Donnerstag, 15. März 2018

Leider nicht herausragend

Simone Buchholz

Johnny und die Pommesbande


Wir sind die Schnellsten! 
Text von Simone Buchholz

160 Seiten 
gebunden
ab 10 Jahren
EUR 12,00 
ISBN-13: 978-3-7915-0026-3
DRESSLER VERLAG
Johnny wohnt am Hafen und da ist auch das Revier seiner Bande. Mit dem Pommeswagen von Kirsche und dem besten Versteck der Welt, unter der Kirche von Pfarrer Löwenbein. Aber, ist das nicht ein bisschen langweilig? Immer nur am Hafen? Vielleicht ist es Zeit für was Neues und ein echtes Abenteuer! Und eh sie sich’s versehen, weht der Pommesbande eine ganz schön steife Brise um die Nase.
Eine aufregende Bandengeschichte über die cleversten Spürnasen seit "Emil und die Detektive" von Krimiautorin Simone Buchholz.




"Johnny und die Pommesbande" lag leider weit unter meinen Erwartungen zurück. Die Rezensionen zum Buch sprechen ihre eigene Sprache. Ich muss mich leider in die Reihe schlechter Bewertungen einklinken. Der Vergleich mit Kästners "Emil und die Detektive" ist das, was dem Kinderbuch das Genick bricht, denn es hinkt gewaltig. Meine Erklärung dazu ist ganz einfach, denn in ein Kinderbuch gehört echter Spürsinn, der sympathisch auf seine Leserschar wirkt und keine Bande von Kindern, die Touristen aufs Korn nehmen und ihnen durch Betrug ihr wohlverdientes Geld aus der Tasche ziehen lassen, wobei anzumerken ist, wer so dumm ist und sich betrügen lässt, hat es vielleicht in dem Fall nicht anders verdient. Die Beträge sind ja relativ klein gehalten, daher fällt es den Betrogenen vielleicht nicht so ins Gewicht, dennoch ist es äußerst unpassend. In einem Kinderbuch haben solche Storys nichts zu suchen. Was auch interessant ist, ist die Frage, wo sind die Eltern der Kinder? Mitunter wirken sie sehr verwahrlost und bis auf Kirsche, die Pommesbudenbesitzerin und Pfarrer Löwenbein treten kaum Erwachsene in Erscheinung.  Es ist alles sehr mysteriös.
Gut gefallen hat mir das Cover, welches eine Pommesschale zeigt, wie man sie am Imbiss / Pommesbuden  bekommt für Pommes oder auch Currywurst. Trotzdem einmal kurz die Erwähnung, dass Pommes jeden Tag zur Fettleibigkeit führt. Die Gesellschaft ernährt sich immer ungesünder und auch Kinder sind schon adipös. Auch hier treten keine Eltern in Erscheinung, die für die Versorgung der Kids sorgen. Dies übernimmt Kirsche, umsonst. 
Auch wenn in "Johnny und die Pommesbande" einiges im Argen liegt, hat das Kinderbuch auch einige nette Momente. Freundschaft und Zusammenhalt. Leider überwiegen die Momente, die mir nicht gefallen wollten. An die abgehackte Sprache Johnnys gewöhnt man sich rasch, aber trotzdem fand ich die Ich - Erzählung etwas zu blass ausgeführt. Richtig bescheiden empfand ich den Bandenkrieg und die Tatsache sehr viel Gewalt in das Kinderbuch einzuflechten, komplett unangemessen. Im Gesamtergebnis eine eingeschränkte Leseempfehlung und 2 Sterne. 

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