Sonntag, 5. Januar 2014

Buchpost KW 1

Hallöchen,
da ich meine Bücherneuzugänge eine ganze Weile vernachlässigt habe, hatte ich mir vorgenommen im Jahr 2014 wieder regelmäßig zu posten. Vielleicht auch als kleiner Überblick für mich? In dieser Woche sind gleich 4 Bücher bei mir eingezogen, auf die ich mir wirklich ganz doll freue.


Zum einen ist es "Tanz auf Glas". Die liebe Lilli33 hat mich im Buchüberraschungsthread auf Lovelybooks.de mit dem Buch überrascht und gleich ein paar Taschentücher mit in den Brief gepackt, die ich sicherlich auch benötigen werde. Ich will dieses Buch unbedingt noch im Januar lesen, denn ich hatte es mir so sehr gewünscht und nun ist es endlich meins.





Außerdem konnte ich mir "Die Engelmacherin" von Camilla Läckberg ertauschen, worüber ich mich auch sehr gefreut habe. Natürlich musste dafür ein wirklich schönes Buch mein Buchregal verlassen, aber das kann ich sicherlich verkraften. "Sein letztes Opfer" darf ich für BloggdeinBuch lesen und es wird das erste Buch sein, welches ich für die Mira Taschenbuch Challenge 2014 lesen werde. "Noah" habe ich mir einfach mal gegönnt, weil ich Sebastian Fitzek noch eine Chance geben wollte. Es war eine sehr gute Entscheidung, denn "Noah ist für mich das bisher beste Buch des Autors, mit dem er mich wieder für sich gewinnen konnte. Meine Rezension findest du HIER! 

Ich freue mich auf ein tolles Lesejahr 2014 und auch wenn ich mir vorgenommen habe weniger zu lesen, vermute ich fast, das ich es nicht schaffen werde, denn wenn jetzt jede Woche so tolle Bücher bei mir einziehen werden, werde ich meine guten Vorsätze für 2014 schon im Januar brechen.


Alles Liebe,
Mel

*~* Sehr Authentisch *~*





Elefanten sieht man nicht




Heute stelle ich euch ein Buch vor, welches ich in einem Rutsch durchgelesen habe. 1. weil es nicht viele Seiten hat und 2. weil es mich und meine Gefühle so in Aufruhr gebracht hat, dass ich es nicht hätte zur Seite legen können. Es tut mir sehr leid, dass ich oft in meinen Rezensionen nicht die passenden Worte finde und oft über die emotionale Sicht berichte. 

Dieses Buch handelt von Nachbarn, die sich ihren Frieden nicht zerstören lassen wollen, ihre Grillpartys und Nachbarschaftsfeste in ihrer Siedlung, obwohl sie ganz genau wissen, daß in einer Familie in ihrer nächsten Nähe etwas ganz und gar nicht stimmt. Es muss erst ein 13 Jähriges Mädchen ihre Sommerferien bei ihren Großeltern verbringen und die Fäden in die Hand nehmen. Bevor ich jetzt schon gleich am Anfang zuviel vorwegnehme widme ich mich erst einmal den allgemeinen Details zu dem Buch und mache dann mit meiner Meinung weiter. Aber Vorsicht! Ich werde kein Blatt vor dem Mund nehmen und das Buch in alle Einzelteile auseinander nehmen. Wenn ihr es also noch lesen wollt, dann scrollt gerne bis zum Ende zu "Meine Meinung". 




Klappentext: 
"Max atmete ruhig und gleichmäßig, nur manchmal schnarchte er leise. Julia hatte sich zusammengerollt, aber nicht so, als hätte sie Angst, eher, als hätte sie nichts mehr zu befürchten, weil draußen jemand Wache hält. Und auf einmal kam mir der Gedanke, dass man Menschen beschützen kann. 

Ich drehte mich um und schlich zur Tür. Ich hörte den Gesang der Amseln und ein Autohupen in der Ferne, und ich hörte mein schlagendes Herz. 

Ich schloss die Tür. 

Drehte den Schlüssel zweimal herum. 

Und dann rannte ich." 

Irgendetwas ist seltsam an Julia und Max, das findet Mascha von der ersten Sekunde an. Und dann sieht sie, dass Julia überall blaue Flecke hat, richtig große. Als Mascha schließlich eines Tages auf der Suche nach den beiden vom Garten aus einen Blick in ihr Haus erhascht, ist ihr klar: Sie muss ihnen irgendwie helfen. Aber wie, wenn keiner der Erwachsenen ihr zuhören will? Mascha hat eine verhängnisvolle Idee - aber manchmal ist es besser, etwas Falsches zu tun, als gar nichts. 


Gebundene Ausgabe: 208 Seiten 
Verlag: Carlsen Verlag GmbH 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3551582467 
ISBN-13: 978-3551582461 
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre 
das Buch kostet im Buchhandel 14,90 Euro 



Das Cover zeigt ein blaues Haus, einen Schuppen und davor, ein Gerstenfeld. Das Haus ist für die Geschichte sehr, sehr wichtig und daher finde ich es sehr gut gewählt. Wenn man den Schutzumschlag abmacht, sieht man die blauen Planken der Holzhütte und das ist wirklich ganz genial gemacht. Schon das Buch ist sehr authentisch und auch die Geschichte die es erzählt könnte genauso passiert sein. In einer Siedlung mit wunderbaren Vorgärten und Männern, die regelmäßig den Rasen mähen. Wer will diese Idylle stören durch die Tatsache, daß es hier einen Fall von Kindesmisshandlung gibt? Könnte es auch in meinem Dorf geschehen? Würde ich wegsehen, um den Frieden nicht zu zerstören? Würde ich handeln? Und wieder schweife ich ab und mache daher mit der "Geschichte aus meiner Sicht" weiter. 



SPOILER!!!!!! 
Die Geschichte aus meiner Sicht erzählt: 
******************************** 

Mascha verbringt ihre Sommerferien bei ihren Großeltern, da ihr Vater arbeitet und selbst mit sich zu kämpfen hat. Maschas Mutter ist gestorben und wenn ich genauer lese, lenkt sich ihr Vater mit Arbeit ab um nicht ins Grübeln zu kommen. An manchen Tagen bleibt er liegen, weil er nicht die Kraft hat aufzustehen und dem neuen Tag ins Auge zu sehen. 

