Montag, 24. November 2014

Im Schatten der Vergangenheit





Mörderkind

Ihr Leben lang war sie für alle nur das Mörderkind. Fionas Kindheit war ein Alptraum. Und nun ist ihr Vater tot. Seine letzten Worte galten ihr: »Ich bin kein Mörder.« Widerstrebend macht sie sich auf die Suche nach der Wahrheit. Beginnt nachzuforschen, befragt ihre Familie. Und stößt auf ungeheuerliche Geheimnisse und eine Intrige, deren tödliches Gift bis heute wirkt …



         LESEPROBE!


"Mörderkind" ist kein typischer Kriminalroman, denn er gräbt ganz tief in die menschliche Psyche. "Mörderkind" beweist, das Verletzungen, die wir in der Kindheit davongetragen haben, uns auch als Erwachsene sehr belasten können. Im Fall von Fiona ist es die Wut die sie in sich trägt und die sie daran hindert sich an Menschen zu binden. Sobald sich eine Gefühlsregung in ihr bemerkbar macht, flüchtet sie sich in ihre Wut, um sich zu schützen. Als Kind verletzt und gedemütigt, verlassen von den Eltern ist es ihre eigene Fluchtmöglichkeit, um ihr Leben trotzdem zu meistern. Um sich nicht zu binden genießt sie oberflächliche Beziehungen zu laufend wechselnden Partnern. Die Sprache die solche Situationen beschreibt empfand ich als sehr vulgär, aber es vertieft Fionas Leben und macht deutlich, dass sie nicht auf der Suche nach Liebe ist, sondern ausschließlich nach Befriedigung ihrer Lust. Nach und nach offenbart sich ihre Lebensgeschichte und ich empfand es als äußerst schmerzhaft sie in ihrer Vergangenheit zu begleiten. Hatte ihr Vater nicht versprochen nur für einen Moment wegzugehen? Stattdessen sitzt er 18 Jahre lang in Haft. Unschuldig? Fiona hat den Kontakt zu ihrem Vater Ben komplett abgebrochen. Dennoch holt die Vergangenheit sie ein, denn Bens letzte Worte gelten Fiona: "Ich bin unschuldig". Fionas Schutzwall bricht ein und auch wenn sie erst zögerlich an dessen Unschuld glaubt, wird ihr je mehr sie nachbohrt, bewusst, dass Bens Tod vielleicht doch kein Unfall war. Von der Polizei gebremst macht sich Fiona auf um herauszufinden, was tatsächlich geschah und wer hinter einem Mord an ihrem Vater stecken könnte. Hat er Julia, seine Geliebte vielleicht doch nicht ermordet? Was ist damals wirklich passiert? Fiona hat damals alles verloren, denn kurz nach der Inhaftierung kam ihre Mutter ums Leben und Fiona wuchs in liebloser Umgebung auf. Je mehr sie sich auf die Suche nach der Wahrheit macht, drängen sich immer mehr schöne Erinnerungen an ihre Kindheit auf.

"Mörderkind" gerät langsam in Fahrt. Je mehr Informationen die Story bietet, umso mehr wird das Gesamtbild abgerundet. Die Story ist gewaltig und die Protagonisten wunderbar deutlich in ihrem Schmerz und ihrem Lebensstil. Letztendlich sind es die Intrigen und Rachegedanken, die das Lesen so flüssig machen. Je mehr ich erkennen konnte, umso schockierter wurde ich. Gewünscht hätte ich mir Versöhnung, aber leider ist dies nicht immer möglich. Das Leben schreibt seine eigene Geschichte. "Mörderkind" ist Fionas Geschichte. Traurig, authentisch und dennoch voll von Emotionen, die irgendwann herausbrechen und Fiona von Grund auf umkrempeln. Eine große Hilfe ist ihr dabei Matthias Stiller, der ihr ein guter Freund und Begleiter wird auf der Suche nach den Lücken ihres Lebens. Dinge die sie erfolgreich verdrängt hat und die sich nun mit einem großen Knall zurückmelden.

Ich kann "Mörderkind"  nur eine Lesempfehlung aussprechen, da ich jede Menge Spannung geboten bekam und wie schon erwähnt die Schatten der Vergangenheit irgendwann besiegt wurden und für Fiona Heilung ihrer verletzten Kinderseele und einen Neuanfang boten.  

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