Dienstag, 21. August 2012

Skin on Skin

Als ich mich für das Buch " Die andere Haut" von Carmen Schnitzer auf Lovelybooks beworben habe, hatte ich keine Ahnung was mich erwartet und ich bewarb mich etwa mit folgenden Worten:

Manchmal spannt meine Haut ist gerötet und gereizt und ich würde sie gerne abstreifen wie eine Schlange um mich zu häuten.


Manchmal kann ich einfach nicht aus meiner Haut.


Ich wünsche mir eine Haut die etwas dickfälliger ist und nicht so verletzlich.


Da das Buch eine Leseempfehlung für Leser ab 16 Jahre hatte, wusste ich, bzw. vermutete ich, das es erotisch wird und das traf es dann auch wie die Faust aufs Auge. Also dann eher Haut auf Haut und auch ein paar nackte Körper. Was ja nun auch nicht verwerflich ist, oder?

Ich war interessiert und gewann das E-Book. Ich wollte einfach mal ein ganz anderes Buch lesen und auch wenn ich nicht gleich begeistert war, stieg die Begeisterung nachdem ich einiges mit der Autorin ausgetauscht hatte und diese Informationen und das nackig machen ihrer Gedanken und Beweggründe das Buch zu schreiben auch zu mir durchdrangen. Ich lebe vielleicht anders und bin in meiner Beziehung / meiner Ehe treu und dennoch bin ich tolerant genug, wenn andere Paare ihre Beziehung anders leben. Dazu aber später mehr.

Leider finde ich keine Produktinformationen zu dem E-Book, daher gibt es nur Detail zu dem Taschenbuch, welches ich Amazon entnehme:




  • Taschenbuch: 136 Seiten
  • Verlag: hansanord
  • 8,99 Euro
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3940873365
  • ISBN-13: 978-3940873361

Das E-Book ist um einige Seiten kürzer!







Klappentext:

Ricardo war eine Urlaubsliebe. Intensiv, leidenschaftlich, aber flüchtig. Nichts, was eine erwachsene Frau ernst nehmen sollte, erst recht nicht mehr Jahre später, wenn sie kurz vor der Hochzeit mit einem anderen steht. Lara weiß das nur zu gut.


Und doch sitzt sie nun im Flugzeug, um einige Wochen im Land des Südamerikaners zu verbringen und vielleicht? an etwas anzu-knüpfen, für das ihr einst der Mut fehlte. Wartet am anderen Ende der Welt ihr eigentliches Glück? Ist David, ihr Zukünftiger, wirklich der, den sie will, oder ist er nur die bequemere Wahl? Erinnert sich Ricardo überhaupt an sie, war da echtes Gefühl, oder benutzt sie ihn nur als Projektionsfläche einer diffusen Sehnsucht? 


Der liebeskranke Schwede Jan, der ihr gleich nach der Ankunft in die Arme stolpert, ist nur einer von mehreren Menschen, die Lara im Laufe ihrer Reise direkt oder indirekt Antworten geben ...







Die Autorin Carmen Schnitzer:



Geboren 1976 in München, nötigte sie ihre Mutter bereits vor Schuleintritt, ihr Lesen und Schreiben beizubringen und hielt ab 1982 ihre kleinen Geschichten schriftlich fest.
Nach ihrer Kindheit und Jugend in München, Stuttgart, Meckenheim (bei Bonn) und Coburg, studierte sie in Erlangen Theater- und Medienwissenschaft. In dieser Zeit war sie als Schauspielerin, Regisseurin, Bühnenbildnerin und Mädchen für alles an diversen Theater- und Film-Projekten beteiligt, doch das Schreiben blieb ihre größte Leidenschaft. 
Einem ersten, vierwöchigen Aufenthalt in Ecuador 1999, folgte nach dem Studium 2001 eine dreimonatige Rucksackreise durch Ecuador und Peru. Inspirationen aus diesen Reisen ließ sie in ihren Debütroman Die andere Haut einfließen. 
Heute lebt sie wieder in München und arbeitet nach verschiedenen Stationen als Journalistin und Werbetexterin in einer Erdinger Medienagentur als Redakteurin.






Das Cover:
Ich glaube kaum eine Autorin kann von sich behaupten, das das Cover ihres Romans ein von ihr selbst gemaltes Bild ziert. Carmen Schnitzer kann dies voller Stolz behaupten und daher ist es wirklich ein echter Blickfang. Leider zierte mein Kindle das Bild nur in schwarz - weiß, aber auf Anfrage hat mir die Autorin erlaubt, das Bild welches ich ihrer Facebookseite https://www.facebook.com/schnitzercarmen entnommen habe auf meinem Blog zu verwenden. Ich finde es kommt sehr gut zur Geltung und repräsentiert uns auch gleich die wirklich sympathische Autorin. Selten habe ich erlebt, das eine Leserunde so offen ist und fand es wirklich faszinierend, was für Gedanken aufkommen, auch wenn das Buch doch wirklich recht kurz und knackig gehalten ist, aber vielleicht gerade darum?






Meine Meinung:

Am Anfang konnte mich das Buch nicht begeistern, denn irgendwie erschienen mir die Sätze zu kurz und abgehackt. Bevor ich ein Buch zur Seite packe, muss es schon wirklich grottenschlecht sein, damit ich es abbreche, daher gab ich "Die andere Haut" eine Chance und las weiter. Nach einem etwas verwirrenden Einstieg zumindest aus meiner Sicht nahm das Buch doch an Fahrt an und ich begriff recht schnell, warum der Leser ein gewisses Alter haben muss, denn es wird wirklich leidenschaftlich und meiner 14 Jährigen Tochter würde ich das Buch auch noch nicht in die Hand geben wollen, da sie es noch nicht schaffen wird das gelesene zu verarbeiten bzw. zwischen den Zeilen zu lesen.

Was mich hier fasziniert ist die Tatsache, das die Autorin selbst Erlebtes in dem Buch verarbeitet und das ist das was mich dann letztendlich faszinierte und mich das Buch mit ganz anderen Augen lesen ließ. Vorher war ich doch etwas pikiert und wusste tatsächlich nicht, was ich von Laras Verhalten halten sollte. Ich war wirklich hin und her gerissen, ob ich Lara nur total doof finden soll oder vielleicht sogar etwas aus der Handlung mitnehmen kann. Mitnehmen konnte ich für mein Leben nichts, aber ich begann Lara zu begreifen und auch wert zuschätzen, in dem was sie tut und wie sie ihr persönliches Sexualleben auslebt. Ich die doch sehr konservativ gestrickt bin, lernte das ich toleranter sein muss denjenigen gegenüber die evtl. sogar eine offene Beziehung führen, etwas was ich mir in meinem persönlichen Leben nicht vorstellen kann, dafür bin ich nicht offen genug und möchte meinen Mann wirklich nur für mich und nicht mit einer anderen Frau teilen müssen.


