Dienstag, 25. Februar 2020

Tragische und schmerzliche Wahrheiten




Abbie GreavesHör mir zu, auch wenn ich schweige
336 Seiten, FISCHER E-Books, 14,99€








"Hör mir zu, auch wenn ich schweige" berührt zutiefst. Der Roman beleuchtet eine Ehe, in der nicht alles in normalen Bahnen verlief, was sich aber erst sehr spät offenbart und zuvor nur Vermutungen aufstellen lässt. Es ist harte Kost mitunter, denn die Autorin übernimmt das Schweigen, welches sich Frank auferlegt hat und  nutzt ihre Worte, um ein regelrechtes Drama zu schreiben. Als es darum geht, Maggie in das Leben zurück zu holen, beginnt Frank wieder zu reden, nachdem er sechs Monate lang geschwiegen hat. Er erzählt von seiner großen Liebe zu Maggie und dem, was sie miteinander erlebt haben. Es gab in ihrer Ehe stürmische, aber auch sehr wundervolle Zeiten. Sie aus Sicht eines Mannes gezeigt zu bekommen, ist eine anderer unerwartete Sicht, die nicht sachlich, sondern sehr lebendig geschildert wird. Frank ist nie ein Mann großer Worte gewesen und das Schweigen, welches er sich auferlegt hat, muss  gebrochen werden, damit beide heilen können. Maggie selbst hinterlässt Frank ihr Tagebuch, indem er von ihrer inneren Zerrissenheit liest, denn auch sie hat vieles nicht ausgesprochen. Manchmal schweigt man, um den Partner nicht noch mehr in Sorge zu versetzen, aber manchmal führt es auch dazu, innerlich immer mehr und mehr verwundet zu werden. Ein Buch voller Schuldgefühle und Neuanfänge, auch wenn diese nicht gleich ersichtlich sind. Hoffnung durchströmt jede Seite, denn Franks Liebe zu seiner Frau ist unermesslich groß.
Emotional hat mich "Hör mir zu, auch wenn ich schweige" sehr packen können. Ich war mitunter überfordert, da ich die Antworten, die Frank für Maggie hat nicht lesen wollte. Manche Vermutungen werden bestätigt und schmerzen mich sehr, da ich weiß, wie hilflos man sich innerhalb der Mutterschaft fühlt. Ein traumatisches, herzzerreißendes Buch, welches lange nachklingt, denn das Leben ist zu kostbar, um es mit Schweigen zu verbringen.
Gerne eine Leseempfehlung, allerdings mit dem Hinweis, das es sich hierbei um einen Roman mit ganz viel Tiefgang handelt, der sicherlich auf einige, die das eine oder andere Traumata in ihrem Leben aufweisen, verstören könnten. Das, was Maggie und Frank durchleben, ist mir in meinem Leben bisher unbekannt geblieben, dennoch hat es mich getroffen. Ein Roman, der zwar ganz viele Schrecken aufweist, bietet dennoch jede Menge Hoffnung und Vergebung, weil geliebt wurde und das ist die Kernaussage, die ich wahrgenommen habe. 

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