenen Leben, zum schweren Schleppen und Schinden an der frischen Luft und bei jedem Wetter, zum Rhythmus des wild heulenden Windes, zu den unteren Hecken sprießenden Blumen und plötzlichen Sonnenschein." Zitat S. 246

Dennoch liebte ich es, mich erneut mit der Familie Bennet vertraut zu machen, auch wenn sie in "Im Hause Longbourn" eher eine Nebenrolle spielen. Hier wird ganz klar der harte Arbeitsalltag beschrieben und die Probleme der Dienstboten in Anschein genommen. Selbst Mrs Hill, die den Vorstand der Küche und des Hauses innehält ist eine völlig andere Person als sie mir in "Stolz und Vorurteil" begegnet war, dadurch wirkt sie um einiges menschlicher. Letztendlich verdient sie meinen ganzen Respekt für all die Dinge auf die sie in ihrem Leben verzichtet hat und die nun zum Vorschein kommen.

Wir haben es aber natürlich nicht nur mit einem historischen Roman, der "Stolz und Vorurteil" wirklich Konkurrenz machen kann, sondern auch eine ganz besondere Liebesgeschichte. In mehreren Kapiteln / Abschnitten lernen wir die Protagonisten kennen, denn sie kommen zu Wort und geben uns Einblicke in ihr mitunter wirklich hartes Leben. Und wie ich schon sagte, kommt auch die Liebe nicht zu kurz. Herzschmerz ist auch in "Im Hause Longbourn" vorprogrammiert und lässt mich regelrecht dahin schmelzen.

Meine Erwartung an das Buch wurde komplett übertroffen und ich möchte sehr, sehr gerne eine Leseempfehlung für "Im Hause Longbourn" aussprechen, da ich mich rundum wohlfühlte und auch wenn sich meine Ansichten über die Familie Bennet leider ein klein wenig geändert hat, war das Gesamtpaket als "sehr gut" einzustufen. Von Elizabeth und Mr Darcy hätte ich zwar gerne etwas mehr gelesen, aber es hat mich getröstet, dass die zu erzählende Geschichte von Sarah und James ebenso liebenswert ist.

Dienstag, 14. Oktober 2014

Das wahre Leben einer Honigbiene




Die Bienen


Ihr Name ist Flora. Ihre Nummer 717. Sie ist ziemlich groß. Ihr Pelz ist struppig. Andere finden sie hässlich. Doch sie ist klug und mutig. Und sie kann sprechen! Flora 717 ist eine Biene. Laline Paull erzählt das ergreifende Abenteuer dieser außergewöhnlichen Biene in einer anderen und doch zutiefst vertrauten Welt. 

