Sonntag, 30. Dezember 2018

Zäher Lesestoff - wenig Spannung

Monteperdido – Das Dorf der verschwundenen Mädchen
496 Seiten

ISBN: 978-3-596-70170-410,99€





"Monteperdido - Das Dorf der verschwundenen Mädchen" spielt in einer hervorragenden düsteren Umgebung innerhalb eines Bergdorfes in den spanischen Pyrenäen, nah an der Grenze zu Frankreich. Bildlich ist der Krimi wirklich sehr gelungen, was mir fehlt ist die Spannung, die das Verschwinden der beiden Mädchen Anna und Lucia in mir auslösen müsste. Dieses entwickelt sich auch im Voranschreiten innerhalb der Story nur minimal. Ein eigentlich interessanter Plot, der mich aber nicht packt, da viel zu viele Nebenschauplätze und Personen eingewoben werden. Einige der Protagonisten sind von Anfang an Sympathieträger, während andere absolut blass bleiben und eher unangenehm bleiben. Als Anna wieder auf der Bildfläche erscheint, ist die Frage, wo Lucia versteckt gehalten wird und ob sie noch lebt. Obsessives Verhalten wird relativ schnell deutlich, wenn man sich innerhalb der Story herantastet. Tabuthemen werden herausragend behandelt, sei es häusliche Gewalt oder auch Kinder*****grafie (ein Wort welches ich nicht ausschreiben möchte, da es in mir echte Wut erzeugt, da krankhaft und nicht nachvollziehbares Verhalten erwachsener Menschen) Obsessives Verhalten dadurch, dass Eltern den Verlust des Kindes nicht ertragen und eben auch die Gedanken des Entführers / der Entführer. Gerade im Bezug auf die Eltern ist es völlig logisch und nachzuvollziehen, da es keinen wirklichen Abschluss gibt. Weder sind die Mädchen tot erklärt, noch ist die Hoffnung gestorben. Solange es keinen Fundort oder das Wissen um den Verbleib der Mädchen gibt, ist es gerechtfertigt zu hoffen. Ganz klar dargestellt ist, dass das Verschwinden von Lucia und Anna Ehen und Familien zerstört, denn während der Eine die Hoffnung aufrecht erhält, versucht der Andere, sein Leben ohne seine Tochter zu leben und einen Neuanfang zu wagen. Was geschieht nun mit den Menschen, nachdem Anna wieder auftaucht? Die Suche beginnt von Neuem und Hoffnung erwacht. 

Leider hat der Schreibstil ein klein wenig auf meine Lesefreude eingewirkt. Ich konnte mich oftmals nicht konzentrieren und musste manche Passagen erneut lesen. Dieses geschieht bei mir relativ selten und wäre tatsächlich ein Grund, ein Buch abzubrechen. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen