Sonntag, 22. März 2015

Neu im Buchregal 6 / 2015


Hallöchen,

wie am Sonntagmorgen üblich, auch heute wieder einen kleinen Einblick in mein Buchregal. Auch wenn es aus allen Nähten platzt, liebe ich es neue Bücher einzusortieren und weide mich an dem Anblick, wenn ich im Bett liege, denn von dort aus, ist der Ausblick am allerschönsten und intensivsten. 
Auch in dieser Woche trafen Bücher ein, die ich durch die Lesechallenge 2014 aussuchen durfte. Vielen Dank an die Fischer Verlage und den Aufbau Verlag, die mir die Möglichkeit gaben sich durch ihr Programm zu wühlen. 







"Heldentage" hat mich sehr begeistert und ich kann es wirklich nur weiterempfehlen. 
Rezension --> HIER! Vom Verlag bekam ich das Buch als Leseexemplar mit einer Einkaufstasche zur Verfügung gestellt. Fand ich eine tolle Geste und bedanke mich hiermit ganz ♥-lich. 


"Sternschnuppenstunden" konnte ich mir ertauschen. Ich freue mich total, denn die Rezensionen sprechen sehr für das Buch. 







"Die Buchspringer" ist ein Buch, an dem ich nicht vorbeigehen konnte, ohne es mitzunehmen. Ich hoffe, ich werde schnell die Zeit finden es zu lesen, da ich die Story einfach genial finde. 

Das bloggerportal von Random House verführte meine Tochter zu einem neuen Hörbuch von "Hexe Lilli" Manchmal sollte man Seiten im Internet nicht öffnen, wenn Kinder neben einem stehen ☺ Freue mich aber auch darauf, die CD zu hören, aber nicht weitersagen, ok? Immerhin bin ich diejenige, die die CD bewerten wird und da mein Kind sehr begeistert scheint, wird es auch mir eine Freude sein zu lauschen.



Wünsche euch einen entspannten Sonntag.
Viele Grüße,
Mel


Samstag, 21. März 2015

Meteoriteneinschlag






Touchdown - Ran an die Bälle!


 
Nichts für Weicheier! Was tut man nicht für sein Traummädchen!

Eigentlich hat Niklas selbst schuld: Er wettet mit seinen Freunden, dass er die neue Mitschülerin Lynn erobern wird. Und nun schwitzt er im Football- Team, weil Lynn Cheerleaderin ist, und verflucht die anstrengenden Waldläufe, Trainingseinheiten und widerlichen Eiweiß-Shakes. Um so mehr, als ihm langsam dämmert, dass nicht Lynn, sondern die zurückhaltende Carina seine Traumfrau ist!

Freche Liebesgeschichte aus Jungensicht, mit Slapstick und Sportwahn im Football-Team. Direkt aus dem Leben gegriffen!

Zum E-Book
160 Seiten
  gebunden
ab 12 Jahren

EUR 12,00 

ISBN-13: 978-3-7891-3724-2







"Tochdown - Ran an die Bälle" ist ein geniales Buch, welches sich mit den Tücken der Pubertät beschäftigt. Nicht nur die Zielgruppe wird maßlos begeistert sein, sondern auch Mütter wie ich, die sich mit der Spezie Teenager täglich auseinandersetzen muss. Ich  fühlte mich unglaublich wohl, denn "Tochdown - Ran an die Bälle" ist so amüsant, dass ich dauerhaft ein Grinsen im Gesicht hatte. Manchmal war es auch ein klein wenig Schadenfreude, denn Niklas nimmt wirklich jedes Fettnäppfchen mit, was den Verdacht wieder einmal bestätigt, dass Jungs / Männer ihr Gehirn in der Hose tragen. Darf man in Rezensionen so offen schreiben oder muss ich mir diesen Satz verkneifen? Alex Haas schreibt ja auch recht offen und unverblümt, sodass ich es wohl genauso stehen lassen kann, oder?
Sexualität wird in "Tochdown - Ran an die Bälle" ganz offen dargestellt, aber eben ohne dreckig oder schmutzig zu wirken. Eine ganz normale Begleiterscheinung der Pubertät scheinbar und in dieser befindet sich unser Protagonist Niklas halt. Ich glaube, wenn Alex Haas nur von Blümchen und Bienchen geschrieben hätte, hätte das Buch einiges an Authentizität eingebüßt. So konnte ich mich dem Gefühlschaos von Niklas widmen und hatte dabei wirklich rundum Spaß.
Da ich schon das erste Buch der Autorin las, hatte das Cover definitiv einen Wiedererkennungswert und als ich die Leserunde auf Lovelybooks bemerkte, musste ich mich einfach bewerben. Ich habe es nicht einen Moment bereut, denn der Angriff auf meine Bauchmuskeln war Gold wert. Es gab wirklich die eine oder andere Begebenheit, in der ich ins Kissen beißen musste, um meine Familie nicht zu verwirren.
Sich zu verlieben ist wie ein Meteoriteneinschlag und es verwundert nicht, dass Niklas ins Stottern gerät oder eben auch schwere Geschütze auffährt, um seiner Liebsten näher zu kommen. Warum also nicht American Football?
Für mich ist es eine Offenbarung gewesen, Niklas in "Tochdown - Ran an die Bälle" zu begegnen, Ein normaler Teeniejunge mit all seinen kleinen und großen Problemen, die Schule, Alltag und Familie eben so mitbringen. Ausgeschüttetes Testosteron tut ein übriges, um dem Buch noch einen gewissen Charme mehr zu verpassen. Absolute Leseempfehlung!




weitere Bücher "Die inneren Werte von Tanjas BH" - Rezension --> HIER! 

Liebe will erfahren werden



Katherine Paterson Illustrator: Franziska Harvey
Gilly Hopkins – Eine wie keine
Roman
Hardcover
Aus dem Amerikanischen von Sibylle Schmidt
Preis 12,99 €
ISBN: 978-3-7373-5168-3
Sauerländer



Der Kinderbuchklassiker aus den USA neu übersetzt!

