Montag, 8. Oktober 2012

Skin Deep

Dieses wunderbare Buch über eine große Liebe, durfte ich in einer Leserunde lesen und da es mich so sehr begeistert hat, bin ich wieder einmal ziemlich schnell fertig gewesen und das, obwohl die Leserunde erst begonnen hat. Zu meiner Entschuldigung kann ich nur vorbringen, das dieses Buch mich von der ersten Seite an wirklich fasziniert hat. Es ist alles drin, was mein Leserherz begehrt und auch wenn eigentlich ein Jugendbuch ist, konnte ich mich hier und da dennoch wiederfinden und mit den beiden äußerst sympathischen Hauptprotagonisten mitfiebern. Unterschiedlicher können die beiden wirklich nicht sein und daher stelle ich euch die beiden einfach mal mit ein paar kurzen Sätzen vor.

Jenna:

Jenna ist 14 und hat durch einen Autounfall, bei dem sie ihre allerbeste Freundin Lindsay verlor und Verbrennungen im Gesicht davongetragen hat. Sie scheinen sehr schlimm zu sein, denn seitdem scheut sich Jenna in den Spiegel zu sehen und kapselt sich auch so sehr ab, will heißen, das sie niemanden an sich heran lässt. Sie begegnet Ryan durch Zufall will ich es mal nennen und er ist der erste der vor ihren Narben nicht zurückschreckt, sondern sie fast normal behandelt. Selbst ihren Eltern fällt es schwer ihre Narben nicht zu sehen und sie stößt auf Unverständnis, das sie nicht lernen kann bzw. akzeptieren kann, das sie für immer entstellt ist. Ihr Vater hat eine Gruppe gegründet die im Prinzip darauf hinauszielt betrunkene Autofahrer härter zu bestrafen, denn der junge Mann, der das Auto gefahren hat, hat gekifft und war betrunken und hat dadurch die Gewalt über den Wagen verloren, dabei starben zwei Menschen und Jenna ist seitdem entstellt.

Ryan:

Ryan lebt mit seiner Mutter auf einem Hausboot. Er hat seinen Vater nie kennengelernt und Cole einer der Freunde seiner Mutter ist ihm sehr ans Herz gewachsen. Leider ist auch Cole nicht geblieben, da er die Eskapaden seiner Mutter nicht ertragen konnte, denn sie ist manisch depressiv. Sie hat aber auch viele guten Seiten, denn sie ist sehr kreativ und was sie auch positiv erscheinen lässt ist die Tatsache, das sie Ryan zu einem wirklich wunderbaren Menschen aufgezogen hat, der nicht nur den äußeren, sondern auch den inneren Menschen sehen kann. Er und Jenna werden Freunde und vielleicht auch ein kleines bisschen mehr, aber das müsst ihr dann schon selbst nachlesen.

Klappentext zu Skin Deep - Nichts geht tiefer als die erste Liebe

Und plötzlich ist nichts, wie es war.
Jenna ist 14, als sie bei einem Autounfall ihre Freundin Lindsay verliert und selbst schwerste Gesichtsverbrennungen erleidet. Von heute auf morgen ist sie eine Außenseiterin, die in der Schule und auf der Straße angestarrt wird. Auch der junge Ryan, der mit seiner Mutter von Stadt zu Stadt zieht, ist allein. Die beiden geben einander Halt und es entspinnt sich eine zarte erste Liebe. Doch dann wird Unfallfahrer Steve ermordet und Ryan gerät unter Verdacht.
Eine behutsame Liebesgeschichte mit Krimi-Elementen und Stoff zum Nachdenken über den Wert von Äußerlichkeiten und Freundschaft.


352 Seiten · gebunden

ab 12 Jahren
erschienen im Dressler Verlag
EUR 14,95
ISBN-13: 978-3-7915-1033-0
EAN: 9783791510330

Über die Autorin:

Laura Jarratt wurde 1972 in Salford geboren. Englisch war zwar schon in der Schule ihr Lieblingsfach, aber sie hat trotzdem Naturwissenschaften studiert. Heute arbeitet sie tagsüber im Bildungssektor und schreibt nachts Bücher für Jugendliche – ihrer Meinung nach die spannendsten Menschen der Welt. 
Laura Jarratt lebt mit ihrer Katze in Cheshire, England und arbeitet zurzeit an ihrem zweiten Roman.




Infos zum Buch sind der Verlagsseite entnommen http://www.dressler-verlag.de




Meine Meinung:
Das Buch ist aus der Sicht von Ryan und Jenna geschrieben und es macht einfach Spaß in ihre Gedanken einzutauchen. Es bewegt, schmerzt und erfreut zugleich. Dieses Buch geht tatsächlich unter die Haut und regt zum Nachdenken an, denn mal ehrlich wären wir vielleicht auch diejenigen die starren würden, wenn jemand anders aussieht als wir? Gehörten wir zu denjenigen, die tuscheln und der Person Spottnamen hinterher rufen? Oder wären wir wie Ryan, der sich Jenna gegenüber ganz normal verhält? Vielleicht, weil er weiß, wie es sich anfühlt ein Außenseiter zu sein?
Die zarte Liebesgeschichte, die sich im Roman verbirgt brauchte ich, denn ansonsten wäre das Buch für mich viel zu traurig gewesen, denn Jennas Gefühle sich selbst gegenüber kommen wirklich gut zum Vorschein und berühren mich zutiefst. Der Autorin ist es gelungen die Gefühle sehr gut einzufangen, daher habe ich auch den Titel des Buches "Skin Deep ...." als Überschrift gewählt, da es eben genau das ausdrückt was ich aussagen möchte. Bevor ich mich für die Leserunde beworben hatte, hatte ich mich schon mit dem Titel des Buches beschäftigt, denn mein Englisch ist schon sehr eingerostet, aber Dank Google konnte ich einige Übersetzungen finden, die mich zufrieden stellten und mir schon vor dem Lesen des Buches einen kleinen Überblick verschafften, was mich letztendlich vielleicht erwartet. Meine Erwartungen wurden bei weitem mehr als übertroffen, denn dieses Buch geht sehr in die Tiefe. Mitten ins Herz, direkt unter die Haut und da wo Narbengewebe entstanden ist bietet es auch Heilung an.
Ich war im Prinzip schon fast traurig, das das Buch Buch schon beendet war, denn es war wirklich schön zu lesen, wie sich Jenna durch Ryan verändert. Wie sie wieder lernt zu lachen und auch wieder zurück ins Leben findet. Sie wirkt hinterher viel, viel, viel stärker und auch wenn die äußeren Narben immer noch vorhanden sind, heilen die inneren mehr und mehr.
Es hilft nichts, wenn wir sagen: "Ach, lass sie doch glotzen" oder "Mach die nichts daraus" oder viel schlimmer "Du wirst lernen damit zu leben!" Denn das sind alles nur Floskeln und jeder Mensch wünscht sich eben nicht angestarrt zu werden oder eben auch nicht anders zu sein. Jenna ist anders und wird auch so behandelt. Es gibt einige Szenen im Buch, die ich bewusst nicht ausschreibe, da sie für die Handlung sehr wichtig sind, die aber verdeutlichen wie Jenna seit dem Unfall behandelt wird. Ich würde mich abkapseln, nur noch heulen und mich niemals wieder unter die Menschen trauen. Ryan ist zur rechten Zeit am rechten Ort und gibt Jenna ihr Selbstwertgefühl zumindest zu einem kleinen Teil zurück. Klingt vielleicht kitschig, ist es aber nicht, denn es zeigt einfach auf, das Menschen auch dann liebenswert sind, wenn sie sich von der Masse abheben. Die Kids, die Jenna das Leben schwer machen sind vielleicht unsicher und sagen und tun deshalb verletzende und dumme Dinge, aber ist es da nicht an uns auch mal einzuschreiten, wenn wir merken, das andere verletzt und vielleicht gedemütigt werden oder gehören wie zu denen die wegsehen?
Mich hat das Buch von der ersten bis zur letzten Seite komplett fesseln können, daher bekommt es definitiv eine Leseempfehlung!



Samstag, 6. Oktober 2012

Day und June "I am a LEGEND"


Immer wieder stieß ich im Internet auf das Buch "Legend" von Marie Lu aus dem Loewe Verlag und war schon regelrecht angefixt, wie man es in heutiger Sprache sagen würde. Der Loewe Verlag postete auf Facebook immer wieder einige Zitate und ich erwartete Großes.


Sein rechtes Auge ist einen Tick heller als sein linkes. Zunächst halte ich es für eine Täuschung des Lichts, dann aber fällt es mir erneut auf, als wir an einer Bäckerei vorbeikommen und die Brotlaibe bewundern. Ich frage mich, wie es dazu gekommen ist oder ob er schon damit geboren wurde.

- June

Ich beuge mich ein Stück hinter meinem Schornstein hervor. Irgendetwas an diesem Mädchen … Ich weiß nicht, was es ist. Ihre Augen funkeln im Licht, und auch wenn es an der Hitze liegen könnte und meine Fantasie mir vielleicht einen Streich spielt, meine ich, ein winziges Lächeln auf ihrem Gesicht zu sehen.
- Day




Klingt doch nach einer ganz bezaubernden Geschichte, oder nicht? Nach einem Buch welches ähnlich wie Panem oder auch die Twighlightsaga begeistern kann.  Ich bewarb mich also auf Lovelybooks.de für die Leserunde und gewann das Buch dann auch tatsächlich. Hätte ich es nicht gewonnen, dann wäre es das nächste Buch gewesen, was ich mir gekauft hätte, denn wie schon erwähnt: Ich war regelrecht angefixt, denn alle Welt und jede Buchseite, jede Community für Bücher sprach nur über LEGEND und steckte mich mit ihrer Euphorie regelrecht an. Ich konnte es also kaum erwarten anzufangen zu lesen, denn der Hype der um das Buch gemacht wurde holte auch mich ein. 


Ich hätte so gerne eine Geschichte gelesen, die mich völlig in ihren Bann zieht, mich quasi verzaubert. Leider ist mir die Handlung und auch die dargestellten Personen viel zu blass und farblos erschienen, das ich eher enttäuscht von dem Buch war und ich die ganzen positiven Meinungen zu dem Buch wahrlich nicht verstehen kann, aber dazu später mehr.



Klappentext:

Eine Welt der Unterdrückung. Rachegefühle, die durch falsche Anschuldigungen genährt werden. Und Hass, dem eine grenzenlose Liebe entgegentritt. Dies ist die Geschichte von Day und June. Getrennt sind sie erbitterte Gegner, aber zusammen sind sie eine Legende! Der unbändige Wunsch nach Rache führt June auf Days Spur. Sie, ausgebildet zum Aufspüren und Töten von Regimegegnern, erschleicht sich sein Vertrauen. Doch Day, der meistgesuchte Verbrecher der Republik, erweist sich als loyal und selbstlos angetrieben von einem unerschütterlichen Gerechtigkeitssinn. June beginnt, die Welt durch seine Augen zu sehen. Ist Day tatsächlich der Mörder ihres Bruders? Fast zu spät erkennt June, dass sie nur eine Spielfigur in einem perfiden, verräterischen Plan ist. Fallender Himmel ist der erste Band der Legend-Trilogie.


  • » Legend – Fallender Himmel « 
    Aus dem Amerikanischen von Sandra Knuffinke, Jessika Komina 
    368 Seiten 
    ISBN 978-3-7855-7394-5
    Hardcover 17,95 € (D)
  • erschienen im Loewe Verlag 



Trailer zum Buch findet ihr hier:

http://www.legendfans.de/

Leseprobe





Die Autorin:

Marie Lu wurde 1984 in Shanghai geboren und lebte für einige Zeit in Texas, bevor sie an der University of South California studierte. Vor ihrem Erfolg als Autorin arbeitete sie als künstlerische Leiterin bei einem Unternehmen, das Videospiele produziert.


Das Cover:

Das Cover ist eher schlicht gehalten und erinnert stark an das Militär, dennoch erscheint es durch die Goldprägung sehr, sehr edel. Ob ich es im Buchhandel ohne Hype für mich entdeckt hätte, stelle ich dennoch in Frage.




Klappentext, Cover und Buchdetails der Verlagsseite entnommen http://www.legendfans.de/buecher/





Meine Meinung:

Wir haben hier eine Dystopie (laut Wikipedia eine fiktionale, in der Zukunft spielende Erzählung mit oftmals negativem Ausgang) von der ich mir wirklich viel erwartet habe, nachdem ich mich schon vorher vermehrt mit dem Roman beschäftigt hatte, aber wie schon erwähnt bleiben mir viel zu viele Fragen unbeantwortet. Im letzten Teil wird zwar das eine oder andere offensichtlich, aber mir was das schon fast zu spät, denn der Leser bleibt lange Zeit im Dunkeln. Ich hatte eine Liebesgeschichte erwartet, die der grausamen Regierung trotzen wird, aber auch da muss der Leser lange warten, denn June ist erst einmal blind vor Hass und möchte Day vernichten. Es kommt dann doch alles anders und auch wenn der Leser schon lange ahnt, das Day nicht für den Tod ihres Bruders verantwortlich ist, dauert es mir eindeutig zu lange bis June dahinter kommt, das alles nur eine Verschwörung ist und die Regierung / das System überall ihre Hände im Spiel hat. 
Besonders schlimm fand ich die Tests, die sich junge Menschen unterwerfen müssen. Die Guten, Schlauen, Schnellen finden ihren Dienst im System, die Schlechten werden aussortiert, vielleicht sogar vernichtet, denn sie sind zu nichts zu gebrauchen oder sie kommen in Arbeitslager. Eine fürchterliche Welt, in der alle die sich dagegen auflehnen keine Chance haben, sondern ohne mit der Wimper zu zucken vernichtet werden. Eine Welt in der ich nicht leben möchte und die mich wirklich sprachlos macht. Das Buch lebt förmlich von Gewalt. Schöne Momente geraten eher ins Hintertreffen und werden durch Abscheuliches und Widerwärtigkeiten komplett verdeckt. Menschen werden wie Vieh gehalten und behandelt und müssen sich anpassen lernen, ansonsten werden sie ausradiert. 
Schade, denn es begann vielversprechend und endet mit einem Opfer. Ein Opfer was bereit war für den Frieden und das Leben eines anderen zu sterben. Wenn wir Parallelen ziehen kommen wir auf einige biblische Geschichten, da ist zum Beispiel die Geschichte der Plagen, wo ein rotes Kreuz diejenigen schützt, damit der Todeengel ihren Erstgeborenen Sohn verschont. Im Buch ist es das Zeichen, das ein Mensch an einer Seuche erkrankt ist. Eine Seuche die noch erforscht werden muss, bzw. selbst inszeniert wurde oder eben das Opfer, welches am Kreuz starb. Mit viel Phantasie könnte man da das eine oder andere sicherlich hineinsehen, zumindest mir kamen beim Lesen von "Legend" ein ums andere Mal diese Gedanken.
Day und June die beide mit großen Kampfgeist und Stärke ausgestattet sind leben nur leider in zwei  verschiedenen Welten, ansonsten würden sie wunderbar zusammen passen und miteinander agieren. Day immer auf der Flucht und June eine Waise, die nur noch ihren Bruder hat, der aber bei einem Überfall auf ein Krankenhaus getötet wird. Der Verdacht fällt auf Day, aber ist er es wirklich gewesen oder hatte noch jemand anderes seine Hände im Spiel? June wird ausgesandt Day zu finden, der ständig auf der Flucht ist und seiner Familie aus dem Hintergrund zu Hilfe kommt, denn diese sind arm und sein jüngster Bruder an der Seuche erkrankt. Die Medikamente stiehlt er aus dem Krankenhaus und gerät dabei an Metias, Junes Bruder und so nimmt die Handlung seinen Lauf. Leider wird nirgendwo im Buch erklärt, wer oder was für die Spaltung der Republik verantwortlich ist was die Spaltung für einen Sinn macht. Ich sehe hier nur arm und reich, Krankheit und Tod. Menschen die hungern und sich unterordnen müssen und dann diejenigen die für die Regierung / das System arbeiten und dabei wie eine Made im Speck leben. Wer sind die Patrioten und wo leben sie? Viele, viele Fragen die bleiben, alles wird angeschnitten, aber nicht ausgiebig erläutert. Da es noch einen zweiten Band geben wird, den ich sicherlich lesen werde, da ich dort dann hoffentlich meine erwartete Liebesgeschichte erhalten werde und auch die Antworten auf meine Fragen bekommen werde. Der erste Teil hat mich leider nicht überzeugen können. Ich will das Buch nicht komplett madig machen, aber ich bin doch irgendwie enttäuscht da es nicht das gehalten hat, was ich mir versprochen hatte. Es bleibt farblos und blass und auch die beiden Hauptprotagonisten Day und June konnten mich leider nicht begeistern. 