Tropen by Klett-Cotta
Hardcover
ISBN: 978-3-608-50147-6
19,95




"Die Bienen" unterscheidet sich schon alleine dadurch, dass sich hier Bienen zu Wort melden und uns durch ihren Bienenstock und ihren Bienenstock führen. Für mich ein großartiges Erlebnis, denn auch wenn man weiß, wie viel Arbeit die Produktion von Honig z.B. macht, gab es vieles, was mir nicht bewusst war und mir durch das Lesen um einiges klarer wurde. Natürlich ist es vielleicht im ersten Moment etwas ungewöhlich eine Biene als Protagonistin zu begleiten, aber dieses Gefühl hält nur die ersten Seiten an. Für mich war es wirklich interessant von Flora 717 durch ihren Bienenstock geführt zu werden und die anderen Bienen des Schwarms näher kennen zu lernen. Bienen sind bis auf einige Ausnahmen sehr fleißige Tiere und wurde beim Lesen mehr als deutlich gemacht. Natürlich gab es auch Dinge die ich als störend empfand, aber letztendlich überwiegt doch der Lerneffekt. Wer sich vorher nicht mit Bienen auskannte, wird im Nachhinein feststellen, dass er / sie einiges gelernt hat und die nächste Biene an den Blütenpollen im Garten vielleicht doch mit anderen Augen sehen wird.
Dadurch, das Flora vermenschlicht wurde, fiel es mir leicht in ihre Geschichte einzutauchen und das Lesen zu genießen. Es war ein definitiv anderes Leseerlebnis und bald fragte ich mich tatsächlich, was ist wahr und was ist hier Fiktion? 
Direkt nach der Geburt einer Biene steht fest, wie ihre Arbeiten auszusehen hat. Flora, die eigentlich von ihrer Größe her anders als die anderen Bienen ist, wäre zum Tode verurteilt, wenn nicht eine andere Biene Partei für sie ergriffen hätte. Alle Aufgaben die Flora im Bienenstock zu bewältigen hat, meistert sie mit Bravour. Selbst für die Königin des Stocks wird sie eine tragende Rolle spielen. Die Bienen untereinander erkennen sich an ihrem Duft. Ob sie sich tatsächlich untereinander verständigen können, lasse ich einfach so dahingestellt. Dennoch glaube ich, das jede Biene ihren Platz im Bienenstock übernimmt, denn nur so kann es funktionieren. Ein erfahrener Imker kann sicherlich dadurch Aufschluss geben, ob sich die Bienen vielleicht auch optisch voneinander unterscheiden. Für mich sehen alle Bienen gleich aus und ich bin froh, dass ich sie zumindest schon von Hummeln und Wespen unterscheiden kann.
Mir gefiel auch die Optik des Buches sehr. Vorne der Umschlag mit den Waben und der einzelnen Biene, die man dann auch noch sieht, wenn man den Umschlag abnimmt. Ist der Umschlag entfernt, kommt ein Bienenschwarm, der zu einer Traube verbunden ist zum Vorschein und man sieht eine einzelne Biene, die sich abseits befindet. Letztendlich ist es nämlich tatsächlich so, dass Flora eine Außenseiterin im Bienenstock ist und sich nirgends wirklich dazugehörig fühlt. Trotzdem brilliert Flora durch ihren Mut und ihre Stärke. Mich hat sie gewonnen, denn sie ist wirklich eine außergewöhnliche Biene. 
Von mir gibt es eine Leseempfehlung, denn ich fand "Die Bienen"wirklich gut geschrieben und auch den Lerneffekt nebenbei war für mich eine Bereicherung. Natürlich ist dieses Buch nicht nur schön, denn es gilt als Bienenstock zu überleben und es artet mitunter auch in echte Gewalt aus. Ein Kampf gegen Wespen, den Imker und die oberflächlichen arroganten Drohnen gilt es zu schlagen und in allem brilliert Flora. Natürlich muss sie sich auch in ihrem Bienstock behaupten und beweist auch dort Mut und echte Stärke, die nicht nur körperlich ist. Flora ist fähig Gefühle zu empfangen und sie trauert um ihre verlorenen Eier. Sie empfindet echte Mutterliebe, wobei nur der Königin es erlaubt ist Eier zu legen. 1000 Stück und mehr am Tag, um genau zu sein. Um die anderen Bienen an ihrem Geschlechtstrieb zu hindert, sondert sie besondere Pheromone aus, die auch im Buch sehr verdeutlicht sind. In diesem Bienenstock wird die Königin wie eine Göttin verehrt und das schlug bei mir mitunter quer. Ansonsten habe ich nichts zu bemängeln und fühlte mich einfach nur wohl. Ein wirklich außergewöhnliches Buch in dessen Hauptrolle wir eine echte Persönlichkeit entdecken. Flora 717 - eine Biene, die nicht ist wie andere Bienen, darauf könnt ihr euch wirklich verlassen. Abenteuerlich, ungewöhnlich, aber definitiv eine Geschichte, die es zu lesen lohnt.






Montag, 13. Oktober 2014

Jaegers schockierende Theorie





Ungeboren



AusgabeBroschiert
ISBN978-3-864434-28-0
14,99 Euro


Den ehemaligen und leicht heruntergekommenen Erfolgsjournalisten Norbert Jaeger verschlägt eine Auftragsarbeit ins beschauliche Eifelstädtchen Nauenheim. Doch dort ist die ländliche Idylle zutiefst gestört. Eine junge Frau wird vermisst. Einen Tag später geschieht ein brutaler Mord. 
Eine neue Freundschaft holt Jaeger langsam aus seinem Trübsinn und weckt sein investigatives Talent. Er kommt einer ungeheuren Verschwörung auf die Spur, die schon seit vielen Jahren im Gange ist, und deren Ausmaße noch viel abscheulicher und größer sind, als es zunächst den Anschein hat.









