Samstag, 15. Februar 2020

Das Dorf der Lügen



Unter der Erde
400 Seiten, FISCHER E-Books, ISBN: 978-3-10-491188-5, 12,99€





"Unter der Erde" begeistert mich leider nur bedingt, da ich mit einer scheinbar falschen Erwartungshaltung zu lesen begann. Wer die Reihe um Zorn und Schröder des Autors kennt, wird ebenfalls die eine oder andere amüsante Situation vermissen oder Dialoge, die mich zum Lächeln bringen. "Unter der Erde" ist absolut brutal und fördert Menschen zutage, die über Leichen gehen würden, um Profit zu erlangen. Für Elias, der lediglich der Einladung seines Großvaters folgt, um mit diesen den 90. Geburtstag zu feiern, gerät in die Fängen eines organisierten Verbrechens, indem scheinbar alle im Umfeld des Großvaters involviert sind. Es ist menschenunwürdig und zeigt einige Personen auf, die so herzlos agieren, das es schon unglaubwürdig erscheint. 
Durch Flashbacks will ich es nennen, sieht sich Elias mit seiner Kindheit konfrontiert, die aufzeigt, weshalb er den Kontakt zu seinem Großvater abgebrochen hat. Hinzu kommen Geschehnisse innerhalb des zweiten Weltkrieges, in denen diverse Skrupellosigkeiten des Großvaters aufgezeigt werden, die diesen formen und zu dem Menschen machen, der er heute ist, wobei er ja kurz nach der Geburtstagsfeier verstirbt. Es ist ein Hohn und letztendlich ist nichts wie es scheint. Klar ist am Ende, das alle Menschen des Dorfes bis auf Ausnahmen absolut verrückt sind und Leben nehmen, ohne mit der Wimper zu zucken. Solche Protagonisten zu erschaffen ist definitiv eine Kunst für sich, aber komplett überzeugen konnte es mich dennoch nicht, da mir zu viel an Logik abhanden kommt. 
Ich denke tatsächlich, das dieser Thriller Potential hat, der sich nur für mich nicht komplett entfalten konnte. Da selbst Elias mir unsympathisch ist von Anfang an, konnte ich zu keinen der vielen auftretenden Personen eine Beziehung aufbauen, sodass dieses absolut unpersönlich und emotionslos von meiner Seite aus geblieben ist. Widerlich empfand ich Williams Handeln in Kriegszeiten, als er nur sein eigenes Überleben sichert und dabei anderes komplett aus den Augen verliert, ohne mit der Wimper zu zucken. Ab da war das Buch für mich Geschichte und ich habe es nur beendet, da ich selten ein Buch abbreche. 
Thrilleranteile sind definitiv vorhanden, aber ich empfand eher Horror und Abscheu, wobei es natürlich auch erwähnenswert ist, das erst ab der Hälfte der gelesenen Seiten erst verständlich ist, worum es in dieser Story überhaupt gehen wird. Bis dahin empfand ich eine gewisse Oberflächlichkeit, die sich auch zum Ende hin nicht ganz gelegt hat. 
Von mir nur eine eingeschränkte Leseempfehlung, da mir die Protagonisten einfach zu unsympathisch waren. Schade, denn aufgrund der anderen Thriller des Autors weiß ich, das er es besser kann. Für mich ein nichtssagender Thriller, der natürlich auch schockiert aufgrund der Skrupellosigkeit, aber schnell vergessen war nach dem Lesen der letzten Seite.

Ich bedanke mich an dieser Stelle dennoch bei netgalley und den Fischer Verlagen für die Bereitstellung dieses E-Books. 

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