Sonntag, 28. Januar 2018

Fiktiv oder "Der Schein trügt"



Ella Blix

Der Schein

 

  • Gebundene Ausgabe: 472 Seiten
  • Verlag: Arena  
  • ISBN-13: 978-3401604138
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre
  • 18,00€

Alina ist neu auf dem Internat Hoge Zand auf der kleinen Ostseeinsel Griffiun. Eines Nachts sieht Alina aus einem der Turmzimmer ein dunkles Schiff am Horizont, das seltsame Blitze über das angrenzende Naturschutzgebiet schießt. Auf der Suche nach Antworten trifft sie in den Dünen auf Tinka, der sie sich sofort auf unheimliche Weise verbunden fühlt. Das Mädchen mit der seltsamen Ausrüstung weiß viel mehr, als sie wissen dürfte und verschwindet immer wieder spurlos. Als Alina mit Hilfe der Lonelies, ihrer neuen Freundes-Clique, versucht, den Rätseln der kleinen Insel auf die Spur zu kommen, macht sie eine Entdeckung, die alles in Frage stellt, was sie jemals für wahr gehalten hat …





"Der Schein" ist ein Jugendbuch, welches dem angegebenen Lesealter ab 12 Jahren absolut angemessen ist. Es geht um Freundschaft, die Verbindungen zu den Eltern und der Wahrheitsfindung, denn Alina muss sich ihren Wurzeln erst bewusst werden. Abenteuer und Fiktion runden das Geschehen innerhalb und  außerhalb des doch mitunter skurrilen Internates ab. 
Ich sehe ein junges Mädchen, welches sich abgeschoben fühlt, als ihr Vater berufsbedingt verreisen muss, um Darmbakterien zu erkunden. Außerdem ist Alina immer noch in tiefer Trauer um den Verlust ihrer Mutter, deren Verschwinden viele Rätsel aufgibt. Interessant hierbei war für mich die Erkrankung Chorea Huntington, eine heimtückische Erbkrankheit, die mir in meinem beruflichen Alltag leider auch schon begegnet ist. Alina selbst ist auf der Suche nach sich selbst und kann erst wirklich ruhen, wenn sie Antworten auf ihre Fragen bekommt. Dies geschieht auf sehr ungewöhnliche Art und Weise und ist nicht gleich zu Beginn des Romans ersichtlich. Das Autorenduo hat erst einmal einen hohen Spannungsbogen verwoben, der sich nach und nach aufbaut, um am Ende zu überzeugen. Der Überraschungsmoment war für mich sehr gelungen und gab dem Roman den letzten Feinschliff. Im Gesamtpaket ist das Buch fiktiv und es lässt sich nicht erahnen, welche Fantasyelemente uns letztendlich während des Lesens begegnen werden. 
Der Ort des Geschehens ist eine kleine Insel an der Ostsee. Der Ort ist urig und scheinbar auch eher langweilig, wenn man mal die Urrinder außer Acht lässt. Niemand sollte die Natur erkunden können und daher wirkt der Ort / Das Internat erst einmal sehr befremdlich. Mich wundert es nicht, dass Alina sich ihrer Neugier hingibt und sich auf den Weg ins verbotene Naturschutzgebiet macht, um dieses zu erkunden. Dort beginnt dann die wahre Geschichte, der äußere "Schein" wird offenbar und Alina begibt sich unerwartet auf Wahrheitsfindung. Alles beginnt im siebten Jahr und diese Bedeutung wird uns als Leser_innen erst zum Ende hin bewusst gemacht. 
Die Personen selbst sind interessant und gelungen ausgearbeitet. Gerade die Lonelies sind unterschiedlich gezeichnet und letztendlich doch eine Einheit. Kids / Jugendliche, die nicht die Möglichkeiten haben nach Hause zu fahren und auf der Insel quasi festsitzen. Auch die Kräuterhexe  mit der sich Alina ihr Zimmer teilt ist spannend und letztendlich auch Helfer in der Not. Der Schein trügt also auch hier, denn die ersten Eindrücke der Personen werden hier und da verworfen werden können. Für die Story selbst sind sie gelungen ausgewählt. 
Ich möchte "Der Schein" gerne eine Leseempfehlung aussprechen, da ich mich gut unterhalten gefühlt habe und mich letztendlich auch auf die Story einlassen konnte. Durch die angenehme Schriftgröße lässt sich das Buch zügig lesen und durch die vielen Anteile der Ereignisse die ich für jugendliche Leser als sehr spannend erachte, empfinde ich als sehr gelungen.

★★★★ (4,5 Sterne)

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