"Ungeboren" beginnt mit einem schockierenden Prolog, der auf die Story aufbaut und mich als Leser mehr als schockiert zurücklässt. Eine junge schwangere Frau wird vermisst und eine Hebamme ermordet. Norbert Jaeger wird zum Jäger mit Ä und kommt einer Verschwörung auf die Spur, die mir das Blut gefrieren lässt, über so viel Skrupellosigkeit. Auch wenn die Handlung mitunter doch etwas dahinplätschert, werde ich dadurch versöhnt, dass sich ein fulminantes Ende anbahnt, wo Jeager noch einmal richtig Gas geben muss, um sein Ziel zu erreichen. Dinge werden aufgedeckt, die wirklich schocken, aber Norbert Jaeger, ein echt krasser Typ, den ich am Anfang des Thriller kein bisschen mochte, dreht noch einmal voll auf und bringt den Fall zu Ende. Hilfe bekommt er von Jeremias, einem Heimkind, der Schriftsteller werden will und sich Jaeger an die Fersen heftet und ihn hin und wieder auch zu Fall bringt. Durch diese etwas ungewöhnliche Freundschaft bekommt "Ungeboren" seinen gewissen Pepp, denn sonst wäre die Story einfach nur stumpf und vorhersehbar gewesen. Natürlich bin ich als Leser aufgefordert mitzudenken, dennoch ist es wirklich offensichtlich, wohin der Autor zielt. Auch wenn wir hier und da den Überraschungsmoment verpassen, ist durch den Wortwitz und die Sprachwahl ein Thriller gelungen, der mich sehr, sehr viele Seiten lang unterhalten konnte. Im Gesamtergebnis fühlte ich mich wohl und auch wenn ich die Handlung nicht abwegig empfand, denn so könnte es tatsächlich geschehen, überkam mich hier und da doch echter Grusel. Menschen, denen Leben nichts wert ist und die Profitgier größer als alles andere, sind mir immer unangenehm und auch hier zeigte sich diese Abneigung ein ums andere Mal.

Letztendlich möchte ich eine Leseempfehlung aussprechen für einen Thriller, der nicht unbedingt unwahrscheinlich ist, denn das was in "Ungeboren"  passiert ist in manchen Teilen der Welt an der Tagesordnung. Ist es nicht schockierend? Um diese Frage zu beantworten, solltest du dir diesen Thriller vornehmen und lesen. Es wird sich lohnen, auch wenn es sich etwas hinzieht, bis des Rätsels Lösung folgt.

Mein kleines Stück Alaska




Sharon Short

Mein kleines Stück Alaska

Roman 

Hardcover
Aus dem Amerikanischen von Helga Augustin
ISBN: 978-3-8105-1946-7
16,99 Euro


*** Ein zutiefst anrührender Roman über die Macht von Lebensträumen, die Liebe und den Glauben daran, das Unmögliche zu schaffen.***

Die siebzehnjährige Donna Lane plant, nach ihrem letzten Schuljahr 1953 nach New York zu gehen und Modeschöpferin zu werden. Doch sie muss sich um ihren kleinen Bruder kümmern, weil ihr Vater es allein nicht schafft. Der zehnjährige Will hat sich in den Kopf gesetzt, genug Deckel von Cornflakesschachteln zu sammeln, um ein Grundstück in
Alaska zu erhalten - wie von der Werbung überall versprochen. Donna macht sich über seine kindlichen Träume von der Wildnis im Gebiet des Goldrauschs lustig, doch sie hilft ihm. Sie unterstützt ihn auch dabei, einen armen, misshandelten Husky vor seinem Halter zu retten. Als Will unheilbar erkrankt, will Donna seinen letzten Wunsch erfüllen und fährt mit ihm und dem Husky Trusty nach Alaska, um sein briefmarkengroßes Stück Glück tatsächlich in Besitz zu nehmen. Ihr eigenes Leben verändert sich dabei mehr, als sie es je für möglich gehalten hätte.