David ist da sehr viel cooler, denn er erkennt für sich, das er Lara eine Zeit lang freigeben muss, damit sie klären kann, inwieweit Ricardo ihr Denken und Fühlen beherrscht. Für mich natürlich unvorstellbar, aber für Lara sehr, sehr wichtig, denn so kann sie Dinge verarbeiten und erkennen, wer oder was ihr wirklich wichtig ist und in der gemeinsamen Zukunft mit David steht Ricardo, eine Urlaubsliebe nicht mehr als Schatten zwischen den beiden. Eine großartige Geste, die natürlich auch komplett in die Hose hätte gehen können, aber vielleicht ist es das ja auch? Wer weiß das schon, denn ich werde euch sicherlich nicht mehr verraten, denn ich erwarte tatsächlich das ihr dieses Buch selbst in die Hand nehmt und euch ein Urteil bildet.





Von mir bekommt das Buch natürlich eine Leseempfehlung! Ich ziehe einen Stern ab, da ich finde, das das Buch eindeutig zu kurz ist. Ein paar Seiten mehr hätten ihm sicherlich nicht geschadet! Ich hoffe ich werde jetzt nicht gesteinigt, aber dadurch das es recht kurz ist und auch sehr leidenschaftlich, hätte man fast schon einen CORA Roman daraus machen können  ☺








Montag, 20. August 2012

Eine Liebe stärker als Raum und Zeit

Heute möchte ich euch ein Buch vorstellen, welches ich anlässlich einer Leserunde auf Lovelybooks.de lesen durfte. Die Autorin hat uns dabei begleitet und auch wenn die Leserunde noch voll im Gange ist, ist es für mich heute an der Zeit meine Eindrücke zu verarbeiten, bevor meine Erinnerungen und Empfindungen verblassen.

Im Prinzip reichen einige Adjektive aus um das Buch zu umschreiben: Wunderschön, Bewegend, Liebevoll, Authentisch, Bezaubernd, Herzzereißend, Leidenschaftlich und vieles, vieles mehr, was sich nicht in Worte fassen lässt, aber da dies für eine Rezension nicht ausreichend ist, muss ich meine Gehirnzellen soweit ankurbeln, das ich euch das Buch schmackhaft machen kann bzw. so beschreiben, das ihr wirklich Lust bekommt mit Nadonah und Nacona auf eine Zeitreise zu gehen. In einer Zeit, in der das Ende der Stämme der Indianer schon vorprogrammiert war. In eine Zeit, in der das nackte Überleben im Vordergrund stand, geprägt und gestützt durch eine tiefe Liebe. 


Das Buch ist nicht immer nur Friede, Freude, Eierkuchen, sondern mitunter geprägt durch Blut und Hass, aber auch nur so kann ich der Autorin Britta Strauß das Buch abnehmen. Wer sich für das Leben der Indianer interessiert, weiß, das es für sie kein leichtes Leben gewesen ist, als die Siedler ihr Land befielen und ihnen alles nahmen, was ihnen seit Urzeiten gehörte. Mir unterliegt es nicht, es zu beurteilen und zu verurteilen, aber zwischenzeitlich hatte ich doch einen echten Groll auf die "gelben Haare". Wer hätte sich nicht gewehrt, wenn plötzlich Horden von Soldaten über Frauen und Kinder herfallen? Wer hätte nicht das verteidigt, was seit Urzeiten den Indianern zur Verfügung stand? Es wurden Bisons gejagt um die Familien über den Winter zu bringen und plötzlich sind da keine Herden mehr und der Hungertod naht. Es frustriert und verändert die Menschen. Mir ist das sehr nah gegangen und ich bin wirklich ins Grübeln gekommen. Ich fühlte mich fast persönlich angegriffen, da ich mich mit Nadonah und Nocona identifizieren konnte. Der Autorin ist es gelungen mich mitten in das Geschehen hineinzubringen und mich alles miterleben zu lassen.


Vorher schrieb ich, das das Buch ganz wunderbar ist und das ist es auch, obwohl manche Szenen tatsächlich sehr grausam sind und unser Kopfkino uns ganz genau zeigt, wie man einen Skalp nimmt und dennoch müssen diese Dinge in ein Buch um zu zeigen, wieso und weshalb es oftmals so blutig abgehen musste und was dahintersteckt. Es war nicht nur Hass von Seiten der Indianer aus, sondern reine Verteidigung. Zumindest habe ich es so herausgelesen. Die Autorin lässt nichts aus und beschönigt auch nichts. Wir lesen von Morden, Vergewaltigungen und auch von Sehnsüchten. Der Sehnsucht nach Frieden und Harmonie, der leider nicht eingekehrt ist, wenn wir die Geschichten der Indianer verfolgen. Klar, jetzt kann man sagen: "Wieso? Sie hatten doch dann ihre Reservaten und bla, bla, bla. Aber jemanden im Prinzip einzusperren, die gewohnte Freiheit zu nehmen grenzt auch an Gewalt, aber das ist nur meine Meinung. Geteilt werden muss sie nicht, aber wer das Buch gelesen hat in all seinen Facetten wie der Natur und der Freiheit, wird mir vielleicht doch zustimmen.




Mehr dazu unter meiner eigenen Meinung. Jetzt erst einmal die üblichen Dinge wie Produktdetails und Co:


Zusammenfassung:

Die junge Fotografin Sara reist durch den mittleren Westen der USA, auf der Suche nach dem einen, besonderen Foto. Als ihr in einem Museum der Comanche Makah über den Weg läuft, ist sie hingerissen. Das perfekte Gesicht für das perfekte Foto. Doch wie erklärt sich die Vertrautheit zwischen ihnen? Was haben die intensiven Träume zu bedeuten, die sie seit ihrem ersten Zusammentreffen immer häufiger heimsuchen? Träume, die sie in die Vergangenheit reisen lassen, in eine Welt, die längst untergegangen ist. Immer mehr Fragen tauchen auf, die mit dem Verstand nicht zu beantworten sind. Als Pflichten Sara zurück nach New York zwingen, wird sie von Visionen überwältigt. Sie spürt, dass nur Makah ihr helfen kann. Verzweifelt versucht sie, ihn wiederzufinden, doch als es ihr endlich gelingt, bricht Unheil über die beiden Liebenden herein. Schatten aus ferner Vergangenheit drohen ihr Leben zu zerstören, auf Sara wird ein Mordanschlag verübt. Während Vision und Wirklichkeit zunehmend verschwimmen und eine tragische Liebe aus längst vergangenen Zeiten ihren Weg in die Gegenwart findet, kämpft Makah um das Leben der Frau, der sein Herz gehört.



