Der Anruf kam nach Mitternacht
- Broschiert: 304 Seiten
- Verlag: HarperCollins
- ISBN-13: 978-3959671095
- Originaltitel: Call after Midnight
- 12,00€
Für mich war es das erste Buch der Autorin, da aber meine Schwester immer wieder schwärmte, wie gut die Bücher sind, erwachte meine Neugier. Ich freute mich sehr darüber, nun auch einen Thriller der Autorin lesen zu dürfen und war im Gesamtergebnis auch nicht unzufrieden. Die Story ist zwar reichlich überspitzt und de eingeflochtene beginnende Liebesgeschichte hier und da auch sehr übertrieben, dennoch handelt es sich um einen Thriller, der einige Zeit beschäftigt halten kann. Sarah Fontaine, die anfangs sehr blass und unscheinbar erscheint, beginnt sich im weiteren Verlauf der Handlung zu wandeln. Sie wirkt letztendlich wie Superwoman und das ist natürlich doch sehr unglaubwürdig, macht aber dennoch Spaß ihren Eigensinn und Überlebenswillen zu verfolgen. Anstatt zu akzeptieren, dass ihr Mann Geoffrey verstorben ist, hegt Sarah einige Zweifel und als sie dann auch noch einen Anruf erhält, fliegt sie sofort nach Berlin. Dort entdeckt sie viele Ungereimtheiten bezüglich ihres Mannes und anstatt zusammenzubrechen, entwickelt sie echte Stärke. Niemand hätte ihr dies zugetraut. Am wenigsten diejenigen, die sie immer im Blick haben.
Letztendlich sind die 304 Seiten des Thrillers rasch gelesen, was auch ein klein wenig an der Schriftgröße gelegen hat. Mich hat "Der Anruf kam nach Mitternacht" einige vergnügliche Lesestunden bescheren können. Es gab recht nette Spannungsmomente, die ich in einem Thriller auch erwartet hatte und einige Momente, die eher etwas auflockern. Im Gesamteindruck konnte mich der Schreibstil und Story doch begeistert zurückblicken lassen. Ein Thriller, der in vielen Handlungen der Protagonisten sehr überspitzt dargestellt werden, am Ende dann aber doch überzeugen konnten. Wenn ein Lügengerüst zusammenbricht, reagieren Hinterblieben mitunter eben unvorhersehbar, was auch in "Der Anruf kam nach Mitternacht" recht deutlich wird. Sarah muss vieles verarbeiten und erkennen, was ich doch als recht schmerzhaft wahrnehmen konnte. Sie bekommt aber letztendlich etwas geschenkt, was sie zuvor nicht besessen hat und zwar Anerkennung, Respekt und wahre Liebe. Letztendlich hat sie sich dieses auch verdient und der Glanz der von ihr letztendlich ausgehen konnte, hat eine eigene wichtige Ausstrahlung für den Leseeindruck dieses Thrillers. Sehr gerne eine Leseempfehlung!

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