Montag, 22. April 2013

Ausbruch / Aufbruch




Alles begann mit einem Brief ...
Carol hat es gründlich satt: Da ist sie mit einem Mann verheiratet, dessen Rumgejammer bei ihr beinahe Mordgelüste weckt, hat eine halbwüchsige Tochter, die ihr vorkommt wie ein Alien im eigenen Haus, und nun auch noch das – endlich hatte sie sich ein Herz gefasst, nach Athen abzuhauen, da macht das Schicksal ihr einen Strich durch die Rechnung. Und dann ist da Albert: Der Briefträger schlurft einsam und lustlos durchs Leben, seit seine Frau gestorben ist. Nicht mal seine selbstmordgefährdete Katze Gloria schenkt ihm so recht Beachtung. Und jetzt, kurz vor der Rente, wird er auch noch dazu verdonnert, unzustellbare Briefe zu sortieren. Er gehört wohl endgültig zum alten Eisen – doch plötzlich trudeln bei ihm Briefe einer anonymen »C.« ein, schlagartig fühlt er sich ihr verbunden wie einer alten Freundin und macht sich auf den Weg, sie zu finden … Tom Winter erzählt mit beißendem Humor und doch mit großer Wärme für seine Figuren von zwei Pflichterfüllern, die endlich den Mut aufbringen, aus dem Gewohnten auszubrechen.



Klappenbroschur
281 Seiten
12,99 € 
ISBN: 978-3-458-35916-6


Leseprobe!



Meine Meinung:

Manchmal muss ich gestehen bin ein echtes Glückskind, denn ich wurde in der Leserunde auf Lovelybooks nachverlost, denn es hatten sich einige Gewinner/innen nicht gemeldet und so freue ich mich natürlich nachträglich noch über den Buchgewinn, denn ich hatte das Buch für mich schon abgeschrieben. Ich hatte mich sogar schon für eine Wanderbuchrunde angemeldet, da ich das Buch unbedingt lesen wollte. Es war nämlich das Cover was mir ins Auge stach und sich dort eingebrannt hatte. Eine Frau unbestimmten Alters auf einem gepackten Koffer. Es sah mir sehr nach Aufbruch bzw. Ausbruch aus und mein erster Eindruck bestätigte sich dann auch im Laufe der Story.

Ich fand es sehr angenehm in die Story rund um Carol und Albert einzutauchen und obwohl Albert von Anfang an mein persönlicher Held war, konnte ich auch Carol nach und nach, je mehr sie offenbarte verstehen.


Ich mag euch die beiden Protagonisten kurz vorstellen, damit ihr versteht mit wem ich es im Buch zu tun hatte.


Carol:

Unglücklich verheiratet, Mutter einer Tochter. Ihr Mann ist ein Hypochonder wie er im Buche steht und die Liebe und Leidenschaft schon lange vorbei, bzw. war sie wohl auch nie vorhanden. Was tun, wenn man nicht den Mut hat eine Farce zu beenden oder noch schlimmer, eine tödliche Krankheit kommt dazwischen und man bleibt aus Mitleid bei dem Mann, den man nicht liebt und stellt seinen persönlichen inneren Frieden, die Wünsche eines ganzen Lebens schon mehr als 18 Jahre in den Hintergrund. Carol verzweifelt und fängt an sich ihren Frust von der Seele zu schreiben. Schreiben an einen unbekannten Empfänger. An für sich ist das eine tolle Lösung und ehrlich gesagt werde ich diese Lösung evtl. übernehmen, wenn ich denke mir platzt mit Kindern und Mann der Kragen.

Albert:

Albert ist Postler und kurz vor dem Ruhestand. Seien Frau verstarb 40 Jahre zuvor und Albert ist richtig, richtig einsam. Er ist so ein sympathischer Typ, das ich ihn am liebsten adoptieren würde. Ich kann nicht verstehen, das er sich einigelt und nur Gesellschaft von seiner Katze Gloria hat. Nun ja, als Postler bekommt er die undankbare Aufgabe Briefe auszusortieren und wegzuwerfen und weil Carols Briefe an niemanden bestimmtes geschrieben wurden, fallen sie Albert in die Hände und ergeben den Sog, das sie für Albert zu einem echten Schatz werden. Er bekommt noch einmal einen echten Lebenswillen und zeigt auch ganz viel Mut, aber das werde ich euch jetzt natürlich nicht verraten.


Was letztendlich bleibt ist die Frage: Wir Carol ihren Mann verlassen? Werden sich Albert und Carol treffen, sich kennen lernen? Wird Carol einen Weg finden sich ihrer Tochter Sophie zu nähern?


Dieses Buch ist wirklich wunderschön. Es besitzt echten Tiefgang und lässt mich mein eingefahrenes Leben tatsächlich überdenken. Es war so ganz anders als ich es erwartet hätte. Das Cover ließ auf einen leichten Roman schließen und auch wenn es mitunter echt witzig ist, kann man das Buch nicht einfach wegstecken und als beendet betrachten, denn es gibt einige leere Seiten die noch gefüllt werden müssen.


Von mir eine echte Leseempfehlung! Ich bin wirklich immer noch ganz angetan von der Story und möchte euch das Buch deshalb gerne weiterempfehlen!



Zitat:

"Unsere Ehe war ein sehr, sehr langer Flug, und jetzt ist die Maschine abgestürzt. Dass ich am liebsten gar nicht mitgeflogen wäre [...] scheint keine Rolle mehr zu spielen. Es geht nur darum, dass wir überlebt haben. [...] Aber vielleicht ist mein schönes Beispiel doch nicht so richtig gelungen, weil Bob nämlich noch gar nicht weiß, dass wir abgestürzt sind. Er glaubt, wir sind nur in eine kleine Turbulenz geraten und frühstücken morgen am Strand." 
S. 132/133








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