Samstag, 11. Januar 2014

"Wo fängt Mobbing an?" Themenbeitrag zu "Es wird keine Helden geben" / Anna Seidel






Guten Morgen,
vielleicht nervt es schon, das zu dem Buch "Es wird keine Helden geben" die Beiträge und Gewinnspiele wie Pilze aus dem Boden schießen? Vielleicht ist es aber auch ein Grund für dich neugieriger auf das Buch zu werden? Wenn dies der Fall sein sollte, dann hätten wir unser Ziel erreicht. Solch eine Aktion wie diese habe ich noch nie erlebt und ich freue mich total eines so großen Aufgebots zu sein. Das Thema welches ich mir ausgesucht habe, wird die Überschrift "Wo fängt Mobbing an?" tragen, denn Mobbing ist eines der Themen die ich euch in "Es wird keine Helden geben" begegnen werden. Der Roman ist sehr vielseitig und ruft in seinen Lesern die unterschiedlichsten Gedanken hervor. Meine Rezension zum Buch findest du HIER!  Außerdem möchte ich natürlich auch noch einmal auf das Gewinnspiel zum Buch hinweisen. Auf meinem Blog könnt ihr 10 signierte Bücher von "Es wird keine Helden geben" gewinnen. Das Gewinnspiel findest du HIER!





Nun geht es aber los mit meinen Gedanken und Eindrücken zum Thema "Wo fängt Mobbing an?" Ich möchte euch bitten zu bedenken, das wir Menschen alle unterschiedlich sind und jede/r von uns das Thema sicherlich anders angefangen hätte als ich, aber wenn wir alle gleich denken und handeln würden, wäre unsere Welt weniger bunt, daher bitte ich meine Gedanken als meine zu akzeptieren.


Wo fängt Mobbing an?
Mobbing ist etwas was ich als Ausgrenzen erklären würde. Ausgrenzen deshalb, weil die Person die wir ausgrenzen, vielleicht sogar völlig unabsichtlich, anders ist als wir selbst. Vielleicht ist die Person uns unangenehm, weil sie anders aussieht als wir? Sich anders kleidet? Einen anderen Lebenswandel hat als der den wir führen? Ich selbst habe sicherlich auch schon Menschen gemobbt, bzw ausgegrenzt, da ich mich einfach nur abgrenzen wollte oder mit dem Strom schwimmen? Es kann schon im Kindergarten losgehen, das Kinder nicht mit diesem einen Jungen oder diesem Mädchen spielen wollen, da er/sie vielleicht einfach nur anders aussieht, anders spricht oder eben nur anders angezogen ist als sie selbst? Unsere Kinder darin zu stärken, das sie alle anderen neben sich akzeptieren ohne auf andere herabzusehen beginnt im Elternhaus. Wenn wir selbst darin aber keine Vorbildfunktion sind, wird es sich irgendwann auf unsere Kinder abfärben, da bin ich mir sicher.

Unser Beispiel im Buch ist Matias, 16 Jahre alt und ein Einzelgänger. Viel wird nicht von ihm berichtet, außer das er sich Miriam annähert, die ihn eiskalt abblitzen lässt und ihm eben das, was sie an ihm stört knallhart ins Gesicht knallt. Es ist total hart und gemein, denn man hätte eine Einladung auch etwas liebevoller ablehnen können ohne den anderen dabei ziemlich zu verletzen. Miriam schwimmt in dem Moment mit dem Strom, denn Matias scheint von Körperhygiene nicht viel zu halten, hat wohl dauerhaft fettige Haare und erscheint auch im Ganzen eher unsauber. Dinge die mir jetzt spontan gesagt auch unangenehm wären, dennoch hätte Miriam ihre Abfuhr anders verpacken können. Vielleicht hätte sie einfach sagen können, das sie schon eine andere Verabredung hat? Sich lauthals mit ihren Freundinnen über Matias auszulassen war dann wirklich nicht die feine Art, aber wenn ich dann eine meine eigene Schulzeit zurückdenke, dann erinnere ich mich an Situationen in denen ich ebenso fies war zu anderen wie Miriam. Jugendliche haben noch nicht das Feingefühl entwickelt wie ich es nun als Erwachsene habe. In der Klasse meines Sohnes haben in seiner ganzen Schulzeit schon zwei Mädchen durch Mobbing die Schule gewechselt. Den Grund dafür kenne ich natürlich nicht, aber ich weiß, das Ausgrenzungen aus der Klassengemeinschaft wirklich richtig wehtun können. Manchmal ist ein Neustart in einer anderen Klasse vielleicht wirklich ratsam.