Die elfjährige Gilly Hopkins ist ein Pflegekind und wird von einer Familie zur nächsten weitergereicht. So rebellisch und aufsässig sie auch ist, so träumt sie doch davon, dass ihre Mutter Courtney sie wieder zu sich zurückholt. Als Gilly zu der schrulligen Witwe Maime Trotter geschickt wird, glaubt sie, es könne nicht mehr schlimmer werden. Doch das Glück kommt manchmal unverhofft ...

Katherine Paterson schreibt ganz besondere Literatur – wunderschön einfühlsam erzählte Geschichten mit dem gewissen »Etwas«, die so besonders sind, dass man sie nie vergisst.


LESEPROBE! auf der Verlagsseite verfügbar



"Gilly Hopkins - Eine wie keine" ist ein besonders liebenswertes Buch, da es die Suche eines Mädchen nach Geborgenheit beschreibt. Es zeigt auf, das der Wunsch nach Wärme, Liebe und Geborgenheit tief in uns Menschen verwurzelt ist. Gilly hat schon einiges an Erfahrungen in Pflegefamilien gesammelt und ist, wenn man es genau betrachtet, traumatisiert, denn immer wieder muss sie ihre Pflegefamilien wechseln und neu anfangen. Das dadurch eine Kinderseele Verletzungen aufweist, wird deutlich. Wieso sollte man sich benehmen und anpassen, wenn man doch wieder gehen muss?  Gilly ist sehr intelligent, was sie in der Schule beweist, aber auch sehr aufmüpfig aus Angst sich erneut zu binden. Tief in ihr steckt ein Mädchen, welches sich einsam und verlassen fühlt. Gilly träumt davon, wieder mit ihrer Mutter zusammenzuleben, von der sie lediglich ein Foto besitzt. Auch am Ende des Buches ist leider nicht klar, warum Gilly nicht bei ihrer Mutter leben kann und warum diese ihr Mädchen abgeschoben hat. Gilly ist eigentlich nie etwas Böses geschehen, dennoch ist ganz tief in ihr eine Angst vor Bindung entstanden, die sich im Hause von Maime Trotter aufzulösen beginnt und eine liebenswerte Gilly zum Vorschein kommt. Eine hilfsbereite und warmherzige Gilly, die sich nach einem Zuhause sehnt. Leider reicht Maimes Trotters Liebe nicht aus,um Gilly komplett zu überzeugen und so nimmt die Story eine äußerst ungewöhnliche, unerwartete Wendung. Mir hat sich Gilly schnell ins Herz geschlichen und ich konnte sie und ihre Eigenarten verstehen lernen.
Den Ausschlag "Gilly Hopkins - Eine wie keine" lesen zu wollen, gab das Cover, welches mir gleich ins Auge sprang, denn ich liebe Chucks / Sneakers und die Kombination zu rot-weiß-geringelte Strumpfhosen ist einfach bezaubernd. Sie würden auch von mir genauso getragen werden, wenn ich nicht schon etwas zu alt dafür wäre ☺
Eine absolute Leseempfehlung für ein wundervolles Kinder und Jugendbuch, welches mich ab der ersten Seite begeistert hat. "Gilly Hopkins - Eine wie keine" hat eine ganz eigene Aussage und zeigt uns als Lesern auf, wie schwer es ist, sein Herz immer und immer wieder zu verschenken und immer wieder die Hoffnung zu haben, dass es endlich für immer ist.

Der tägliche Kampf ums Überleben machen dich zur Heldin






Heldentage


Roman

ORIGINALAUSGABE
Ab 14 Jahren
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 304 Seiten 
ISBN: 978-3-453-26960-6
€ 14,99 
Verlag: Heyne fliegt
Das aufsehenerregende Debüt einer ungewöhnlich talentierten Autorin
Lea ist fünfzehn und hat viele Träume: Sie will schreiben. Sie will rennen, ohne je außer Puste zu sein. Sie will so wunderschön sein wie ihre beste Freundin Pola. In ihren Träumen ist Lea eine Heldin. Im richtigen Leben klappt es manchmal nicht: Gerade hat sich Lenny, Leas erster Freund, von ihr getrennt. Sie vermisst ihn schrecklich. Leas Mutter versinkt in ihren eigenen Problemen und kann Lea nicht helfen. Aber es gibt ja noch Pola und die Clique – und einen tollen neuen Jungen an der Schule, der sich unbegreiflicherweise für Lea interessiert ... Im Laufe eines langen Sommers findet Lea heraus, dass sie eigentlich doch auch eine Heldin ist, jeden Tag ein bisschen.




