Samstag, 9. Mai 2020

Leider kein Highlight



Marta schläft



416 Seiten, E-BOOK ISBN: 978-3-423-43688-5, dtv, 14,99€




Nachdem ich "Liebes Kind" erst kürzlich gelesen habe uns sehr fasziniert von dem Debüt der Autorin Romy Hausmann war, freute ich mich sehr auf einen weiteren Thriller und muss mir nun selbst eingestehen, das meine Erwartungshaltung gigantisch hoch war. Leider hat mich "Marta schläft" nur gering gepackt, da ich die vielen Handlungsstränge erschlagend empfand und mich die vielen unterschiedlich gezeichneten Personen sehr verwirrten. Es war der Klappentext, der meine Neugier schürte und der Plot schien auch gelungen, wenn nicht zu viele Eindrücke das Lesen erschwert hätten. Auch das Galgenmännchen auf dem Cover erschließt sich mir nicht, es sei denn die Aussage des Thrillers wäre, das die Schlinge um den Hals für Nadja immer enger wird? 
Erst auf den letzten hundert Seiten kristallisiert sich heraus, warum Nadja so wichtig ist, um als Gehilfin einen Mord zu vertuschen. Warum Marta schläft stellt sich schnell heraus, aber da sie ein sehr bewegendes Leben geführt hat, könnte jeder für den ewigen Schlaf verantwortlich sein. Um ihren Bruder zu schützen, geht Nadja außergewöhnliche Wege, was für mich nicht immer nachvollziehbar war, zumal ich eine starke Persönlichkeit wahrnahm, die sich auch vor Blut an den Händen nicht fürchtet. Es ist ein abgekartetes Spiel und Nadja geht prompt in die Falle.
Mir bietet "Marta schläft" zu viele Nebenschauplätze und zu viele Ereignisse, die das Lesen erschwerten, da die Zusammenhänge immer wieder auseinanderdriften. Für mich ein Thriller, der wenig logisch ist, da Nadja, die zuerst sehr stark erscheint, am Ende einfach nur naiv ist und sich von Tränen blenden lässt. Sobald ein Kind ins Spiel kam, welches ohne Mutter aufwachsen muss, wird Nadja scheinbar getriggert und erscheint kopflos. Mir ist das tatsächlich zu oberflächlich, denn wer mordet, muss bestraft werden und sollte nicht ein Abendessen für den Ehemann kochen und alles so darstellen, als wäre nie etwas geschehen. Es erscheint mir tatsächlich zu kaltblütig. 
Da ein Buch seine Leserschar immer spalten wird, vergebe ich nur eine eingeschränkte Leseempfehlung. Mich hat "Marta schläft" nur wenig überzeugt, aber die guten Ansätze und die erkennbare Spannung sind erwähnenswert und werden für andere Leser_innen aus "Marta schläft" vielleicht doch ein Highlight machen.


Vielen Dank an netgalley und den dtv Verlag für die Bereitstellung dieses E-Books, dessen erhoffte Sogwirkung dieses Mal leider ausgeblieben ist. 

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