Freitag, 21. September 2018

Borderland = Trauerverarbeitung oder doch Depressive Stimmungen?




Borderland
272 Seiten, geb. mit Schutzumschlag
Ab 14 Jahren, 16€ 




"Borderland" hat sich anders als erwartet zu einem Roman entwickelt, der Trauerverarbeitung und auch psychische Probleme sehr intensiv behandelt, sodass es eben auch mitunter ein klein wenig zu konstruiert auf mich wirkte. Ob es für eine junge Leserschar ab 14 Jahren geeignet ist, ist fraglich. Es gibt zu Beginn wenig schöne Momente, da Vincent gefangen ist, den Verlust des Vaters zu verkraften und die Depression seiner Mutter zu verarbeiten. Hinzu kommt die neue Wohnsituation und das Einleben in eine neue Schule. Finanziell geht es auch bergab und Vincent ist oftmals auf sich alleine gestellt. Der Autor stellt ihm nach und nach einige sehr außergewöhnliche Personen an die Seite, die ihm helfen aus seinem eigenen schwarzen Loch herauszusteigen und weiterzumachen. Es ist interessant und paranormal, was mir sehr gefallen hat, dennoch blieb für mich einiges zu oberflächlich behandelt, um mich zu berühren. Natürlich litt ich mit Vincent und konnte mich in viele Gedanken und Handlungen hineinversetzen, aber komplett überzeugen konnte er mich als Protagonist nicht. Die hohen Erwartungen, die das Cover und auch der Klappentext in mir erweckten, wurden leider nicht gänzlich erfüllt. Ich vermute, dass die ausgelösten Empfindungen jeden Leser / jeder Leserin anders treffen wird. Mich hat es nur bedingt berührt und Zweifel geweckt, ob "Borderland"für die gewählte Zielgruppe junger Leser/-innen nicht überfordernd wirken könnte. Es ist nicht nur Trauer, sondern auch nicht angemessene Sexualität vorhanden, wobei ich damit nicht die dargestellte Homosexualität meine, sondern eine Dreiecksgeschichte, die ich als nicht angemessen empfand. Sexuell ist es mir zu ausschweifend für die gewählte Zielgruppe, da wenig Liebe vorhanden war, sondern Leidenschaft, gepaart mit One - Night - Stands, da hätte ich mir mehr Vermittlungen von Werten gewünscht. Gefallen hat mir die Persönlichkeit der Jane, die immer dann anzutreffen ist, wenn Vincent Unterstützung braucht, jemanden an seiner Seite, der Halt und Sicherheit gibt. All dieses, was er von seiner Mutter nicht erhält, da diese mit ihrer eigenen Trauer und den neuen Lebensumständen nicht umgehen kann. Es ist authentisch erzählt, wie Depressionen sich auf Körper und Geist auswirken können. Für mich blieb vieles zu oberflächlich erzählt, daher kann ich leider nur eine eingeschränkte Leseempfehlung an "Borderland" vergeben. Da Bücher immer unterschiedliche Empfindungen und Meinungen hervorbringen, werden andere diesen Roman sicherlich anders empfinden als ich es tat, daher möchte ich nicht beeinflussen, sondern lediglich meinen eigenen Eindruck darstellen. Mich hat "Borderland" leider wenig berührt und angesprochen. Schade, denn meine Erwartungen waren wirklich sehr hoch.

★★★

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