Schade, aber von mir gibt es nur eine eingeschränkte Leseempfehlung und 3 Sterne!

Montag, 1. Oktober 2012

Das Konzert

"Das Konzert" ist der 4. Band einer Buchreihe für Jugendliche.
Erschienen sind bisher:
Das Casting
Der Recall
Das Finale

Ich durfte den 4. Band in einer Leserunde auf lovelybooks.de lesen und möchte heute meine Eindrücke rund um das Buch loswerden. Bitte immer bedenken, das das Buch für Jugendliche geschrieben wurde, daher habe ich natürlich ganz andere Vorstellungen als meine Tochter sie hätte, da das Buch ja für sie geschrieben worden ist und nicht für mich als Erwachsenen, dennoch muss ich sagen, das ich das Buch wirklich ganz hervorragend gefunden habe, auch wenn ich nicht der Zielgruppe entspreche, denn es zeigt auf, das alle Teens / Jugendliche dieselben Probleme haben, ob sie nun einem christlichen Hintergrund entspringen oder eben auch nicht. Das erste Verliebt sein, die Frage, ob er / sie mich auch wirklich genauso mag wie ich bin, der ganz normale Familienwahnsinn und natürlich die Schule, der Lernstress, die Hausaufgaben.


Tina unsere Hauptprotagonistin hat eine ganz besondere Gabe, denn sie kann fast aus dem Stehgreif Songs schreiben und das ist wirklich faszinierend, denn die Texte passen wirklich ideal zu dem was die Band "Seven for Heaven" aussagen möchte, das eben Gott derjenige ist, der alle Fäden in den Händen hält. Blöd nur, das sie ihren Bandkollegen nicht mitgeteilt hat, das sie das Siegerlied für ihren Rivalen Rib geschrieben hat und das beschwört natürlich Ärger hervor, denn so haben sie den Wettbewerb nur als Zweite gewonnen. Das Tina in Rib verknallt ist bis über beide Ohren muss ich nicht hinzufügen, oder?


Mir hat das Buch Spaß gemacht, obwohl ich jetzt so neugierig bin, das ich mir auch vorstellen könnte meiner Tochter auch die vorherigen drei Bände zukommen zu lassen.


Castingsshows in der ein Superstar, eine Popband oder auch das Supertalent gesucht werden, schießen wie Pilze aus dem Boden und oft frage ich mich, inwieweit würde ich mich verbiegen wollen um Ruhm und Ehre zu erhalten? Möchte ich diesen Medienrummel wirklich? Da ich keinerlei Talente besitze stellt sich mir die Frage eigentlich nicht, aber ich gestehe, das ich einige der TV Formate auch schon gesehen habe (mittlerweile finde ich sie nur noch langweilig und der Reiz des Neuen hat sich schnell verflogen) und ich ehrlich gesagt froh bin, das ich nicht komplett hinter die Kulissen schauen kann, denn die Kandidaten müssen sich so sehr verbiegen wie die Jury sie eben haben möchten und verlieren sich dabei komplett aus den Augen. Ist es das wert? Will ich nicht lieber ich selbst sein?


Rib selbst hat ein Riesenpaket zu tragen und Tina ist ihm in dieser recht schweren Zeit eine große Stütze. Allerdings nicht uneigennützig, obwohl Rib scheinbar nicht ahnt, wie es gefühlsmäßig um sie gestellt ist. Ich finde gerade diese kleine Liebesgeschichte sehr liebevoll dargestellt, denn es zeigt ganz genau auf, das eben nicht alles nur Friede, Freude, Eierkuchen ist. Ich erlebe es zur Zeit selbst mit meinen Kids. An einem Tag auf rosaroten Wolken schweben und am nächsten Tag zu Tode betrübt. Eine wirklich spannende Zeit und in "Das Konzert" dürfen wir Tina in dem Wirrwarr der ersten Liebe begleiten. Ich habe es genossen und mich hin und wieder sogar selbst entdeckt.


Was die Medien in unserem Leben bewirken könnten wird auch ganz klar aufgezeigt, denn nicht immer wollen sie wirklich nur positives. Manchmal können sie auch Leben / Beziehungen zerstören, denn die Reporter interessiert nur, wie sie die Story am besten verkaufen können und sie vergessen den Menschen der hinter der Story steht. Mir stellen sich bei dem Gedanken echt die Nackenhaare auf.


Natürlich gibt es ein phänomenales Finale, ein Happy End und das ist auch das, was die Geschichte so liebenswert macht. Logisch, volle Kanne kitschig und unglaubwürdig, aber Hey, es ist ein Buch für Jugendliche. Das ich Dinge eher hinterfrage ist klar, aber Teens und Jugendliche werden dies anerkennen und nicht hinterfragen.


Für die Zielgruppe ganz, ganz sicher ein idealer Schmöker zum Träumen. Ich vergebe gerne volle Punktzahl.


Das es sich hier um ein christliches Buch handelt, welches besonders Mädchen ansprechen soll, die den Glauben für sich schon entdeckt haben, lässt schon der Verlag erkennen, daher war ich nicht wirklich überrascht immer wieder über Gott zu lesen und ehrlich gesagt hat es mich nicht gestört, sondern mir gezeigt, das ich mich danach sehne noch mehr christlicher Literatur die extra für Jugendliche geschrieben wurde zu lesen um zu lernen und im Umgang mit meinen Kindern nicht zu vergessen, das ich auch einmal 14 war. Das Buch passt einfach in unsere Zeit voller Popstars, Superstars und Supertalente, daher gerne eine Leseempfehlung für "Das Konzert" von Eva Breunig.








Klappentext:
Das große Finale ist vorbei. Endlich kehrt wieder Ruhe ein - denkt Tina. Doch da liegt sie falsch. Als herauskommt, dass sie Konkurrent Rib zum Sieg verholfen hat, wollen ihre Freunde von "Seven for Heaven" nichts mehr mit ihr zu tun haben! Dass Tina sich mehr und mehr in Rib verliebt, macht die Sache auch nicht einfacher. Denn Rib stolpert von einem Problem zum nächsten. Werden Tinas Freunde ihr noch vor dem großen Konzert verzeihen? Und kann sie Rib je vergeben?





Die Autorin:
Eva Breunig ist erfolgreiche Autorin von Jugendromanen. Sie lebt in Wien und hat drei fast erwachsene Kinder. Als Mathematiklehrerin an einem Gymnasium hat sie täglich mit Jugendlichen zu tun.








Alle Informationen (Cover, Klappentext und Co) ist der Verlagsseite entnommen:


Donnerstag, 27. September 2012

*~* Artifex *~*

Wanderbüchern sei Dank! Nachdem ich von der Autorin Hanna Winter schon die ersten beiden Thriller "Die Spur der Kinder" und "Stirb" gelesen hatte, war ich sehr, sehr neugierig ob die Autorin ihrem Stil treu bleiben kann, oder sie es vielleicht sogar noch toppen kann und so nahm ich die Gelegenheit wahr und ließ mich in einem Wanderbuch eintragen.
Das Buch ist nun fertig gelesen (innerhalb eines Abends!) und daher folgt auch fast zeitnah meine Rezension zu dem Buch "Opfertod" Hätte ich mir das Buch selbst gekauft hätte ich mich sicherlich geärgert, aber dazu später mehr.



