Samstag, 3. September 2016

Postnatale Depression feat. Amnesie




Alexandra Burt

Remember Mia
Thriller


dtv premium
Deutsch von Susanne Goga-Klinkenberg
Deutsche Erstausgabe, 384 Seiten, ISBN 978-3-423-26101-2
14,99€

»Ich muss mich erinnern, um sie zu finden.«
Eine junge Mutter kämpft darum, ihr Gedächtnis wiederzuerlangen – während die Welt sie für die Mörderin ihres Kindes hält.
Nach einem Autounfall erwacht Estelle Paradise im Krankenhaus und kann sich an nichts erinnern. Man hat sie in einer tiefen Schlucht aus dem Wrack ihres Wagens geborgen – schwer verletzt. Doch nicht alle Verletzungen stammen von dem Unfall: Es hat auch jemand auf Estelle geschossen. Wer? Nur sehr langsam dringt die wichtigste Frage in ihr Bewusstsein: Wo ist Mia, ihre sieben Monate alte Tochter? Sie war nicht mit im Unfallwagen. In einem schmerzlichen Prozess kehrt Estelles Erinnerungsvermögen zurück: Mia war schon drei Tage vor dem Unfall aus ihrem Apartment in New York verschwunden. Und Estelle wird auf einmal vom Opfer zur Hauptverdächtigen.


"Remember Mia" verwirrt und fasziniert, denn oftmals war ich selbst nah daran, lediglich an eine Psychose zu glauben. Gibt es Mia tatsächlich oder ist sie nur Estelles Gedanken entsprungen? Der Autorin ist es auf großartige Weise gelungen mich auf viele Irrwege zu führen. Vielleicht ist es den Ängsten einer Mutter zuzuschreiben das eigene Kind zu vergessen, was mich sehr berühren konnte?

Emotional konnte mich "Remember Mia" überzeugen, obwohl die Story manchmal etwas zäh zu lesen war und es dann auch dauert, bis die Story wieder an Fahrt auf nimmt, dennoch lohnt es sich, das Buch weiter zu lesen und nicht aufzugeben.

Durch den Gedächtnisverlust wirkt Estelle sehr verstört und mitunter absolut unglaubwürdig, was dem Thriller einen gewissen Kick verleiht. Estelle wäre nicht die Erste, die sich einbildet Mutter zu sein und es wirkt oft auch leider nicht überzeugend.

Der Schreibstil ist einfach und überfordert nicht. Was überfordert sind die viele Emotionen, die von einer gestressten Mutter erzählen und sich schon sehr nach einer postnatalen Depression klingen. Natürlich kommt auch Estelles Mann zu Wort und wir tauchen ein in ein interessantes Szenario. Es vereint sich ein Familiendrama direkt nach der Geburt von Mia und dem Schrecken Mia nicht mehr in das Leben integrieren zu können. Wo ist Mia? Lasst euch einfach mitnehmen auf einen schweren Weg, der am Ende echten Horror bereithält.

Gerne eine Leseempfehlung trotz leichter Schwächen. Manchmal kippt die Stimmung viel zu schnell und überfordert regelrecht. Oftmals wäre weniger mehr gewesen. Das Ende ist phänomenal und entschädigt komplett,   ★★★



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