  • Taschenbuch: 400 Seiten
  • 14,99 Euro im Buchhandel
  • Verlag: Sieben Verlag
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3864430844
  • ISBN-13: 978-3864430848



Eine Leseprobe findet ihr hier:











Mehr zur Autorin findet ihr hier: 




Meine Meinung:

Der Klappentext sagt schon einiges über die Handlung aus, daher möchte ich diese auch nicht haarklein wiedergeben, sondern nur ganz grob umschreiben, was mir persönlich wichtig geworden ist. 

Im Prinzip lernen wir vier Personen kennen, die miteinander verknüpft sind. Nocona und Nadonah in der Vergangenheit und in der Gegenwart Sara und Makah. Klingt vielleicht im ersten Moment komisch, ist für das Buch aber sehr notwendig, denn um es vereinfacht zu sagen schlüpfen Sara und Makah in die Rolle von Nocona und Nadonah und erleben somit die tiefe und innige Liebe zweier Menschen die schöner beschrieben wirklich nicht gehen könnte. Dabei werden auch Sara und Makah tief miteinander verbunden. Sie merken schnell das sie zusammengehören. Das Buch ist wirklich sehr, sehr leidenschaftlich und erinnert mich zwischendurch sehr an Diana Gabaldons ersten Band "Feuer und Stein" in der Jamie und Sassenach ihre Liebe zueinander entdecken und auslebn.


Erzählt wird die Geschichte der Cynthia Ann Parker, die als weiße Frau unter den Comanchen lebte. Natürlich ist vieles im Roman Fiktion, aber da Cynthia Ann tatsächlich mit dem Häuptling Nocona verheiratet war und über ihre Zeit bei den Indianern geschwiegen hat, lässt dies viel Freiraum für Spekulationen. Warum also nicht eine außergewöhnliche Liebesgeschichte daraus machen?


Ich bin immer noch voller Emotionen und könnte ganz viel ausholen und ganz viel spoilern, aber das sind Dinge die ich mir persönlich untersage um niemanden die Vorfreude auf das Buch zu nehmen. Durch das ganze Liebesgeplänkel, was ich wirklich genossen habe, gehe ich mal ganz stark davon aus, das dieses Buch nur für uns Frauen geschrieben wurde. Natürlich ist der geschichtliche Hintergrund, den ich oben beschrieben habe auch sehr wichtig, aber da die Liebe doch irgendwie im Vordergrund steht, wüsste ich keinen Mann, der sich so sehr darauf einlassen könnte wie ich.



Hinten im Buch finden wir die geschichtlichen Fakten und auch Fotos von Cynthia Ann  Parker und ihrem Sohn Quanah. Ich gestehe, das ich durch das Lesen des Romans ein ganz anderes Bild von Cynthia Ann im Kopf hatte, daher war ich fast enttäuscht, das sie eher normal und unscheinbar aussah, also ganz anders als die rassige und leidenschaftliche Schönheit die ich vor Augen hatte.


Noch einmal kurz die Erwähnung das ich die Indianer als stolzes und tapferes Volk empfunden habe und den einen oder auch die eine in mein Herz geschlossen habe. Ihr Sterben / ihre Hinrichtungen mitzuerleben  war mitunter auch für mich sehr hart. Es geschieht alles sehr glaubwürdig und deshalb ist mir die Geschichte auch sehr authentisch. Genauso hätte es gewesen sein können. 




Definitiv eine Leseempfehlung für das Buch Nocona von Britta Strauß!


Eine kleine Anmerkung noch zum Cover: Ich war total überrascht, das Nocona hier der männliche Part ist, denn vom Cover aus, das eine wunderschöne Frau zeigt, bin ich tatsächlich davon ausgegangen, das Nacona weiblich sit. Tja, so kann man sich täuschen. Und für alle die der Name Nadonah verwirrt hat, dies wird der Indianername von Cynthia Ann Parker. Cynthia, die sich recht schnell in das Leben im Stamm integrieren kann, ihre Sprache lernt und schnell beginnt sich zu entfalten ohne Zwänge und Strafe ihrer Eltern, wird zu einer hoch aufgerichteten und starken Frau. Eine Frau die tatsächlich gelebt hat und nicht erfunden wurde und hier die Rahmenfigur des Romans wird. Sehr gelungen und absolut Lesenswert! 











Alle Informationen zum Buch sind der Verlagsseite http://www.sieben-verlag.de entnommen!




Samstag, 11. August 2012

Wie viel Leben passt in eine Tüte?

Das Buch, welches ich heute rezensieren möchte, lernte ich durch Lovelybooks.de kennen und schätzen, denn es beinhaltet einen wahren Schatz, der sich in einer Papiertüte befindet. Der Umschlag fühlt sich etws fester an als eine Butterbrotstüte, die wahrscheinlich jeder von uns kennt. Früher hat Mama immer meine Butterbrote für die Schule da hineingepackt und in so einer ähnlichen Verpackung befindet sich auch Roses "Survival Kit!"

Survival Kit heißt übersetzt nichts anderes als Überlebenspäckchen / Überlebenausrüstung und davon benötigt Rose nach dem Verlust ihrer Mutter auch eine ganze Menge.


Sehr einfühlsam wird darüber berichtet, wie Roses Leben nach dem Tod ihrer Mutter weitergehen muss und wie viel Schmerz und Trauer der Verlust eines uns geliebten Menschen in uns vorhanden sind. Es wird berichtet über die Schutzmauern, die wir um uns bauen um uns zu schützen, aber auch davon, wie wir diese umstoßen können um wieder zu lachen und wieder am Leben teilnehmen können. Rose hat sich komplett zurückgezogen und vieles, was vorher Teil ihres Lebens war hat sie zum Selbstschutz aus ihrem Leben verbannt. Ich habe oft schwer geschluckt, da ich mir die Trauer wirklich bildlich vorstellen konnte. Das Buch ist für Jugendliche geschrieben und vielleicht auch typisch amerikanisch, aber dennoch war das Buch auch für mich ein wahrer Schatz, den ich meiner Tochter gerne zu lesen geben werde und ich hoffe, das wir uns darüber austauschen werden.







Donna Freitas

Wie viel Leben passt in eine Tüte? 

 Wenn aus Trauer Hoffnung wird


Ein iPod mit Liedern, ein Foto mit Pfingstrosen, ein Kristallherz, Buntstifte, ein Papierstern, ein Papierdrachen. Das alles befindet sich in der schlichten braunen Papiertüte mit der Aufschrift „Roses Survival Kit“, die Rose am Tag der Beerdigung ihrer Mutter findet. Es ist ein letztes Geschenk an Rose – und der Beginn einer Reise. Zögernd lässt Rose sich darauf ein. Jeder Gegenstand scheint sie dabei auf seltsame Art zu Will zu führen. Schon bald merkt sie, dass sie mehr für den zurückhaltenden Jungen empfindet. Doch dann geschieht etwas, dass Roses und Wills aufkeimendes Glück tief erschüttert. Ob ihre Mutter ihr auch für diese Situation etwas hinterlassen hat?

