Samstag, 16. Mai 2020

Schockierend, Irritierend -> Pageturner


Verity


 368 Seiten, ISBN 978-3-423-23012-4, dtv, 14,99€



"Verity" ist ein sehr gelungener Pageturner mit kleinen Schwächen, die aber durch das überzeugende Ende der Story alles vorherige ausmerzt. Ich bin restlos überzeugt, auch wenn ich mich zuvor von dem doch sehr harmonisch gestalteten Cover habe blenden lassen. Da ich zuvor natürlich hier und da auf diversen Webseiten davon las, das es sich hierbei um einen Thriller handelt und somit ein Ausflug der Autorin in ein anderes Genre ist, hätte das Cover alleine mir eine ganz andere Erwartung erzeugt. Die Story ist düster und verstörend und gibt Einblicke in eine Ehe, die sich von der einen Seite als komplett psychotisch entpuppt und eine gewisse Hörigkeit darstellt. Als sich das Blatt wendet, überrollt es mich emotional, da ich der Story zuvor glaubte und nun eine ganz andere Sichtweise bekam, die mich völlig unvorbereitet getroffen hat. Zurück bleibt ein echtes WOW! Gefühl. Ich bin erstaunt über diese Ideen und kann daher nur eine Leseempfehlung aussprechen. 
Die unterschiedlichen Rezensionen zu "Verity" sprechen ihre eigene Sprache, daher ist es notwendig, sich selbst auf dieses Buch einzulassen, um sich eine eigene Meinung bilden zu können. Mich hat es erschüttert und gleichzeitig faszinieren können, wobei ich gestehe, das mir die Liebesgeschichte und erotischen Szenen oftmals zu detailliert geschildert waren und ich sie nicht zwingend benötigt hätte, aber um darzustellen, welche Abhängigkeit hier entsteht, mussten sie vorherrschen. 
Eine weibliche Protagonistin zu stricken, die wenig Selbstwertgefühl besitzt und arm wie eine Kirchenmaus ist, bekommt die Chance ihres Lebens. Sie soll als Ghostwriterin eine Buchreihe beenden und bekommt zusätzlich noch die Möglichkeit sich dem Herrn des Hauses an den Hals zu werfen? Dieses ist, was Geschichten ausmacht und bietet dabei wenig Überraschungsmomente. Überraschungen bietet hingegen Verity selbst, die Autorin, die Lowen Asleigh ersetzen soll, da diese einen Vertrag erfüllen muss. Diese Chance kann man sich nicht entgehen lassen und daher zieht Lowen in das Haus der Familie ein, die bis dahin viele Dramen erlebt hat, die kein Mensch ohne Schaden zu nehmen überleben kann. 
Ich fühlte mich gleichermaßen abgestoßen und fasziniert, denn als das Tagebuch Veritys immer mehr Raum einnimmt, bin ich überfordert mit den Begebenheiten, die eine lieblose, aber dennoch nach Liebe sehnenden Frau darstellen. Es ist glaubhaft und trifft mich an manchen Stellen der Einträge bis ins Mark. Das Ende des Buches ermöglicht ein Umdenken und gibt Raum für weitere Spekulationen. Insgesamt ein sehr gelungenes Werk der Autorin, deren Ausflug in ein anderes Genre hervorragend geglückt ist. 

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