Montag, 28. Oktober 2019

Gut konstruierter Thriller mit einigen unnötigen Banalitäten




Harriet Tyce

Blood Orange - Was sie nicht wissen

Thriller


Taschenbuch 
384 Seiten
ISBN: 978-3-453-42314-5  
10,99€





"Blood Orange - Was sie nicht wissen" beginnt mit einem recht verwirrenden Prolog, den ich zum Ende des Buches erneut las, um es mir begreiflich zu machen. Insgesamt ist der Thriller sehr gut konstruiert, leider weist er einige unnötige Banalitäten auf, die das Lesen deutlich erschwerten, zudem bin ich kein Freund von Obszönitäten, die vielfach auftraten. 
Der Klappentext verspricht eine Reihe von Ereignissen, die sich nahtlos ineinander reihen. Es ist ersichtlich, das Alison chronisch unzufrieden ist und sich daher in eine Affäre stürzt, die ihr letztendlich nicht gut tut und nachdem einige drohende Nachrichten ihr Handy beflecken, wird sie zwar nachdenklich, aber es gelingt ihr nicht, sich von Patrick zu lösen. Ihr Ehemann ist derjenige, der sich um die gemeinsame Tochter kümmert und als Therapeut seine Arbeitszeiten dem Kind angemessen einteilen kann. Die Situation scheint zu eskalieren, beruflich und auch privat, denn Alison ist dem Alkohol nicht abgeneigt und verhält sich oftmals unangemessen. Ihre Karriere ist auf dem Höhepunkt angelangt und der Mordfall den sie lösen sol, zeigt einen narzisstischen und gewalttätigen Ehemann, der seine Frau unterdrückt hat und auch vor seinem Sohn nicht Halt gemacht hat. Diese kurzen Einblicke sind spannend und sehr gelungen, da die Ehefrau nur den Ausweg sah, ihrem Mann Einhalt zu gebieten, wenn sie ihm das Leben nimmt. 
Das Grundgerüst des Thrillers ist definitiv gelungen, erreicht mich aber emotional leider nicht, da mir die Protagonistin Alison von Beginn an unsympathisch war. Die Szene im Zug hat meine innere Haltung ihr gegenüber verstärkt. Auch Patrick, der direkt nach den Zusammenkünften sofort auf sein Handy starrt, erscheint mir als gefühlskalt und zeigt immer deutlich, das er bekommt, was er will, was sich auch zum Ende hin bestätigt.
 "Blood Orange - Was sie nicht wissen" verbirgt einige Überraschungen am Ende des Thrillers und wie schon erwähnt, bekommt so der Prolog einen glaubhaften Sinn. Alisons Veränderungen ist gelungen dargestellt, wobei auch dieses mich emotional nicht berührt, da sie viele Weichen ihres Lebens selbst gelegt hat und nun vor den Scherben ihrer Ehe, ihrer beruflichen Perspektiven steht. Nutznießer des Ganzen ist Tilly, die es verdient hat in einem gesunden Rahmen aufzuwachsen und das ist der Autorin gelungen, mich in diesem Punkt zufrieden zu stellen.
Ich vergebe eine eingeschränkte Leseempfehlung, da ich leider nicht das zu lesen bekam, was ich mir erhofft hatte. Vieles ist natürlich spannend dargestellt, aber eben auch nicht so ausgearbeitet, das ich es als absolut gelungen erachte. Manche Banalitäten und Sätze zwischen den Zeilen zu lesen, sind einfach zu oberflächlich oder eben auch zu wenig ansprechend.

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