"Heldentage" ging mir ziemlich nah und hat mich emotional absolut in die Knie gezwungen. Als Tochter eines Alkoholikers fühlte ich mich in meine Teeniezeit zurückversetzt und litt mit Lea. Lea ist für mich eine starke Persönlichkeit, die ihre eigenen inneren und äußeren Kämpfe bestreitet. Ich bewundere sie für ihr Durchhaltevermögen. Der Schreibstil ist am Anfang Gewöhnungssache, aber wenn man mit der Art des Textes warm wurde, entpuppt sich das Buch als wahrer Schatz. Ein schmerzlicher Schatz, der bewusst macht, dass wir als Menschen eine Menge mehr brauchen um zu existieren. Existieren ist vielleicht das falsche Wort. Überleben passt vielleicht doch ein Stück weit besser zu dieser Story. Wärme, Essen und Kleidung? Niemand von uns braucht Kleidung, die nicht ansatzweise zu passen scheint. Wer will sich dauerhaft Blasen laufen, da die Schuhe entweder zu groß oder zu klein sind? Es tat mir unheimlich weh es zu lesen und macht mir die Kinderarmut in Deutschland wieder einmal mehr als bewusst. "Heldentage" sollte unbedingt zwischen den Zeilen gelesen werden, um das Verständnis für Lea aufbringen zu können.
Der Klappentext machte mich neugierig und auch das Cover sah sehr lebensbejahend aus, sodass es meine Neugier wecken konnte. Vielen Dank an Heyne fliegt für das Bereitstellen dieses fantastischen Buches. Es war definitiv anders als erwartet, aber deswegen nicht weniger wertvoll. Ich bin in Gedanken immer noch bei Lea und ein klein wenig Wut auf ihre Mutter macht sich immer noch breit. Es handelt sich natürlich um Fiktion, aber auf der anderen Seite erleben viele Kinder / Jugendliche ihre Eltern eben so wie hier dargestellt. Ein Flaschenfreund ist wichtiger als das tägliche Brot. Mich wundert es nicht, dass Kinder anfangen zu stehlen, um sich wenigstens hin und wieder an einem Stück Schokolade zu erfreuen.
Nun habe ich schon ein klein wenig vorweggenommen von dieser Story, die sich wie ein Lebensbericht liest. Lea ist 15 und hat familiäre und schulische Probleme. Ein ganz normales Mädchen eigentlich, wenn da nicht so viele Defizite in ihrem Leben vorhanden wären. Lea führt definitiv kein einfaches Leben und dennoch hat sie ebenso wie andere Teens die normalen, üblichen Problem. Klar kommen da einige hinzu die andere nicht haben, aber Lea quält auch die Frage: "Wie sehe ich aus?" "Was ziehe ich an?" Verliebt ist sie auch und das über beide Ohren. Nur leider klappt es nicht mit Lenny, denn Leny trennt sich von Lea. Liegt es daran, das Lea sich nicht getraut hat ihn zu küssen? Wir leiden mit Lea und irgendwann wendet sich das Blatt für sie in allen Bereichen ihres chaotischen Lebens. Wer hat ein Happy End verdient, wenn nicht Lea, die Heldin in "Heldentage"
Mir ging das Buch wie gesagt sehr nah, da ich genau weiß, wie sehr Kinder / Teenager starke Eltern an ihrer Seite brauchen. Eltern die stärken und ihren Kindern Geborgenheit vermitteln.
"Heldentage" wirkt authentisch und gerade deshalb konnte es mich sehr begeistern. Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung und hoffe, dass noch viele Leser/innen von diesem Buch wie magisch angezogen werden. Ein sehr eindrückliches und aussagekräftiges Debüt, welches nicht von einer Friede - Freude - Eierkuchen - Welt erzählt, sondern auch die negativen Seiten mancher Leben erzählt. Eine Heldin wächst heran und macht dieses Buch zu etwas ganz Besonderen. Mein Respekt hierbei geht an die Autorin, die die richtigen Worte fand um mich zu begeistern. Vielen Dank dafür.




 

Freitag, 20. März 2015

Leben oder Sterben? Darauf lief alles hinaus



Kein Ort ohne dich

Gekürzte Lesung
Gelesen von Alexander Wussow
Originaltitel: The Longest Ride (Grand Central)
 
6 Audio-CDs, Laufzeit: ca. 448 Minuten
ISBN: 978-3-8371-3016-4
€ 12,99  

Verlag: Random House Audio



Zwei Paare, zwei Liebesgeschichten, eine große Romanze!
Das Hörbuch zum Film

Der 91-jährige Ira steht nach einem schweren Unfall an der Schwelle des Todes. Nur die Erinnerungen an seine verstorbene Frau Ruth halten ihn am Leben. Währenddessen kämpfen Luke und Sophia, ein junges Paar, um ihre Liebe: Sie sind so verschieden, dass eine gemeinsame Zukunft kaum vorstellbar ist. Können sich die beiden Generationen gegenseitig retten?

Auch bei diesem romantischen Liebesroman sind Nicholas Sparks und Alexander Wussow ein unschlagbares Dreamteam.

(6 CDs, Laufzeit: 7h 28)
  




Normalerweise meide ich Bücher von Nicolas Sparks, da ich sie für mich als viel zu emotional empfinde, auch wenn einige Verfilmungen wie "Nur mit dir" oder auch "Wie ein einziger Tag" zu meinen absoluten Lieblingsfilmen gehört. Da ich eine Tochter im Teeniealter habe, die Bücher von Nicolas Sparks regelrecht verschlingt und ihn zu ihren absoluten Lieblingsautoren zählt, war ich versucht wenigstens in ein Hörbuch hineinzuhorchen, um meine Meinung vielleicht zu ändern. "Kein Ort ohne Dich" hat mich verzaubern können und ich danke Random House Audio für die Möglichkeit mich in die Story von Ira, Ruth, Sophia und Luke zu verlieben. 

Herausragen an diesem Hörbuch ist die Stimme von Alexander Wussow, die mir auf Anhieb nicht wirklich gefiel und je mehr ich lauschte immer mehr Bedeutung bekam, denn er gab seinen Personen eine wirkliche Authentizität. Ira, den wir in die Vergangenheit folgen wirkt atemlos, alt und kraftlos. Es ist, als würden wir einem alten Mann lauschen, der seine Lebensgeschichte erzählt. Ira ist ein warmherziger Mann, dessen Liebe zu seiner Frau Ruth sehr gut dargestellt wurde, durch Emotionen in der Stimmlage des Erzählers. Ira ist ein Mann, den sich viele Frauen wünschen würden, denn er hat mit seiner Frau Ruth ein Leben voller Liebe geführt. Man spürt in jedem einer Worte, seinen Erinnerungen an Vergangenes, die Trauer über den Verlust seiner wunderbaren Frau. Sie folgten Ritualen und jedes Jahr an ihrem Hochzeitstag schrieb er Ruth einen Brief, um seine große Liebe auszudrücken. Es bewegte mich sehr, denn dieses Ehepaar prägte eine tiefe Verbundenheit. Ihre gemeinsame Leidenschaft ist eine Sammlung von Bildern, die mittlerweile einen großen Wert besitzen und immer wieder wird deutlich, wie sehr die beiden von Kunst geprägt wurden. Luke und Sophia sind der krasse Gegensatz zu Ira und Ruth, da sie sich soeben erst kennengelernt und verliebt haben. Sie stehen beide noch ganz am Anfang und müssen erst einmal ihren inneren Kämpfe überwinden, um Ruth und Ira ähnlicher zu werden. Luke, der beim Rodeo sein Leben aufs Spiel setzt, um seine Farm zu retten und Sophia, die ihre eigenen inneren Kämpfe ausficht. Ob dieses Paar Bestand hat, trotz aller Ängste und Komplikationen ihren Weg gemeinsam zu gehen? 

