Montag, 13. Oktober 2014

Jaegers schockierende Theorie





Ungeboren



AusgabeBroschiert
ISBN978-3-864434-28-0
14,99 Euro


Den ehemaligen und leicht heruntergekommenen Erfolgsjournalisten Norbert Jaeger verschlägt eine Auftragsarbeit ins beschauliche Eifelstädtchen Nauenheim. Doch dort ist die ländliche Idylle zutiefst gestört. Eine junge Frau wird vermisst. Einen Tag später geschieht ein brutaler Mord. 
Eine neue Freundschaft holt Jaeger langsam aus seinem Trübsinn und weckt sein investigatives Talent. Er kommt einer ungeheuren Verschwörung auf die Spur, die schon seit vielen Jahren im Gange ist, und deren Ausmaße noch viel abscheulicher und größer sind, als es zunächst den Anschein hat.









"Ungeboren" beginnt mit einem schockierenden Prolog, der auf die Story aufbaut und mich als Leser mehr als schockiert zurücklässt. Eine junge schwangere Frau wird vermisst und eine Hebamme ermordet. Norbert Jaeger wird zum Jäger mit Ä und kommt einer Verschwörung auf die Spur, die mir das Blut gefrieren lässt, über so viel Skrupellosigkeit. Auch wenn die Handlung mitunter doch etwas dahinplätschert, werde ich dadurch versöhnt, dass sich ein fulminantes Ende anbahnt, wo Jeager noch einmal richtig Gas geben muss, um sein Ziel zu erreichen. Dinge werden aufgedeckt, die wirklich schocken, aber Norbert Jaeger, ein echt krasser Typ, den ich am Anfang des Thriller kein bisschen mochte, dreht noch einmal voll auf und bringt den Fall zu Ende. Hilfe bekommt er von Jeremias, einem Heimkind, der Schriftsteller werden will und sich Jaeger an die Fersen heftet und ihn hin und wieder auch zu Fall bringt. Durch diese etwas ungewöhnliche Freundschaft bekommt "Ungeboren" seinen gewissen Pepp, denn sonst wäre die Story einfach nur stumpf und vorhersehbar gewesen. Natürlich bin ich als Leser aufgefordert mitzudenken, dennoch ist es wirklich offensichtlich, wohin der Autor zielt. Auch wenn wir hier und da den Überraschungsmoment verpassen, ist durch den Wortwitz und die Sprachwahl ein Thriller gelungen, der mich sehr, sehr viele Seiten lang unterhalten konnte. Im Gesamtergebnis fühlte ich mich wohl und auch wenn ich die Handlung nicht abwegig empfand, denn so könnte es tatsächlich geschehen, überkam mich hier und da doch echter Grusel. Menschen, denen Leben nichts wert ist und die Profitgier größer als alles andere, sind mir immer unangenehm und auch hier zeigte sich diese Abneigung ein ums andere Mal.

Letztendlich möchte ich eine Leseempfehlung aussprechen für einen Thriller, der nicht unbedingt unwahrscheinlich ist, denn das was in "Ungeboren"  passiert ist in manchen Teilen der Welt an der Tagesordnung. Ist es nicht schockierend? Um diese Frage zu beantworten, solltest du dir diesen Thriller vornehmen und lesen. Es wird sich lohnen, auch wenn es sich etwas hinzieht, bis des Rätsels Lösung folgt.

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