Sonntag, 17. März 2019

Die verbotenen Bücher


Alan Gratz

Amy und die geheime Bibliothek

  • empfohlen ab 9 Jahren
  • 248 Seiten
  • Hanser Verlag
  • Fester Einband
  • ISBN 978-3-446-26211-9
  • 15€




"Amy und die geheime Bibliothek" ist ein absolut entzückendes Kinderbuch, welches die Wertigkeit eines Buches darlegt. Ich war wirklich fasziniert, wie Amy das Problem der verbotenen Bücher in der Schulbibliothek angeht und sich gegen Regeln der Obrigkeiten widersetzt. Nachdem ihr Lieblingsbuch "Gilly Hopkins - Eine wie keine" aus der Schulbibliothek entfernt wird, muss sie ihre ganze Cleverness einsetzen und bekommt dadurch sehr viel Unterstützung von anderen Mitschüler_innen. Eine geheime Bibliothek entsteht, die alle verbotenen Bücher enthält. 
Entstanden ist die Grundidee des Kinderbuches dadurch, das es tatsächlich in den USA an einigen Schulen Bücher verboten wurden, die die Entwicklung und Erziehung der Leserschar beeinflussen könnten. Einige der Bücher sind mir bekannt und wurden von mir selbst gelesen und geliebt, andere wiederum waren mir komplett unbekannt. Nachdem auch "Die Chroniken von Narnia" verbannt wurden, konnte ich mich mit Amys Idee sich zu wiedersetzen immer mehr anfreunden, da mir absolut unverständlich ist, warum manche Bücher verwerflich sein sollten. Kindern sollte es möglich sein, in Phantasiewelten einzutauchen und müssen sich nicht mit schnöder Schullektüre auseinandersetzen müssen. Es gibt natürlich auch Bücher, die ich selbst gelesen habe, die meiner Meinung nach nicht der Altersempfehlung entsprechen, diese würde ich meiner Tochter dann auch nicht zum Lesen anbieten wollen. Dieses ist aber äußerst selten. Dennoch ist es unerlässlich als Eltern das Leseverhalten des Kindes zu überprüfen. Bücher aber zu verbannen, weil sie sich mit Zaubern beschäftigen oder das Wort S E X enthalten ist, stößt bei mir auf Unverständnis, zumal unsere Kinder durch Medien schon um einiges offener sind, als wir es waren. Wer mit seinen Kindern im guten Kontakt ist, kann Fragen somit schon vorab klären.
Amy ist von ihrer Persönlichkeit sehr gut gezeichnet. Mir hat gefallen, das sie eine wunderbare Entwicklung durchmacht. Sie, die normalerweise einfach nur "brav" ist, fängt an sich zu wehren. Dies betrifft auch das Zusammenleben in ihrer äußerst chaotischen Familie. Amy hat keinen Rückzugsort und macht mitunter Hausaufgaben auf dem Klo, da ihre jüngeren Schwestern sehr viel Raum einnehmen und Amy sich, um Konflikten aus dem Weg zu gehen, immerzu anpasst. Es ist ein Kinderbuch über eine wunderbare Protagonistin und ihre Liebe zu Büchern. Ebenso wie Gilly Hopkins bricht sie aus und wird endlich angehört und nicht übersehen. Es ist eine sehr gelungene Darstellung der Thematik und letztendlich ein echter Lesegenuss.
Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung an ein wirklich schönes Kinderbuch, welches vieles anspricht, wobei Familie, die Liebe zum Lesen und auch Freundschaft angesprochen wird. Besonders gefallen hat mir auch der kurze Einblick in Trauer, denn auch der Verlust der Großeltern ist ein Thema, welches behandelt wird. Das Buch "Die Brücke nach Terabithia" werde ich mir auf meine Wunschliste setzen, da ich bisher nur den Film kenne. "Captain Underpants" gehört allerdings zu den Büchern, die ich nicht lesen werde, da ich schon den Titel nicht sehr ansprechend empfinde, aber Bücher sind und bleiben Geschmackssache. "Amy und die geheime Bibliothek" dagegen ist wirklich lesenswert und rundum gelungen.

★★★


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