Mascha lernt Max und Julia auf dem Spielplatz kennen und es braucht einige Anläufe bis die Kinder ins Gespräch kommen und sich annähern. Max ist 7 und Julia ist 9, also ein klein wenig jünger als Mascha selbst, die immerhin schon 13 ist. Mascha ist in meinen Augen eine wirkliche Heldin, denn anders als die Erwachsenen schaut sie nicht weg, sondern sieht noch genauer hin, nachdem sie einiges beobachtet, was nicht mit rechten Dingen zugehen kann. Sie sieht auf Max Stirn eine klaffende Wunde, die durch seine langen Haare verdeckt werden. Sie sieht, dass Julias Bauch voller blauer Flecken ist und als sie die Kinder besuchen will, sieht sie durchs Fenster, wie Max quer durchs Zimmer geworfen wird. Auf ihr Klingeln an der Tür wird nicht reagiert und da sie Schreie hört, sieht sie durch das Fenster und dann fängt sie an zu rennen. 

Sie sucht das Gespräch mit ihrer Großmutter und ihrem Vater per Handy, aber alle wimmeln sie ab und sagen ihr, daß bitte alles so bleiben soll wie es ist und Mascha sich nicht einmischen soll. 

Mascha mischt sich aber ein, nachdem sie sieht, wie Max mit einem unsichtbaren Gegner kämpft der Pablo heißt. Diese Szene auf dem Spielplatz hat mich so sehr bewegt, dass ich geweint habe. Diese beiden Kinder sind so bildlich beschrieben, ihr Leid so ausgeprägt, dass es mir sehr nah ging. Die Medien sind voll von Berichten von Kindern, die dies täglich ertragen müssen. Die Dunkelziffer ist noch höher, denn niemand weiß, was sich wirklich hinter geschlossenen Türen abspielt. Sehen wir weiterhin weg? Geht uns das alles nichts an? Wollen wir nicht sehen oder sehen wir wirklich nichts? Mascha sieht aber genau hin und fasst einen Plan. 

Nun kommt das blaue Haus, welches wir auf dem Cover bewundern dürfen zum Tragen, denn es ist der Ort indem Max und Julia ein paar Tage verbringen (müssen), denn sie werden von Mascha quasi zu ihrem eigenen Schutz entführt. Mascha hat das Haus geputzt und schön gemacht, aber eigentlich für sich als Rückzugsmöglichkeit. Nun wird es das Zuhause von Max und Julia. Natürlich ist es eine kopflose Handlung, aber was soll ein 13 Jähriges Mädchen tun, wenn ihr nicht zugehört wird? Ich fand es ehrlich gesagt auch schwachsinnig, aber es hat auch etwas sehr, sehr Gutes, denn nachdem die Kinder gefunden werden, werden sie genau untersucht und die vielen Verletzungen, alten Brüche werfen viele Fragen auf. 

Auch hier war ich wieder den Tränen nah, denn Max muss sich waschen, da er ins Bett gemacht hat und Mascha sieht dadurch das ganze Ausmass der Verletzungen an ihm. Ganz, ganz schlimm und für mich als Mutter, die immer ihre Kinder auch vor Augen hat, bricht mir fast das Herz. Dieses Buch ist vielleicht Fiktion, aber jeden Tag werden Kinder grausam gequält, missbraucht oder geschlagen und niemand schaut hin oder will es vielleicht auch nicht sehen. Die Leidtragenden sind dann immer die Kinder, die mit Lügen wie z.B "Du kommst ins Heim" oder "Wenn du etwas verrätst, dann stirbt deine Mutter!" am Reden gehindert werden. Diese Lügen bringen Kinder zum Schweigen und auch hier in dieser Geschichte frage ich mich, haben die Lehrer nichts gemerkt? Ein Kind was so schwer misshandelt wird, ist doch schon auffällig in seinem Gang, da alles schmerzt, oder? Sind wir so blind, dass wir das was nicht passt einfach ausblenden? Klar, ein Gang zum Jugendamt ist schwer, aber ich sage mir, lieber einmal zu viel als zu wenig oder sehen die Sozialarbeiter auch nur das freundliche Lächeln des Herrn Brandner, dem Authausbesitzer? Hochgeachtet in der Siedlung? 

Später nachdem alles vorbei ist und Mascha endlich ihr Schweigen bricht, kommen auch einige andere aus ihrem Schneckenhaus und offenbaren das, was sie gesehen und gehört haben. Warum haben sie solange gewartet? Warum wurden sie mundtot gemacht? Maschas Oma ist das alles ganz peinlich und sie zieht sich zurück und kommt nicht mehr aus dem Haus, aber nicht, weil Mascha den Stein ins Rollen gebracht hat, sondern weil sie Angst hat vor dem Gerede der Leute. Ist das nicht zum Kotzen? Die heile Welt bewahren, obwohl ein paar Häuser weiter zwei Kindern Schlimmes geschieht? 

Das Ende ist im Prinzip offen und ich wünsche mir, dass Frau Brandner den Mut findet ihren Mann zu verlassen und mit ihren Kindern neu anzufangen. Vergessen werden sie nie, aber vielleicht wird es irgendwann leichter mit den inneren seelischen und den äußeren Verletzungen zu leben. 
Ich finde es sehr gut, daß Maschas Opa zu guter Letzt doch zu Mascha hält und nicht immer kapituliert vor dem was seine Frau möchte, dass "Dunkle" nicht in die Siedlung lassen, sondern zu kämpfen, gegen das was Unrecht ist. 


Ein paar Worte zu "Leonard Cohen" der in diesem Buch eine große Rolle spielt, denn seine Musik ist ein großer Faktor in Maschas Leben, denn durch seine Musik kommt sie ihrem Vater immer ein großes Stück näher. http://www.youtube.com/watch?v=RLq7Aqd_H7g Hin und wieder sind einige Textzeilen eingefügt und zeigen auf, daß Musik unsere Seele beruhigen kann und uns Halt geben kann. Für Julia wird es ebenso wichtig, denn daheim darf sie keine Musik hören, aber im blauen Haus gibt es ihr Kraft und Halt, denn natürlich ist auch für sie die Situation beängstigend, denn sie versteht natürlich nicht, warum Julia sie einsperrt. 