  • Taschenbuch: 320 Seiten
  • Verlag: Ullstein Taschenbuch
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3548283667
  • ISBN-13: 978-3548283661




Klappentext:
Er muss sie töten. Alle. Zusehen, wie ihre Augen brechen. Sie zerstören… Gleich bei ihrem ersten Fall gerät Kriminalpsychologin Lena Peters an einen Killer, der eine tödliche Mission verfolgt. Eine Mission, in der Lena eine entscheidende Rolle spielt. Doch davon ahnt sie nichts. Lena weiß, wie Mörder ticken, was Obsession ist: Denn sie hat ihre eigenen Abgründe. Und dennoch sitzt sie bald in der Falle, denn .......



Die Autorin:
Hanna Winter arbeitete nach dem Studium der Journalistik als Redakteurin. Heute lebt sie als freie Journalistin und Autorin in Berlin. Mit ihrem ersten Thriller, Die Spur der Kinder, ist ihr auf Anhieb ein Beststeller gelungen.







Meine Meinung:
Ich hatte in der letzten Zeit wenig Krimis und Thriller gelesen, daher dachte ich es wäre wieder einmal an der Zeit, aber ich muss gestehen, das mir bei "Opfertod" doch ein klein wenig der Gänsehauteffekt gefehlt hat. Das Buch war so schnell gelesen, das es schon fast enttäuschend war, wie schnell die Geschichte beendet war. Irgendwie bin ich mit dem Thriller nicht warm geworden und überlege immer noch, ob es überhaupt Stellen gab, die mich überzeugen konnten? 

Die Story hat sicherlich Potential, aber mir fehlte doch der Kick. Vielleicht, weil es mir vorkam ähnliches schon gelesen zu haben? Psychologin wird gefeuert, macht sich auf eigene Faust auf die Spur des Killers und gerät selbst in Gefahr? Irgendwie nichts Neues, sondern alles schon einmal dagewesen. Psychologin Lena, die selbst mit ihrer Vergangenheit kämpft und mit einem Ex-Polizisten Bekanntschaft macht, der ihr tatkräftig zur Seite steht? Ich habe dieses Mal auch kein Gesicht zur Hauptprotagonistin Lena vor Augen, da irgendwie doch oberflächlich und blass bleibt. Sehr, sehr Schade, aber ich habe tatsächlich mehr erwartet. 



.......... sie kennt das Böse. Sie hat es studiert. Doch jetzt begegnet sie dem Seelenbrecher.


Seelenbrecher? Völlig anders dargestellt als letztendlich Tatmotiv. Passt sogar nicht zu dem Thriller und dem was wir lesen werden. Der Mörder / der Verstümmeler hat einen ganz anderen Plan, ein ganz anderes Tatmotiv als auf dem Klappentext dargestellt, denn er braucht von der einen Frau einen Arm, von der anderen die Nase, einer anderen die Lippen .......... danach lässt er sie elendig verbluten und verfolgt dabei nur ein Ziel und zwar Kunst zu erschaffen! Es geht ihm also nicht um den reinen Mord, es befriedigt ihn auch nicht sexuell, es geht ihm darum etwas zu kreieren. Wieder einmal eine ganz, ganz kranke Seele, die auch blass und oberflächlich bleibt. Lediglich sein Künstlername "Artifex" finde ich recht interessant. Erst am Schluss wird sein Motiv erkennbar, aber überzeugen kann es mich leider auch nicht. 

Dieses Mal hat Hanna Winter mich leider nicht überzeugen können. Der Thriller war nicht direkt langweilig, aber eindeutig zu kurz und viel zu oberflächlich. Die Personen sind einfach zu farblos geschildert, so das ich sie vor meinem inneren Auge nicht sehen kann und mich ihre Geschichten auch nicht berühren können. 


Das dies nicht der letzte Fall der Lena Peters bleiben wird, zeigt der Schluss. Ich hoffe das "Opfertod" nur ein Ausrutscher war und werde dem nächsten Buch gerne einen Chance geben und hoffe, dieses Mal packt es mich dann doch.











Alle Informationen zum Buch sind der Verlagsseite entnommen: 

http://www.ullsteinbuchverlage.de


Montag, 24. September 2012

Abgehauen und Entkommen

Das Buch "Abgehauen" durfte ich in einer Leserunde auf www.lovelybooks.de lesen und da ich "Weggesperrt" der Autorin schon gelesen hatte, war ich sehr neugierig, ob das Buch an den Erfolg von "Weggesperrt" anknüpfen kann. Ich sagen nur, es kann, denn es fesselt von Anfang an und ließ mir zeitweilig die Haare zu Berge stehen, denn auch wenn die Geschichte rund um Gonzo Fiktion ist, hat es den Jugendwerkhof Torgau tatsächlich gegeben. Aufmüpfige Teenager kamen dort hin um erzogen zu werden und um ihren Willen zu brechen. Es ist grausam davon zu lesen. Wie viel grausamer ist es dort zu sein und diesen Grausamkeiten täglich ausgesetzt zu sein?



  • Broschiert: 320 Seiten
  • Verlag: Dressler (August 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3791516337
  • ISBN-13: 978-3791516332
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre


Klappentext:
Hautnah: Die Geschichte einer Flucht.

1989 in der DDR, Geschlossener Jugendwerkhof Torgau: Die rebellische Gonzo soll hier, wie schon ihre Freundin Anja, Heldin von "Weggesperrt", zu einer "sozialistischen Persönlichkeit" umerzogen werden. Hilflos ist sie den Methoden der Erzieher ausgeliefert und zerbricht fast an dieser Erfahrung. Als sie in ihren alten Jugendwerkhof zurückgebracht werden soll, gelingt ihr die Flucht. Sie will endlich frei sein! In einer Kleingartenanlage trifft sie René, der in den Westen abhauen will. Gemeinsam schaffen sie es über die grüne Grenze bis in die Prager Botschaft.

Die Geschichte basiert auf Zeitzeugen-Interviews sowie historischen Tatsachen. 

Für den ersten Band "Weggesperrt" wurde die Autorin mit dem Gustav-Heinemann-Friedenspreis 2010 ausgezeichnet.

"Eine Geschichte, die unter die Haut geht und gelesen werden sollte, von Jugendlichen und Erwachsenen." DIE ZEIT über "Weggesperrt"



Mehr über die Autorin unter: www.grit-poppe.de




Das Cover:

Auch Abgehauen ist vom Cover her sehr bedrückend und beklemmend, denn die Farben sind regelrecht düster, aber wir sehen einen Schatten oben auf der Treppe, welches im Laufschritt ist. Raus aus Torgau, raus in ein neues Leben? Ein Leben ohne Folter, Missbrauch und Misshandlung? (seelischer und körperlicher!) In "Weggesperrt" blicken uns nur große traurige Augen entgegen, aber hier kommt Hoffnung auf. Hoffnung darauf, das Gonzo in ein Leben in Freiheit rennt. Wird sie es schaffen sich den Zwängen zu entziehen?


Leseprobe








Die Informationen wie Cover, Klappentext und Co sind direkt 
der Verlagsseite http://www.dressler-verlag.de entnommen!







Meine Meinung:

Ich habe mich mit der Geschichte der DDR nicht vertraut gemacht, weiß aber mittlerweile aus diversen Büchern, das es kein Zuckerschlecken war für diejenigen die aus der Reihe getanzt haben und sich nicht anpassen konnten oder auch wollten. Torgau ist furchtbar und ich sehe Gonzo in ihrer Dunkelkammer sitzen und verzweifeln. Es gibt Tage, da bekommt sie noch nicht einmal einen Eimer für ihre Notdurft. Zu Essen bekommt sie Sauerkraut und jeder weiß, was dies mit unseren Gedärmen anstellen kann, aber soll man verhungern? Nein, man isst und dann quält man sich und behält einen tiefen Ekel vor Sauerkraut. Gonzo, die im Dunkeln harrt und hofft, das sie irgendwann befreit wird, hört Stimmen und der Punk flüstert ihr hin und wieder etwas zu, auch später noch, wenn sie auf der Flucht ist. Ob er derjenige ist, der sie daran hindert durchzudrehen?

