Sonntag, 20. Januar 2019

Patchwork ohne wirkliche Heimat



Und wenn es nicht gut ist, ist es nicht das Ende


Klappenbroschur - ISBN: 9783959672399 - 304 Seiten - 14,99€ - HarperCollins




Der Klappentext zu "Und wenn es nicht gut ist, ist es nicht das Ende" verrät schon sehr viel über die turbulente und chaotische Situation, in der sich Julia befindet. Als mehrfach betrogene Ehefrau zieht sie ihre Konsequenzen und verlässt ihren Ehemann. Recht mittellos und ohne Obdach bekommt sie das Angebot in das Haus von Frau Smit zu ziehen. Sie ahnt nicht, dass sie Mittel zum Zweck wird, denn erstens übernimmt sie einen kleinen Teil der Pflege der ins Koma gefallenen Frau Smit und zweitens ist das Haus, welches nun ihr Zuhause wird, ein Durchgangslager für einige kuriose gestalten, die dort ein und aus gehen. Der Klappentext lässt eine hurmorvolle Story vermuten, die sich aber für mich als doch recht intensiv entwickelt. Kindesmisshandlung finde ich definitiv kein Stück witzig und meine Reaktion darauf, würde ähnlich wie die von Julia sein. Ich würde auch versuchen die Behörden einzuschalten, um das Kind zu retten. Was mich stutzig macht ist, dass letztendlich keine Hilfe gewährleistet wird und Julia selbst schöne Oasen der Ruhe und Geborgenheit schafft. Diesen Part empfand ich als wunderschön, denn Julia tritt regelrecht in die Fußstapfen von Frau Smit, die ihr Haus gestrandeten Seelen zur Verfügung stellt. Zuerst bewusst und danach unbewusst. Letztendlich wird sie für ihre Taten belohnt und auch das empfand ich als ganz wundervoll.

Die 304 Seiten lassen sich zügig lesen und ich fand auch sehr schnell in die Story, die ich anfänglich als doch recht durchgeknallt empfand, um zum Ende hin mir ihrer Schönheit und Intensivität bewusst zu werden. Für Julia ist es ein Neuanfang, der es in sich hat und ich vermute eine der besten Entscheidungen, auch wenn nicht alle Entscheidungen von ihr getroffen wurden, sondern sie regelrecht auserwählt wurde, kann sie sich ihrem alten Leben entledigen. Stan ihr Ehemann hat sie regelrecht in ihrer Kreativität beschnitten. Gefallen hat mir, dass die Menschen, denen Julia begegnet alle sehr unterschiedlich sind in Prägung und Auftreten, aber letztendlich eines gemeinsam haben und die Dankbarkeit, Liebe und Fürsorge für Frau Smit am Ende zum Vorschein kommen kann. Viele helfende Hände und ganz viel Herz spielen hier eine große Rolle und machen den Roman dadurch sehr interessant und wertvoll. Wertschätzung für viele Bereiche des Lebens, wobei dieses erst ein klein wenig später ins Bewusstsein des Lesers drängt.

Gerne eine Leseempfehlung!

★★★★

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