Die Elefantenfrage im Titel ("Elefanten sieht man nicht!") habe ich für mich noch nicht ganz klären können, obwohl sie im Buch einige Male vorkommen. 
Elefanten legen sich zum Sterben hin an einem abgelegenen Ort - weitab von der Herde 
(so tut es Max im Keller, aber nachdem er alle Vorräte aufgebraucht hat, steht er wieder auf!) 

Die Kinder auf dem Spielplatz nennen Max Elefantenbaby, denn er ist etwas fülliger. Fülliger vielleicht daher, weil Essen ihn ablenkt und seinen Schmerz befriedigt? 

Opa erklärt Mascha, dass Elefanten sich in Sumpfgebiete zurückziehen, weil sie im Alter nicht mehr so gut kauen können und dort die Pflanzen weicher sind 

Eine andere Frage die sich mir stellt ist vielleicht, dass wir diejenigen sind, die Elefanten nicht sehen wollen, obwohl sie groß und mächtig sind und eigentlich nicht zu übersehen. Vielleicht sind es die Nachbarn die lieber wegschauen, obwohl es offensichtlich war, dass Max und Julia misshandelt wurden? 

Wenn ich dieses Rätsel gelöst habe, dann füge ich es nachher noch ein! 


Meine Meinung: 
************ 

Dieses Buch verfügt zwar nur über 208 Seiten, aber diese sind vollgepackt voller Emotionen, die mich wirklich berühren und bewegen. Wer hier nicht ins Nachdenken kommt, hat in meinen Augen ein Herz aus Stein. Ich saß oft mit Pipi in den Augen vor den aufgeschlagenen Seiten und zwischendurch kullerten mir auch die Tränen. Ich weiß nicht, ob ich dieses Buch meiner übermorgen 14. Jährigen Tochter in die Hände geben sollte, denn ich sehe die Gefahr, dass es sie überfordern würde. Es ist schon sehr grausam zu lesen, wie sehr die Kinder Max und Julia verletzt sind und wie tief ihre Ängste sitzen. Ein Vater, der Mutter und Kinder schlägt um seinen Frust abzubauen? Entsetzlich! Ich denke die Fliege an der Wand ist dann das was ihn jeden Tag ausrasten lässt. Ist die Fliege diejenige, die die Ursache ist, daß Max eben an diese geworfen wird? Wie kann jemand vor der Gesellschaft ein anderes Gesicht zeigen als zuhause? Für mich ist das unfassbar, aber noch schlimmer sind für mich diejenigen, die Gewalt vermuten, aber schweigen. Aus diesem Grund werde ich das Buch sicher verwahren und meinem Kind dann zu Lesen geben, wenn ich meine, dass sie es verarbeiten kann. 

Mascha die Hauptprotagonistin des Buches, hauptsächlich wird auch in der ICH - Form geschrieben, ist meiner Meinung nach ein echt toughes Mädchen und ich finde es super, daß gerade sie mit 13 Jahren, diejenige ist, die allen Widerständen zum Trotz handelt und einen echten Stein ins Rollen bringt. Klar, völlig unüberlegt, aber dabei nur das Beste im Sinn, daher ist sei mir sympathisch und ich würde mir mehr Teens wünschen, die für andere einstehen möchten und dabei handeln ohne Nachzudenken. Manchmal ist ein Handeln aus dem Bauch heraus nicht schlecht, wir man hier nachlesen kann. Mit Mascha hat Susan Kreller eine Person geschaffen vor der ich wirklich großen Respekt habe. 

Für die Autorin ist es ihr Debüt und ich muss sagen ihr erstes Werk ist ihr großartig gelungen. Ein solch schweres Thema (ein echtes Tabuthema meiner Meinung nach!) so zu verfassen, mit viel Liebe und den richtigen Worten zum Nachdenken anzuregen ist eine Kunst, wie ich finde. Das Buch empfehle ich natürlich gerne weiter. Auch wenn es mich entsetzt hat, muss ich sagen es wirkt noch immer nach. Ich habe einen echten Stein im Magen, so sehr fühle ich mich betroffen. 

Der Schreibstil ist natürlich der Zielgruppe angemessen. Die Schrift ist recht groß, sodass Jugendliche / Kinder das Buch auch zur Hand nehmen würden. Ich muss sagen, ich würde es auch als Schullektüre sehr gut finden. 



Und noch ganz WICHTIG! 
******************** 

Da es hier um meine Meinung geht und über meine Gefühle, die das Buch in mir hinterlässt möchte ich euch bitten, diese nicht zu zerreden, sondern einfach so stehen zu lassen. Leider kann ich die Situation in dieser Welt nicht verändern, da ich wirklich nicht durchs Schlüsselloch schauen kann, aber ich möchte doch eine derjenigen sein, die hinsehen und nicht wegschauen, wenn ich jemals in diese Situation kommen sollte. Keine Grillparty, kein Kaffeklatsch sollte mir mehr bedeuten als das Wohl zweier Kinder, die sich nicht wehren können! 

Kindesmisshandlung - immer noch ein Tabuthema in unserer Gesellschaft! 


Ich wünsche euch alles, alles Gute! 
Ganz liebe Grüße, 
Mel

Samstag, 4. Januar 2014

Fitzek in Höchstform




Sebastian Fitzek

Noah

Thriller 

Er weiß nicht, wie er heißt. Er hat keine Ahnung, wo er herkommt. Er kann sich nicht erinnern, wie er nach Berlin kam, und seit wann er hier auf der Straße lebt. Die Obdachlosen, mit denen er umherzieht, nennen ihn Noah, weil dieser Name tätowiert auf der Innenseite seiner Handfläche steht. Noahs Suche nach seiner Herkunft wird zu einer Tour de force. Für ihn und die gesamte Menschheit. Denn er ist das wesentliche Element in einer Verschwörung, die das Leben aller Menschen auf dem Planeten gefährdet und schon zehntausende Opfer gefunden hat.



Bastei Lübbe
Hardcover, 559 Seiten 
19.99 Euro
ISBN: 978-3-7857-2482-8



LESEPROBE!


Mehr Infos zu "Noah"? Klick!