Ein bewegender und doch leichtfüßiger Roman über den Schmerz des Abschiednehmens und den Zauber eines Neuanfangs.




  • Aus der Reihe: Lebensfragen 
    Gebunden mit Schutzumschlag
    400 Seiten
    Ab 13 Jahren
    ISBN: 978-3-522-30312-5
    Preis: 18,95 €


Eine Leseprobe findet ihr hier:


Die Autorin:
Donna Freitas wurde in Rhode Island geboren, studierte Spanisch und Philosophie und hat einen Doktortitel in Theologie. Neben ihrer Tätigkeit als Professorin an der Boston University veröffentlichte sie mehrere Sachbücher zum Thema Jugend und Religion und schreibt für bekannte Zeitungen und Magazine, darunter das Wall Street Journal, die Washington Post und Newsweek. "Wie viel Leben passt in eine Tüte?" ist ihr erster Jugendroman in deutscher Übersetzung.







Alle Informationen sind direkt der Verlagsseite http://cms.thienemann.de entnommen!





Meine Meinung:
Ich habe schon erwähnt, das mich das Buch im positiven Sinne sehr bewegt hat. Ich konnte es kaum aus den Händen legen und die 400 Seiten waren zügig gelesen. Was natürlich auch für ein Jugendbuch spricht, da der Text recht großzügig ist und daher das Lesen wirklich nicht schwer fällt. 

Das Buch beinhaltet einige kurze Kapitel und ist eingeteilt in 4 Abschnitte:
Juni - Das nachtblaue Kleid
November und Dezember - ein Soundtrack für die Feiertage
Januar und Februar - Ein Herz aus Kristall
April und Mai - Sternschnuppenwünsche

Alle Kapitel sind mit Musiktitel betitelt und einige Lieder waren mir natürlich unbekannt. Musik spielte im Leben von Rose Mutter eine sehr große Rolle und schon bevor ihre Mutter verstarb hat Rose Musik komplett aus ihrem Leben ausgeklammert. Sie kann Musik nicht ertragen und es dauert eine ganze Weile bis es ihr gelingt sich zu überwinden. Ich will hier jetzt nicht vorwegnehmen, was alles im Buch noch eine große Rolle spielt, daher gehe ich jetzt komplett auf Anfang und fange damit an, wie Rose das Survival Kit ihrer Mutter findet. 

Im amerikanischen heißt der Buchtitel auch "Survival Kit" und ich hätte es auch sehr passend gefunden den Titel einfach so zu lassen, denn das "Survival Kit" spielt eine riesengroße Rolle, das komplett durch das Buch führt wie ein roter Faden. 

Ich werde versuchen so wenig wie möglich zu spoilern, denn dieses Buch ist einfach zu wunderbar, das man es übersieht. Natürlich ist die Geschichte seit "P.S, ich liebe dich" nicht neu, aber dieses Buch ist ganz anders. Den Tod darf und kann man leider nicht aus seinem Leben ausklammern. Irgendwann trifft er uns alle. Vorbereiten kann man sich nicht und auch ein Buch wird nicht den Trost bieten, den wir brauchen, aber vielleicht ist so ein "Survival Kit" sehr wertvoll auch für unsere Kinder, unsere Ehefrauen oder Ehemänner, unseren Freunden oder auch unseren Eltern? Ich fand die Idee wundervoll und wenn ich die Chance hätte auch so zu handeln, würde ich meinen Kindern auch das eine oder andere in die Tüte packen, damit sie nicht vergessen sich an schönen Dingen zu erfreuen, wieder lachen oder auch sich erneut verlieben können. Diese Dinge darf und kann man nicht ausklammern, auch wenn man vielleicht eine ganze Menge an Zeit braucht weiterzuleben ohne den Schmerz in der Brust, den der Verlust eines geliebten Menschen in uns auslöst.


Das "Survival Kit" ist die Idee von Rose Mutter, die als Grundschullehrerin gearbeitet hat und für die Eltern ihrer Schüler jedes Mal am ersten Schultag einiges gebastelt hat um den Eltern und auch den Kindern den Schulstart zu erleichtern. Ein Papierdrache zeigt auf, den Kindern Flügel zu geben und los zulassen. Wer schon Kinder hat, wird diese Geste sicherlich verstehen, denn es fällt uns, besonders uns Müttern schwer unsere Kinder ziehen zu lassen. 

Solch ein "Survival Kit" findet Rose im Kleiderschrank ihrer Mutter und es überfordert sie zuerst, denn die Beerdigung ist gerade vorbei. Erst nach und nach nimmt das "Survival Kit" Raum ein in Roses Leben. Und mit ganz viele kleinen Schritten findet Rose in das Leben zurück.

Der Autorin ist es wirklich gelungen mich zu überzeugen und dieses Buch ist als sehr wertvoll zu betrachten. Es ist keineswegs kitschig, sondern sehr, sehr einfühlsam, denn Roses Gefühle werden aus allen Seiten betrachtet und wertgeschätzt. Ich fand es auch wunderbar zu sehen, wie sehr sich Rose bemüht und auch wenn Rückschläge kommen, sie gute Freunde hat, die sie auffangen. 

Rose muss schon alleine dadurch stark sein, da ihr Bruder Jim am College ist und ihr Vater seinen Kummer im Alkohol ertränken möchte. Jeder geht mit seinem Schmerz anders um, aber die ganze Verantwortung auf ein 16 Jähriges Mädchen zu übertragen fand ich dann doch krass. Immerhin trauert Rose auch und verliert dadurch auch ihren festen Freund Chris, dem Footballstar der Highschool, obwohl ich spontan den Verlust als nicht sehr groß beachte, denn ab da kann Rose sich weiterentwickeln und sich dem neuen Leben ohne ihrer Mutter stellen und nicht nur in Chris Schatten stehen.

Will, der Junge der sich um den Garten kümmert ist für Rose irgendwann sehr, sehr wichtig. Nicht nur, das er sich darum kümmert, das Rose Pfingstrosen in Mutters Garten pflanzen kann, er ist im Prinzip auch ein Seelenverwandter, den auch er hat den Verlust eines Elternteils zu beklagen. Es entwickelt sich eine Liebe, die langsam wächst und im entscheidenden Moment auch zerbricht, da Will nicht aus seiner Haut kann und wie am Boden festgeklebt zu sein scheint. dennoch gibt es für Rose ein Happy End, wobei das "Survival Kit" wieder eine große Rolle spielt.

