Montag, 23. Oktober 2017

Poetisch aussagekräftig

Herrn Haiduks Laden der Wünsche


  • Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
  • Verlag: HarperCollins 
  • ISBN-13: 978-3959671347
  • 16,99€
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Er kam der Liebe wegen nach Berlin: Herr Haiduk. Er blieb, die Liebe nicht. Seitdem betreibt der in die Jahre gekommene Herr seinen winzigen Kiosk, in dem es fast alles gibt: Zeitungen und Kaffee, Geschichten und Lottoscheine. Er genießt sein ruhiges Leben, bis eines Tages die scheue Kundin Alma das Jackpot-Los über 13 Millionen Euro vor dem Laden findet und den rechtmäßigen Gewinner ermitteln möchte. Gemeinsam mit Herrn Haiduk und seinem Gehilfen Adamo macht sie sich auf die Suche: Wer ist der Glückliche? Und kann er so viel Glück überhaupt vertragen? 






Die Suche nach dem Glück in kleinen Dingen artet in "Herrn Haiduks Laden der Wünsche" zwischenzeitlich regelrecht aus, denn die Suche nach dem dann doch eher großen Glück verändert die Menschen in ihrem Denken und Handeln. Ein Lottogewinner wird gesucht und es gibt viele potentielle Gewinner/-innen, die in Herrn Haiduks Laden vorstellig werden, um ein Stück des Kuchens zu ergattern. Es stellt sich schnell heraus, wer lügt und sich lediglich bereichern möchte. Es liegt nun an Alma herauszufinden, wer die 13 Millionen Euro erspielt haben könnte. 

Mir gefielen ganz besonders die vielen Personenbeschreibungen, da der Roman dadurch sehr lebendig wirkte. Verwirrend war, dass sich die Gedanken von Herrn Haiduk und des Schriftsellers oft vermischen. Dies stört ein klein wenig den Lesefluss.

Menschen wie Herrn Haiduk würden unserer Welt nicht schaden, denn er ist um das Wohlergehen seiner Mitmenschen bemüht und öffnet ihnen Herz und Ladentür. Vieles ist zwischen den Zeilen zu lesen und wie schon erwähnt, wirken die beschriebenen Personen in all ihrem Glück oder persönlichen Leid sehr lebendig. Ein Roman, der eine ganz eigene Sprache entwickelt und deshalb nachwirkt. Ich musste allerdings erst herausfinde, welches Anliegen Herr Haiduk hat, denn letztendlich ist er nicht nur Ladenbesitzer, auch wenn es auf den ersten Blick den Anschein hat. In "Herrn Haiduks Laden der Wünsche" einzutauchen,erfüllt mich mit einer gewissen Wärme, da Herr Haiduk sich in dieser schnelllebigen Zeit nimmt, um auf Menschen zu zu gehen und sich Zeit für ihre Eigenarten zu nehmen. Niemand im Buch ist einfach, denn jeder trägt sein Päckchen und doch haben alle etwas gemeinsam und zwar eine gewisse Einsamkeit. Nicht alles kann letztendlich gestillt werden, aber es ist ein guter Anfang, daher bekommt "Herrn Haiduks Laden der Wünsche" auch eine Leseempfehlung von mir. Meine Begründung dafür ist ganz einfach, denn ich konnte mich im Laden der Wünsche trotz aller Situationskomik, der einen oder anderen Verwirrung, der  Traurigkeiten und Dramen des Lebens zurücklehnen und einen Roman erleben, der echten Tiefgang besitzt. Es ist etwas Bleibendes, auch wenn es nicht sofort erkennbar war und sich erst entwickeln musste. 

★★★



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