"Noah" von Sebastian Fitzek - ein echtes Must Read für mich und so kaufte ich mir das Buch fast direkt nach Erscheinen im Buchhandel. Ein sehr weiser Entschluss, denn auch wenn mich die letzten Bücher des Autors nicht wirklich begeistern konnten, tendiert "Noah" dazu mein absoluter Lieblingsfitzek zu werden. Um "Der Augensammler / Der Augenjäger" zu toppen braucht es eine Menge Potential und in "Noah" beweist Sebastian Fitzek das er auch ganz anders kann. Ich habe mich mitunter regelrecht gefürchtet, da die Story auf keinen Fall abwegig erscheint, sondern sich ebenso abspielen könnte. Ist dies nicht mehr als beängstigend? Ein kleines Dankeschön möchte ich dem Autor an dieser Stelle aussprechen und zwar betrifft dies die Protagonistin Caroline. Vor 50 und mehr Jahren gab es kein Ultraschall, keine Nackenfaltenmessung und diverse andere Tests und jedes Kind hatte das Recht zu leben und wurde von seinen Eltern geliebt und angenommen, so wie es eben kam. Heute kann sich jede Frau gegen ein Kind entscheiden und daher fand ich den Schluss sehr angenehm, denn er entspringt genau meiner Gesinnung, denn auch ich hätte mich ebenso wie Caroline entschieden. Dieses hat mich zutiefst bewegt und mich über einiges andere hinweggetröstet. Natürlich waren auch die anderen Wahrheiten betreffend den Slums für mich kaum zu ertragen. Ich litt zutiefst und hätte mir einen anderen Ausgang für die kleine Familie, die immer wieder erwähnt wird, gewünscht.
"Noah" ist als Politthriller (korrigiert mich hier bitte, wenn ich falsch liege) einzuordnen und eigentlich sind das eher Thriller die ich meide, da sie für mich mitunter doch schwer zu lesen sind. "Noah" allerdings ging mir ab der ersten Seite direkt unter die Haut. Was habe ich gebangt und gezittert und auch wenn es nicht unbedingt ein Happy End gibt, ist der Spannungsbogen mitunter so hoch, das ich es fast nicht ertragen konnte weiterzulesen. "Noah" ist ein echter Thriller, der seine Leser gefangen nimmt und uns indirekt auch unsere Oberflächlichkeit unserer Umwelt gegenüber geraderückt. Ich habe mich mitunter wirklich geschämt.

Mehr gibt es nicht zu sagen, von meiner Seite aus und zwar einfach deshalb, weil sich "Noah" zu lesen lohnt. Weiter auf die wirklich beeindruckende Story einzugehen, würde bedeuten die Story auszuschlachten und das möchte ich dringend vermeiden um euch die Gelegenheit zu geben euch "Noah" selbst zu widmen und hinterher davon überzeugt zu sein, das sich Sebastian Fitzek wieder einmal selbst übertroffen hat.

Absolute Leseempfehlung!





"Bin ich meines Bruders Hüter?"



Du.Sollst.Nicht.Morden

Die härtesten Kriminalfälle der Bibel

12 packende biblische Kriminalfälle, von renommierten AutorInnen übertragen in die heutige Zeit - 
Spannung bis zur letzten Seite ist garantiert.


Kein Buch der Welt deckt so ungeschönt menschliche Schattenseiten auf wie die Bibel: Da ermordet ein Bruder aus Neid den anderen, ein König tötet seinen Nachbarn, weil er scharf auf dessen Frau ist, und der nächste tötet, weil ihn die Gier nach dem Nachbarsgrundstück verzehrt Die Anthologie "Du.Sollst.Nicht.Morden" versammelt 12 Kriminalfälle der Bibel und versetzt sie - mehr oder weniger eng am Original bleibend - in die Gegenwart: Da werden Könige zu Abteilungsleitern, Weinbergbesitzer zu Hotelerben oder Maria wird zur Hartz IV-Empfängerin.



  • Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
  • Verlag: Brendow 
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3865065287
  • ISBN-13: 978-3865065285
  • 12,95 Euro





Die Bibel ist randvoll von Storys über Mörder, Betrügern und Lügnern. Sie in die heutige Zeit zu übertragen fand ich spannend, denn letztendlich verändert sich der Mensch nicht und ist seit 2000 und mehr Jahren immer noch so selbstsüchtig wie vor vergangener Zeit.  Vielleicht bewarb ich mich gerade deshalb um ein Leseexemplar auf Lovelybooks.de ? Natürlich hatte ich mich zuvor im Internet durch einige Rezensionen gelesen, bevor mein Entschluss feststand das Buch "Du sollst nicht morden" lesen zu wollen. Leider konnte mich das Buch nicht vollends überzeugen, denn ich hatte meine Erwartungshaltung wahrscheinlich viel zu hoch geschraubt.

Die 12 Storys die wir im Buch finden sind kurz und knackig. Manche berührten mich zutiefst und brachten mich ins Grübeln. Wieder andere habe ich der Bibelstelle nicht wirklich zuordnen können und empfand sie als eher unpassend und oberflächlich. Es geht um Mord, Totschlag, Eifersucht, Lügen, Kinderpornographie, Misshandlungen, Selbstjustiz und vieles, vieles mehr. Dinge, die es auch heute noch genauso gibt. In manchen Dingen muss ich mich leider wiederfinden. In anderen Dingen fühlte ich mich nicht angesprochen.

"Bin ich meines Bruders Hüter?" So antwortet Kain auf die Nachfrage Gottes nach seinem Bruder Abel, den er zuvor aus Eifersucht erschlagen hat (zu finden in 4.Mose) Zu den Storys im Buch finden wir im anhand die zugehörige Geschichte aus der Bibel mit angegebener Textstelle. Besser gefallen hätte mir hier allerdings, wenn die Bibelstelle gleich am Anfang der Story oder auch am Ende gestanden hätte, welches mir erstens das Blättern erspart hätte und zweitens war die Geschichte der Bibel nicht immer gleich ersichtlich.

Im Großen und Ganzen fand ich "Du sollst nicht morden" nett, aber leider nicht herausragen. Ich hatte durch den Untertitel "Die härtesten Kriminalfälle der Bibel"  viel mehr Spannung und Nervenkitzel erwartet. Viele der kurzen Storys hatten jede Menge Potential, die meiner Meiner Meinung nach leider nicht voll ausgeschöpft worden sind. Mir fehlte echter Tiefgang und auch wenn es etwa 3 Storys gab, die mich berühren und bewegen konnten, ist das doch ein echt ein eher schwaches Gesamtergebnis.

Daher eher eine eingeschränkte Leseempfehlung von mir!

Freitag, 3. Januar 2014

Es ist Zeit zum Pflanzen und Säen!