Gonzo, deren richtiger Name Nicole ist und sie sich ihren Spitznamen selbst ausgesucht hat, da sie den Gonzo der Muppets so toll fand, weil er so viel Abenteuer erlebt hat. Gonzo wurde von Geburt an hin und hergeschoben und hatte kein Zuhause, keine Zuflucht, was auch gleichbedeutend ist damit, das sie niemanden hatte, der sie in den Arm nahm und ihr Zärtlichkeiten gab. Abgeschoben, Weggesperrt, Vergessen! Keine Abenteuer, keine Liebe, wie lange kann man das ertragen?


In Torgau herrscht Zucht und Ordnung und nachdem Gonzo wieder in Dunkelhaft kommt, fängt sie an sich selbst zu verstümmeln, da die Chance in ein Krankenhaus zu kommen ihr vielleicht Freiheit verspricht. Vielleicht kann sie abhauen? Ein Leben auf der Straße erscheint ihr besser als in Torgau. Den Schmerz nimmt sie dafür gerne in Kauf, aber es kommt dann doch alles anders als geplant.



Das Buch ist wirklich durchweg spannend geschrieben und meiner Meinung nach ein Buch was jede/r Jugendliche lesen sollte um zu verstehen, wie es um Jugendliche in der DDR bestellt war und wie gut sie es heute haben, denn sie können sich frei äußern ohne Angst zu haben "Weggesperrt" zu werden. Es ist niemand da, der ihren Willen brechen will oder ihnen den Mund verbietet? Warum meckern wir dennoch so viel? Ich gehöre sicherlich auch zu denjenigen die von der Regierung nach Torgau gesteckt worden wäre, denn ich habe schon immer ohne Nachzudenken geredet und hätte mich sicherlich das eine oder andere Mal um Kopf und Kragen geredet. Ich bin aber im Westen aufgewachsen und daher bleib ich verschont. Über das was Gonzo und auch Anja, dessen Geschichte in "Weggesperrt" erleben müssen wird sicherlich nie in Vergessenheit geraten und aus Augenzeugenberichten und jeder Menge Fantasie ist ein Roman entstanden, der dem nachempfunden wurde, wie es eben hätte sein können.


Nicht nur Gonzos Geschichte wird erzählt, sondern auch die Geschichte vieler Flüchtlinge aus der DDR, was auch Teil des Buches ist. Es ist auch ihre Geschichte, die ihren Anfang in Prag beginnt, denn dorthin fliehen Tausende von Menschen, die den Traum haben in der Bundesrepublik Deutschland zu leben. Es ist bewiesen das es 7609 Ostdeutsche geschafft haben aus Prag nach Hof einzureisen. Eine hohe Zahl, aber nachdem ich jetzt schon so einiges über die DDR gelesen habe, kann ich den hohen Wunsch nach Freiheit nachvollziehen und ich wäre sicherlich einige der ersten gewesen, die auf die Züge gesprungen wäre. Ich will die DDR nicht schlecht machen, so also bitte nicht verstehen, aber manche Tatsachen darf man einfach nicht verleugnen und sie gehören zur deutschen Geschichte dazu.


Das Buch ist ideal für Jugendliche und natürlich auch für alle anderen. Im Glossar lesen wir einiges geschichtliches und für mich bewahrheitet sich mal wieder der Spruch: Man lernt nie aus, denn einiges wusste ich nicht und konnte daher wieder einiges lernen und für mich herauspicken.


Man braucht allerdings auch ein dickes Fell, damit man Gonzos Geschichte nicht zu nah an sich heran lässt, denn es könnte schwer werden es zu verarbeiten, daher gebe ich meinem Töchterchen das Buch vorerst nicht um es zu lesen, sondern lege es erst einmal für sie zur Seite.


Vielleicht hast du ja auch Interesse daran meine Rezi zu "Weggesperrt" zu lesen? Du findest sie hier: http://www.dooyoo.de/kinder-jugendbuecher/weggesperrt-grit-poppe/1492317/


"Abgehauen" ist ähnlich wie "Weggesperrt" gestrickt und geht ebenso an die Substanz. Es hat mich sprachlos zurückgelassen und ich möchte es denjenigen, die sich für Geschichte interessieren sehr ans Herz legen. Zusammen mit der Geschichte der Gonzo / Nicole ist es ein wunderbares Buch, welches zum Nachdenken anregt und sicherlich noch einige Zeit nachwirken wird.




Ich kann euch versichern das keine Fragen offen bleiben und sich das Leben für Gonzo sehr zum positiven ändert, aber das hat sie sich nach dem was sie erlebt hat auch verdient und vielleicht verschwindet ja auch irgendwann der Punk in ihrem Kopf? Vielleicht erfahren wir ja auch, was letztendlich mit Anja geschehen ist? Gonzo hat sie nie vergessen und der Gedanke an sie hilft ihr oft weiterzumachen und durchzuhalten. Grit Poppe hat eine Hauptprotagonistin geschaffen mit der wir mitleiden und mit der wir hoffen dürfen. Es ist ihr gelungen mich oftmals laut nach Luft schnappen zu lassen und mich komplett auf die Handlung einlassen zu können.


Der  Jugendwerkhof Torgau ist heute eine Gedenkstätte und eine Anlaufstelle für Betroffene. Ganz ehrlich, wenn ich dort eingesessen hätte, würde ich an einem echten Trauma leiden.









Freitag, 21. September 2012

Der Junge mit dem Löwenzahn

Das Buch, welches ich euch heute vorstellen möchte ist in Amerika ein Bestseller und nachdem ich es lesen durfte, kann ich es wirklich nachvollziehen, denn ich habe zuvor noch kein Buch gelesen, welches mich dermaßen bewegt hat, das ich zwischendurch das Buch wirklich zur Seite legen musste um mir die Tränen aus den Augen zu wischen. Ich liebte die Geschichte rund um Henry von Anfang an und angefangen zu lesen konnte ich das Buch nicht zur Seite legen, denn es brannte mir unter den Fingernägeln nicht zu wissen, ob wir hier ein Wunder miterleben dürfen. Miterleben dürfen, wie Henrys Stimmen im Kopf wieder lebendig werden und er seiner Umwelt mitteilen kann, das er sie wahrnimmt. Natürlich ist es typisch Amerika reichlich kitschig zwischendurch, aber die Gefühle die sich in dem Leser regen sind nicht zu beschreiben. Ich habe selbst eine ähnliche Geschichte mit meiner Tochter erlebt und konnte daher die Gefühle, das Gefühlschaos in Tracey Henrys Mum vollkommen nachvollziehen. Trauer, Verbitterung und absolute Müdigkeit. Neid auf andere, deren Kinder sich normal entwickeln und sich nicht zurückziehen. Sich umarmen und lieben lassen, denn wir Mütter haben so viel an Liebe zu vergeben an unsere Kinder. Henry brauchte einen geregelten Tagesablauf und wenn dies einmal aus den Rudern läuft, dann beginnt Henry Liegestütze zu machen. Sieht für Außenstehende komisch aus und so wirkt es auch auf uns, befremdlich, bis wir wissen, warum er dies tut. Es hat einen Hintergrund und für uns Menschen sind Dinge, die erst einmal anders sind vielleicht auch abstoßen oder dienen dazu uns über andere lustig zu machen, aber mal ehrlich, ist denn wirklich alles normal, was wir den lieben langen Tag tun? Sind wir nicht manchmal auch befremdlich für andere? Und noch ein Gedanke: Warum mobben wir Menschen die anders sind als wir? Fühlen wir uns dadurch stärker, besser und größer? Indem wir auf anderen herumhacken können wir das was an uns total doof ist überspielen und auf andere abwälzen, richtig? Henry ist auch Opfer, aber vielleicht geschieht ein Wunder und die Menschen werden erkennen was sich hinter diesem wirklich wunderbaren Kerl verbirgt, der einfach eine Person benötigt die an ihn glaubt und ihn so akzeptiert wie er ist. Vielleicht erwacht er so aus seinem Dornröschenschlaf?

