Ralf Langroth
"Die Akte Adenauer" ist ein sehr gelungener Thriller, der sich von der Story her mitten im Wahlkampf Adenauers befindet und viele Begebenheiten, die mir bis dato unbekannt waren, sehr spannend beleuchtet. Nicht alles was wir im Geschichtsunterricht lernen, wird so einprägend sein, wie eine fiktive Story, deren Wahrheitsgehalt dennoch hoch gehalten wird. Im Anhang geht der Autor auf das beschriebene Geschehen ein und daher können Personen, Orte und auch Geschehen intensiviert werden. Insgesamt eine absolut runde Story, die aber meiner Meinung nach eher einem Roman oder Krimi zuzuordnen wäre. Die Story an sich ist rasant und spannend, aber hat tatsächlich eher was von Jerry Cotton oder James Bond, denn Philipp Gerber ist ein Einzelkämpfer, der schönen Frauen nicht abgeneigt zu sein scheint.
Die Handlung ist rund um Adenauer gestrickt und beleuchtet dessen Wahlkampf 1953. Die Wölfe, die Himmler aufgestellt hat, wirken immer noch und es ist barbarisch, wie sie agieren, daher muss ihnen logischerweise das Handwerk gelegt werden. Man holt sich also Hilfe aus Amerika, dorthin wo Philipp Gerber emigriert ist und nutzt sein Wissen und seine Handhabe, um nicht nur die Akte Adenauers zu beschaffen, sondern auch um die Wölfe auszuschalten. Die Wölfe haben für mich einen hohen Lerneffekt gehabt, da es mir völlig unbekannt war, das auch noch nach Kriegsende Menschen völlig außer Rand und Band geraten und sinnlos morden. Wer ist der Drahtzieher dieser Gruppierung? All dies soll Philipp Gerber herausfinden und als echter Selfmademan springt er währenddessen dem Tod mehrfach von der Schippe.
Ein Roman, den ich sehr gerne weiterempfehlen möchte, da er mir einige wunderbare Lesestunden beschert hat, dabei authentisch wirkt, wenn auch leicht überspitzt durch den Protagonisten, aber eben auch sehr viel Hintergrundinformationen der damaligen Zeit liefert. Eine wirklich lohnenswerte Lektüre.
ISBN: 978-3-644-00828-1
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