Mittwoch, 13. März 2019

Erzählt von Schmerz und Trauer




Kurt
240 Seiten, FISCHER E-Books ISBN: 978-3-10-491019-2, 16,99€



Der Klappentext verrät relativ wenig über den Inhalt des Romans, daher war es ein regelrechter Schock für mich, als ein Unglück der Aufhänger der Story wird. Ich war darauf nicht gefasst und es machte sich sofort ein Gefühl des Unwohlseins in mir breit. Ehrlich gesagt weiß ich nicht, wie ich "Kurt" rezensieren soll, ohne zu spoilern. Eine Rezension zu schreiben fällt mir extrem schwer. Nicht, weil mir der Roman nicht gefallen hat, sondern weil es hart ist Begebenheiten zu umschreiben, die regelrecht schmerzen. Es ist Lenas Geschichte. Lena, die sich irgendwann eher außerhalb als mittendrin befindet. Sarah Kuttner hat dieses Phänomen der Patchworkfamilie äußerst großartig beschrieben und mich damit wirklich gefangen genommen. Für mich war es nicht das erste Buch der Autorin, aber emotional gesehen das Beste. Ich war niedergeschlagen und wahnsinnig traurig. Traurig mit Lena, die ihre Trauer verbirgt, weil sie denkt, dass diese ihr nicht zusteht. Es ist absolut hart ihrem Schicksal zu folgen und das Loslassen mitzuerleben. Ein echter Kurt, ein Halbtagskurt und eine Lena ergeben definitiv eine Familie. Eine Familie, die schweres erdulden muss. So schwer, dass es niederdrückt und fassungslos macht. Ich war völlig unvorbereitet. Was man auch auf sein eigenes Leben beziehen kann, denn es nichts wirklich planbar. "Kurt" spricht da eine ganz deutliche Sprache und ist daher wirklich Hochgradig. 
Mich hinterlässt der Roman komplett betroffen und was ich mitnehme ist, dass ich unbedingt eine Jasminstrauch pflanzen möchte, um die Erinnerung an dieses Buch zu erhalten. In meinen Augen ein ganz besonders ausdrucksstarkes Buch, welches mich zugleich traurig und wütend gemacht hat und dennoch Hoffnung schenkt irgendwie. Mit Worten lässt sich dies nicht beschreiben, außer "Die Zeit heilt alle Wunden" oder auch "Irgendwann wird es besser", aber wer weiß das schon, denn Traurigkeit ist für jeden Menschen anders und die Erinnerung an all das Schöne soll und muss sogar erhalten bleiben.
Absolute Leseempfehlung, aber Vorsicht, es könnte definitiv triggern, daher lest euch vor dem Buchkauf noch andere Rezensionen zu dem Roman durch. Rezensionen, die vielleicht nicht versuchen zu umschreiben, sondern ganz klar benennen, auf was ihr euch einlasst. Es ist hart, es tut sauweh und es trifft völlig unerwartet ein. In dem einen Moment noch schön und harmonisch und im nächsten Moment wird Lenas Welt komplett auf den Kopf gestellt. ★★★★★



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