Bevor ich hier jetzt alles ausplaudere, gibt es erst einmal die Daten zum Buch und dann sehen wir uns bei meiner Meinung wieder:




  • Sondereinband: 320 Seiten
  • Brunnen Verlag
  • 17,99 Euro im Buchhandel
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3765512338
  • ISBN-13: 978-3765512339
  • Originaltitel: Unlocked



Gegensätzlicher könnten Ella und Henry nicht sein: Ella ist der Star im Schulmusical. Henry Harris ist ein Achtzehnjähriger, der in seiner eigenen Welt gefangen ist, die einen schweren Code hat: Autismus. Klug, aber zurückgezogen. Freundlich, aber von der Clique der Schul-Baseball-Stars gemobbt. Henry hat es nicht leicht an der Highschool. Das macht auch seine Mutter unglücklich, deren Freunde sich nach Henrys Diagnose im Alter von drei Jahren immer weniger sehen lassen. Selbst Henrys Vater hält die Situation kaum aus und verdingt sich als Fischer vor der Küste Alaskas. Tracy tut alles für ihren Sohn ¿ und bleibt dabei einsam, weil Henry kaum Reaktionen zeigt. Bis zu den Schulproben zu "Die Schöne und das Biest". Henry fühlt sich angezogen von der Musik - und sitzt bei jeder Probe hinten im Saal. Und noch eine andere Anziehung ist spürbar: Ella muss immer wieder zu diesem Jungen mit der starken Ausstrahlung hinschauen und weiß nicht, woher er ihr so vertraut vorkommt. So, wie sie nicht weiß, dass Henry betet auch für sie. Irgendwann wird ihr klar, was er mit der Löwenzahnwiese zu tun hat, auf der sie als kleines Mädchen immer gespielt hat. Und wie eine Löwin beginnt sie, für ihn zu glauben und für ihn zu kämpfen ...













Autorinnenporträt findet ihr hier:
http://www.francke-buch.de/autoren-kingsbury.html?PHPSESSID=959edd4a3f503ee75d0206ec805e040e

Karen Kingsbury war Reporterin bei der Los Angeles Times. Seit einiger Zeit widmet sie sich ganz dem Schreiben christlicher Romane. Sie lebt mit ihrem Mann, 3 eigenen und 3 adoptierten Kindern in Washington.






Meine Meinung:
Ich schrieb schon, das mich das Buch nicht losgelassen hat und ich wirklich heulen musste, da mich meine Gefühle echt überwältigt haben. Ein etwas anderes Buch zu lesen, sich dabei an seine eigenen Kinder zu erinnern, selbst ein Wunder zu erleben kann wehtun und manchmal ist die Erinnerung an längst vergangene Zeiten schmerzhaft. Dennoch wollte ich das Buch lesen und als ich dann tatsächlich an der Leserunde teilnehmen durfte, konnte ich es kaum erwarten das Buch in den Händen zu halten.
Was ich von dem Cover halten soll, weiß ich nicht so genau. Irgendwie erinnert mich der Junge mit den wunderschönen blauen Augen an "Hans guck in die Luft!" Henry, der ja Autist ist vermeidet Blickkontakt und hat Karten, die für ihn das Sprechen übernehmen. Er liebt Musik und er liebt es zu beten. Gerade das fand ich ganz bezaubernd, das Henry in seinem Kopf immer wieder betet, auch für die "Idioten" in der Schule die ihm das Leben wirklich sehr, sehr schwer machen um sich selbst zu profilieren. Kennt man ja aus seiner eigenen Schulzeit, oder? Da gab es doch immer irgendwelche Typen, die sich an den Schwächeren ausgelassen haben. Sobald Henry denkt, ist die Schrift kursiv, was ich sehr gut finde, ansonsten hätte ich Henrys Gedanke vielleicht nciht ganz so bewusst wahrnehmen können.
Und dann kommt Ella, die lange, lange Zeit zuvor mit Henry befreundet war und lange keinen Kontakt mehr zueinander hatten, da die Familie weggezogen ist und sich durch Henrys Behinderung entfremdet hat. Henry war bis zu seinem 3. Lebensjahr ein gesunder Junger, der es liebte mit Ella zusammen zu sein und mit ihr zu singen. Jeden Tag schaut Henry einen Film, in dem er mit Ella tanzt und singt. Ich schrieb schon das Rituale ganz, ganz wichtig sind und die DVD zu sehen gehört zu Henrys tägliche Ritual.
Ella ist ein wunderbarer Mensch und ich sieht vieles, was wir vielleicht übersehen würden. Auch Henry reagiert positiv auf sie und beginnt sich zu verändern ............

Die Charaktere sind glaubhaft und auch wenn es einige sind, werden wir sie im Laufe des Romans kennen lernen. Bei manchen werden wir mit Unverständnis reagieren und manche werden wir von Anfang an in unser Herz schließen können. Die Zweifler, die Opfer, die Behinderten, die Lehrer, die Schüler, der Mobber ....... hinterher zu einem Ganzen zusammengefügt und bereit für einen Neubeginn und Vergebung!



Bis hierhin und nicht weiter, denn wenn ich alles vorwegnehme nehme ich euch euer Wunder, denn es wird eins geben, ganz anders als erwartet aber wunderwunderschön.


Warum Löwenzahn? Die Erklärung dazu gibt es im Buch und die Geschichte dazu ist wirklich traurig und bewegend. Ich rate euch schnappt euch das Buch und lasst euch auf die Geschichte rund um Henry ein.


Ich empfehle euch das Buch sehr, sehr gerne weiter. Vielleicht werdet ihr euch über die christliche geistliche Sprache wundern, vielleicht auch ärgern, aber das Buch braucht dieses um authentisch zu sein. Ich konnte es sehr gut annehmen und mich trösten lassen.






Donnerstag, 20. September 2012

Arrogantes Miststück

Wer sich über meinen Rezititel wundert, dem will ich schnell erklären, was es damit auf sich hat. Meine Rezi zu "Ausgelacht" von Steffi von Wolff lässt wirklich keinen anderen Titel zu, denn die Hauptprotagonistin Britt ist eine echte Zicke. Oberflächlich, Arrogant und unverschämt. Ich habe täglich mit Menschen zu tun, aber so eine schreckliche Person ist mir in meinem ganzen Leben noch nie begegnet und wird es hoffentlich auch nie. Da ich das Buch in einer Leserunde lesen durfte und die Autorin dort selbst zu Wort kommt, war ich sprachlos als sie schrieb, einiges ist Fiktion und einiges selbst erlebt. Nun ja, was soll ich dazu sagen, außer "Es tut mir wirklich schrecklich leid, das du (wir duzen uns in den Leserunden, das nur mal so nebenbei!) so schrecklich unangenehme Menschen kennst!" Ein anderer Gedanke war, das Steffi von Wolff vielleicht sich selbst beschrieben hat, aber den Gedanken verwarf ich dann doch ganz schnell, denn sie erscheint mir doch recht nett und so gar nicht oberflächlich wie Britt, aber wer weiß? Ich bin ja im Internet auch ganz nett, aber niemand weiß, wie zickig ich zwischendurch sein kann, besonders an den Tagen vor den Tagen, wenn ihr versteht, was ich meine? Ich will jetzt aber nicht abschweifen, sondern doch noch ein klein wenig zu "Ausgelacht" loswerden und meine Meinung folgt dann nach den allgemeinen Daten zum Buch.