Ich fühlte mich beim Hören sehr wohl und konnte keinen Moment Einblick nehmen in das, was mich erwarten wird. Völlig unvorbereitet schlitterte ich in ein Happy End, welches ich so nicht erwartet hätte. Den Titel meiner Rezension entnehme ich Iras eigenen Worten "Leben oder Sterben? Darauf lief alles hinaus", denn er spricht ganz klar davon, dass er nach dem Tod von Ruth nicht viele Möglichkeiten sah und nach einer anfänglichen Depression, wieder ins Leben zurückfinden musste. Die guten Erinnerungen an Ruth halfen ihm dabei und es bewegte mich sehr, dieser Liebesgeschichte zu folgen. Es müssen nicht immer junge, knackige Menschen sein, die uns begeistern, denn die Liebe zu Ruth kommt authentisch, ehrlich und äußerst bewegend daher und macht mir diese ältere Ehepaar um einiges attraktiver als Luke und Sophia, die diesen Weg erst gehen müssen - in Freud und Leid zueinander stehen und immer wieder neu von einander begeistert sein. 

Ich möchte "Kein Ort ohne Dich" eine absolute Hörempfehlung aussprechen und hiermit auch meine Meinung zum Autor des Buches revidieren. Mittlerweile kann ich mein Töchterchen verstehen, warum sie so begeistert ist, denn wenn ich so darüber nachdenke, begegnet uns in den Büchern zwar oft auch Trauer und tiefer Schmerz, die aber von dem Geist der Liebe eine eigene Schönheit entwickeln können.





ich trage dich im herzen (ich trage dein herz in meinem)




Love Letters to the Dead


(deutsche Ausgabe)


Ab 14 Jahren
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 416 Seiten
ISBN: 978-3-570-16314-6
€ 17,99  
Verlag: cbt
Eine Geschichte voller Liebe und Weisheit: Das beeindruckendste Jugendbuch des Jahres
Es beginnt mit einem Brief. Laurel soll für ihren Englischunterricht an eine verstorbene Persönlichkeit schreiben. Sie wählt Kurt Cobain, den Lieblingssänger ihrer Schwester May, die ebenfalls viel zu früh starb. Aus dem ersten Brief wird eine lange Unterhaltung mit toten Berühmtheiten wie Janis Joplin, Amy Winehouse und Heath Ledger. Denn die Toten verstehen Laurel besser als die Lebenden. Laurel erzählt ihnen von der neuen Schule, ihren neuen Freunden und Sky, ihrer großen Liebe. Doch erst, als sie die Wahrheit über sich und ihre Schwester May offenbart, findet sie den Weg zurück ins Leben und kann einen letzten Brief an May schreiben …





Emotional hat mich "Love Letters to the Dead" wirklich umgehauen, da sich hier ganz viele Dinge vereinen, die für mich als Leser völlig unvorbereitet auf mich einstürmen. Gerade das letzte Drittel ist vollgepackt mit Informationen über den Tod von May, dass es schon fast überfordert. Letztendlich ist die Story aber grandios und ich konnte das Buch kaum zur Seite packen, weil ich mehr über Laurel erfahren wollte. Laurel, die ihre Schwester nachahmt und das Gefühl hat in ihrem Schatten zu stehen.
Warmherzig, unverblümt führt uns Laurel durch ihr Leben - Gegenwärtiges und Vergangenes - dies tut sie indem sie Briefe an längst verstorbene Menschen schreibt, die ihr irgendwann einmal wichtig wurden, bzw. es noch sind. Es ist eine Handlung vorhanden, die sich erst nach und nach aufbaut und eben keineswegs vorhersehbar wirkte. Das Ende lässt mich aufatmen, denn lange Zeit wirkte Laurel auf mich schon fast depressiv und zum Schluss ist es ihr möglich sich von Schuld und Trauer ein Stück weit lösen zu können, um ihr Leben neu zu ordnen, auch wenn dies bedeutet, ihre Schwester nicht an ihrer Seite zu haben. Der Schmerz und der alltägliche Kampf weiterzumachen ist sehr deutlich und macht das Buch daher zwischendurch sehr melancholisch, obwohl es auch Passagen gibt, in der die Seiten vor Witz förmlich sprudeln. Es ist ein Kampf, den Laurel führt, der mitunter auch einsam und verletzlich macht. An einer neuen Schule gewinnt sie neue Freundinnen und ist nicht nur Mays kleine Schwester. Laurel lernt sich zu behaupten und fällt mitunter auch grob auf die Nase.
Ein Jugendbuch vollgepackt mit Klischees und oftmals viel zu vielen Informationen, dennoch großartig geschrieben und mut machend. Ich konnte mich komplett auf den Inhalt einlassen, auch wenn es mir nie in den Sinn käme einen Brief an Heath Ledger zu schreiben, dessen Tod mich sehr betroffen gemacht hat. Für Laurel, die eigentlich eine Hausaufgabe einreichen soll, wirken die Briefe befreiend und am Ende kann sie einen Schlusstrich unter alles Vergangene ziehen. Schuldgefühle und Trauer verändern einen Menschen und es verunsichert, sich eine Haut überzustreifen, die nicht die Eigene ist. Sich selbst treu zu bleiben, wirkt auch auf Freunde und Mitmenschen ehrlicher und der Weg dahin war für Laurel steinig und hart. Am Ende konnte sie wieder aufatmen und die Welt ohne May als schön betrachten, da das Leben dennoch viel Positives für sie bereit hält. Nicht nur Laurel verändert sich, sondern auch die Menschen um sie herum, wobei Laurel nachdem sie endlich offen redet nicht unschuldig ist an manchen Situationen.
Ein toller Schreibstil, offene Worte und eine Protagonistin, die von Anfang an sympathisch wirkt, machen "Love Letters to the Dead" zu einem echten Leseerlebnis.