Sven Nordqvist

Aufruhr im Gemüsebeet



Text von Sven Nordqvist
Mit farbigen Bildern von Sven Nordqvist
Aus dem Schwedischen von Angelika Kutsch

Es war ein Tag wie im Bilderbuch. In allen Büschen sangen die Vögel, das Gras wuchs und die ganze Luft war so voll von Frühling, dass der alte Pettersson und sein Kater endlich ihren Gemüsegarten bestellen konnten. Der Alte grub und harkte und säte, während Findus, der Gemüse nicht ausstehen konnte, Fleischklößchen pflanzte; das heißt, wenn er nicht gerade herumflitzte und Käfer erschreckte. Alles war wie jedes Jahr - bis ein Haufen wild gewordener Hühner, ein Schwein und sechs Rindviecher für Aufruhr im Gemüsebeet sorgten ...

www.pettersson-und-findus.de
www.facebook.com/petterssonfindus

Gebundene Ausgabe: 28 Seiten 
Verlag: Oetinger Verlag
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 9783789169021 
12,99 Euro

VORSICHT SPOILER! Die Story kurz nacherzählt!
Pettersson und Findus nehmen uns mit auf eine kleine Reise in den Frühling, wo die Sonne scheint, die Vögel zwitschern und es einfach die Zeit ist um im Gemüsebeet zu arbeiten und Gemüse anzupflanten. Findus dem es bisher noch alles unheimlich und unbekannt ist, stellt viele Fragen und ist überhaupt recht zappelig und unzufrieden, denn wenn es nach ihm ginge, bräuchten sie keine Kartoffeln oder Möhren, sondern würden im Garten nur Frikadellen anpflanzen. Er lässt sich auch nicht beirren und flitzt gleich los um ein Fleischklösschen aus dem Haus zu holen. Pettersson gräbt und harkt indessen den Boden um und sät schon mal einige Samen aus für Erbsen, Möhren, Zwiebeln und Bohnen. Der Kater pflanzt sein Fleischklößchen ein und schaut immer wieder nach von Zeit zu Zeit, ob es schon anfängt zu wachsen. 

Sie sind fast fertig, als die verrückte Hühnerschar sich im Gemüsebeet breitmacht und anfängt zu wühlen und zu scharren auf der Suche nach Regenwürmern. Sie wieder einzufangen ist garnicht so einfach, denn sie wollen sich ihre Leckerbissen natürlich nicht entgehen lassen. Leider holen sie durch ihr Scharren im frisch ausgesäten Beet den ganzen Samen wieder heraus. Die Hühner lassen sich nicht durch Sonneblumensamen locken, sondern nur durch das Versprechen, ihnen selbst ein Stück Land umzugraben, wo sie dann dort nach Würmern suchen können. 

Als die Hühner endlich eingesperrt sind, da Findus sie reingelegt hat mit einem schrillen Ruf: "Der Fuchs kommt!" Findus ist nämlich echt stinkig, weil die Hühner auch seine Frikadelle gefressen haben, auch wenn sie es abstreiten. Nun sind sie aber erstmal aus der Schussweite und Pettersson und Findus begeben sich wieder ins Gemüsebeet um erneut den Samen auszusäen. 

Die Hühner haben das Beet wirklich sehr verwüstet und Pettersson fängt wieder von vorne an. Umgraben, harken und aussäen. Er schwitzt und keucht, aber endlich ist es geschafft und nun wird alles beschrifet und gegossen. 
Am frühen Morgen weckt Findus Pettersson ganz erbost, denn das Fleischklößchen ist schon wieder verschwunden und auch die Kartoffeln sind nicht mehr in ihren Löchern. Da die Hühner sich irgendwie befreit haben, sind sie natürlich als erste im Verdacht, aber sie flitzen gleich zurück in den Stall als sie Pettersson sehen. 

Alles Abstreiten hilft nicht, denn irgendjemand oder irgendwas muss sich ja am Gemüsebeet zu schaffen gemacht haben und wenn es nicht die Hühner waren? Wer dann? Zusammen mit den Hühner machen sich der Kater und Pettersson auf um das Gemüsebeet zu begutachten. Ratlos hält Pettersson eine angebissen Kartoffel in der Hand und gemeinsam überlegen sei, wer denn diesen Biss in der Kartoffel hinterlassen hat. Eine Kuh? Ein Elch? Eine Ziege? Vielleicht ein Frosch oder doch Gustavsson? Als Pettersson schon anfangen will, den Täter zu entlarven hören sie ein lautes Oiiiiiiink, Oiiiiiiiink von der Wiese her. 

Es ist Gustavsson mit seinem Schwein. Das Schwein ist heute Nacht ausgebüchst und hat seine Spuren hinterlassen. Gustavsson hat es im Kartoffelacker von Frau Andersson gefunden. Die Saatkartoffeln udn Samen will er Pettersson natürlich ersetzen, aber die ganze Arbeit von gestern war umsonst und Pettersson sieht wirklich verzweifelt aus. Die Hühner weigern sich, sich wieder einsperren zu lassen und es entbrannt ein richtig kleiner Streit. Sie wollen auch nicht in den Stall, falls ein Fuchs kommt. Nein, Nein, sie wollen die ganze Nacht draußen bleiben. 

Pettersson pflanzt erneut seine Kartoffeln mit großer Hoffnung, daß diesmal alles gut geht. Findus bekommt die Aufgabe auf die Hühner aufzupassen und ganz laut mit dem Milcheimer zu scheppern, wenn der Fuchs kommen würde. Denn er kann ja des Nachts gut sehen. Pettersson hilft Findus ins Baumhaus und reicht ihm eine Lampe herauf. Eine Schnur vom Baumhaus bis ins Schlafzimmer bindet sich Pettersson noch an den Zeh, damit er auch wirklich mitbekommt, wenn sich irgendwas im Gemüsebeet bewegt oder der Fuchs die Hühner holen will. 

Findus sitzt im Baumhaus und späht hinaus. Es ist so langweilig, daß er tatsächlich einschläft und ganz wild träumt von scheppernden Milcheimern und Füchsen die die Hühner holen. 

Mit einem Ruck wird Findus wach, der Tag ist schon angebrochen und schlägt sofort Radau! "Schepper, schepper, schepper! PETTERSSON WACH AUF! Die zertrampeln mein Fleischklösschen!" Pettersson fliegt fast zum Fenster raus vor lauter Schreck mit weitaufgerissenen Augen und weit geöffneten Mund. 

