Donnerstag, 10. Juni 2021

Was ist künstlerische Freiheit? Wo beginnt Wahnsinn?

 

Chris Meyer


"Der Blutkünstler" ist definitiv nichts für schwache Nerven, da der hier beschriebene Mörder sehr brutal vorgeht und seine Kunst nur selbst zu schätzen weiß. Allen anderen bringt er nur Trauer, Folter und Unverständnis. Lediglich Tom Bachmann, der sich in die Seelen der Psychopathen hineinlesen kann, wird am Ende erkennen, was der Mörder aussagen möchte. In Rückblenden und Gegenwart erzählt, zeigen sich mehrere Personen, sodass es nicht gleich offensichtlich ist, wohin der Autor zielt und es ist zunächst sehr verwirrend, was dazu dient, die Spannung zu erhöhen.

Der Klappentext sprach mich sehr an und ich freute mich schon sehr darauf, diesen Thriller zu lesen, der mir mehrfach auf diversen Buchseiten ins Auge fiel. Es ist blutig und brutal und erinnert mich tatsächlich ein klein wenig an Ethan Cross oder auch Chris Carter. Es ist natürlich eine komplett andere Story, aber dem Schreibstil der anderen Autoren nicht unähnlich. Auch Tom Bachmann ist als Profiler jemand, der sich in die Mörder hineinfühlen kann, was letztendlich dazu beiträgt den Killer zu fassen, aber eben auch Parallelen schafft zu Hunter und Garcia. Ich will dieses nicht abwerten, da ich beide Autoren sehr schätze und deren Thriller gerne lese. Auch "Der Blutkünstler" konnte mich begeistern, wobei ich gestehe, dass ich die 368 Seiten regelrecht inhaliert habe, da es mich sehr gefesselt hat.

Insgesamt ein guter und solider Thriller, der einen Vorgeschmack darauf bietet, Tom Bachmann näher zu beleuchten und seine Fähigkeiten als doch recht außergewöhnlichen Profiler zu betrachten. Ich hätte mir da tatsächlich ein klein wenig mehr erhofft, wobei die Rückblenden auf das Erleben in seiner Kindheit schon sehr schockierend waren und aufzeigen, wie sehr Eltern ihre Kinder zerstören können, sodass die Entscheidung zwischen Gut und Böse nicht immer positiv verlaufen wird. Ich bin sehr gespannt, ob in den weiteren Bänden der Thrillerreihe mehr darauf eingegangen wird.

Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung, da sich der Spannungsbogen komplett halten konnte. Ein mächtiger Showdown zeigt, das Tom Bachmann ganz viel Geschick und auch Einfühlungsvermögen besitzt und damit nicht nur der Mörder seine gerechte Strafe erhält, sondern auch einem Erpresser das Handwerk gelegt werden kann. 

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