Donnerstag, 27. Dezember 2018

Der Mörder meiner Schwester?


Julia Heaberlin

Paper Ghosts

Roman


Taschenbuch, Broschur, 480 Seiten, mit s/w Fotos, 
ISBN: 978-3-442-48800-1, 10€, GOLDMANN




Mit "Paper Ghosts" werden die Geister der Vergangenheit regelrecht ausgegraben und sollen der Schuldfindung dienlich sein. Die Autorin bedient sich hier zweier außergewöhnlichen Protagonisten und dieses ist anfänglich auch ein sehr gelungener Schachzug. Leider leidet hier und da durch Wiederholungen und Unglaubwürdigkeit des Geschehens, die zu Beginn aufgenommene Dynamik. Mitunter wirkt "Paper Ghosts"doch recht zäh und gewollt. Ich habe einige Stunden mehr als üblich mit Lesen verbracht, da ich tatsächlich manche Seiten zweimal lesen musste, da ich den Faden verlor und dieses spricht dann leider nicht unbedingt für ein Buch. 
Die exzessive Suche nach dem Mörder ihrer Schwester lässt Grace ungewöhnliche Wege gehen. Sie trainiert ihren Körper hart , um dem Mörder ihrer Schwester ebenbürtig zu sein, was Stärke und Ausdauer betrifft, dennoch hat sie scheinbar versäumt darüber nachzudenken, wie sehr Alter und Demenz Menschen verändert, dieses scheint also ein klein wenig unglaubwürdig, denn Carl ist eher ein greiser alter Mann, dessen Erinnerungsvermögen eher blass wirkt. Es ist natürlich sehr interessant eine Demenzerkrankung in eine Story mit ein zu bauen, denn vielleicht spielt Carl auch nur eine Rolle? Immerhin könnte er ja auch ein Serienmörder sein, der seine Taten erfolgreich hinter einer Krankheit verbergen kann? 
Komplett begeistern konnte mich "Paper Ghosts" leider nicht. Es gab einiges, was wirklich gelungen geschildert wurde und der Story einen passenden Rahmen bot. Anderes wiederum bleibt einfach blass und unerzählt. Mir ist klar, dass es für die Trauerverarbeitung wichtig ist, die Wahrheit zu kennen, aber sich derart zu verbeißen, erscheint mir nicht gesund. 
Von mir eine eingeschränkte Leseempfehlung an ein Buch, welches auf diversen Plattformen als Thriller gelistet ist, den Aufdruck Roman enthält und diesem auch eher angepasst erscheint, denn für einen Thriller ist mir das Buch zu unspektakulär. Interessante Aspekte sind zwar vorhanden, ziehen sich aber leider nicht komplett durch die Story, sondern lassen diese hin und wieder unglaubwürdig und blass erscheinen. Ich habe einiges mehr erwartet. Gelungen sind die schwarz - weiß Fotos, die der Story angepasst sind und das Buch dadurch optisch aufwerten konnten.



★★★

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