Wo fängt Mobbing also an? Mobbing begegnet uns immer wieder im Alltag und auch ich bin davor leider nicht sicher und erlebe es täglich in meinem Berufsleben. Auch ich habe schon des öfteren überlegt meinen Arbeitsplatz zu wechseln, da ich nicht mit allen Mitarbeiter/innen meiner Wohngruppe zurecht komme, aber ich bin dort nur für ein Jahr und nicht für ewig, daher werde ich durchhalten und weiterhin die Tage zählen, denn sobald ich die Tür hinter mir schließe fängt das Gerede hinter dem Rücken an und das sind Dinge die mich auch wirklich schmerzen, mich aber nicht so hart treffen können wie es vielleicht wäre, wenn ich nun 16 Jahre alt wäre und ein kompletter Außenseiter. Ich habe meine Familie die mich liebt und mir den Rücken stärkt. Hier wären vielleicht Matias Eltern am Zug gewesen ihren Sohn mit genügend Selbstbewusstsein auszustatten?

Kann man sich vor Mobbing schützen? Leider glaube ich, das es nicht möglich ist sich vor Mobbing soweit zu schützen, das es dich niemals treffen wird, aber ich hoffe, das du stark genug sein wirst dich dagegen zu wehren oder dir zumindest Hilfe zu suchen. Wir Menschen haben leider den Respekt voreinander verloren und manchmal schwimmen wir einfach mit dem Strom und hacken auf dem anderen herum, am liebsten natürlich gemeinsam mit anderen, denn dann fühlen wir uns stark, wenn wir andere kleinmachen können. Überleg dir vielleicht einmal wie du dich in der Situation deines Kollegen / deiner Kollegin fühlen würdest? Vielleicht ist es hilfreich, wenn gerade du dich in diesem Moment ausgrenzt, wenn andere anfangen auf dem anderen / die andere herumzuhacken?


Mobbing kann wie ich festgestellt habe schon im Kindergarten beginnen, indem andere nicht mit dem einen oder anderen Kind spielen wollen. "Hau ab Du stinkst!" "Du bist blöd" ........... Dort liegt es eigentlich an den Erzieherinnen einzuschreiten, aber ob sie wirklich immer die Zeit haben sich um 25 und mehr Kinder gleichzeitig zu kümmern? Wäre es da nicht einfacher, wenn unsere Kinder stark genug sind sich selbst zu wehren? Natürlich nicht mit Gewalt, obwohl dies bei Kindern wahrscheinlich der erste Schritt wäre, aber vielleicht indem sie sich einfach nicht abwimmeln lassen und einfach mitspielen? Mich macht es auch immer ganz unglücklich, wenn mein Kind nach dem Kindergarten ganz traurig ist, weil X,Y sie nicht hat mitspielen lassen und dann liegt es an mir zu trösten und abzulenken. Dieses ist meiner Meinung nach auch schon Mobbing und dabei ist keines meiner Kinder Außenseiter.

Du kannst dich also nicht ausgrenzen, schützen oder wehren, weil es einfach jeden treffen kann, daher hoffe ich, das du stark genug bist, dich wenigstens innerlich abzugrenzen und die Worte, das Handeln nicht so nah an Dich heranzulassen! Vielleicht grenzt Du Dich auch einfach ab, wenn beim nächsten Mal hinter dem Rücken der Kollegin schlecht geredet wird?



Nun wollte ich eigentlich über "Wo fängt Mobbing an?" und habe doch etwas ganz, ganz anderes geschrieben. Verzeihung, wenn Ihr etwas ganz, ganz anderes erwartet habt, aber ich habe nun rein aus dem Bauch heraus geschrieben und fühle mich nun ganz wohl dabei.


Bei Manja, Katies fantastische Lesewelt und McBaylie geht es heute auch um Mobbing bzw. Gruppenzwang. Schaut doch einfach mal auf ihren Blogs vorbei?


Alles Gute für Euch
Mel



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