Donnerstag, 26. September 2019

Blanker Hass erzeugt gnadenlose Brutalität




Arno StrobelOffline - Du wolltest nicht erreichbar sein. Jetzt sitzt du in der Falle.

Psychothriller

368 Seiten,
FISCHER E-Books
ISBN: 978-3-10-490979-0
12,99€




Arno Strobel gehört definitiv zu meinen Lieblingsthrillerautoren und es war quasi ein Muss, seinen aktuellen Thriller lesen zu wollen. netgalley und Fischer E-Books machten es möglich, zeitnah vor dem Erscheinungstermin den Thriller lesen zu können. Vielen Dank an dieser Stelle.
Normalerweise ziehe ich immer ein "echtes" Buch in meinen Händen vor und "Offline" wäre nach dem Lesen auch als Print in mein Buchregal eingezogen, wenn es mir denn gefallen hätte. Leider konnte ich nach einem sehr gelungenen den Sog des Anfangs nicht mehr verspüren, da eine einsame Berghütte und Menschen, die für einige Tage unerreichbar sein wollen, mich nicht gänzlich überzeugen konnten. Es war mir so, als hätte ich ähnliches schon gelesen in einem Arno Strobel Thriller. Es ist ein Mix aus "Abgründig" und "Das Dorf", oder irre ich mich? Mir erschien es, als hätte ich den Plot irgendwie, irgendwann schon gelesen, zwar mit anderen Protagonisten und einer anderen sehr intensiven Brutalität, die mich wirklich bis ins Mark getroffen hat. Einige erzeugte "Locked In Syndrome" waren absolut ein kluger Schachzug, wobei die Grenze, zwischen Leben und Tod in meinen Augen zu künstlich erzeugt wurden. Letztendlich ist erkennbar, was der Täter / die Täterin zu diesem Wahnsinn treibt und deutet demnach wieder auf den unglaublich gelungenen Epilog hin, der mich erkennen lässt, das ein Eco System mir niemals ins Haus kommt, da es mich jetzt noch mehr gruseln würde. 
Die Grundidee einige Tage komplett "Offline" zu sein, finde ich für mich annehmbar, da ich meine wenige Zeit, die ich nicht mit Arbeit oder Haushalt verbringe, Online investiere und zwar stundenlang. Es macht mich müde, da soziale Medien ein absoluter Zeitfresser sind und oftmals auch absolut unnötig. Für die Protagonisten entwickelt sich die Auszeit, "Digital Detox" zu einer tödlichen Falle und je mehr Gewalt auftritt, umso mehr schwindet das Vertrauen zueinander, denn klar ist, das der Täter / die Täterin sich in ihrer Mitte befindet. Durch einen Schneesturm gibt es kein Entkommen und die Falle schließt sich mehr und mehr. Alle sind verdächtig und erst kurz vor Ende wird der Wahnsinn hinter den Taten erkennbar.
Ich empfand die Auflösung als zu schnell geklärt, sodass ich wahrscheinlich die letzten Seiten mehrfach hätte lesen müssen, um auch wirklich alles zu verstehen, denn der Verlauf nimmt rasant an Fahrt auf und der Thriller endet fast schon abrupt. Nur noch wenige Seiten zu lesen und immer noch keine Klarheit? Klar ist definitiv, warum auf Facebook auf der Autorenseite eine Diskussion über Hunde und Katzen entstanden ist, die ich erst jetzt nach Beenden des Thrillers begriffen habe.
Ich vergebe natürlich eine Leseempfehlung, denn mir ist natürlich bewusst, das es immer Leser/-innen geben wird, die diesen Thriller mehr wertschätzen als ich. Für mich war er gut, aber leider nicht herausragend.

3,5****

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