Dienstag, 4. Mai 2021

Gedankenspiele

 


David Almond


"Ein finsterheller Tag" ist eine sehr interessante Lektüre, die sich nicht immer leicht lesen lässt, da die Sätze und Gedanken des Jungen Davie oftmals wirr und abgehackt erscheinen. Auch die Story an sich ist ein klein wenig verrückt, hinterlässt aber jede Menge Spekulationen, bezüglich Wahrheit oder Fiktion. Nicht immer ist klar, ob Davie nun träumt oder ob sich die Begebenheiten wirklich so abspielen. Klar ist, das Davie seinen Vater verloren hat und dieses noch verarbeiten muss. Jeder von uns muss da seine eigenen Weg finden, um aus der Spirale des Trauerns herauszufinden. Warum also nicht ein finsterheller Tag? Ein Tag der dunkel beginnt und nach und nach heller wird durch die Begegnungen die Davie im Laufe des Tages hat. Es ist eine interessante Möglichkeit aufzuzeigen, das auf das Dunkel Licht folgen kann. 
Die 240 Seiten sind angenehm zu lesen und auch die kurzen Kapitel sind der Zielgruppe junger Leser_innen komplett angemessen. "Ein finsterheller Tag" ist ein Roman, der zum Nachdenken anregt, da sich die Story immer wieder wandelt und letztendlich nichts ist, wie es auf den ersten Blick erscheint. Mir gefällt, dass der Autor sich Tabuthemen widmet, die erst nach und nach aufgedeckt werden und Tod und Leben intensiv beleuchten. Sterben wird gerne ausgeblendet und dennoch gelingt es dem Autor dieses warmherzig und ganz niederschwellig einzuarbeiten.
Ich vergebe sehr gerne eine Leseempfehlung, da mich "Ein finsterheller Tag" zwar oftmals verwirrt hat, aber dennoch zielführend eine sehr gelungene Aussage hat, die nicht überfordert, sondern junge Leser_innen einen kurzen Einblick in Schmerz und Neuanfang bietet und herausfordert, sich selbst ein Bild der Begebenheiten vor Augen zu führen, um nicht gleich alles an Antworten diesbezüglich aufgetischt zu bekommen. Es ist eine Reise innerhalb von Fiktion und Phantasie, die gekonnt umgesetzt werden konnte. 



empfohlen ab 12 Jahren
ISBN: 978-3-7373-5628-2
16€

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