Donnerstag, 14. Februar 2019

Vanitas - > Offensichtliche Täuschung?


Vanitas - Schwarz wie Erde

Klappenbroschur  
Knaur   

384 Seiten

ISBN: 978-3-426-22686-5
14,99€



Ein Buch der Autorin Ursula Poznanski zu lesen ist oftmals ein echter Lesegenuss, daher freute ich mich sehr über die Zusage an einer Leserunde teilzunehmen. "Vanitas - Schwarz wie Erde" ist zunächst erst einmal ein Thriller, der eher nichtssagend erscheint, da er verwirrt und mäßige Spannung aufgebaut wird. Im letzten Drittel des Buches klären sich die Fragen, die sich der Leser / die Leserin stellt, sehr rasant und das, was zuvor eher eine Oberflächlichkeit darstellte, gibt dem Thriller eine echte Bedeutung. Eine Bedeutung, die sich mir als frauenfeindlich und barbarisch aufzeigt. Es ist somit also kein Wunder, weshalb Menschen so agieren und nicht anders, wobei natürlich Mord nicht gerechtfertigt wird. Es zeigt sich echter Wahnsinn im Geschehen. Wie schon erwähnt, plätschert die Story zunächst leicht vor sich hin und bietet wenig Spannung, eher Unverständnis in vielen Bereichen. Erst als ich begriff, was sich hier als gelungener Plot herauskristallisiert, trifft  "Vanitas - Schwarz wie Erde" wieder einmal mein Leserherz. Zuvor war ich nicht ganz überzeugt von einer Protagonistin, die ihre eigene Beerdigung inszeniert und dadurch eigenartig und fremd auf mich wirkt. Wirklich warm geworden mit bin ich mit Carolin bis zum großen Shodown am Ende keineswegs. Sie bleibt definitiv unnahbar und ich habe leider auch nicht kapiert, warum gerade sie erneut als Polizeispitzel eingesetzt wird. Ihr Leben ist weiterhin in Gefahr und sie begeht einige grobe Fehler, die sie aus ihrer Versenkung erwecken könnten. Es hätte mich auch sehr interessiert, warum sie untertauschen muss, denn ihre Erlebnisse aus der Vergangenheit werden nur oberflächlich eingestreut.
Die Sprache der Blumen zu nutzen, um miteinander in Kontakt zu treten, empfand ich als sehr gelungen. Manchmal muss man tatsächlich vorsichtig sein, was für Blumen man verschenkt. Dieses war mir nicht bewusst und ist äußerst interessant dargestellt. Auch den Titel "Vanitas" habe ich mir ergoogelt und die beste zutreffende Aussage über das Wort ist die "Offensichtliche Täuschung", die wiederum sehr gut zu der inszenierten Beerdigung passt.
Ursula Poznanski bleibt ihrem Stil eindeutig treu, denn zum Ende hin erscheint die Story logisch und hebt auf, dass sich der Spannungsbogen erst im letzten Drittel des Buches erhöht. Vieles erschließt sich nun und lässt eine methodische Planung der Autorin erkennen. Zunächst verwirrend und dann mit einem Ergebnis, welches wirklich fasziniert. Der Mensch ist in der Lage viele Sprachen zu sprechen und das ist tatsächlich hochkarätig erzeugt worden. Diese Form der Kommunikation zu nutzen, um ein Ergebnis zu erzielen oder Mitteilungen zu übermitteln, wäre niemals in meinem Fokus getreten, Anfangs leider etwas zäh und zum Ende hin überzeugend. Gerne eine Leseempfehlung!

★★★★

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