Donnerstag, 25. Oktober 2018

Leise Töne, die unerwartet lauter werden


Marieke NijkampNur in der Dunkelheit leuchten die Sterne
352 Seiten, Klappenbroschur, ISBN: 978-3-8414-4026-6, FISCHER FJB, 14,99€






"Nur in der Dunkelheit leuchten die Sterne" ist ein Jugendroman, dessen leise Untertöne zum Ende immer lauter werden. Zu Beginn des Buches habe ich zunächst nicht verstanden, welches Ziel die Autorin verfolgt und war letztendlich sehr begeistert, wie sie es schafft Gegenwart und Vergangenheit miteinander zu verweben, um offen zu legen, wie schmerzhaft und beängstigend eine bipolare Störung auf Außenstehende wirkt. Manchmal so eindrücklich, dass Menschen ihre Grenzen vergessen. Kyra war erst eine Außenseiterin, die gemieden wird, um dann für das verschlafene Städtchen Lost Creek zu einer Ikone zu werden. Corey, die Kyra versprochen hat immer für sie da zu sein kommt zu spät. Kyra ist tot und die Aufklärung des Todes ist Aufhänger der Story mit ganz vielen Einblicken und winzig kleinen Puzzlestücken, die sich nach und nach zusammenfügen. "Nur in der Dunkelheit leuchten die Sterne" ist ein Roman, dessen leise Töne die lauten überwiegen, was auch daran liegt, dass Corey als Person eher besonnen ist. Sie ist nach Lost Creek gereist, um an der Beerdigung ihrer besten Freundin teilzunehmen und muss erkennen, dass sich vieles anders entwickelt hat wie es zunächst schien. Mir hat sehr gefallen, wie ein Tagebuch und Briefe, die niemals abgeschickt wurden in die Story eingebunden wurden, um begreiflich zu machen, wie sehr Kyra gelitten hat und von den Dorfbewohnern beeinflusst wurde, bis in den Tod hinein. Was fasziniert, ist, dass niemand wirklich trauert, sondern den Tod des Mädchens als Abschluss der Zerrissenheit und der bipolaren Störung zuschreiben. Corey entdeckt in diesen sechs Tagen ihres Besuchs viele Ungereimtheiten und bringt sich letztendlich selbst in Gefahr, da die Wahrheit des Selbstmordes oder Unfalls eine ganz andere ist, als zunächst angenommen. 
"Nur in der Dunkelheit leuchten die Sterne" war für mich das zweite Buch der Autorin. Ich konnte mich ebenso wie in "54 Minuten" sehr gut auf Schreibstil und Orginalität der Story sehr gut auf Plot und Protagonisten einlassen. Es dauerte eine ganze Weile, bis die Story an Fahrt aufnimmt und das Ziel der Autorin erkennbar wird. Erst ist es lediglich eine ganz besondere Freundschaft, deren Darstellung auf der bipolaren Störung aufgebaut ist und einem schlechten Gewissen nicht zur rechten Zeit am Ort des Geschehens gewesen zu sein, um dann umzuschwenken in Manie und Suggestion. Absolut gelungen und fantastisch dargestellt, da auch Übernatürliches ihren Platz findet. Sehr gerne vergebe ich eine Leseempfehlung für  "Nur in der Dunkelheit leuchten die Sterne", da ich positiv überrascht war, was die Autorin in diese Story hineingewebt hat. 


★★★

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