Donnerstag, 9. Oktober 2014

Diagnose Alzheimer





Einfach unvergesslich


416 Seiten 
ISBN: 978-3-492-96764-8
€ 11,99 




Das bewegendste Buch des Jahres. Einfach unvergesslich.
Neuerdings weiß Claire nicht mehr, welcher Schuh zu welchem Fuß gehört. Oder wie das orangefarbene Gemüse heißt, das auf dem Herd köchelt. Und manchmal geht sie im Pyjama spazieren. Sie weiß, dass das nicht normal ist. Und so schreibt sie, noch bevor die letzte Erinnerung verblasst, all die großen und kleinen Momente der vergangenen Jahre nieder. Wohl wissend, dass diese Gedankenschnipsel schon bald das Einzige sein werden, was ihrer Familie von ihr bleibt. Dabei gibt es noch so viel zu erledigen: Sie muss sich mit ihrer Tochter versöhnen und ihrem Mann zeigen, wie sie die Lieblingslasagne ihrer Kinder zubereitet. Sie muss ein letztes Mal leben, frei sein, sich vielleicht auch neu verlieben. Denn wenn die Zeit davonrennt, ist jede Minute kostbar.


LESEPROBE auf der Verlagsseite verfügbar!





"Einfach unvergesslich" ist für mich ein Buch, von dem ich lernen und einiges mitnehmen konnte, für mich und meine Lieben. Alzheimer ist eine Krankheit für alte Leute, zumindest dachte ich dieses, bevor mich "Einfach unvergesslich" eines Besseren belehrte. Auch mit 40, so alt ist unsere Protagonistin Claire als diese Diagnose sie trifft, ist man nicht geschützt und man muss eben nicht uralt sein, um Alzheimer zu bekommen.
Claire hat gute und äußerst schlechte Tage. An diesen Tagen fühlt sie sich ausgesperrt und bricht oft aus, um sich dann gnadenlos zu verlaufen. Sie in ihren Handlungen zu begleiten, die für Außenstehende sicherlich komisch wirken, hat mich sehr angerührt. Es gab Tage, da war sie wieder Kind und es gab Tage, da trafen wir auf die Claire, die völlig normal erschien. Zugute kommt ihr, dass sie eine wunderbare Familie hat, die zwar auch jede Menge Ecken und Kanten hat, aber Claire in allem unterstützt, soweit es eben geht.
Besonders schmerzhaft empfand ich, die Beziehung zu Greg, ihrem Ehemann, die zu zerbrechen scheint, einfach dadurch, weil Claire ihn vergisst.
Wunderbar empfand ich die Idee mit dem Erinnerungsbuch, indem alle ihre Erinnerungen aufschreiben konnten, daher ist dieses Buch geprägt durch Erinnerungen an ein Leben mit Claire. Ich fand es wunderschön und irgendwann ist dieses Buch einfach nur dick und es müssen immer mehr und mehr Seiten eingefügt werden. Die Beobachtung der anderen der Familie, ihre Eindrücke kommen zum Tragen und die meisten Erinnerungen sind wirklich wunderschön und ließen mein Herz regelrecht bluten darüber, dass alles irgendwann nicht mehr präsent sein wird in Claires Leben, da sie es vergessen wird. Auch wenn dieses Buch endet, ohne wirkliches Happy End, konnte ich die Story für mich weiterspinnen und mich entspannen, denn Claire ist umgeben von Menschen die sie lieben. Menschen die für sie sorgen, wenn sie es selbst nicht mehr kann. Sie ist getragen und geborgen. Eingewebt in einen Kokon aus Liebe.
Ich empfand "Einfach unvergesslich" als ein Buch, welches natürlich nur grob auf die Diagnose Alzheimer eingeht und dieses auch eigentlich nur hin und wieder einfließen lässt durch die Veränderungen die Claire durchlebt. Wer also ein Aufklärungsbuch erwartet, wird sicherlich enttäuscht sein, daher macht euch vor dem Lesen bewusst, das es sich hier lediglich um eine Geschichte handelt. Eine Familiengeschichte und ein klein wenig auch Liebesgeschichte. Gerade die neu erwachte Liebe, die Claire durchlebt hat mich über vieles hinweggetröstet und mir gezeigt, dass man Claire auch anders begegnen kann, gerade dann, wenn sie zu vergessen scheint.

Von mir eine Leseempfehlung für ein Buch, welches mich wirklich überzeugen konnte. Durch die Personen, die Claires Erinnerungsbuch mitgestalten, bleibt es einfach spannend und interessant. Definitiv kein Einheitsbrei, sondern für mich ein Buch mit Tiefgang.



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