Ich fand das Buch sehr einfühlsam und gerade passend, was die Gefühlslage betrifft, denn junge Menschen werden nachvollziehen können, was in Rose vorgeht. Das Buch hat auch die eine und andere romantische Stelle, die mich zum schmunzeln hat bringen lassen und mein Herz ganz weit gemacht hat für Rose und ihre Situation, denn sie brauchte einfach etwas ganz, ganz schönes in ihrem Leben. Sehr gut fand ich auch, das die Autorin Rose jede Menge gute Freunde mit auf den Weg gegeben haben, die sie immer wieder auffangen und unterstützen. So ganz alleine hätte sie auch ihrer Trauer und ihren Mauern nicht herausgefunden. Manchmal kleine Schritte und manchmal auch ganz große, manchmal ging der Weg auch zurück, aber ganz zum Ende hin konnte Rose loslassen und wieder lachen. 




Eine echte Leseempfehlung für das Buch "Wie viel Leben passt in eine Tüte"!





















Donnerstag, 9. August 2012

Wenn die Vergangenheit dich einholt .....

Ich habe den neuen Thriller von Siegfried Langer voller Spannung erwartet, da ich von "Vater, Mutter, Tod" wirklich sehr angetan war. Leider war mir das Glück weder auf Vorablesen.de, noch auf Lovelybooks.de hold und so kam es, das ich mir das Buch selbst kaufen musste. Ob das Buch meine Erwartungen erfüllt hat, könnt ihr nach den Produktinformationen, dem Klappentext und Co nachlesen.




  • Taschenbuch: 336 Seiten
  • Verlag: List Taschenbuch
  • 8,99 Euro
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3548610919
  • ISBN-13: 978-3548610917

Als ihr klar wird, dass in ihrer Abwesenheit regelmäßig jemand in ihre Wohnung eindringt, klettert Panik in der jungen Mutter Kathrin hoch. Als dann noch ihre Tochter im Kindergarten von Kathrins totgeglaubtem ehemaligen Mitbewohner angesprochen wird, weiß sie, dass etwas Schreckliches bevorsteht. Wird die tragische Entscheidung, die sie und ihre Freunde damals in der WG getroffen haben, sie nun einholen? Getrieben von Schuld und Rache beginnt ein dramatischer Wettlauf mit der Zeit, und zum ersten Mal in ihrem Leben muss sie die Kontrolle abgeben…


Der Autor:
Siegfried Langer, geboren 1966, stand unter anderem als Schauspieler auf der Bühne und vor der Kamera.Sterbenswort ist nach dem Erfolg von Vater, Mutter, Tod sein zweiter Thriller bei List.
www.siegfriedlanger.de


Leseprobe gibt es hier:


Das Cover:
Das Gesamtbild ist sehr dunkel gehalten und spontan würde ich sagen, das es sich hierbei um einen Zaun handelt. In der Geschichte um die es sich im Thriller handelt geht es um eine Brücke, aber ich kann hier keine Brücke ausmachen, aber vielleicht fehlt mir einfach die Phantasie? In der Handlung im Buch passiert alles in der Nacht, aber dafür ist es auf dem Cover zu hell. Das einzige was man noch ausmachen kann, ist die Tatsache, das es scheinbar geregnet hat, denn der Untergrund, der aus Blättern besteht ist feucht. Auf jeden Fall ist es recht bedrückend und das passt dann wieder wie die Faust aufs Auge, denn ich habe im kompletten Buch eine düstere und finstere, wenn nicht sogar eine beängstigende Stimmung ausmachen können. Das einzige was Farbe ins Spiel bringt ist der rote Schriftzug "Sterbenswort", aber ob dies Licht ins Dunkel bringen kann?


Meine Meinung:
Da ich versuche in allen meinen Rezensionen so wenig wie möglich zu spoilern, muss ich mich hier wirklich sehr zurückhalten, um die Spannung weiter zu erhalten. Schon "Vater, Mutter, Tod" erschien mir sehr kurz und ich brauchte lediglich einen Abend um das Buch zu lesen. Ein paar mehr Seiten hätten dem Thriller nicht geschadet. 
Der Prolog beginnt sehr spannend, denn wir werden in die Gedanken und Ängste eines kleines Mädchens geführt. Mich hat es sehr bedrückt und nachdem ich die Leseprobe gelesen hatte, wollte ich unbedingt wissen, ob Maya gerettet wird und warum sie überhaupt entführt wurde. Soll dadurch Kathrins Willen gebrochen werden? Was ist damals wirklich geschehen und was verschleiern die Freunde?
Leider hat mich der Thriller nicht überzeugen können, denn ich fand die Handlung sehr vorhersehbar und das Ende, die Auflösung um das Rätsel der Vergangenheit hat mich keineswegs überrascht, sondern fast schon gelangweilt. Vielleicht hatte ich meine Erwartungen einfach zu hoch angesetzt?
Um als Thriller eingestuft zu werden, erwarte ich Spannung, das mir die Haare zu Berge stehen. Es ist eine nette Geschichte, die aber eher in die Richtung Krimi geht. Dieses Mal bin ich eher enttäuscht und würde dem Buch 3 gute Sterne geben aus den oben genannten Gründen. Zu vorhersehbar, wenig Spannung und ein Ende ohne Schrecken.

Von mir eine eingeschränkte Leseempfehlung zu dem neuen Buch von Siegfried Langer "Sterbenswort". Warum "Sterbenswort" ist schnell klar und ganz ehrlich? Wer kann so einen groben Fehler vergessen können? Irgendwann holt uns alle unsere Vergangenheit ein, da bin ich mir sicher. Für Kathrin und ihre Freunde kommt der Tag der Abrechnung und ganz ehrlich sie haben es verdient. Solch eine große Schuld kann nicht vergessen werden. Klar es beängstigend, wenn im eigenen Haus plötzlich alles versteckt wird oder sich Dinge im Kühlschrank befinden, die dort nicht hingehören, aber das was geschehen ist, ist auch ganz, ganz furchtbar und aus Egoismus straffrei zu bleiben auch keine Lösung. Für seine Taten muss man gerade stehen. PUNKT! Das aber das Kind mit hineingezogen wird ist mir doch sauer aufgestoßen, aber vielleicht wurde das benötigt um Kathrin aus ihrer Selbstgefälligkeit und ihrem Starrsinn zu holen? So wirklich angenehm war sie mir nämlich nicht, auch die anderen Beteiligten möchte ich nicht als Freunde haben. Gut, das man sich seine Freunde aussuchen kann, oder? Obwohl niemand hätte gedacht das eine Party so endet und aus ehemals besten Freunde kann sich auch mal schnell eine Feinschaft entwickeln.


So, nun aber wirklich Schluss!

GLG,
Mel




Leider reicht es für "Sterbenswort" nur für eine 4 Sterne Bewertung!










Alle Informationen zum Buch sind direkt der 
Verlagsseite http://www.ullsteinbuchverlage.de entnommen!


Dienstag, 7. August 2012

Wenn die Erinnerung dich quält






Was würdest du tun, wenn du nicht vergessen kannst? Wenn du nicht weißt, wo deine Liebsten sind? Wenn jede Erinnerung dich zum schrecklichsten Moment deines Lebens führt? Seit der Entführung ihrer Schwester vor vielen Jahren leidet die Privatdetektivin Brenna Spector unter einem seltenen Phänomen: Sie kann sich mit allen Sinnen an jede Situation erinnern. Jeden vergangenen Moment zu sehen, zu hören und zu riechen ist ein Segen in ihrem Beruf, aber eine Qual in ihrem Leben. Vor allem, als Brennas neuester Fall zu einem vermissten Mädchen führt, das auf die gleiche Art verschwand wie ihre eigene Schwester ...




  • Taschenbuch: 464 Seiten
  • Verlag: Ullstein Taschenbuch
  • 9,99 Euro
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3548283780
  • ISBN-13: 978-3548283784
  • Originaltitel: And She Was




Alison Gaylin
Alison Gaylin lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern in den USA. Sie hat bereits mehrere Bücher veröffentlicht und plant eine Serie mit der außergewöhnlichen Ermittlerin Brenna Spector



Entsetzlich, wenn sich Erinnerung mit Gegenwart vermischt. Brenna selbst würde sicherlich gerne alles darum geben nicht immer in ihren Erinnerungen zu schwelgen. Manchmal überkommt es sie und sie blendet alles aus, was sie umgibt. Ist daran ihre Ehe gescheitert? Ist dies der Grund, warum sie in ihrem Job doch so erfolgreich ist? Sich mit allen Sinnen erinnern zu können kann manchmal sehr schön sein, manchmal schmerzlich und manchmal hilft es auch einen Fall zu lösen, der etwa 10 Jahre geruht hat. Ein Mädchen verschwindet spurlos und scheinbar will sie auch niemand finden. Der alte Fall wird aufgerollt und hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack für alle Beteiligten. Wurde da etwa an den Beweismittel manipuliert und vor allem warum? Wer hat etwas zu verbergen und wieso kommt plötzlich der Weihnachtsmann ins Spiel? 

Mir hat das Buch wirklich sehr gefallen. Brennas Krankheit / Gabe ist wirklich faszinierend und ich wusste bis zu dem Thriller auch nicht, das es so ein Phänomen gibt. Für viele ist es ein Fluch, aber Brenna schafft es das Beste daraus zu machen. Manchmal schafft sie es auch dagegen anzukämpfen indem sie laut anfängt zu zählen oder zu singen. Manchmal ist es allerdings auch sehr hilfreich, besonders dann wenn man als Privatdetektivin arbeitet. Mir hat das sehr imponiert und die gezeichneten Personen sind wirklich gelungen, zumindest die Guten. Die Bösen und skrupellosen über Leichen gehenden mag ich in keinem Buch, also auch hier nicht. 
Ich war sehr gefesselt und kann dem Buch nur eine Leseempfehlung aussprechen. Ein klein wenig mehr Blut hätte dem Buch allerdings nicht geschadet, denn so konnte ich ihn für mich eher in die Sparte guter und spannender Krimi einordnen. Für einen Thriller fehlte mir das angenehme Kribbeln, das Fingernägelkauen vor Anspannung und die Gänsehaut! Dennoch ist die Geschichte wirklich spannend und baut auf den alten Fall, das Verschwinden von Iris Neff auf. Immer mehr Personen kommen dazu und was am Anfang verwirrt fügt sich hinterher nahtlos ineinander.  Es gibt zwar kein Happy End, aber es klärt sich, wo Iris Neff sich aufhält und was damals wirklich geschehen ist. 


Die Autorin beschreibt auf S. 458 das Phänome "hypertymetistisches Syndrom" wie folgt: Das hypertymetistische Syndrom gibt es tatsächlich, auch wenn es erst seit seiner ersten medizinischen Erwähnung in medizinischen Fachzeitschriften 2006 nur eine Handvoll Fälle bekanntgeworden sind. Menschen mit diesem Syndrom haben ein perfektes autobiographisches Gedächtnis, das heißt, die Fähigkeit, sich vollständig mit allen fünf Sinnen an sämtliche Tage ihres Lebens zu erinnern.


Mehr dazu auf Wikipedia:

http://de.wikipedia.org/wiki/Hyperthymestisches_Syndrom

Es ist also keine Fiktion, sondern wurde von der Autorin genutzt um diesen Thriller zu schreiben. Meiner Meinung nach ist es ihr wirklich gelungen eine außergewöhnliche Protagonistin zu schaffen!










Alle Informationen zum Buch sind direkt der Verlagsseite http://www.ullsteinbuchverlage.de entnommen!

Sonntag, 5. August 2012

Katis Verwandlung



Dieses wunderbare Buch habe ich anlässlich der Lesechallenge auf Lovelybooks gelesen und da ich es soeben beendet habe, sind meine Erinnerungen noch recht frisch und daher erfolgt recht zeitnah meine Rezension zu dem Buch,




"Der Himmel über der Heide" von Sofie Cramer


  • Taschenbuch: 416 Seiten
  • Verlag: rororo
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499257742
  • ISBN-13: 978-3499257742

bevor ich alle meine Empfindungen vergessen habe. 




Klappentext:
Schicksalssommer in der Heide. Seit zehn Jahren meidet Kati ihre alte Heimat. Seit zehn Jahren quälen sie schmerzhafte Erinnerungen. Jetzt hat erneut eine Tragödie ihre Familie heimgesucht. Der Vater liegt im Koma, und die Großmutter kann den kleinen Gasthof nicht allein führen, den die Weidemanns seit Generationen mitten in der Lüneburger Heide betreiben. Und die Saison hat gerade erst begonnen. Schweren Herzens beschließt Kati, ihren Hamburger Agenturjob aufzugeben und für einige Zeit auf dem «Heidehof» auszuhelfen. Überrascht stellt sie fest, wie sehr sie die Stille und Schönheit der Heidelandschaft vermisst hat: Kati blüht auf, ihre Wunden beginnen endlich zu heilen. Bis auf einmal der Mann vor ihr steht, dessen Schicksal mit ihrem für immer verbunden ist und den sie niemals wiedersehen wollte ...




