Samstag, 17. März 2018

Die Liebe des Vaters


Charles Martin

Ein langer Weg nach Hause

304 Seiten, Buch, Paperback
ISBN: 978-3-86827-710-4
14,95€
Als Cooper O'Connor, Sohn eines bekannten Wanderpredigers, seinen Vater mit 18 Jahren Hals über Kopf verlässt, träumt er von einer Musikerkarriere im fernen Nashville. Im Gepäck hat er eine Gitarre und die Überzeugung, dass er es mit seinem außergewöhnlichen Talent schon schaffen wird. Aber die Rechnung geht nicht auf. Erst als Cooper die Sängerin Daley Cross kennenlernt, scheint sich sein Blatt endlich zu wenden. 
Zwanzig Jahre später lebt Cooper zurückgezogen in den Bergen Colorados. Keiner weiß um seine Vergangenheit. Keiner ahnt, dass sich hinter den Narben dieses Mannes eine faszinierende Geschichte verbirgt. Doch dann taucht Daley plötzlich auf ...





"Ein langer Weg nach Hause" ist ein Roman, der sich fast ausschließlich mit der Faszination Musik beschäftigt. Ein Medium, mit dem ich mich gerne erreichen lasse, da es mein Herz bewegt. Die Parallelen zum Gleichnis des verlorenen Sohnes zog ich direkt nachdem ich mich mit dem Klappentext beschäftigte. Meine Vermutung sah ich mehrfach bestätigt und gerade die Schlussworte des Autors waren es, die mich sehr ansprachen. In diesem Roman wird es anders aufgerollt als innerhalb des biblischen Gleichnis, aber die Liebe des Vaters wird dennoch deutlich hervorgehoben. Ein Vater lässt seinen Sohn ziehen und dieser fällt auch sehr tief, dennoch könnte er, wenn er wollte in die Arme des Vaters zurück. Mich hat diese tiefe Liebe sehr beeindruckt, denn Cooper ist regelrecht aufsässig und dennoch wird er geliebt. Wie oft entfernen wir uns gedanklich von unserem Vaterhaus und sind doch immer wieder Willkommen? Cooper ist sehr talentiert und gerät an Menschen, die ihm nicht immer wohlgesonnen sind. Er verliert einiges in seinem Leben und es ist ein harter Kampf den er sich stellen muss, um sein eigenes Handeln und Denken zu begreifen. Sein Vater hat ihn mehr geprägt, als es anfänglich den Anschein hatte. Als Sohn eines Wanderpredigers kommt er dem Glauben schon im Kindesalter sehr nah und wie es so oft ist, lehnt er sich auf. Gegen seinen Vater, gegen Gott, aber beide haben ihn sehr beeinflusst, was dann leider erst recht spät zum Tragen kommt, als Cooper sich tiefe Narben zuzieht, die nicht nur äußerlich zu erkennen sind. Seine Gabe bleibt und findet anderweitig Verwendung. Es ist nicht nur das Showbiz, welches hart mit seinem Talent umgeht und ihn an seine Grenzen bringt, sondern auch das eigene versagen, welches nachdenklich stimmt. "Ein langer Weg nach Hause" ist für mich ein Roman, der nachwirkt und mir ganz viel Wärme gab. Ich mochte die eingeflochtene Liebesgeschichte und eben auch den Bezug zum Verlorenen Sohn, eine Geschichte, die mir immer wieder zu Herzen geht. Oft gehört, mehrfach darüber in unterschiedlichen Versionen gelesen und doch immer wieder Neu. Leider gab es aber auch kurze Fragmente, die mich nicht begeistern konnten, diese überwogen aber nicht, sondern hinterließen nur ein komisches Gefühl während des Lesens. Im Gesamtpakt empfand ich "Ein langer Weg nach Hause"als wunderbar zu Lesen und herzerwärmend, sodass ich sehr gerne eine Leseempfehlung aussprechen möchte. Innerhalb einer Leserunde gelesen, waren die Gedanken der anderen Leser_innen sehr wertvoll für mich. Vielen Dank dafür.

★★★★★ (4,5 Sterne)

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