Einen anderen Rezensionstitel als "Mein kleines Stück Alaska" zu benennen kam mir nicht in den Sinn, denn genau dieses ist die Aussage dieses wirklich bezaubernden Buches. Ich flog förmlich durch die Seiten, um Donna und Will zu begleiten. Schon die ersten Seiten ließen mich fühlen, dass es sich hierbei um ein ganz besonderes Buch handeln wird und ich wurde nicht enttäuscht. Manchmal weiß man schon, wenn man einen Klappentext gelesen hat oder ein Cover sieht, dass man als Leser genau eben dieses Buch lesen muss. Als ich mich auf der Seite des Fischerverlages umsah blieb mein Blick genau an diesem Buch hängen und ich wusste, dass es für mich ein Wohlfühlbuch werden wird. Manchmal wird man dennoch enttäuscht, aber manchmal hat man für sich auch einen echten Buchschatz entdeckt.
Am Ende angekommen, war ich in die Story regelrecht verliebt, obwohl sie leider ohne wirkliches Happy End auskommen wird, trotzdem ist die Aussage - seine Träume zu verwirklichen - stark genug, um das Traurige zu überwinden und die Schönheit der Story tritt so in den Vordergrund.
Es ist überwältigend, was Donna leistet und diese seit ihrer frühsten Kindheit. Ihr Vater ist seit dem Tod der Mutter dem Alkohol zugewandt und ihre Großmutter auch keine Hilfe, sondern eher Last. Donna schlägt sich also eher schlecht als recht durchs Leben und verfolgt ihr Ziel Modeschöpferin zu werden. Sie hat gewisse Begabungen, die sie auslebt und die durch ihren Kunstlehrer noch verstärkt werden.
Herausragend in der Story ist Will. Ein Junge, der den Traum hat ein Stück Land in Alaska zu erwerben, indem er Deckel von Cornflakesschachteln sammelt. Die Idee des Buches kam der Autorin im übrigen, da dieses tatsächlich so in den 50er Jahren als Werbung genutzt wurde.
Will ist ein toller Typ und ihn kennen zu lernen besonders wertvoll für mich, denn er ist ein Mensch der hinter die Fassaden schaut und sich nicht damit zufrieden gibt nur an der Oberfläche zu kratzen. Er sieht den inneren Menschen an und das hat mich schwer beeindruckt.
Die Story ist wunderschön und ich fühlte mich wirklich wohl, obwohl es auch Momente gab, in denen ich stinksauer wurde. Manchmal ist ein Leben nur aus Lügen aufgebaut, was auch Donna und Will schmerzlich erkennen müssen. Oft sind es auch Menschen die aus unserer Lage Profit schlagen wollen und ihnen muss einfach der Wind aus den Segeln genommen werden.
Letztendlich erzählt "Mein kleines Stück Alaska" eine Geschichte, die anrührt und bewegt. Jeder von uns hat Träume, ob es nun in der Kindheit war oder ob sie unseren Lebensweg bestimmen, wichtig ist hierbei, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren, denn es könnte äußerst unzufrieden machen. Indem sich Donna den Träumen ihres Bruders stellt, wird auch sie verändert und alles hängt mit einem kleinen Stück Alaska zusammen. Ein Stück Land, nicht größer als eine Briefmarke, aber dennoch so ausgeprochen wichtig für Will. Wie anders hätte die Story ausgesehen, wenn sich Donna gegen den Traum von Will gestellt hätte? Wie viel weniger Abenteuer hätten sie erlebt? Wie hätten sie die Menschen kennen gelernt, die ihr Leben nachträglich geprägt haben? Wie hätten sie vermissen können, das Trusty so viel mehr ist als nur ein Hund?
Eine liebenswerte Story, die mich auch zu Tränen rühren konnte und dessen Botschaft einfach nur wundervoll ist. Letztendlich ändert sich für viele Menschen in Donna und Wills Umgebung ihr Leben und alles nur durch ein kleines Stück Land in Alaska und den Mut einer Schwester ihrem Bruder seinen großen Traum zu erfüllen.
Ein Buch, welches von mir unbedingt eine Leseempfehlung bekommen muss. Vielen Dank an den Verlag, der mir so bereitwillig ein Buch zur Verfügung gestellt hat, damit ich mich beim Lesen in die Story und seine Protagonisten verlieben durfte. Ein Buch in das man hineintaucht und reich beschenkt wieder auftaucht.

