Sonntag, 7. Juli 2019

Verwirrt und irritiert


Phoebe LockeRachemädchen- Eine ist verschwunden. Eine ist angeklagt. Wer ist das Opfer?Psychothriller


352 Seiten, Klappenbroschur, FISCHER Scherz, ISBN: 978-3-651-02568-4, 14,99€




"Rachemädchen" hat mich absolut verwirrt und mitunter dadurch auch wenig begeistert. Letztendlich überzeugt die Story aber doch und zwar sobald feststeht, was die Handlung auslöst und warum der Psychothriller den Titel "Rachemädchen" trägt, der zudem dann auch absolut passend erscheint. Zunächst empfand ich die Story als nichtssagend, zumal in mehreren Zeitebenen geschrieben ist und das Puzzle sich wirklich erst spät zusammenfügen lässt. Protagonistin Amber wirkt unsympathisch und oberflächlich, während ich ihre Mutter Sadie nicht durchschauen kann. Klar ist, das Amber jemanden ermordet hat und freigesprochen worden ist, aber ich bleibe lange im Unklaren darüber, welche ihre Beweggründe sind. Außerdem ist mir "Der Große Mann" sehr suspekt, der in der Vergangenheit Sadies Opfer verlangt und Menschen dadurch zu etwas Besonderen macht. Ein Ammenmärchen? Die Story hat definitiv ihre Eigenarten und ich brauchte einige Zeit, um mit ihr warm zu werden. Erst das Ende reißt ganz viel heraus, sodass der Psychothriller seinen Namen verdient, denn das Verwirrspiel der Autorin nimmt endlich Formen an und wird begreiflich. Eine gelungene Irritation auf ganzer Linie, welches mich absolut begeistert und atemlos vor Spannung innehalten ließ. Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung, da ich Mord, Tod und Anklage zu begreifen begann und erkenne, wie viel Macht Suggestion hat und Menschen in eine Psychose stürzen könnte. Sehr gelungen dargestellt und herausragend inszeniert. 

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