Donnerstag, 11. Oktober 2018

GEWALTige Grundthematik




Liebe verletztDer erste Teil der ›Liebe‹-Trilogie
560 Seiten, Klappenbroschur
Ab 14 Jahren





Schon der Klappentext verrät viel über die Grundstimmung des Jugendromans "Liebe verletzt". Dieses verletzt im Titel trifft auf die Protagonistin Emma sowohl körperlich als auch seelisch zu. Die äußeren Wunden sind ebenso stark wie die, die ihr innerlich geschlagen werden. Die Thematik der häuslichen Gewalt ist dramatisch und schmerzlich. Jedes böse Wort, jeder Schlag übertrug sich auch auf mich und es fiel mir mitunter sehr schwer weiterzulesen. Ich gestehe, dass ich die Leseempfehlung ab 14 Jahren viel zu niedrig angesetzt finde, denn ein sensibles junges Mädchen hat während des Lesens sehr viel zu verarbeiten, was auch mir als Erwachsene nicht leicht gefallen ist. Es ist wichtig sich dessen bewusst zu machen, dass es eben auch Menschen gibt, die regelmäßig misshandelt werden und Hilfe benötigen. Emma werden starke Personen an die Seite gestellt, die aber auch nicht eingreifen, sondern lediglich mittragen. Emma will ihren Schmerz aushalten, um ihre jüngeren Cousins und Cousinen zu schützen, was im ersten Moment sinnig erscheint, aber für Emma lebensbedrohlich wird, denn ihre Tante ist unberechenbar. Die eingebaute Liebesgeschichte in all die Misshandlungen und Lieblosigkeiten ist erwärmend, legt aber nur eine sanfte Decke auf das Geschehen. Ich hätte mir gewünscht, nicht nur von Schmerz und Ertragen zu lesen, sondern auch davon, wo ich mir Hilfe holen kann bei Verdachtsmomenten der häuslichen Gewalt, daher bleibt für mich vieles oberflächlich abgehandelt, obwohl die Handlung an sich belastet und förmlich erschlägt. Mich hat einiges sehr getriggert und es gab auch Augenblicke, wo ich das Buch zur Seite legen musste, weil ich schwer zu schlucken hatte. Mein Fazit für "Liebe verletzt" ist schlussendlich, dass mir vieles sehr gefallen hat, während einiges mir zu dramatisch, gewaltig und für mich belastend erschien. Ich vermute, dass das Buch die Leserschaft sehr spaltet, denn auch wenn vieles angerissen wird, deutlich erörtert, gibt es auch Momente, die zu oberflächlich behandelt sind, sodass ich leider trotz er grauenvollen Thematik einiges mehr erwartet hätte, zumal für Emma das Grauen ja kein Ende hat, da ja noch zwei weitere Bände gelesen werden müssen, um diese zerstörte Seele heilen zu lassen. Von mir eine eingeschränkte Leseempfehlung! Menschen mit dem Hintergrund  häuslicher Gewalt sollte die Finger von der Trilogie lassen, da es wirklich überfordert und erneut belastet. Man benötigt mitunter sehr starke Nerven, daher eine kleine Warnung an Leser_innen, die sich mit Emma identifizieren könnten. 

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