Sonntag, 12. Oktober 2014

Buchpost *39/40*

Guten Morgen,
in den letzten beiden Wochen sind wieder einige Bücher bei mir eingezogen, die ich euch heute präsentieren möchte. Natürlich war auch die eine oder andere Überraschung dabei, über die ich mich sehr gefreut habe.




"Einfach unvergesslich" ist eines der Bücher, die auf meiner Wunschliste stehen und mit dem ich im Buchüberraschungsthread überrascht worden bin. Ich habe das Buch nicht lange auf dem SUB liegen gehabt, da ich einfach neugierig war, wie die Erkrankung Alzheimer in dem Buch verarbeitet wurde. Ich fand das Buch wunderschön und wer mag, kann meine Rezension HIER! nachlesen.




"Der Schwimmer" konnte ich mir ertauschen und ich bin schon richtig gespannt auf den Thriller, da die Meinungen wirklich auseinander gehen. Mich 


"Im Haus Longbourn" habe ich auf Facebook gewonnen und konnte erneut in die Famile Bennet aus "Stolz und Vorurteil" von Jane Austen eintauchen. Ich fühlte mich beim Lesen pudelwohl, obwohl das Buch auch aufzeigt, dass im Hintergrund der Reichen Menschen arbeiten und schuften, um anderen ein Leben des Müßiggangs zu ermöglichen. Leider empfand ich daher das Leben der reichen und Schönen als lieblos und oberflächlich. Meine Rezension zu diesem Buch wird in den nächsten Tagen geschrieben, denn natürlich habe ich das Buch längst beendet ☺



"Hummeln im Herzen" und "Selection Storys" sind Bücher, die ich mir über einen Gutschein ermöglicht habe. 
Außerdem traf eine mysteriöse Postkarte bei mir ein und ich machte mich auf die Suche nach Cornelia Franke, die mir diese schrieb. Ihr Buch "Jamies Quest: Aufgabe gesucht " befindet sich nun auf meinem Kobo und sobald ich mein aktuelles Buch beendet habe, werde ich mich der mir gestellten Aufgabe widmen. Nach der Zusage das buch zu lesen und zu rezensieren traf ein paar Tage später ein tolles Goodie Paket mit Tasche, Postkarten, Kugelschreiber und Lesezeichen bei mir ein. Ich habe mich wirklich gefreut und bin natürlich noch gespannter, auf Jamies Quest.



"Die Bienen" ist ein Buch, welches ich in einer Leserunde auf Lovelybooks lesen werde. Ich bin schon sehr gespannt auf die Protagonistin Flora 717.  


Eine weitere Buchüberraschung war "Herz aus Glas". Ein Buch, welches seit Erscheinungstermin auf meiner Wunschliste stand. Nun darf ich es endlich mein Eigen nennen. 

"Still" habe ich auf dem Blog vergessenebuecher gewonnen. Ein Buch, welches mir in letzter Zeit immer wieder im Internet begegnet ist und für mich klar war, dass ich den Thriller definitiv lesen werde. Weitere Bücher des Autors haben mir wirklich sehr gefallen. Der Schreibstil des Autors ist wirklich einmalig gut.


Tata, da ist es: "Endgame" Ein Buch, welches sich als Hörbuch entpuppte, mich aber trotzdem sehr erfreut hat. Ich werde also lesen und hören, denn durch einen Fehler des Verlages, die uns als Blogger das Buch zugesagt hatten, bekomme ich nun beides und ich finde es ehrlich gesagt kein bisschen schlimm ☺


Da ich den Lesesommer auf Lovelybooks erfolgreich bestritten habe, bekam ich ein Goodiepaket zugesandt und bin nun auch stolze Besitzerin des neunen Lesefuchses. Ansonsten gab es noch Postkarten, ein Notizbüchlein und einen Stempel. Vielen Dank dafür.



Ein weiteres Wunschbuch "Vor uns die Nacht" traf als Buchüberraschung bei mir ein und ich rate euch sehr, die beigelegte Karte an mich zu lesen. Ich habe mich wirklich köstlich amüsiert.


 

Auf Anfrage beim Fischer Verlag traf "Mein kleines Stück Alaska" als Rezensionsexemplar bei mir ein. Die ersten 100 Seiten sind gelesen und ich fühle mich wirklich sehr wohl, obwohl ich gestehen muss, dass mich die Story wirklich sehr bewegt. 




