Freitag, 12. Oktober 2018

Endlich Happy End - Heraus aus dem Gefühlschaos



Liebe verrätDer dritte Teil der ›Liebe‹-Trilogie
512 Seiten, Klappenbroschur
Ab 14 Jahren






Nachdem mir die ersten beiden Bände der Liebe - Trilogie nur bedingt gefallen haben, ist es der dritte Band, der nun endlich überzeugt. Endlich kommt es zur Aussprache und Evan und Emma können sich gegenseitig vergeben. Emma braucht sehr lange, bis sie das Geheimnis um Jonathan endlich ausspricht und als Leserin war ich wirklich mehrfach genervt. Völlig verständlich, dass ihr die Luft zum Atmen fehlt, denn sie hat sehr Schweres durchgemacht und der Selbstmord ihrer Mutter scheint ihr den Rest zu geben. Ich empfand es als echte Frechheit einen Abschiedsbrief voller Anklagen zu schreiben an jemanden, der sich sowieso schon durch das Verhalten und die Lieblosigkeit der eigenen Mutter wertlos fühlt und seelisch instabil erscheint. Auch wenn Emma einen Neuanfang wagt in einer neuen Umgebung, holt sie das Geschehen immer wieder ein und die Depression die folgt ist erdrückend. Immer noch bin ich der Meinung, das die Altersempfehlung zu niedrig angesetzt ist, auch wenn das Schwere und Dunkle im dritten Band der Liebe weichen kann. Für mich war es wichtig, einen Abschluss zu schaffen, um mit Emma ins Reine zu kommen. Emma, die ich als verständlicherweise schwierig empfand und ihre Handlungen nicht immer nachvollziehen konnte. Wichtig ist, sich im nachhinein selbst zu reflektieren, denn das, was wir unseren Kindern vorleben oder auch aussprechen könnte prägend sein für das ganze Leben unseres Kindes. Mich hat es sehr geschmerzt in Emmas Welt abzutauchen und daher kann und will ich lediglich eine eingeschränkte Leseempfehlung aussprechen. Ich wurde mehrfach getriggert gerade in Band 1 und konnte es kaum ertragen wie sehr Emma misshandelt wurde. Der Schmerz war durch eigenes Erleben greifbar. Ich würde mir wünschen, dass dem Roman Kontaktadressen hinzugefügt werden, damit sich Betroffene Hilfe suchen können, denn das, was Emma erlebte, muss niemand aushalten müssen. Gerade der Epilog hat noch einiges gerettet und mich dazu verleitet, doch noch eine gewisse Schönheit wahrzunehmen. Zuvor ging es eher darum, wie Emma und Evan in Zukunft miteinander umgehen werden. Auch wichtig, aber mitunter das Wesentliche überblendend, um dann doch eine gewisse Oberflächlichkeit wahrzunehmen.

★ (3,5 Sterne Rezension)

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