Leseprobe findet ihr hier:


Buchtrailer:


Das Cover:
Wir sehen ein geöffnetes Fenster, welches einen traumhaften Blick auf die Lüneburger Heide bietet, aber ganz ehrlich? Ich fand es stinklangweilig und habe lange gezögert, ob ich mir das Buch wirklich anschaffen möchte. Die Neugier siegte und das Buch entpuppte sich als ein Familiendrama, mit viel Kitsch und Herzschmerz, aber auch vielen Tiefen, die das Buch lesenswert machen. Von der Optik her hätte es mich im Buchhandel nicht angesprochen, aber der Klappentext hat mich dann letztendlich überzeugt!



Meine Meinung:
Der Roman lässt sich sehr schnell und zügig lesen und nimmt uns mitten hinein in das Leben von Kati. Im Laufe des Buches erfahren wir immer mehr, was Kati tatsächlich belastet und es zeigt sich immer wieder, das das Zurückziehen nicht immer Vorteile bringt, denn sobald Kati loslässt eröffnen sich ihr viele neue Wege und Möglichkeiten. Im Prinzip ist ihr Leben vor dem Großreinemachen ein echter Krampf. Die Beziehung scheitert, Unzufriedenheit im Job, tiefe Trauer, Alpträume .... Die Vergangenheit holt sie immer wieder ein und lässt ihr keine Chance zu vergessen oder gar zu vergeben. Daraus entsteht eine regelrechte Bitterkeit, die sich wie ein roter Faden durch das Buch zieht. Zwischendurch  möchte ich Kati wirklich schütteln und sie zur Vernunft bringen, denn letztendlich läuft Kati der Wahrheit davon oder sie verschließt ihre Ohren, weil sie einfach nicht zuhören möchte. Ihr Leben wäre um einiges positiver verlaufen, wenn sie sich nicht vor der Wahrheit verschlossen hätte. Natürlich kommt irgendwann doch noch alles zum Vorschein und ist für Kati endlich ein Neubeginn und der Abschluss tiefer Verletzungen, Verbitterungen und vielleicht auch ein kleines bisschen weniger Trauer, obwohl wir die, die wir lieben sicherlich ein ganzen Leben vermissen werden.

Im Vordergrund steht natürlich der Heidehof, der durch den Krankenhausaufenthalt von Katis Vater wieder in das Leben von Kati rückt. Sie hat vor 10 Jahren ihren Verdrängungsprozess begonnen, indem sie alles was sie quält verlassen hat und dabei auch ihre Familie vergessen hat. Nun gilt es den Heidehof weiter zu führen, zu sanieren und vielleicht auch ein Leben mit der Familie und dem Heidehof zu verbinden, doch wie ist dies möglich, wenn man doch in Hamburg wohnt und dort als Graphikerin arbeitet?

Der Autorin ist es sehr gut gelungen die einzelnen Personen so zu umschreiben, als wäre man selbst Mitglied dieser Familie oder einfach nur gut mit ihnen befreundet. 

Veränderungen müssen her, auch wenn es wehtut, aber letztendlich bringt es Kati einen tiefen inneren Frieden und dem Buch ein Happy End. 

Ein echter Frauenroman würde ich sagen, der natürlich auch mit jeder Menge Kitsch aufwartet. Ich mochte das Buch trotzdem, denn man braucht manchmal einfach etwas fürs Herz.

Hier wurden gerade Gefühle sehr ernst genommen und auch wunderbar eingefangen und damit wurde das Buch für mich um einiges menschlicher. Dadurch bekam das Buch einen gewissen hauch an Glaubwürdigkeit. Auch sehr gut gefallen hat mir die Fauna und Flora der Lüneburger Heide. Sehr bildlich beschrieben kann man fast den Duft der Heide riechen, obwohl oft fälschlicherweise alles als Heidekraut (Erica) bezeichnet wird, obwohl es kein Heidekraut ist. Wusstet ihr z.B. auch, warum die Heidschnucken Heidschnucken heißen? Also ich bin nun ein ganzes Stück schlauer als vorher.

Manchmal braucht jeder von uns vielleicht die Holzhammermethode um wieder klarer zu sehen und um wieder Boden unter den Füßen zu bekommen. Für Kati war es heilsam und richtig! Schön, das ihr die Autorin so liebenswerte Freunde und Familie an die Seite gestellt hat. Sie brauchen viel Geduld mit Kati und letztendlich lohnt es sich, das sie ihr Zeit geben und in allem unterstützen. Kati ist auf der Suche nach Heilung und der Frage nach dem "Warum!" Letztendlich kann es niemand Kati abnehmen, aber es zeigt einfach auf, das wir vielleicht auch Hilfe annehmen müssen um innerlich heil zu werden und Abschied nehmen können.

Von mir 4 Sterne und eine Leseempfehlung!






Alle Informationen zum Buch sind der Verlagsseite http://www.rowohlt.de/verlag/rororo entnommen!

Mittwoch, 1. August 2012

Welcome to the 80´s

Dieses spritzige und witzige Buch habe ich mir ertauscht, da ich das Glück hatte 3x das Buch von Arno Strobel "Das Skript" mein Eigen zu nennen. Es ist eine lange Geschichte, die zu erzählen den Rahmen sprengen würde, daher gibt es heute nur die Kurzform, denn es soll ja schließlich um "Dancing Queen" gehen und nicht um "Das Skript" Übrigens auch ein sensationell gutes Buch für das ich mir 2 wunderbare andere Bücher ertauscht habe. 

Ich lege mal gleich mit Klappentext und diversen anderen Buchdetails los bevor ich euch das Buch "Dancing Queen" von Ella Kingsley ans Herz lege. Entdeckt hatte ich das Buch auf Vorablesen.de, wo ich es nicht gewonnen hatte, aber ich bin dann letztendlich doch noch an das Buch gekommen und nachdem ich es jetzt endlich gelesen habe ist der Bericht dazu einfach fällig, denn das Buch ist wirklich total komisch und genau das Richtige für uns Frauen der 80er. Die 80er waren meine Zeit und das Buch hat mir den einen oder anderen Ohrwurm beschert, aber dazu später. 



Klappentext: 

Maddie kann nicht singen. Eigentlich keine Schande, wären ihre Eltern nicht DAS 80er-Jahre-Popduo - und Inhaber einer Karaoke-Bar. Die soll Maddie plötzlich managen, während ihre Eltern auf Revival-Tour gehen. Als sie erkennt, wie heruntergekommen die Bar ist, verzweifelt Maddie erst mal. Doch dann erwacht in ihr der Ehrgeiz: Vor laufender Kamera soll die Bar ein Comeback erleben! Dumm nur, dass die Kamera auch läuft, als Maddie sich in den charmanten Nick verliebt - und gleichzeitig ihr Ex wieder aufkreuzt ... 


