Donnerstag, 25. April 2019

Mädcheninternat Duncraggan Castle



Gefährliche Freundinnen
352 Seiten -  Klappenbroschur FISCHER FJB - 14,99€





"Gefährliche Freundinnen" empfand ich als gewählten Titel nach Beenden des Buches als komplett unpassend. "Gefährlich" klingt nach Hochspannung und dieses vermisse ich im Roman gänzlich. Was nicht bedeutet, das nicht hier und da ein Spannungsbogen erfolgt, aber wer seine Erwartungen an dem Titel festmacht, wird bitter enttäuscht werden. In meinen Augen dennoch gelungen, da es viele Dinge wie Trauer, Tod, Anpassung, Ausgrenzung, Familie, Freundschaft und vieles mehr anspricht, was der Zielgruppe junger Leserinnen komplett entspricht. Gut finde ich, das das Cover fünf junge Mädchen zeigt, obwohl sich zunächst nur eine Viererclique im Internat gebildet hat und Kirsty erst einmal ausgegrenzt wird. Es fasziniert tatsächlich, welch Methoden diese anwendet, um Harper für sich zu gewinnen. Harper ist die Hauptdarstellerin des Buches, alle anderen wie Rowan, Lily, Ama und auch Kristy sind tatsächlich nur Nebendarstellerin, denn letztendlich dreht es sich um Harpers Verlust ihrer Schwester, Ihr Tod geht ihr sehr nah und weckt auch große Schuldgefühle. Harper ist inmitten eines Trauerprozesses und daher verletztlich und somit für manches zugänglicher. Kristy weiß ganz genau, welche emotionale Seite sie anwenden muss, um Harper für sich einzunehmen. 
Für mich war "Gefährliche Freundinnen" spontan ein klein wenig Hanni und Nanni, denn auch da werden in der Nacht Feste gefeiert, die Mademoiselle oder die Schulleitung auf keinen Fall entdecken dürfen. Diese Augenblicke festigen die Freundschaft der Mädchen und geben auch reichlich Schwung, allein durch den Reiz des Verbotes. Trotzdem wird von Harper erwartet sich zu entscheiden, was ich tatsächlich als recht mies empfand, denn eigentlich sollte doch jedes Mädchen sich aussuchen können, mit wem es befreundet sein möchte, oder nicht? Klar in einem gewissen Alter sind junge Frauen zickig und verhalten sich auch oftmals etwas eigentümlich. Muss ich also nicht verstehen, sondern kann darüber nur den Kopf schütteln, da ich es nicht nachvollziehen kann. Weder die Tatsache, das sich Harper entscheiden muss, noch die Entscheidung die sie letztendlich trifft.
Da Gefährliche Freundinnen" anders war, als ich es erwartet hätte und mir in manchen Handlungen und Geschehen einiges zu oberflächlich abgehandelt wurde, obwohl jede Menge Potential in der Story steckte, dieses auszuschmücken, vergebe ich eine eingeschränkte Leseempfehlung. Ein nettes Buch für zwischendurch, aber mehr auch leider nicht. 

★★★



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