Mittwoch, 28. November 2018

Was haben eine Koks - Mami und ein Vergewaltiger gemeinsam?





Brad ParksIch vernichte dich
ISBN: 978-3-596-70225-1 - 480 Seiten, Klappenbroschur - FISCHER Taschenbuch - 14,99€






"Ich vernichte dich" weist einen genialen Plot auf und hat mich mehrere Lesestunden wirklich in Angst und Schrecken versetzt. Als Mutter blieb mir oft das Herz stehen, da ich es grausam empfunden habe, welch falsches Spiel mit Melanie der Protagonistin gespielt wird. Der Showdown am Ende lässt mich zufrieden und auch erschöpft zurück, da ich vor lauter Anspannung den Atem angehalten habe. Brad Parks versteht sein Handwerk und ebenso wie in "Nicht ein Wort" geht es um ein Kind, bzw. Kinder und das ist, was mich oftmals erschüttert hat. Melanie anzuhängen, dass sie mit Koks dealt ist unbegreiflich, da ich sie als liebende Mutter kennen lerne. Sie lebt in einer festen Beziehung und alles läuft rund, bis zu dem Tag an dem sie festgenommen wird. Alex, ihr Sohn kommt in die Fürsorge des Jugendamtes und Melanie trägt ab diesem Zeitpunkt den Namen "Koks - Mami", denn sie schreckt angeblich auch nicht davor zurück, ihre Geschäfte innerhalb ihres Haushaltes abzuwickeln. Parallel werden die Ermittlungen über einen Vergewaltiger aufgerollt, der während seiner Tat des Missbrauchs flüstert. Hier kommen die Ermittlungen zunächst ins Stocken, werden aber immer wieder erwähnt, da der Täter immer noch sein Unwesen treibt. Das Flüstern ist es, was ihm letztendlich den Hals bricht, da er erkannt wird und ab dem Zeitpunkt, nimmt der Thriller noch einmal mächtig an Fahrt auf. Für Melanie wünscht man sich als Leser/-in letztendlich nur ein Happy End, denn niemand hat es verdient, unschuldig verurteilt zu werden, wobei irgendwann auch noch eine Mordanklage hinzukommt und die Todesstrafe sehr nahe ist. Es ist ein wirklich grausames Spiel und die Wahrheitsfindung sieht finster aus, da alles gegen Melanie spricht. Rettung kommt dann völlig unerwartet und beweist Stalking auf völlig perfide und beängstigende Art und Weise. Lieben und geliebt werden hat oft zwei Seiten einer Medaille, obwohl es hierbei zur Wahrheitsfindung verhilft. Im Prinzip eine völlig verrückte Story, die viele Facetten der unterschiedlichsten Emotionen freisetzen konnte, aber dennoch ein positives Ende finden konnte. Völlig zufrieden konnte ich den Thriller beenden, da letztendlich Gerechtigkeit vorherrscht, auch wenn sich der Täter zunächst völlig straffrei für seine Bosheiten und Intrigen davon macht. Ein anderes Ende wäre vielleicht doch zu übertrieben gewesen?

Eine absolute Leseempfehlung an einen Thriller, der mich fast dazu verleitet hätte wieder damit anzufangen an Fingernägeln zu knabbern. Ich konnte es nicht ertragen, wie die junge Mutter behandelt wird, sei es von der Staatsanwaltschaft, den Medien oder auch von Mitmenschen. Leider sprechen alle Indizien gegen sie, aber letztendlich ist es nur ein gelungener Komplott. Dabei zuzusehen, wie die Justiz in die falsche Richtung ermittelt, ist haarsträubend und die Ungerechtigkeit schreit förmlich aus den fast 500 Seiten. Letztendlich hat es mich überzeugt und ich kann mich mit dem in meinem Betrachtungen des wirklich schönen Endes zurücklehnen und das Buch zufrieden und mit einem Lächeln zuklappen, um es in mein Regal zurück zu stellen. Alles richtig gemacht Mr. Parks!

★★★


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