Donnerstag, 19. März 2015

Hochsensibilität



Hochsensible in der Partnerschaft



Erfüllung in der Partnerschaft: Danach sehnen sich alle Paare. Doch das erfordert viel Engagement. Ist einer der Partner hochsensibel, kommen noch zusätzliche Herausforderungen hinzu. 
In ihrem Buch erklärt Brigitte Schorr, was Hochsensibilität bedeutet und wie sie Beziehungen beeinflusst. Zum Beispiel die Alltags- und Freizeitgestaltung, den gemeinsamen Urlaub oder Konfliktsituationen. Die Autorin gibt praxiserprobte Tipps, wie beide Partner einen guten Umgang miteinander lernen können. Dabei schöpft sie aus ihrem persönlichen Erfahrungsschatz und ihrer Arbeit als psychologische Beraterin.


  • ISBN: 978-3-7751-5572-4
  • Verlag: SCM Hänssler
  • Gebunden , 224 S.
  • 17,95 Euro







Warum reagiere ich oft so sensibel auf Worte, die an mich gerichtet sind? Warum fühle ich mich dauerhaft schlapp und ausgelaugt? Warum rotieren meine Gedanken, sobald ich zur Ruhe komme? Warum finde ich wenig Entspannung, geistig und körperlich? Warum kann ich mit Begebenheiten nicht abschließen und rufe sie immer wieder in Gedanken auf, obwohl sie schon lange zurück liegen? Warum machen mir Gerüche zu schaffen? Warum bin ich Reizen mehr ausgesetzt als andere Menschen? Dieses und mehr beschäftigt mich immer wieder und macht mich als Person aus. Lange wusste ich nicht, was mit mir los ist und warum ich in den Augen anderer oft überreagiere. Mir fehlt in manchen Situationen ein richtig dickes Fell und auch nach Beenden des Buches bin ich immer noch die, die ich bin, habe aber ein anderes Bewusstsein für mich selbst erhalten können. Heute hat mein Befinden einen Namen "Hochsensibel" Es war für mich ein Muss, als ich die Leserunde zu "Hochsensibel in der Partnerschaft" bemerkte, mich zu bewerben und das Buch zu lesen. Es tat unheimlich gut Gleichgesinnte zu treffen, wenn auch nur Online, aber es war einfach ermutigend, einen gemeinsamen Austausch zu haben. Wir stellten fest, dass wir uns in vielen Dingen / Erfahrungen sehr ähnlich sind, bzw. ähnlich reagieren. Es handelt sich bei "Hochsensibel in der Partnerschaft" nicht um ein langweiliges Sachbuch, sondern ein Buch, welches aus Erfahrungen spricht, die die Autorin selbst machte und als Hilfestellung an andere Hochsensible dienen soll. Für mich war es fast schon wie eine Erleuchtung, da ich mich in vielen Passagen selbst erkennen konnte. Hier ist niemand mit erhobenem Zeigefinger, der auf mich deutet, weil ich eben nicht richtig ticke, Nein, da ist eine Frau, die genau weiß, wie es mir innerlich oft geht. Es ist belastend für einen NichtHochsensiblen Ehepartner, wenn er glaubt, seine Frau hat einfach nur keinen Bock etwas zu unternehmen, da er nicht weiß, dass sie sich schon komplett ausgepowert hat, da sie alle ihre Ressourcen in das Projekt Job oder Kinder und Haushalt gesteckt hat. Klingt dämlich, ist es auch, aber für uns als Hochsensible reichen die Ressourcen oft nicht für noch mehr als das, was wir am Tag schon erreicht haben. Um mein Befinden zu erklären, benötigt es mehr als nur eine popelige Rezension, denn ich würde sehr viel meines Seelenlebens und Körperbefinden preisgeben. Klar ist, ich ticke nicht richtig und nun weiß ich auch, warum es so ist und habe auch ein klein wenig Hilfe bekommen, um Dinge in meinem Alltag zu ändern. Vielen, vielen Dank Frau Schorr für ihre Offenheit. Es hat mir sehr gut getan, mich mit mir selbst auseinanderzusetzen. Das Buch "Hochsensibel in der Partnerschaft" werde ich einen ganz besonderen Platz im Regal einräumen und es hin und wieder lesen müssen, wenn ich den Verdacht habe, ich könnte wieder einmal scheitern.



Wen das Thema "Hochsensiblität interessiert, kann sich Hier! und HIER!  informieren!