  • Broschiert: 224 Seiten
  • Verlag:  rororo
  • 12,99 Euro im Buchhandel
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499216159
  • ISBN-13: 978-3499216152
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 16 - 17 Jahre


Klappentext zu "Ausgelacht" von Steffi von Wolff:
Britt soll 90 Tage lang auf einen Haufen bekloppter Tiere aufpassen, und das ausgerechnet in Bad Nauheim – kein Spaß, wenn man bekennende Tier-feindin und Provinzhasserin ist. Der Albtraum beginnt: mit verrückten Nachbarn, einem cholerischen Tierarzt und dem wohnsitzlosen Callboy Harald, der sich kurzerhand als Untermieter einschleicht. Wild und witzig! Schräg und skurril – es lebe die Provinz! Glückwunsch: Die Bestsellerautorin hat sich mal wieder selbst übertroffen! Frech und lustig! YOUNG



Die Autorin:
Steffi von Wolff kam Anfang der neunziger Jahre zum Radio und moderierte beim Hessischen Rundfunk erst bei hr3 und dann bei YOU FM. Außerdem war sie Reporterin, Redakteurin und Comedy-Autorin. 2003 erschien ihr Debütroman «Fremd küssen», seitdem veröffentlichte sie zahlreiche weitere, ausgesprochen erfolgreiche Romane.






Meine Meinung - VORSICHT SPOILER:
Ich muss leider hin und wieder leicht auf die Handlung eingehen, ansonsten wird es schwer werden meine Meinung zum Buch kundzutun. Darum jetzt schon SORRY! 

Zuallererst verwirrt mich die Altersangabe zu dem Buch, denn es ist meiner Meinung nach ein Frauenbuch und nicht für Jugendliche, bzw. da auch nur bedingt geeignet. Meine Tochter kann ich mir mit dem Buch in der Hand einfach nicht vorstellen.

Ich merke immer wieder, das ich nicht für jede Art von Humor geeignet bin, denn auch wenn das Buch als frisch und frech angepriesen wurde, konnte ich nicht wirklich witziges im Buch finden, denn die Geschichte klingt so an den Haaren herbeigezogen, das es einfach unglaubwürdig ist. Wer hat denn allen ernstes ein Flusspferd, auch wenn es ein kleines ist im Gartentümpel? Eine schwarze Mamba im Terrarium? Eine Tante, die 80 Jahre alt ist und Vibratoren mit sich herumführt in ihrem Reisegepäck? Man könnte ja mal Lust bekommen oder wie? Einem Gigolo bei sich aufnimmt, der unter Errektionsstörungen leidet? Mmmmmmmpfffff, irgendwie fand ich die Story nicht witzig, sondern oberflächlich und teilweise auch reichlich dämlich. Britt ist mir von Anfang an unangenehm und das bleibt auch so, denn sie zeigt kaum menschliche Regungen, sondern ist so ICH bezogen, das es schon fast wehtut es nur zu lesen. Mich hat es nicht verwundert, das Frau Helfrich ihr eine Schwarzwälderkirschtorte mitten ins Gesicht pfeffert. Ich hätte es sicherlich ebenso getan, wenn jemand mich so von oben herab behandelt. Unglaublich, was sie sich manchmal herausnimmt. Klar ist Bad Nauheim nicht München, aber Menschen nach dem zu beurteilen wo sie leben ist mehr als herablassend. Die Krönung ist dann der Abend im Lokal als Britt einer Dame am Nebentisch auf den Kopf zusagt, das sie aufpassen soll, was sie isst, ansonsten würde sie noch fetter. Hallo? Das ist beleidigend, verletzend und richtig fies. Ich fand es gut, das Britt dann doch noch den einen oder anderen Dämpfer verpasst bekommt und sogar ein klein wenig nachdenkt. Ob sie sich ändert? Lest es selbst, falls ihr Interesse habt. Mich hat das Buch nämlich leider nicht vom Sockel gehauen. Es ist nett und wer vielleicht mit einem anderen Humor gesegnet ist, wird sich vielleicht köstlich amüsieren. Ich war ehrlich gesagt nur noch genervt von Britt und war letztendlich auch nicht böse als ich das Buch zuklappen konnte.









Alle Informationen zum Buch sind der Verlagsseite http://www.rowohlt.de/verlag/rororo entnommen!

Montag, 17. September 2012

Die Monster in meinem Kopf (besiegen können)

Ein Buch über Depressionen zu schreiben stelle ich mir mehr als schwierig vor und so war ich mächtig gespannt, wie die Autorin diese Aufgabe bewältigt hatte. Sie hat es tatsächlich geschafft mich zu überzeugen und meine Angst während des Lesens selbst in ein tiefes Loch zu fallen bestätigte sich nicht, aber ich konnte mich und meine Gefühlswelt in dem einen oder anderen Satz wiedererkennen. Ich leide mitunter selbst an starken Stimmungsschwankungen, besonders an den tagen vor meiner Periode, da nervt mich die Fliege an der Wand oder ich muss ohne Grund losheulen. Wenn meine Periode dann am nächsten oder gar übernächsten Tag dann da ist, ist alles wieder in Ordnung und ich weiß, warum meine kleine heile Welt ins Wanken geraten ist.
Vor etwa 4 Jahren habe ich eine Therapie begonnen, denn ich kam mit meinem Leben einfach nicht mehr klar. Der Stein auf der Brust, der mir den Atem nahm führte dazu, das ich alles in Frage stellte und mir auch nicht klar war, warum ich lebe, warum ich weiterleben muss und viele, viele andere Dinge mehr, die mich sehr beschäftigten und mir und meiner Familie das Leben schwer machte. Ich hatte das Lachen verlernt und mochte mich selbst nicht mehr, denn ich zog auch meine Familie mit in das tiefe Loch, welches ich mir selbst anfing zu graben. An diesem Punkt begriff ich, das es so nicht weitergehen kann und ich suchte mir Hilfe. Meine Therapeutin war leider nicht die richtige für mich und so brach ich die Therapie dann irgendwann ab, denn sie schien es zu genießen über sich selbst zu reden und ließ mich in der einen Stunde wo wir zusammenkamen kaum zu Wort kommen, das war also ein Schuss in den Ofen. Was mir geholfen hat war die lange Autofahrt, in der ich ganz ruhig ohne das mir eins der Kinder dazwischenquatschte ganz für mich war, laut Musik hören konnte und meine Seele baumeln lassen konnte, ohne an Haushalt, Kinder oder Mann zu denken. Es tat soooooooooo gut und ich merkte, das ich mir Ruhezeiten gönnen muss, die nur mir gehören, in denen mich niemand stört und ich auch nicht losflitzen muss um jemanden zur Hilfe zu eilen, sondern nur ICH bin wichtig. Es ist ein Lernprozess gewesen, der oft weh tat, aber Heilung schenkte. Nach und nach!
Oft beginnt eine Depression schon im Kindesalter / Teeniealter und unsere Hauptprotagonistin Ida erfährt dieses schon sehr früh. Sie ist eine Außenseiterin! Sie wird gemobbt und gemieden, dabei sind wir Menschen alle gleich und sehnen uns nach Liebe und Anerkennung. Ich litt mit Ida, deren Gefühlswelt sehr genau beschrieben wird und der ich mich das eine oder andere Mal wirklich wiederfinden konnte. Bevor ich hier jetzt ausschweife, bekommt ihr erst einmal die Details zum Buch präsentiert und dann geht es mit "Meiner Meinung" weiter!




  • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
  • Verlag: Goldmann
  • 16,99 Euro im Buchhandel
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442312841
  • ISBN-13: 978-3442312849



Zusammenfassung des Buches "Drüberleben von Kathrin Weßling:


Depressionen sind doch kein Grund, traurig zu sein!
Ida steht zum wiederholten Mal in ihrem Leben vor der Tür einer psychiatrischen Klinik, mit einem Zettel, auf dem ihr Name und der Grund für ihren Aufenthalt genannt sind. F 32.2. Schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome. »Drüberleben« erzählt von den Tagen nach diesem Tag, von den Nächten, in denen die Monster im Kopf und unter dem Bett wüten, den Momenten, in denen jeder Gedanke ein neuer Einschlag im Krisengebiet ist. Es erzählt von Gruppen, die merkwürdige Namen tragen, von Kaffee in ungesund großen Mengen, von Rückschlägen und kleinen Fortschritten, von Mitpatienten und von Therapeuten. Es ist die Geschichte einer jungen Frau, die sich zehn Wochen in eine Klinik begibt und dort lernt zu kämpfen. Gegen die Angst und gegen das Tiefdruckgebiet im Kopf.


