Sonntag, 10. März 2019

Grenzüberschreitung Deluxe



Staat X


Wir haben die Macht!


ab 14 Jahren 
400 Seiten 
ISBN 978-3-7432-0230-6
Broschur mit Spotlack

9,95 €  



"Staat X - Wir haben die Macht" zeigt sehr deutlich die Verstrickungen der Grenzüberschreitungen und Gier nach Macht innerhalb eines Projektes, welches letztendlich komplett aus dem Ruder läuft. Eine geniale Grundidee, wenn Lug und Betrug nicht gleich schon zu Beginn Menschen in ihre Fänge genommen hätte. Ich hatte sehr hohe Erwartungen an das Buch, welches mich schon direkt ab der ersten Seite fasziniert hat. Parallelen zu "Die Welle" sind definitiv vorhanden, dennoch beinhaltet "Staat X - Wir haben die Macht" eine vollkommen andere Story, die dennoch aufzeigen kann, wie schnell wir mit dem Strom schwimmen und uns anpassen wollen. Es ist die Gier nach Anerkennung, die hier zum Tragen kommt und letztendlich wird auch nicht vor Korruption und Gewalt Halt gemacht. Die unterschiedliche Darstellung der Charaktere ist sehr gelungen und gibt dem Jugendbuch recht schnell Authentizität.
Caroline Wahl hat hier eine fiktive Welt erschaffen, die bedrückend wirkt und vor Hochspannung trotzt. Es war nicht vorhersehbar, wie sich Staat X entwickelt, obwohl gleich der Prolog voller Grauen steckt. Relativ schnell wird klar, dass sich manches zu einem Eigenleben entwickelt und nachdem die Ersten festgenommen werden, das Gefängnis seine Gefangenen aufweist und Strafprozesse erfolgen, ist es wie eine Kettenreaktion. Staat X entwickelt ein hohes Gewaltpotential und Bedrohungen, Zerstörung und Wut erfolgt. 
Jeder Schüler / jede Schülerin hat eine Aufgabe, die für die jeweilige Person zugeschnitten scheint. Steuern müssen bezahlt werden und selbst eine eigene Währung, der Xeros ist vorhanden. Jahrelange Vorbereitungen auf diese außergewöhnliche Schulwoche prägen diejenigen, die hinter diesem Projekt stehen, aber letztendlich sind ihnen die Hände gebunden und alles scheint aus dem Ruder zu laufen. Die angenehme Atmosphäre des Beginns schwindet relativ rasch und gibt einem angespannten Gefühl Raum. wie schwer muss es sein, niemanden mehr vertrauen zu können? Gelungen ist, dass familiäre Begebenheiten auch ihren Platz finden, um die Personen noch greifbarer zu gestalten. Für manche Menschen ist Anerkennung innerhalb der Gesellschaft oder Familie unabdingbar. 
Der Jugendroman "Staat X - Wir haben die Macht" ist für die gewählte Zielgruppe ab 14 Jahren komplett angemessen. Es stimmt nachdenklich, da die Frage immer wieder aufkommt, wie mein eigenes Verhalten innerhalb von Staat X gewesen wäre. Junge Menschen finden sich in einem fiktiv gestalteten Staat wieder, der nicht von Lehrern überwacht wird, diese sind zum Teil nur Zuschauer und lassen die Kids gewähren. Letztendlich ein sehr gefährliches Spiel und eigentlich auch logisch, dass dieses trotz guter Planung ein Eigenleben entwickeln kann. Auch wenn die Grundfesten bestehen, ist es eine Arbeit mit Menschen und das Verhalten dieser lässt sich definitiv nicht planen. Absolut gelungen und treffend dargestellt, daher eine absolute Leseempfehlung, da ich mich gleich ab der ersten Seite des Romans in die Story hineindenken konnte. Ein ungutes Gefühl am Ende bleibt, aber die Tatsache, das Begebenheiten ausgesprochen wurden und Gerechtigkeit einzieht, gibt dem Schrecken eine Wendung, die ich als sehr gelungen erachte.

★★★

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