Mittwoch, 18. März 2015

Chibi erschleicht sich Herzen




Takashi Hiraide
Der Gast im Garten - Roman

Aus dem Japanischen von Ursula Gräfe. Mit Illustrationen von Quint Buchholz


Vom flüchtigen Glück des Daseins

Ein junges Paar, erschöpft vom Lärmen der Großstadt, bezieht ein Gartenhaus außerhalb Tokyos. Als eines Tages ein kleines Kätzchen auftaucht, unterbricht es die beschauliche Stille des weitläufigen Gartens. Es dauert nicht lange, bis sie es dabei beobachten, wie es sich inmitten der Blumenbeete im Schatten der Bäume räkelt, mit Schmetterlingen und Libellen herumtollt und durch das Unterholz streift. Mehr und mehr öffnen sich die beiden dem unverhofften Gast, und bemerken dabei kaum, was die Katze tatsächlich für ihr Leben bedeutet – bis sie eines Tages verschwindet.
Ein Haus und ein Garten, anmutig in seiner aus der Zeit gefallenen Schönheit. Ein Paar, das einen neuen Anfang sucht. Eine scheue Katze, die die Freiheit liebt. Takashi Hiraide verzaubert den Leser mit einem poetischen, zutiefst ergreifenden Roman über die Liebe und die Zerbrechlichkeit des Lebens.

INSEL VERLAG
Gebunden, 133 Seiten
ISBN: 978-3-458-17626-8 
14,00 Euro


LESEPROBE!




Bei der "Gast im Garten" handelt es sich um ein kleines, feines Büchlein, welches uns mitten aus dem Alltag abholt. Es sind ruhige, liebevolle Worte, die den Leser entspannen. Durch die Illustrationen wirkt die Geschichte rund um Chibi, die Nachbarskatze lebhaft und erfrischend. Für mich waren die 133 Seiten viel zu schnell gelesen und ich bin mir sicher, dass es beim erneuten Lesen eine noch tiefere Wirkung erzielen würde. "Gast im Garten" entspannt und gewährt uns Einblicke in das Leben eines Ehepaares, welches dem Großstadtlärm Tokyos entfliehen möchte, um in einem Gartenhaus außerhalb Ruhe zu finden. In das gemeinsame Leben bekommen wir wenig Einblicke, aber man bemerkt schnell das Aufatmen und Auftanken des Paares, welches irgendwann beginnt ihre Herzen ganz weit zu öffnen für die Schönheit der Natur. Ein kleines Kätzchen wird Begleiter und sie beginnen zu beobachten und zu lieben. Chibi macht es ihnen nicht leicht, da sie eher unnahbar erscheint. Katzen haben ihren eigenen Kopf und überraschen uns Menschen dabei immer wieder. Hier ist es nicht anders und Katzenliebhaber/innen werden in diesem Büchlein einen wahren Schatz entdecken. Ich gehöre auch zu den Menschen, die Katzen sehr interessant und schön empfinden, dennoch geht meine Katzenliebe nicht so weit, dass ich regelmäßig zum Grab einer Katze pilgern würde. Mir kam dies doch zu aufgesetzt vor. Das Paar, welches sich gegen Kinder entschieden hat, wirkt auf mich, als hätten sie in Chibi einen Ersatz gefunden, der unbewusst ihre Sehnsüchte befriedigt. Nun ist jemand da, um den man sich kümmern kann und den man mit Liebe zu überschütten versucht, aber das ist mein Eindruck und kann natürlich auch ganz anders gemeint sein. Letztendlich umgibt "Gast im Garten" einen tiefen Frieden, welcher abrupt endet und uns als Leser möglich macht die Geschichte weiterzuspinnen. Herausragend sind hierbei die Illustrationen, die Wärme und Frieden ausstrahlen, durch die Farbauswahl. Für mich definitiv ein Highlight vor jedem neuen Kapitel. Leseempfehlung für alle, die ihrem Alltag entfliehen wollen und zur Ruhe kommen möchten, denn dafür ist das Buch mit seinen leisen, sanften Tönen bestens geeignet.

Das Monster




MELANIE RAABE


Die Falle

 
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 352 Seiten 
ISBN: 978-3-442-75491-5
€ 19,99   
Verlag: btb
Sie stellt ihm eine Falle. Aber ist er wirklich ein Mörder?
Die bekannte Romanautorin Linda Conrads, 38, ist ihren Fans und der Presse ein Rätsel. Seit gut elf Jahren hat sie keinen Fuß mehr über die Schwelle ihrer Villa am Starnberger See gesetzt. Trotz ihrer Probleme ist Linda höchst erfolgreich. Dass sie darüber hinaus eine schreckliche Erinnerung aus der Vergangenheit quält, wissen nur wenige. Vor vielen Jahren hat Linda ihre jüngere Schwester Anna in einem Blutbad vorgefunden – und den Mörder flüchten sehen. Das Gesicht des Mörders verfolgt sie bis in ihre Träume. Deshalb ist es ein ungeheurer Schock für sie, als sie genau dieses Gesicht eines Tages über ihren Fernseher flimmern sieht. Grund genug für Linda, einen perfiden Plan zu schmieden - sie wird den vermeintlichen Mörder in eine Falle locken. Doch was ist damals in der Tatnacht tatsächlich passiert?