Taschenbuch: 384 Seiten 

Verlag: Ullstein Taschenbuch 
9,99 Euro 
Sprache: Deutsch 
ISBN-10: 354828373X 
ISBN-13: 978-3548283739 
Originaltitel: Confessions of a Karaoke Queen 


Leseprobe findet ihr hier: 

http://g-ecx.images-amazon.com/images/G/03/books/ PDF/ 
leseproben/9783548283739.pdf 
oder auch hier: 
http://vorablesen.de/buecher/dancing-queen 


Das Cover: 

Das Cover ziert ein Meerschweinchen, welches mit Sonnenbrille und einem Herz bestückt ist. Auch auf dem Buchseiten finden wir das Meerschweinchen wieder und auf der Unterseite diverse Herzen. Es ist jetzt schon das dritte oder vierte Buch, wo die Buchseiten nicht nackig sind sondern bedruckt. Mir gefällt es wirklich gut, da es das Buch um einiges ansprechender macht. Das Meerschweinchen selbst ist Teil der Handlung, denn es gehört zu einer der Mitarbeiterinnen der Karaokebar von Maddies Eltern. Ganz schön schräg und vielleicht auch ein kleines bisschen Tierquälerei, wenn man es genau nimmt, denn wer verkleidet sein Meerschweinchen regelmäßig und nimmt es mit in eine Karaokebar? 




Die Autorin: 

Ella Kingsley ist das Pseudonym einer erfolgreichen englischen Autorin. Bevor sie mit dem Schreiben anfing, arbeitete sie in einem Verlag, woher ihre Besessenheit mit korrekter Rechtschreibung rührt. Ella Kingsley ist Mitte zwanzig und lebt in London. Ihre Karaoke-Darbietung von "Ice Ice Baby" ist äußerst überzeugend. 



Meine Meinung und die Handlung grob erzählt: 

Für mich ist Karaoke ein Graus, obwohl ich schon lange davon träume mal eine Karaokebar zu besuchen, dann aber eher als Zuschauer, denn wenn ich vor Publikum singen müsste, dann wäre das in etwa wie die Szene aus "Die Hochzeit meines besten Freundes" und mal ehrlich, wer will so etwas hören? Ich kann mich mit Maddie also tatsächlich ein klein wenig identifizieren. 

Maddie selbst ist mir wirklich sympathisch. Schon alleine daher, weil ihre Eltern echt der Oberbrüller sind. Interessant hierbei ist, das Maddie total normal ist und nicht so abgedreht wie ihre Eltern die ja immerhin ein bekanntes Popduo waren in den 80igern. Ach ja, die 89iger die Zeit an die ich sehr, sehr gerne zurückdenke. Modern Talking, La Boum, Dirty Dancing, Michael Jackson, A-ha ............ um nur einiges zu nennen, was sich in mein Gedächnis gebrannt hat. Eine schrille und skurile Zeit. Falls mal etwas über die 80iger im Fernsehen läuft bin ich dabei und schwelge in Erinnerungen. Fotos von damals sind mitunter megapeinlich, zumindest empfinden das meine Kinder so. Ich habe die Zeit genossen und denke gerne daran zurück. Vielleicht ist es auch das, was mich an "Dancing Queen" so fasziniert hat? 


"Dancing Queen" ist ja ein Hit von Abba, aber das werdet ihr ja hoffentlich wissen, oder? Ansonsten bitte eine Runde schämen. Der Song stammt aus dem Jahr 1976 und passt eigentlich nicht wirklich als Titel, zumindest wenn man es genau nimmt, da der Klappentext und auch der Inhalt des Buches sich auf die 80er bezieht, aber wir wollen es mal nicht ganz so genau nehmen und uns zufrieden geben. 

Für alle die "Dancing Queen" erneut hören wollen, können sich gerne das Lied direkt auf Youtube anhören: 
http://www.youtube.com/watch?v=SH9Qye46Mrg 


Die Kapitel haben immer einen Song als Titel: 

1. Total Eclipse of the Heart 
2. I should be so lucky 
3. Bad 
4. Things can only get better 
5. Saturday Night 
6. Livin`on a Prayer 

......................... 


um nur einige zu nennen. Die Kapitel sind kurz und knackig und jedes Mal war ich von einem echten Ohrwurm begleitet, bis zum nächsten Kapitel. Für mich ein echtes Revival in meine Teenie / Jugendzeit. 


Darum soll es aber nicht gehen, sondern um Maddie, die frisch getrennt von ihrem Freund, einem wirklich armseligen Würstchen, der wieder dann auf der Matte steht als Maddie und die Karaokebar wieder im Rampenlich stehen. Maddie bekommt nämlich von ihren Eltern die eine Tour durchs Land planen mit ihrer Band "Pinnaple Mist" den Auftrag sich um die Bar zu kümmern. Die Bar steht in den roten Zahlen, wenn nicht sogar vor dem bankrott und Maddie beschließt das es Zeit ist für Veränderungen. Wozu gibt es Reality TV? Blöd nur, wenn man dann tatsächlich immer jemanden am Hintern kleben hat, der filmt wie es einem geht oder man sich ganz normal unterhält und dann aber alles so zugeschnitten wird, wie das Publikum es verlangt. Es gibt also nicht wirklich eine Veränderung oder Verbesserung für die Bar, oder doch? Gefühlsmäßig geht zumindest einiges den Bach runter. Schade, denn die Idee die Bar zu retten war schon gut, wenn da nicht der eine oder andere wäre der durch macht und Korruption dazu führt, das alte Freunde sich trennen bzw. sich nichts mehr zu sagen haben. Ganz schöner Schlammassel Maddie in den du dich da hineingeritten hast. Wärst du nicht so bezaubernd, wären wahrscheinlich auch wir Leser schnell von dir genervt, obwohl du ja eigentlich nur retten wolltest was deine Eltern sich aufgebaut haben. Den Rattenschwanz der deiner Entscheidung folgt konntest du ja nicht sehen, aber es ist schon sehr vorhersehbar das es nicht glimpflich ablaufen kann. 


Kitsch ist hier zuhause und das ist aber das, was mir gefallen hat. Ich konnte durchweg grinsen und dieses Buch mit einem Lächeln beenden, da es mich bestens unterhalten hat und mal ehrlich ein klein bissel Kitsch und Blödsinn zwischendurch muss einfach sein. Das Leben ist schon ernst genug! 


Ein Hoch also auf Maddie und"Sing It Back"! Ich habe mich bestens amüsiert. Ein tolles Sommerbuch ohne Tiefgang, aber mit garantiert den einen oder anderen Angriff auf unsere Bauchmuskeln. Wetten? 




Schönen Tag euch allen! 

Ganz liebe Grüße, 
Mel