Freitag, 11. Januar 2019

Gefahren und Schattenseiten einer möglichen Zukunft?


Thalamus


ab 14 Jahren
448 Seiten 

ISBN 978-3-7855-8614-3
Klappenbroschur mit Prägung und Spotlack
16,95 €
Loewe


E-Book Rezension





"Thalamus" der Autorin Ursula Poznanski empfand ich als sehr gelungen, da der Alltag in der Markwaldklinik meine täglichen Alltag als Heilerziehungspflegerin sehr gut beschreibt. Ich arbeite mit Menschen mit einer erworbenen Hirnschädigung, denen Menschen wie Carl mit C oder auch Timo den Protagonisten sehr ähnlich sind in ihren Bedürfnissen der Pflege und Förderung. Jeder noch so kleine Fortschritt innerhalb der Rehabilitation ist wunderbar mitzuerleben und begleitet meine mitunter doch schwere Arbeit mit einer gewissen Sinnhaftigkeit. Natürlich las ich dadurch mit etwas anderen Augen, wobei ich mehrfach feststellen konnte, dass sich die Autorin zuvor mit der Thematik Schädelhirntrauma, den Folgen und Defiziten glaubhaft auseinandergesetzt hat. Hinzu kommt natürlich ein sehr hoher Spannungsbogen, der schnell erkennen lässt, dass es sich um Zukunftsmusik handelt. Es ist natürlich wertvoll, dass die Medizin sich weiterentwickelt, aber so wie hier geschildert ist mir der Eingriff in mein eigenes Denken und Handeln zu gewagt und würde von mir, wenn ich es bewusst wahrnehmen würde, eher abgelehnt als geduldet. 
Das Einflechten von Nanotechnologie verbunden mit echten Thrill ist der Autorin definitiv gelungen. Ich flog förmlich durch die Seiten meines Readers und war sehr gefesselt von der Handlung insgesamt. Die negativen Stimmen zum Buch sind für mich absolut nicht nachvollziehbar. Die Zukunftsmusik der Medizin beängstigt mich eher, da ich dort einen großen Eingriff in die Schöpfung Gottes sehe, dennoch zeigt es eine hohe Intelligenz der Menschen auf, was auf der anderen Seite sehr faszinierend ist, da es bestätigt, welch Wunderwerk der Mensch ist und welch Potential in uns steckt.

Fazit:  Medizinisches Wissen über das menschliche Gehirn, Science Fiction und Thrill sind eine gelungene Kombination innerhalb eines Jugendbuches, welches für mich definitiv eine Leseempfehlung wert ist. Ich konnte mich komplett auf den Inhalt der gewobenen Story einlassen und empfand auch Timo als Protagonist sehr gut gewählt. Seine Stimmung und Frustration sind nachvollziehbar und authentisch dargestellt. Er beweist eine Menge Mut dadurch, dass er der Stimme in seinem Kopf folgt und dadurch einiges innerhalb der Markwaldklinik ins Wanken bringt, denn dort ist vieles nicht so wie es auf den ersten Blick erscheint. Letztendlich schlüpft er in die Rolle eines Helden, was mir sehr zugesagt hat. Für mich war "Thalamus" ein gelungenes Lesevergnügen und hat meine hohen Erwartungen, die das Cover und der Klappentext hervorgerufen hat noch übertroffen.


★★★★


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