"Die Falle"zu lesen, war grandios, denn der Spannungsbogen, der das ganze Buch über aufrecht erhalten wird, konnte mich fesseln und gleichermaßen verwirren. Es handelt sich hierbei um einen Debütroman der Autorin und ich bin fasziniert von der sprachgewaltigen Story. Gerne würde ich mehr Bücher von Melanie Raabe lesen und hoffe sehr, dass sie es schafft die Leserwelt von sich zu überzeugen.  Für mich als Leser war die Story wirklich überwältigend, da ich die Protagonistin Linda erst nach und nach zu verstehen begann. Ein entsetzliches Erlebnis zwingt sie in die Knie und führt dazu, dass sie sich komplett von der Außenwelt zurückzieht. Nachvollziehbar auf der einen Seite, unvorstellbar auf der anderen. Menschen brauchen Wärme und andere Menschen um sich herum, um nicht zu vereinsamen. Am Anfang sieht es so aus, als würde Linda ihr Leben genügen, bis zu dem Zeitpunkt als sie das Monster, welches ihre Schwester getötet hat, in den Nachrichten erblickt. Was in der Tatnacht geschah, bleibt uns lange verborgen, bis irgendwann alle Dämme brechen und die Wahrheit ans Licht kommt. Es ist ein Katz und Maus Spiel, bei dem es nur einen Gewinner / eine Gewinnerin geben kann. Melanie Raabe schafft es zu überzeugen, denn ich blieb gespannt auf die Auflösung und entwickelte meine eigenen Theorien, die sich nach und nach zerschlugen. Ein junges Leben ausgelöscht und der Täter nie überführt? Linda verarbeitet ihr Erleben in einem Roman und bietet so die Möglichkeit mit dem Monster in Kontakt zu treten. Alles scheint für ihn als Mörder zu sprechen und dennoch bleibt Linda nach Durchführung ihres Plans ratlos wie zuvor. Hat sie sich so sehr getäuscht? Ist sie vielleicht selbst die Mörderin ihrer Schwester?
Eine geniale Story, in der ich mich regelrecht verbissen habe, denn durch die ganzen Emotionen die sich aufbauen, blieb mir nichts anderes übrig um immer mehr und mehr in der Story einzutauchen, bis diese sich in einem grandiosen Finale entladen konnte. Von mir eine Leseempfehlung, da ich keine Ecken und Kanten entdecken konnte, sondern von Anfang an absolute Hochspannung verspürte. Wir lernen eine Frau kennen, die es schafft, über sich selbst und ihre Ängste hinauszuwachsen und denjenigen, den sie selbst als Monster bezeichnet herauszufordern. Wahrheiten können erschrecken, verletzten, aber manchmal auch dazu führen, dass die innerliche Starre verschwindet und Menschen heilen können.

Dienstag, 17. März 2015

Essays an das Leben





Marina Keegan

Das Gegenteil von Einsamkeit

Short Stories
Hardcover
ISBN: 978-3-10-002276-9
18,99 Euro
Eine Literaturstudentin stirbt mit 22 Jahren bei einem Autounfall.
Und hinterlässt der Welt ungeheure Stories, die Millionen Menschen in hundert Ländern mitreißen. Eine Internetsensation: 2,1 Millionen Klicks, monatelang auf der New York Times Bestsellerliste!

Nur wenige Tage nach ihrem Yale-Abschluss stirbt die 22jährige Marina Keegan bei einem Autounfall. Und hinterlässt der Welt brillante Stories voller Lebenslust. ›Das Gegenteil von Einsamkeit‹ bewegt Millionen Menschen in hundert Ländern. 
Marina Keegan war ein Ausnahmetalent. Sie vereint schwerelosen, sensiblen Optimismus mit literarischer Reife. Die Stories sind klangvoll, witzig, und doch gebrochen, manchmal wild und angriffslustig; sie sind ein stürmisches Plädoyer für die Jugend, die Lebensfreude, begeistern durch ihre Hoffnung und Entschiedenheit: Lasst euch nicht gleich von McKinsey anheuern, findet eure Bestimmung, habt Vertrauen in eure Zukunft! Eine flammende Aufforderung, die eigene Jugend und den Sinn des Lebens (wieder) zu entdecken.

"Wir haben kein Wort für das Gegenteil von Einsamkeit, aber wenn es eins gäbe, könnt ich sagen, genau das will ich im Leben." Marina Keegan


Es ist sehr bewegend, wenn man schon vor dem Lesen eines Buches ganz genau weiß, dass die Autorin im Alter von 22 Jahren verstorben ist und dieses vielleicht ihr letztes Werk ist, welches Anklang bei seiner Leserschaft finden wird. Mir haben die kurzen, knackigen ausgewählten Storys sehr gefallen, da sie meist voll von Botschaften ist und aufzeigt, was Marina Keegan beschäftigt hat, während ihres doch recht kurzen Lebens. Die Texte sind zwar kurz gehalten, haben mitunter aber mehr Aussage wie ein ganzes Buch. Was ich mir allerdings nicht erklären kann, ist der deutsche Titel "Das Gegenteil von Einsamkeit", welches ich doch wenig ansprechend finde. "Short Stories" im Original hat einen viel angenehmeren Klang.

Die Stories, Essays der Autorin werden schnell lebendig und wirken oftmals nach. Es geht um das Leben, welches mitunter amüsant, manchmal aber auch todernst sein kann. In einer bildlichen, leidenschaftlichen Sprache schafft Marina Keegan es mich mitzunehmen in ihre Gedanken. Auch wenn sie aufgrund ihres Alters wenig Erfahrungen in Kriegen gemacht haben kann, erzählt sie lebendig, anschaulich und nicht einen Moment kommen Zweifel darüber, dass es sich hierbei eher um Fiktion handeln muss. Die Stories sind super ausgewählt und geben preis, welch großes Potential wir hier vor uns haben. Manchmal kam es mir vor, als hätte sich die Autorin schon vor ihrem Tod mit dem Tod sehr auseinandergesetzt.
"Willst du schon gehen? Nein, ich wünsche mir viel Zeit, um mich in alles zu verlieben... Und ich weine, weil alles so schön ist und so kurz." 
(Auszug aus der Story 'Vergangenes') 

Manchmal schaffen Menschen es Zeichen zu setzen und eines davon liegt vor mir. "Das Gegenteil von Einsamkeit" zeigt eine junge Frau, die die Begabung besaß, ihre Gedanken, Empfindungen und  Träume in Worte zu kleiden. Als Leser ist mir schmerzhaft bewusst geworden, wie schnell ein Leben völlig unerwartet beendet sein kann und ich frage mich, welche Zeichen habe ich gesetzt?

Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung an "Das Gegenteil von Einsamkeit", obwohl ich gestehen muss, das ich aufgrund des Covers und des Klappentextes dem Buch wenig Beachtung geschenkt hätte. Da es nun aber einmal den Weg in mein Buchregal gefunden hat, weckte es meine Neugier und eigentlich wollte ich nur kurz  reinschnuppern ☺ Normalerweise gefallen mir Bücher nicht, die groß in den Himmel gelobt werden, aber hier kann ich sagen, dass es sich lohnt die kurzen und knackigen Stories / Essays zu lesen, denn sie wirken unheimlich lebendig und haben zwischendurch die Wirkung zum Nachdenken anzuregen über das was man sich insgeheim ersehnt oder am besten fallen lässt. Keine Story gleicht der anderen, daher empfand ich das Lesen als äußerst angenehm. Ein außergewöhnlich anderes Buch, was definitiv aus der breiten Masse herausstechen könnte.



Montag, 16. März 2015

Erschreckend realistisch





Peer Martin

Sommer unter schwarzen Flügeln



Text von Peer Martin
Einbandgestaltung von Büro Süd GmbH

Ein Buch, das die Augen öffnet: verstörend, poetisch, engagiert.

Nuri kommt aus Syrien und lebt im Asylbewerberheim. Calvin wohnt nur wenige Häuser weiter und ist Mitglied einer rechten Jugendgang. Als sie sich kennenlernen, erzählt Nuri ihm von ihrem Heimatdorf am Rand der Wüste und von dessen Schönheit. Doch dann kamen die Schwingen des Bösen und legten sich über das ganze Land. Je mehr Calvin über das Mädchen mit den dunklen Augen erfährt, desto mehr verliebt er sich in sie. Calvin möchte seine Gang verlassen – doch so einfach entkommt er seinen alten Freunden nicht.

Eine ergreifende Liebesgeschichte inmitten sozialer Konflikte, voller Poesie und Schönheit. Ein schmerzhaft ehrliches Gesellschaftsporträt mit einer "Romeo und Julia"-Geschichte eigener Art.

www.unter-schwarzen-fluegeln.com

Leseprobe

Zum E-Book

OETINGER
528 Seiten · gebunden
ab 16 Jahren
EUR 19,99  
ISBN-13: 978-3-7891-4297-0




"Sommer unter schwarzen Flügeln" lässt mich fassungslos zurück, da es so realistisch geschrieben wurde und zum aktuellen Zeitgeschehen passt, wie die Faust aufs Auge. Es wirkte mitunter sehr beklemmend auf mich durch die Gewalt, die in Syrien herrscht, aber auch in Deutschland zu finden ist. Wer die Nachrichten genauer betrachtet, wird feststellen, dass Ausländerfeindlichkeit keine Fiktion ist, sondern mitten unter uns zu finden ist. Ich gehöre zu den Menschen, die andere nicht in Schubladen steckt, nur, weil ihre Hautfarbe, Herkunft oder auch Religion eine andere ist als meine. Es macht sich in mir Unsicherheit bereit, wenn ich lese, dass es Menschen gibt, die sich das Naziregime zurückwünschen und auch vor Gewalt nicht zurückschrecken, um Asylanten, die hier bei uns Schutz suchen, derbe drangsalieren. Ist es wirklich so, dass sie besser behandelt werden vom Staat? Warum macht sich Eifersucht breit? Neid? Die Menschen haben alles verloren. Ihre Heimat, ihren Besitz und durch den Krieg vielleicht auch einen großen Teil ihrer Familie. Worauf sollte ich also neidisch sein? Eher wäre es so, dass ich unglaubliches Mitleid habe, denn ihre Erfahrungen ähneln Alpträumen. In diese Alpträume entführt uns Nuri, denn nach und nach lässt sie uns teilhaben an ihrer Geschichte. Sie erzählt sie unverblümt, trotz aller Schrecken, dennoch bekommen auch die Farben und Gerüche aus Syrien ihren Platz zugewiesen. Für uns als Leser ist es eine intensive, schmerzliche Reise inmitten eines Krisengebietes. Hinein in Angst und Schrecken, ohne uns zu schonen.
Für mich ist "Sommer unter schwarzen Flügeln" ein sehr intensives Leseerlebnis gewesen, welches verdient, weiterempfohlen und rezensiert zu werden. Die Liebesgeschichte zwischen Calvin und Nuri ist wundervoll, aber dennoch habe ich mehr um das Leben der Menschen im Asylantenheim gezittert. Wie viel Hass ist möglich, dass man unschuldige Menschen sterben lassen würde, um auf sich und seine Gesinnung aufmerksam zu machen? Sprachlos und fassungslos blicke ich zurück und erschrecke über die Realität des Romans. Ich war völlig gefangen in einer sehr bildhaften Geschichte, die das Kriegsgeschehen bildhaft nahe bringt und dennoch möglich macht, sich trotz aller Unterschiede zu verlieben. Es nimmt nicht den Schrecken, sondern erzeugt neuen Schrecken, denn Gewalt findet nicht nur in Syrien statt, sondern mitten unter uns. Was den Hass auf andere Hautfarben und Herkunft schürt, wird mich immer vor ein Rätsel stellen, dennoch bin ich überzeugt, dass "Sommer unter schwarzen Flügeln" gerade von der Zielgruppe (ab 16 Jahren) gelesen werden muss. Zutreffend wie vom Verlag beschrieben, werdet ihr eine moderne Romeo und Julia Geschichte entdecken, die nachdenklich zurücklässt. Wundervolle Protagonisten, die sich mitunter erst Sympathiepunkte verdienen müssen, runden die Story ab und geben ihr sehr viel Authentizität. Einmal angefangen zu lesen, war ich gefangen und es fällt mir schwer los zu lassen, da ich mich irgendwie mit Nuri und Calvin anfreunden konnte, Das Ende hat mich verstört, da ich Hoffnung und Frieden erwartet hätte, aber im Nachhinein denke ich, dass es unpassend gewesen wäre, denn wir befinden uns nun einmal nicht in einer Friede - Freude - Eierkuchen - Welt. Rundum gelungen und lesenswert!



"