Donnerstag, 29. November 2018

Herrlich Ehrlich



Fuck the Reiswaffel


Ein Kleinkind packt aus
Broschur, 332 Seiten
978-3-7466-3440-1
10€ 


Leider ist mir "Fuck the Möhrchen - Ein Baby packt aus" nur bekannt durch das wirklich herrliche Cover. Die Gelegenheit nun "Fuck the Reiswaffel" zu lesen packte ich am Schopf, denn auch dieses Cover wirkt herrlich amüsant und sprang mir direkt ins Auge. Es ist äußerst gut gewählt. Auch der Titel kann sich sehen lassen, denn auch dieser brennt sich regelrecht im Gehirn ein. Deutlich wird relativ schnell, dass Barbara Ruscher eine Kabarettistin / Comedian ist, das das Buch so amüsant ist, dass ich fast durchweg gegrinst habe. Ein bloggender Vater, eine arbeitende Mutter, die sich Hilfe im Netz sucht und eine Tochter, die durchweg ihren Willen durchsetzt und dabei wirklich ungewöhnliche Wege geht. Ich gestehe, das mir manches im Familienchaos bekannt vorkam, da auch ich unausgeschlafen und stillend versucht habe meine Tage zu gestalten. Natürlich ist der Gedanke der Attraktivität einer Mutter immer präsent, denn auch wenn wir uns nicht gehen lassen wollen, fordern unsere Kinder uns oftmals so sehr, dass das Duschen schon Hochleistungssport wird und Make Up und Co einfach auf der Strecke bleiben muss. Wichtig ist hierbei definitiv die Anerkennung unserer Männer, obwohl hier ein Rollentausch vorliegt, denn Chris ist Hausmann und füllt seine Tage mit Videos der Kinder, die er im Netz einstellt. 
Mia ist definitiv der Burner und der Waldkindergarten einfach schauderhaft, da lobe ich mir unpädagogisches Spielzeug, denn Matsch und Blätter Tag für Tag lässt ein Kind auch nicht reifen. Durchlüften der Kinder kann man auch durch Spaziergänge ersetzen. Nun ja, was bleibt den Eltern übrig, wenn alle anderen Kindergärten keine Plätze haben, da greift man gerne auf den Notnagel zurück.Auch wenn es nicht laut ausgesprochen wurde und vielleicht auch nicht beabsichtigt war, zeigt sich, dass Kinder mittlerweile schon früh in die KiTa gehen müssen und sich dabei schnell von Mutter oder Vater abnabeln müssen, da diese Geld verdienen müssen. Ebenfalls aufgefallen ist mir, dass es eindeutig zu wenig KiTa Plätze gibt. Außerdem ist man definitiv eine Rabenmutter, wenn man dem Vater der Kinder die Erziehung überlässt. Darüber könnte man sich streiten, aber Chris macht seine Sache recht gut und die Kinder wirken definitiv nicht verwahrlost.
Witzig sind Reaktionen anderer Mitmenschen, die mich oftmals zum Lachen brachten, da ich mich in manchen Hinsichten auch damit identifizieren konnte. Als Eltern hat man es schwer, da man einfach immer im Vergleich steht und es das Leben mit Kind nicht leichter macht. Es ist wie es ist und Fehler machen gehört dazu. Gut gemeinte Ratschläge kann man anhören, muss sie aber nicht ausführen. 
Ich vergebe eine Leseempfehlung an ein Buch, welches mir wirklich Spaß gemacht hat, auch wenn ich mich nicht in allem wiederfinden konnte, sind Mias Sicht der Dinge einfach herrlich ehrlich und wenn ich ehrlich bin, möchte ich nicht immer wissen, was in Kinderköpfen vorgeht oder ob meine Kinder im intensiven Gesprächen mit ihren Teddybären waren und was sie wirklich von ihrer Umwelt mitgenommen haben. Ich hoffe es ist tatsächlich Fiktion. Trotzdem war es absolut gelungen in Mias Gedanken einzutauchen und ihre absolut chaotische Familie kennen zu lernen. Hoffentlich gibt es Folgebände bis in die Pubertät hinein, denn jedes Lebensalter hält für uns als Eltern Überraschungen parat. Vielleicht kann ich dann ja als Oma daraus profitieren, denn unsere Kinderplanung ist definitiv abgeschlossen. Noch mehr durchzechte Nächte könnte ich jetzt auch nicht mehr aushalten und meine Enkelkinder kann ich jederzeit wieder abgeben, wenn die Windel voll ist oder sie nicht mehr aufhören wollen zu schreien. Verwöhnen ohne Ende und die Eltern müssen dann damit klar kommen, das ist doch ein gutes Ziel, oder? Vielleicht sollte ich jetzt schon anfangen mir Ratschläge aufzuschreiben, die meine Kinder auf die Palme bringen oder Anekdoten aus ihrer Kindheit in Erinnerung rufen? Ich denke jede Mutter und jeder Vater könnte ein Buch über seine eigenen Kinder schreiben, wobei es dann unsere Erfahrungen sind und nicht die des Babys oder Kleinkindes, wie hier im Roman zu lesen. Wäre vielleicht doch zu langweilig, daher passt es einfach und Mia und Fritz und Sören - Wotan sind einfach der Knaller. Es ist schon eine Freude sich die verrückten Namen der Kinder anzuschauen. Es sind einige echte Kracher dabei, die mich wirklich zum Schmunzeln gebracht haben. Also, wie schon erwähnt: Leseempfehlung!




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