Wünsche euch einen entspannten Sonntag.
Viele Grüße,
Mel





Freitag, 10. Oktober 2014

Grausame Serienmorde auf Rügen


Krähenmann



Rügen/Eliteinternat Rotensand: Ein Serienmörder tötet auf grausame Weise. Seine Spur reicht weit in die Vergangenheit zurück. Auf der fieberhaften Suche nach dem unheimlichen "Krähenmann" kämpft sich die 16-Jährige Stipendiatin Clara durch ein Labyrinth aus Verdächtigen und falschen Fährten. Die Mordserie reißt nicht ab und schließlich gerät Clara selbst ins Visier des rachedurstigen Killers ...



Coppenrath Verlag
Seiten: 448
ISBN: 978-3-649-61676-4
Preis DE 14.95 €






Für ihr neustes Werk "Krähenmann" hat sich Corina Bomann eine wunderbare Kulisse ausgesucht und entführt uns in die Schönheit der Insel Rügen. Mir, die Rügen bekannt ist, war es als würde ich hier und da selbst verweilen. Leider ist es aber nicht die Natur die hier überwältigt, sondern die grausamen Taten eines Serienmörders. Ein Mann, der Mädchen entführt, tötet und ihnen Flügel gibt. Es hat alles einen Sinn, obwohl es für Mord keine Rechtfertigung gibt, dennoch hat sich in dem Internat Rotensand grausames abgespielt, was uns nach und nach klarer wird, indem wir in die Erinnerungen des Mörders eintauchen. 
Corina Bomann hat sich hier etwas sehr aktuellem bedient, was sich täglich in Schulen abspielt und manchmal auch dazu führt, dass man es einfach nicht mehr ertragen kann. Mobbing, ein wichtiges Thema, bei dem wir als Eltern nicht wegsehen sollten, wenn es unsere Kinder betrifft und vielleicht manchmal auch zwischen den Zeilen lesen müssen. 
Clara, die durch ein Stipendium das Eliteinternat Rotensand besucht, muss sich ihren Platz an der Schule hart erkämpfen, denn auch sie wird am Anfang gemieden. Sie, die keine Markensachen trägt hebt sich von der breiten Masse ab und als sich dann auch noch Alex, der Schwarm von Melanie mit ihr befreundet, steht Clara plötzlich im Mittelpunkt. Bissel gewurmt hat mich, das eine der Mädchen meinen Namen trägt. Normalerweise kein Problem, aber Melanie bekleckert sich wahrlich nicht mit Ruhm, sondern ist wirklich unausstehlich und arrogant. Kein Wunder, dass Clara ihr irgendwann eine knallt und sie beide zur Strafe den Schulgarten pflegen müssen. Melanie fehlt es einfach in manchen Dingen an Feingefühl und jemanden, der um seine Eltern trauert, dieses auf die Nase zu binden ist mehr als taktlos.
Der Mörder, der nun schon das zweite Mädchen in seinen Klauen hat, kommt der Schule immer näher. Clara, die ihre eigenen Ermittlungen anstellt, gerät dadurch natürlich selbst in die Schusslinie des Täters. So ist die Story natürlich vorhersehbar, aber dennoch steckt in ihr sehr viel Potential und ich fühlte mich gut unterhalten. Ein toller Jugendthriller, der genügend Spannung bietet und mir das Leser dennoch das eine oder andere Highlight bieten konnte, Letztendlich kann ich "Krähenmann" eine Leseempfehlung aussprechen und Corina Boman ein Lob aussprechen, da sie auch in diesem Berich glänzen konnte. Es spricht nichts dagegen Clara ihren nächsten Fall ermitteln zu lassen, denn meiner Meinung nach, ist das Ende offen und könnte weitergesponnen werden. Ich lasse mich gerne überraschen, ob Clara mir wieder begegnen wird und sich das Verhältnis zu Melanie vielleicht doch noch ändern wird. 

