Mittwoch, 20. Oktober 2021

Schmerzlich berührend, aber auch angefüllt mit verspielter Hoffnung

 


Im letzten Licht des Herbstes 

Mary Lawson


"Im letzten Licht des Herbstes" ist ein sehr atmosphärischer Roman, der die Schicksale dreier Menschen auf sehr anrührende Art miteinander verknüpft. Es ist seinem Titel absolut angemessen, da das letzten Augenblicke von Mrs. Orchard angebrochen sind und sie uns teilhaben lässt an ihrer Lebenskrise. Ein schmerzliches Erleben durch Kinderlosigkeit und dem Verlangen danach zu lieben und geliebt zu werden. Die Verzweiflung die dadurch entsteht ist bildlich und führt unseren Weg hin zu Liam, der eine Schenkung erhält, die gerade im rechten Moment kommt, da er sich ebenfalls in einer Krise befindet. Scheidung, Kündigung und keinerlei Perspektive für die Zukunft. Clara, deren Schwester verschwindet und von dieser sehnsüchtig zurück erwartet wird. Alle drei Schicksale werden gekonnt miteinander verbunden, um letztendlich eine Einheit zu bilden. Über allem aber steht die Liebe, welches nicht gleich erkennbar ist, aber zum Ende hin einfach der Beginn eines Neuanfangs, einer Freundschaft oder auch der tiefe Frieden vor dem Sterben bedeutet. Es ist ein Buch, welches seine Schönheit mehr und mehr entwickelt.

Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung an einen Roman, der mich schmerzlich berührt hat, aber eben auch von großer Hoffnung spricht. Die kindliche Natürlichkeit Claras ist ebenso gelungen getroffen, wie die Persönlichkeit der alternden Mrs. Orchard. Liam ist ein Mann in den besten Jahren, der sich selbst erst erkennen muss, um dann endlich die Bedeutung der Schenkung zu erkennen, um damit letztendlich  mit seiner Vergangenheit abschließen zu können. 

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HEYNE

ISBN: 978-3-453-27357-3

20€

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