Donnerstag, 26. Juli 2012

Wie man in die Wurst beißt, so beißt man auch ins Gras



Rezension zu: 

Sülze hilft gegen alles außer Heimweh: Wie mir mein Metzger die Welt erklärte


von Moritz Baumstieger


  • Taschenbuch: 320 Seiten
  • Verlag: rororo (2. Juli 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499629550
  • ISBN-13: 978-3499629556
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 12,4 x 2,2 cm


Der Autor:
Moritz Baumstieger, geboren 1982, studierte Politik- und Islamwissenschaften in Köln und ließ sich danach an der Deutschen Journalistenschule zum Redakteur ausbilden. Seine erste journalistische Station war jetzt.de der Süddeutschen Zeitung. Heute lebt er in München und schreibt als freier Journalist u.a. für NEON, Abendzeitung, SZ am Wochenende, Stern, UniSPIEGEL und DIE ZEIT.


Leseprobe gibt es hier: 


Meine Meinung:
Auch wenn ich am Anfang doch eher pikiert von Moritz Lebensstil war, zeigt sich, das auch in ihm jede Menge Potential steckt, was ihn liebenswert erscheinen lässt. Er braucht einfach den einen oder anderen Anstoß um zu sich selbst zu finden. Ich war entrüstet von seiner eher Scheißegaleinstellung und hätte ihn an Julias Stelle auch aus der gemeinsamen Wohnung geschmissen, denn wer will als Frau schon dauernd hinter das Licht geführt werden? Anstatt in der Uni zu sitzen bräunt sich der Kerl seinen Hintern? Moritz erschien mir als Loser, als Mensch der nichts mit sich anzufangen weiß, kein Ziel hat und mit solchen Menschen kann ich auch im echten Leben nichts anfangen. Ich würde sie am liebsten schütteln, denn einfach nur in den Tag leben kann auch nicht das wahre sein. Ich gab Moritz eine Chance und er hat mich positiv überrascht. Dank Karl dem Metzger, der einige Weisheiten auch für mich parat hat, entwickelt sich Moritz weiter und bleibt nicht da stehen, wo er stand, bevor er Karl traf. Zum Metzger taugt er nicht, auch nicht wirklich zum Rikschafahrer, Kellner auf dem Oktoberfest oder auch Pilzverkäufer, aber auch für Moritz wird es etwas geben, was er kann und was seinen Begabungen und Fähigkeiten entspricht. Mittlerweile glaube ich an ihn und hoffe tatsächlich, das es einen Folgeband geben wird, der mehr von Karl und Moritz berichten wird, da das Ende eher offen ist und wir uns die Fortsetzung selbst zusammenspinnen können.
Ein witziges Buch, was man nicht immer ernst nehmen kann, aber dennoch steckt die eine oder andere Weisheit hinter den Zeilen. Am Anfang tat ich mich schwer hineinzufinden, aber je mehr ich las um so angenehmer und leicht wurde es. Es zeigt mir, das ältere Menschen oft eine Menge Potential haben, die auf uns als jüngere wirklich abfärben können. "Hey Jude" hat mich einen ganzen Nachmittag regelrecht verfolgt und mich immer wieder schmunzeln lassen.
Das Cover fand ich persönlich eher ungewohnt und ehrlich gesagt nicht wirklich ansprechend. Hier zeigt sich aber, das man nichts auf die Verpackung geben sollte, bzw. seinem ersten Eindruck nicht nachgeben, sondern auf das achten, was hinter der Verpackung steckt. Interessanterweise hatte Karl durch den Metzger vorne ein Gesicht für mich und er ist tatsächlich mein Lieblingscharakter in dem Roman. Ich habe ihn regelrecht ins Herz geschlossen. Seine Weisheiten und das was er an Moritz weitergibt ist wirklich mehr als leibenswert.
Auch die bayrische Mundart liest sich nach einer Weile recht flüssig und hinterher fühlt man sich tatsächlich auch in München zuhause.
Am Anfang eher oberflächlich, was aber eher an der Person Moritz lag und hinterher zwar amüsant, aber auch mit einer gewissen Tiefe und Tragik. Mir hat es gefallen, daher empfehle ich das Buch "Sülze hilft gegen alles ........" sehr gern weiter und vergebe auch alle 5 Sterne!

Servus und bis bald!






Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen