Sonntag, 17. September 2017

Regionalkrimi Bielefeld Teil 3


Zwischen Schatten und Licht


Als er wieder zu sich kam, zitterte er vor Kälte. Die Insel aus Licht war verschwunden. Nur ein paar Sterne funkelten am Nachthimmel. Aber die Sterne wussten nichts von ihm.

Die gefeierte Jazz-Sängerin Marleen Seismo kehrt mit ihrer Band für ein Konzert in die alte Heimat Bielefeld zurück. Im ausverkauften Bunker Ulmenwall müssen die Fans aber miterleben, wie Marleen mitten auf der Bühne zusammenbricht. Die erfolgreiche, von allen verehrte Künstlerin wurde heimtückisch vergiftet.
Kommissarin Nina Tschöke und ihre Kollegen vom KK11 können sich vor Verdächtigen und möglichen Motiven gar nicht retten. Schnell stellt sich heraus, dass Marleens Ehe zerrüttet, ihre Band zerstritten und ehemalige Freunde von Neid und Missgunst zerfressen sind.
Einer der Zeugen ist ausgerechnet Ninas geistig behinderter Bruder Kai, der seit dem Abend im Bunker seltsam verstört wirkt. Zu spät erkennt Nina, dass sie etwas Entscheidendes übersehen hat …

ISBN: 9783954413898 | 370 Seiten  | 10,95€  |  KVB Verlag




Da mir "Nacht aus Eis" und "Das fremde Grab" der Autorin sehr zusagten, freute ich mich auf einen weiteren Krimi, der innerhalb meiner Geburtsstadt spielte. Der Lokalkolorit Bielefelds ist wunderbar hervorgehoben und wären da nicht Morde und Unstimmigkeiten hätte sich außer Erkennen auch ein Wohlfühleffekt bemerkbar machen können. Trotzdem muss ich gestehen, dass mir "Zwischen Licht und Schatten" ein klein wenig Heimat gab. Vielleicht ist dies auch ein Grund, warum ich mich auf eine neue Leserunde mit der Autorin auf Lovelybooks freute? Es war wieder einmal sehr gelungen in den Austausch über ein Buch zu gehen und die unterschiedlichen Wahrnehmungen über Personen und Begebenheiten zu betrachten. 
Die Schriftgröße des Krimis ist sehr angenehm und lässt die 370 Seiten wie Nebenbei lesen. Anders als die Cover zuvor ist dieses nicht glänzend und das Taschenbuch auch ein klein wenig kleiner in der Aufmachung, aber es zeigt definitiv Bielefeld und trifft auch bildlich auf den Titel zu. Es hat Licht und Schatten, was auch auf den Inhalt des Krimis zutrifft. Das Leben der Jazz - Sängerin hat sowohl Schattenseiten, als auch Lichtmomente. Warum sie sterben musste, ist lange ungeklärt. Der eine oder andere Verdachtsmoment kam während des Lesens auf, aber wirklich geklärt wird dies erst zum Ende hin, was mir sehr zusagte.  Einen Giftmord á la Agatha Christie zu wählen habe ich als sehr gelungen empfunden.
Was mir am meisten gefallen hat, ist, dass sich die Autorin nicht wie in den Krimis davor auf Dominik Domeyer fokussiert, sondern Nina Tschöke und ihrem Bruder Kai fokussiert. Kai hat das Down - Syndrom und scheint während des Konzertes im Bunker Ulmenwall mehr wahrgenommen zu haben, als vorerst angenommen. Wer hat die Sängerin am besagten Abend vergiftet? Es machen sich viele verdächtig und als dann ein zweiter Mord geschieht, stehen die Kommissare des KK11 vor einem Rätsel. 
Im Gesamtpaket empfand ich "Zwischen Licht und Schatten" als sehr angenehm. Der Spannungsbogen ist hoch und von Beginn an messbar. Kai Tschöke als einer der Protagonisten wertet den Krimi sichtlich auf und verdient daher eine echte Leseempfehlung. Ich bin sehr daran interessiert in einem weiteren Krimi mehr über ihn zu lesen, um ihn noch näher kennen zu lernen.







Rezension zu: Nacht aus Eis -> HIER!

Rezension zu: Das fremde Grab -> HIER!

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