Nicht schon wieder! Könnt ihr euch vorstellen, was nun schon wieder im Gemüsebeet los ist? 
Eine Herde Kühe trampeln durch die frisch ausgesäten Kartoffeln und Pettersson im Nachthemd und Besen mittendrin. Alleine schaffen sie es nicht die Kühe aus dem Gemüsebeet zu treiben und erst wolen sie Andersson holen, da es seine Kühe sind, aber dann kommt ihm eine Idee. 

Als wandernde Tüte treibt Findus die Kühe wieder auf die Weide zurück wo sie hingehören. Mithilfe der Hühner und der Neugier der Kühe haben sie es geschafft, die Kühe wegzutreiben. Pettersson repariert den Zaun der Weide und die Kühe gucken recht dumm, denn das Geheimnis der wandelnden Tüte, die sich Findus einfach über den Kopf gezogen hat, haben sie nicht begriffen, denn sie sind ja einfach nur dumme Kühe. 
Nun will Pettersson erstmal nochmal schlafen gehen und dann den Garten wieder in Ordnung bringen. Findus reicht es aus, sein Fleischklösschen erneut zu pflanzen und dafür reicht ihm diesmal auch ein Blumentopf. Soviel Gemüse kann ja auch nicht gesund sein, oder? 



Meine Meinung: 

 Ich gestehe, daß mich Pettersson und Findus immer wieder neu begeistert. Die Geschichten sind wirklich ideal für Kinder und ich lese sie wirklich sehr gerne vor und Minimaus hängt wie gebannt an meinen Lippen. Der kleine freche Kater und der alte Mann erleben immer wieder neue Abenteuer. Hier wollen sie einfach nur Gemüse pflanzen bzw. eine Frikadelle und immer wieder wird ihnen Steine in den Weg gelegt. Was ich hier echt bewundere ist die Ruhe die Pettersson ausströmt. Immer und immer wieder fängt er von vorne an und harkt, gräbt um, sät aus und gießt die ausgesäte Saat. Ich wäre schon längst ausgeflippt und hätte Kartoffeln, Kartoffeln sein lassen. Ist schon irgendwie gemein und bissel tut Pettersson mir auch leid. Erst die Hühner auf der Suche nach Würmern, dann das Schwein, welches alle Kartoffeln ausgräbt und dann noch die Kühe, die alles zertrampeln. Wir hatten ein Jahr als uns Rehe alle neu eingesetzten Pflanzen des Nachts ausgebuddelt haben, das war echt ärgerlich, aber nicht zu ändern. Ich habe allerdings auch immer wieder enu bepflanzt mit der großen Hoffnung, daß diesmal alles gutgeht! 
Natürlich ist die Geschichte im Buch ausgeschmückter als von mir beschrieben, aber ich wollte euch ja auch nur eine kurze Darstellung der Geschichte liefern und nicht das komplette Buch abzutippen. 
Hier eine richtig schöne Geschichte, die ideal zum Wetter und der Jahreszeit passt, denn viele sind bei strahlenden Sonnenschein im Garten anzutreffen um zu pflanzen und zu säen. Ich hoffe nicht, daß ihr auch alle ein solches Abenteuer erleben müsst und wünsche euch, daß alle eure Pflanzen gut gedeihen und angehen, damit ihr eure Blumen und Blütenpracht bald richtig genießen könnt. 
Die Bilder sind wie in allen Büchern sehr liebenswert und zwischendurch sind auch einige Aktionen auf einem Bild zu sehen, z.B Pettersson beim Graben, harken, einsäen auf Knien und Findus dann am wässern. 
Die Muggla fehlen natürlich auch nicht, aber wie ihr schon wisst, kann nur Findus sie sehen. Wir natürlich auch, denn wir sind ja die Leser des Buches ;o) Die Muggla sind wirklich eine nette und pfiffige Idee, die das Buch noch interessanter gestalten, da sie einfach putzig sind und die Geschichte noch mehr aufpeppen. Ein sprechender Kater, Muggla und sprechende Hühner gibt es nur bei Pettersson und macht das Buch daher noch lesenwerter. 

Ganz viel Charme und Witz begegnen uns auch in diesem Buch, daher von mir eine echte Lese- und Kaufempfehlung!


Wer Pettersson und Findus nicht kennt, hat echt was verpennt! ☺

Donnerstag, 2. Januar 2014

* ~ * ELMAR * ~ *



Elmar



Ein Elefant, der eine Hautfarbe hat, die wie eine Patchworkdecke aussieht, das ist Elmar. Alle Elefanten, alle Tiere des Urwaldes kennen Elmar, und wenn er auftaucht, dann ist es meist lustig. 



Gebundene Ausgabe: 32 Seiten 
Verlag: Thienemann Verlag 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3522432029 
ISBN-13: 978-3522432023 
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 36 Monate - 6 Jahre 
12,95 Euro

weitere Ausgaben verfügbar


Heute stelle ich euch ein wirklich ungewöhnliches Buch vor und zwar geht es um einen Elefanten, der wirklich außergewöhnlich ist und dadurch auffällt, da er nicht grau ist wie alle anderen Elefanten, sondern bunt. Wir haben uns das Buch aus der Bücherei hier im Ort ausgeliehen und da es einfach ganz bezaubernd ist, ist es heute an der Zeit es bekannter zu machen. 