Die Autorin:
Kathrin Weßling, 1985 in Ahaus geboren, lebt und atmet in Hamburg. Sie gewann bereits zahlreiche Poetry-Slams und war Protagonistin mehrerer Folgen der Sendung "Slam Tour mit Sarah Kuttner". Es folgten Publikationen in Magazinen wie uMag und jetzt.de. Derzeit arbeitet Kathrin Weßling als freie Texterin und Autorin.


Trailer zum Buch:


Leseprobe:
http://www.randomhouse.de/Buch/Drueberleben-Depressionen-sind-doch-kein-Grund-traurig-zu-sein/Kathrin-Wessling/e382210.rhd?mid=4&serviceAvailable=true&showpdf=false#tabbox


Und wer nun immer noch nicht genug Informationen bekommen hat, kann sich auch noch ein Interview mit der Autorin durchlesen:



 


Meine Meinung folgt jetzt! VORSICHT SPOILERGEFAHR!

Ich hatte mich vor meiner Bewerbung für die Leserunde schon ein klein wenig mit dem Buch beschäftigt, denn ein Buch über "Depressionen" zu lesen fand ich in etwa genauso herausfordernd wie ein Buch über "Depressionen" zu schreiben, denn es heißt, das ich mich damit auseinander setzen muss und nun ist die Frage: "Will ich das überhaupt". Ich hatte mich dafür entschieden und als das Buch dann kam (ich hatte es nämlich dann auch gewonnen!) war es zu spät, nun musste ich es lesen und es fiel mir um einiges leichter als ich es erwartet hatte, denn die Monster in Idas Kopf sind anders als meine eigenen, obwohl einiges mir doch sehr bekannt vorkam, aber das hatte ich in meiner Einleitung schon erwähnt.#

Kennt ihr diese Gedanken?

Nun ist aber mal gut!
Das schaffst du nicht!
Das kannst du nicht!
Du bist nichts wert!
Du bist Dreck!
Warum lebe ich?
Meiner Familie ging es besser, wenn es mich nicht geben würde!


Solche Gedanken habe ich leider, leider auch hin und wieder und dann muss ich einen Weg finden nicht abzustürzen, sondern versuchen mich soweit abzulenken, das die Monster in meinem Kopf keinen Raum finden um mich noch weiter zu quälen, d.h. ich muss mich ablenken oder mich ablenken lassen, indem ich eine gute Freundin anrufe oder vielleicht auch bügel und mir dabei einen Film anschaue, der mich auf andere Gedanken bringt. Lasse ich mich nicht ablenken, wird der Stein auf der Brust wieder so schwer, das ich kaum atmen kann. Ich will so nicht sein und will auch den Kindern nicht so eine Mutter sein, die immerzu traurig ist und nicht weiß warum. Das ich nicht weiß warum ist gelogen, aber ich bin jetzt schon sehr als persönlich, noch persönlicher möchte ich nicht werden, aber wie bei Ida ist der Grund in meiner Kindheit vergraben. Immer dann wenn ich Kontakt zu meinen Eltern hatte, bricht es hin und wieder doch aus und die Mauern die ich um mich gebaut habe zu meinem eigenen Schutz beginnen zu bröckeln. Da muss ich dann ansetzen und darf mich nicht in die Knie zwingen lassen. Vielleicht auf die Knie um zu beten, aber niemals in die Knie, denn vielleicht kommt dann doch der Zeitpunkt, wo ich nicht mehr aufstehen kann.

Ida ist depressiv und verkriecht sich, sondert sich ab, trinkt und verwahrlost seelisch und körperlich. Ida ist 24 und damit natürlich noch sehr, sehr jung. Eigentlich eine Zeit in der man vielleicht schon eine abgeschlossene Berufsausbildung hat, vielleicht auch schon einen Partner gefunden hat, Kinder bekommt und weiß, wo man im Leben steht. Ida schafft es nicht! Sie schafft es nicht mit beiden Beinen auf dem Boden zu stehen und sie ist allein! Mama, Papa und die Brüder verstehen sie nicht und sagen immer wieder: Nun ist aber mal gut! Außerdem ist es ihnen peinlich, das Ida sonderbar ist und daher besuchen sie sie auch nicht in der Klinik, denn dort ist alles so unheimlich und beängstigend! Ida hat also niemanden der ihr den Rücken stärkt. Es ist sehr, sehr traurig zu lesen, wie Ida versucht sich ihren Monstern zu stellen und dabei immer wieder auf die Nase fällt. "Depressionen" ist etwas was wir sehr ernst nehmen müssen. Es ist nichts, was wir müde belächeln dürfen ....... Wie man Hilfe leisten kann, weiß ich auch nicht, aber den Menschen verspotten und aufs Abstellgleis schieben ist ganz, ganz falsch, aber das tun die Menschen in Idas Umgebung, sie beachten Ida nicht, sehen ihre Kämpfe nicht, vielleicht wollen sie sie auch nicht sehen? Vielleicht macht es ja auch Angst, jemanden so zu sehen? Ida ist vielleicht auch ein klein wenig verrückt? Ich sehe ein Mädchen, welches vielleicht auf den ersten Blick sonderbar erscheint, aber auf dem zweiten sehe ich ein Mädchen, welches tief verletzt ist und niemanden hatte, dem sie ihre Ängste und Sorgen, ihre Trauer mitteilen konnte. In Idas Fall hätten Eltern und Geschwister schon dann reagieren müssen nachdem Julia ihre beste Freundin verstarb. Idas Trauer hätte ernst genommen werden müssen, damit Ida sich zu einer gesunden jungen Frau entwickeln hätte können. Vielleicht wäre dann tatsächlich einiges anders verlaufen?
Wir lernen Ida recht schnell kennen und lernen dabei auch die Monster in ihrem Kopf kennen. Wir lernen die Klinik kennen in die sie sich einweist. Lernen ihren Tagesablauf kennen und auch die Menschen mit denen sie sich Tag und Nacht umgibt. Unfreiwillig und Freiwillig. Alle Patienten haben mit Monstern zu kämpfen und versuchen ihr Leben irgendwie zu meistern. Mit Medikamenten, mit Ergotherapie, Gesprächsgruppen und so weiter. Mansche schaffen den Sprung vielleicht, aber manche sind so tief in ihren Sorgen + Ängsten verstrickt, das sie den Sprung raus aus der Depression vielleicht nie schaffen. Zu welcher Gruppierung gehört Ida? Ich rate euch dringend dieses Buch zu lesen, welches meiner Meinung nach definitiv keine leichte Kost ist, aber schonungslos und authentisch darüber berichtet, wie schnell wir uns selbst Monster schaffen können, die dann bleiben wollen und uns keine Chance geben sie zu besiegen. "Depressionen" gehen uns alle an, denn jede/n kann es treffen und wirklich umhauen! Es wird sicherlich nicht jede/r damit hausieren gehen, wenn es dich oder auch dich betreffen sollte, aber "Depressionen" ist nichts, was man beschönigen kann oder verheimlichen sollte. Vielleicht ist ja sogar dein bester Freund, deine Nachbarin, dein Arbeitskollege, vielleicht auch deine Schwester betroffen, dann hilft es ihr / ihm sicherlich nicht, wenn du es schönredest oder so blöde Bemerkungen kommen wie "Depressionen sind doch kein Grund, traurig zu sein!"  / "Nun ist aber langsam mal gut" / "Stell dich nicht so an!" oder andere Floskeln, die sicherlich wenig hilfreich sind für Betroffene. Denk mal darüber nach! 







Alle wichtigen Details zum Buch sind der Verlagsseite http://www.randomhouse.de entnommen!