Donnerstag, 9. Oktober 2014

Diagnose Alzheimer





Einfach unvergesslich


416 Seiten 
ISBN: 978-3-492-96764-8
€ 11,99 




Das bewegendste Buch des Jahres. Einfach unvergesslich.
Neuerdings weiß Claire nicht mehr, welcher Schuh zu welchem Fuß gehört. Oder wie das orangefarbene Gemüse heißt, das auf dem Herd köchelt. Und manchmal geht sie im Pyjama spazieren. Sie weiß, dass das nicht normal ist. Und so schreibt sie, noch bevor die letzte Erinnerung verblasst, all die großen und kleinen Momente der vergangenen Jahre nieder. Wohl wissend, dass diese Gedankenschnipsel schon bald das Einzige sein werden, was ihrer Familie von ihr bleibt. Dabei gibt es noch so viel zu erledigen: Sie muss sich mit ihrer Tochter versöhnen und ihrem Mann zeigen, wie sie die Lieblingslasagne ihrer Kinder zubereitet. Sie muss ein letztes Mal leben, frei sein, sich vielleicht auch neu verlieben. Denn wenn die Zeit davonrennt, ist jede Minute kostbar.


LESEPROBE auf der Verlagsseite verfügbar!





"Einfach unvergesslich" ist für mich ein Buch, von dem ich lernen und einiges mitnehmen konnte, für mich und meine Lieben. Alzheimer ist eine Krankheit für alte Leute, zumindest dachte ich dieses, bevor mich "Einfach unvergesslich" eines Besseren belehrte. Auch mit 40, so alt ist unsere Protagonistin Claire als diese Diagnose sie trifft, ist man nicht geschützt und man muss eben nicht uralt sein, um Alzheimer zu bekommen.
Claire hat gute und äußerst schlechte Tage. An diesen Tagen fühlt sie sich ausgesperrt und bricht oft aus, um sich dann gnadenlos zu verlaufen. Sie in ihren Handlungen zu begleiten, die für Außenstehende sicherlich komisch wirken, hat mich sehr angerührt. Es gab Tage, da war sie wieder Kind und es gab Tage, da trafen wir auf die Claire, die völlig normal erschien. Zugute kommt ihr, dass sie eine wunderbare Familie hat, die zwar auch jede Menge Ecken und Kanten hat, aber Claire in allem unterstützt, soweit es eben geht.
Besonders schmerzhaft empfand ich, die Beziehung zu Greg, ihrem Ehemann, die zu zerbrechen scheint, einfach dadurch, weil Claire ihn vergisst.
Wunderbar empfand ich die Idee mit dem Erinnerungsbuch, indem alle ihre Erinnerungen aufschreiben konnten, daher ist dieses Buch geprägt durch Erinnerungen an ein Leben mit Claire. Ich fand es wunderschön und irgendwann ist dieses Buch einfach nur dick und es müssen immer mehr und mehr Seiten eingefügt werden. Die Beobachtung der anderen der Familie, ihre Eindrücke kommen zum Tragen und die meisten Erinnerungen sind wirklich wunderschön und ließen mein Herz regelrecht bluten darüber, dass alles irgendwann nicht mehr präsent sein wird in Claires Leben, da sie es vergessen wird. Auch wenn dieses Buch endet, ohne wirkliches Happy End, konnte ich die Story für mich weiterspinnen und mich entspannen, denn Claire ist umgeben von Menschen die sie lieben. Menschen die für sie sorgen, wenn sie es selbst nicht mehr kann. Sie ist getragen und geborgen. Eingewebt in einen Kokon aus Liebe.
Ich empfand "Einfach unvergesslich" als ein Buch, welches natürlich nur grob auf die Diagnose Alzheimer eingeht und dieses auch eigentlich nur hin und wieder einfließen lässt durch die Veränderungen die Claire durchlebt. Wer also ein Aufklärungsbuch erwartet, wird sicherlich enttäuscht sein, daher macht euch vor dem Lesen bewusst, das es sich hier lediglich um eine Geschichte handelt. Eine Familiengeschichte und ein klein wenig auch Liebesgeschichte. Gerade die neu erwachte Liebe, die Claire durchlebt hat mich über vieles hinweggetröstet und mir gezeigt, dass man Claire auch anders begegnen kann, gerade dann, wenn sie zu vergessen scheint.

Von mir eine Leseempfehlung für ein Buch, welches mich wirklich überzeugen konnte. Durch die Personen, die Claires Erinnerungsbuch mitgestalten, bleibt es einfach spannend und interessant. Definitiv kein Einheitsbrei, sondern für mich ein Buch mit Tiefgang.