Auf der ersten Seite begegnen uns dicke, dünne, große, kleine, alte und junge Elefanten. Sie sind schon verschieden, alle glücklich und allesamt elefantenfarben, also grau, mal heller und mal dunkler. Wir blättern weiter und wir sehen Elmar. Er ist nicht typisch elefantenfarbend, sondern kariert in gelb, rot, orange, rosa, lila, blau, grün, schwarz und weiß. 
Elmar ist ein ganz lustiger Geselle und wo er ist, gibt es immer etwas zu lachen. Elmar denkt sich immer neue Späße aus und daher spielen alle Elefanten gerne mit ihm oder er mit ihnen. 
Elmar ist aber auch sehr nachdenklich und eines abends als er nicht schlafen konnte, hat er einfach keine Lust mehr anders zu sein, denn karierte Elefanten gibt es doch eigentlich gar nicht, oder? Also schleicht sich Elmar davon. 
Er lief durch den Dschungel und traf allerhand Tiere, die ihn alle mit: "Guten Morgen, Elmar!" gegrüssten. 
Elmar lief weiter und weiter bis er an einen Busch kam und dort fand, nachdem er gesucht hatte, einen Busch voller elefantenfarbener Beeren. Elmar ergreift den Busch und schüttelt ihn, damit die Beeren auf den Boden prasseln. 
Elmar wälzt sich in den Beeren auf den Boden und reibt seinen Körper mit den Beeren ein, damit er komplett elefantenfarbend ist und nicht mehr kariert in Orange, Rot, Gelb oder Weiß. Nun sieht Elmar genauso aus, wie alle anderen Elefanten. 
Nachdem er seinen Vorsatz durchgeführt hat, geht er denselben Weg zurück, den er gekommen ist und die Tiere, die ihn vorher mit seinem Namen begrüsst haben, sagen nun zu ihm: "Guten Morgen Elefant!" und Elmar grüßt lächelnd zurück. Mehr als zufrieden, daß er nicht erkannt worden ist. 
Als er wieder bei seiner Herde ankommt, die gerade ihren Mittagsschlaf hält, stellt er sich einfach dazu uns wenn er nicht die Augen auf hätte, würden wir ihn unter all den anderen grauen und elfantenfarbenen Elefanten nicht erkennen, denn Elmar sieht nun aus wie alle anderen Elefanten. 
Nach einer Weile wird Elmar unruhig. Irgendwas ist anders. Uiiiii, eine Regenwolke verdunkelt den Himmel. 
Die anderen Elefanten stehen ganz still und ruhig da. Elmar hat sie noch nie so still un druhig stehen sehen. Je länger er sich umsah umso komischer fand der die Situation und er kann einfach nicht mehr an sich halten und hebt den Rüssel und brüllte los, so laut er konnte. 
Buuuuuuuuuuuuuhhhhhhhhhhhhh! 
Die Elefanten fahren um vor Schreck und purzeln alle durcheinander. "Was ist denn hier los?" und sie sehen Elmar, der sich vor Lachen nicht mehr halten kann. 
Natürlich kann das nur Elmar sein und alle lachen los - ein donnerndes Elefantengelächter. Sie lachen so laut, daß sich die Regenwolke zusammenzieht. Ein gewaltiger Regen raucht herunter und wäscht Elmers Farbe herunter und zum Vorschein kommt wieder der Elmar den alle lieben und schätzen. Ein alter Elefant meint, daß Elmar die Elefanten schon oft am Rüssel herumgeführt hat, aber dies wirklich Spitze war und deshalb führen die Elefanten nun einen Elmar - Tag ein. Dort wird dann gefeiert und alle Elefanten verkleiden sich und nur Elmar wird elefantenfarbend sein. 
Uns so wird es gemacht. 1x im Jahr verkleiden sich alle Elefanten und wenn du einen Elefanten entdeckst, der ganz normal aussieht, dann ist es Elmar! 
ENDE! 



Ich denke, daß jeder von uns Zeiten hat / hatte, wo er gerne in klein wenig anders wäre. Vielleicht findest du deine Nase zu groß oder du hast abstehende Ohren oder vielleicht auch Cellulitis an den Oberschenkeln, oder du bist ganz einfach anders als die anderen und würdest einfach mal anders sein? Dann nimm es doch einfach mit Humor und sehe es so wie Elmar und mache dir einen Spaß daraus. Das du einzigartig bist und genauso gewollt wie du bist und einmalig, Dich gibt es wirklich genauso nur einmal, mit all deinen Ecken und Kanten. Wenn wir lernen uns so zu sehen wie wir sind und wie uns die anderen sehen, werden wir wirklich liebenswert. Wer nur verbissen darum kämpft sich von der Masse abzuheben, verliert vielleicht das Leben wie es sein könnte aus sen Augen, daher mag ich dieses Buch, denn Elmar ist wirklich liebenswert anders. 

Für Kinder gerade daher wertvoll, weil es anzeigt, daß auch in einer Elefantenherde, die Elefanten zwar alle grau sind, aber sich dennoch unterscheiden, genau wie wir Menschen. Wir sollten nie die Freude am Leben verlieren, sondern das Leben so lieben lernen wie es ist, auch wenn wir anders sind. 

Eine echte Lesempfehlung daher von mir! 
Viele Grüße, 
Mel 

Mittwoch, 1. Januar 2014

Ein Geheimnis kann Freundschaften zerstören!



Töchter des Schweigens

ROMAN




Produktinformation: 
Gebundene Ausgabe: 432 Seiten 
Pendo Verlag 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 3866122667 
ISBN-13: 978-3866122666 
Originaltitel: Las largas sombras 

auch als TB erhältlich!


Die Autorin: 
Elia Barceló, geboren 1957 in Elda bei Alicante, lebt seit vielen Jahren in Innsbruck, wo sie an der Universität spanische Literatur unterrichtet. Sie ist mit einem Österreicher verheiratet und hat zwei Kinder. Zuletzt erschienen von ihr »Das Geheimnis des Goldschmieds«, »Das Rätsel der Masken« sowie »Die Stimmen der Vergangenheit«. 



LESEPROBE!


"Freundschaft verbindet - und kann zur tödlichen Bedrängnis werden. Margarita, Ana, Magdalena, Teresa, Carmen, Candela und Soledad: Sie haben ihre Kindheit zusammen verbracht, gemeinsam die Liebe entdeckt, Pläne geschmiedet und einander vertraut. Und sie teilen ein Geheimnis: ein schreckliches Erlebnis in der Vergangenheit. Etwas, das in einer mallorquinischen Nacht geschah, dass sie alle zu Schuldigen macht und ihr Leben bestimmt. Als sie sich nach vielen Jahren wiedersehen, scheint die Zeit stehen geblieben zu sein, werden alte Gefühle neu entfacht. Bis eine von ihnen unter rätselhaften Umständen ihr Leben verliert. Und auf einmal wird das, was einst geschah, zur gefährlichen Bedrohung." 


Im Klappentext wird schon recht viel verraten, aber dennoch zieht sich das Buch, welches immerhin aus 432 Seiten besteht nicht in die Länge, sondern die Spannung bleibt bis zum Ende bestehen. Wir folgen den Freundinnen in das Jahr 1974 als eine Abschlussfahrt nach Mallorca ansteht und wir begleiten sie in das Jahr 2007, wo sich wiedertreffen um in alten Zeiten, Erinnerungen und Schuld zu schwelgen, denn eine von ihnen ist eine Mörderin. Trotz der Zeitsprünge die immer wieder vorherrschen, noch die Beschreibungen der einzelnen Personen in Vergangenheit und dem Jetzt verunsichern oder verwirren, denn der Autor versteht es alles zu einem Ganzen zusammenzufügen. 

Das Buch lässt sich sehr flüssig Lesen und beinhaltet alles, was man sich von einem guten Buch wünscht. Liebe, Intrigen, Hass, Wut, Neid, sogar Lesbische Liebe, das erste Mal und viel, viel schlimmer Kindesmissbrauch und Pornographie mit Kindern. Jede der jungen Frauen hat ein Geheimnis, welches sie nicht teilen möchte, aber da gibt es ja noch Mattie, die Profit aus all dem schlagen will, welches das jeweilige Mädchen lieber weiter verheimlichen möchte. Ist dies etwa der Grund, weshalb Mattie während der Klassenfahrt verschwindet oder steckt etwas anderes dahinter? Ist Lena diejenige, die Mattie auf dem Gewissen hat und es nicht mehr aushält zu schweigen und sich deshalb das Leben nimmt? Oder steckt auch hier etwas anderes dahinter? Hinter der Kulisse eines kleinen Dorfes in Spanien lauert etwas und scheint die Frauen auch nach 30 Jahren nicht los zulassen. Die Klassenfahrt nach Mallorca sollte einen Schlussstrich unter die Schulzeit ziehen, aber es wird am Ende doch etwas, was die Mädchen auseinander reißt, denn jede verdächtigt jede und das ist auch nach 30 Jahren Wiedersehen so, denn nicht alle Mädchen sind im Dorf geblieben, sondern sind teilweise sehr, sehr weit weg und das nicht nur innerlich. 
Die unterschiedlichen Charaktere der Mädchen / Frauen wird genau unter die Lupe genommen. Ihre Gedanken, ihre Gefühle, ihre Taten. Zwischendurch ist es natürlich auch sehr kitschig, aber im großen und ganzen ist es ein toller Roman geworden, der seine Spannung und meine Erwartungen wirklich erhalten kann. 

Ich habe das Glück, so möchte ich es nenne, daß unsere Leihbücherei vor Ort viele Bücher, die mich interessieren - meist reicht das Cover und der Klappentext um mich neugierig zu machen - führt und ich mir die Bücher nicht kaufen muss. Dieses war so eines und kurz vor dem Urlaub war es verfügbar und ich packte es mit in meinen Koffer. Mein Mann fand das gar nicht so witzig, weil es ein echter Wälzer ist und nicht in meine Handtasche passte und als ich es in die Strandtasche legte, erwartete ich tatsächlich einen Wutausbruch. Mein Mann hat das Lesen für sich leider nie entdeckt, daher hat er und wird er wahrscheinlich auch nie meine Lesebegeisterung teilen. 
Ups, mal wieder abgeschweift - ich wollte nur kurz erwähnen, wie ich an das Buch geraten bin. Ich entdeckte es auf Vorablesen im Produktkatalog , so will ich es mal nennen und das Cover fand ich schon sehr aussagekräftig. Eine junge Frau sitzt nah am Wasser und das Meer erscheint sehr unruhig und so ist auch die Geschichte, denn das ganze Buch ist eher unruhig, denn man wird teilweise von guten, aber auch negativen Gefühlen überrannt, denn natürlich brennt es auch den Frauen unter den Nägeln, welche unter ihnen die Mörderin ist und vor allem warum. Wie kann so etwas 30 Jahre lang geheim gehalten werden. Drückt die Schuld so nieder, daß man sich umbringt oder steckt etwas ganz anderes dahinter. Ich sagte schon, bis zum Schluß werden wir im Unklaren darüber gelassen, was damals auf der Fähre tatsächlich geschehen ist und ich wette mit euch, daß damit niemand gerechnet hat. Es kommt alles ziemlich unerwartet, aber das ist es, was die Spannung hält. 

Natürlich hätte es auch sein können, daß diese Sieben im Laufe der Zeit durch die Veränderungen die das Leben nun einmal mit sich bringt keine Freundinnen mehr sind, aber so hat dieses Erlebnis sie auseinander gerissen und auch die Zeit hat die alten Wunden teilweise nicht geheilt, sondern sie zu den Frauen gemacht, die sie heute sind. Einiges wurde erfolgreich verdrängt und kommt durch das Wiedersehen wieder an das Tageslicht. Mache der Frauen können damit nicht umgehen, manche sind stark genug und werden es schaffen. 


Ich denke ich habe nun grob angerissen, worum es geht ohne zu viel auf das Geschehen einzugehen. 
Ich fand die Geschichte interessant genug um das Buch zu Ende zu Lesen. Schliesslich wollte ich wissen, wer Mattie getötet hat und am meisten interessierte mich das warum, denn es muss schon ein triftiger Grund dahinterstecken, jemanden über Bord zu werfen. Aber vielleicht war alles auch ganz anders und die Frauen verdächtigen und misstrauen sich umsonst? 

Das die Damen ihren Namen geändert haben im Wandel der Zeit werdet ihr sicherlich auch noch früh genug herausfinden und auch dies verwirrt nur kurz, denn diese spanischen Namen sind teilweise auch viel zu lang, da liest sich Ana oder Rita auch viel sicherer und leichter. 

Das Spanien wie wir es erwarten (Landschaftlich meine ich damit, nicht politisch!) wird uns nicht vorgestellt, denn in der Jugend ist das Leben der Mädels ausgefüllt mit Spaß und Party und hinterher mit Alltagssorgen, evtl. auch Eheproblemen und dem Misstrauen, welches die Freundschaft verseucht. 
Sehr gelungen und daher absolut empfehlenswert, aber eher an die weibliche Fraktion meiner Leser. 



Gerne empfehle ich das Buch "Töchter des Schweigens" weiter und weise aber auch daraufhin, daß es nicht immer gut für die Psyche ist zu schweigen, sondern manches Mal besser für Leib und Seele sich von allem zu befreien was belastet und nicht damit zu warten, bis es zu spät ist! 


Alles Gute und viele Grüße, 
Mel