Montag, 8. Oktober 2012

Skin Deep

Dieses wunderbare Buch über eine große Liebe, durfte ich in einer Leserunde lesen und da es mich so sehr begeistert hat, bin ich wieder einmal ziemlich schnell fertig gewesen und das, obwohl die Leserunde erst begonnen hat. Zu meiner Entschuldigung kann ich nur vorbringen, das dieses Buch mich von der ersten Seite an wirklich fasziniert hat. Es ist alles drin, was mein Leserherz begehrt und auch wenn eigentlich ein Jugendbuch ist, konnte ich mich hier und da dennoch wiederfinden und mit den beiden äußerst sympathischen Hauptprotagonisten mitfiebern. Unterschiedlicher können die beiden wirklich nicht sein und daher stelle ich euch die beiden einfach mal mit ein paar kurzen Sätzen vor.

Jenna:

Jenna ist 14 und hat durch einen Autounfall, bei dem sie ihre allerbeste Freundin Lindsay verlor und Verbrennungen im Gesicht davongetragen hat. Sie scheinen sehr schlimm zu sein, denn seitdem scheut sich Jenna in den Spiegel zu sehen und kapselt sich auch so sehr ab, will heißen, das sie niemanden an sich heran lässt. Sie begegnet Ryan durch Zufall will ich es mal nennen und er ist der erste der vor ihren Narben nicht zurückschreckt, sondern sie fast normal behandelt. Selbst ihren Eltern fällt es schwer ihre Narben nicht zu sehen und sie stößt auf Unverständnis, das sie nicht lernen kann bzw. akzeptieren kann, das sie für immer entstellt ist. Ihr Vater hat eine Gruppe gegründet die im Prinzip darauf hinauszielt betrunkene Autofahrer härter zu bestrafen, denn der junge Mann, der das Auto gefahren hat, hat gekifft und war betrunken und hat dadurch die Gewalt über den Wagen verloren, dabei starben zwei Menschen und Jenna ist seitdem entstellt.

Ryan:

Ryan lebt mit seiner Mutter auf einem Hausboot. Er hat seinen Vater nie kennengelernt und Cole einer der Freunde seiner Mutter ist ihm sehr ans Herz gewachsen. Leider ist auch Cole nicht geblieben, da er die Eskapaden seiner Mutter nicht ertragen konnte, denn sie ist manisch depressiv. Sie hat aber auch viele guten Seiten, denn sie ist sehr kreativ und was sie auch positiv erscheinen lässt ist die Tatsache, das sie Ryan zu einem wirklich wunderbaren Menschen aufgezogen hat, der nicht nur den äußeren, sondern auch den inneren Menschen sehen kann. Er und Jenna werden Freunde und vielleicht auch ein kleines bisschen mehr, aber das müsst ihr dann schon selbst nachlesen.

Klappentext zu Skin Deep - Nichts geht tiefer als die erste Liebe

Und plötzlich ist nichts, wie es war.
Jenna ist 14, als sie bei einem Autounfall ihre Freundin Lindsay verliert und selbst schwerste Gesichtsverbrennungen erleidet. Von heute auf morgen ist sie eine Außenseiterin, die in der Schule und auf der Straße angestarrt wird. Auch der junge Ryan, der mit seiner Mutter von Stadt zu Stadt zieht, ist allein. Die beiden geben einander Halt und es entspinnt sich eine zarte erste Liebe. Doch dann wird Unfallfahrer Steve ermordet und Ryan gerät unter Verdacht.
Eine behutsame Liebesgeschichte mit Krimi-Elementen und Stoff zum Nachdenken über den Wert von Äußerlichkeiten und Freundschaft.


352 Seiten · gebunden

ab 12 Jahren
erschienen im Dressler Verlag
EUR 14,95
ISBN-13: 978-3-7915-1033-0
EAN: 9783791510330

Über die Autorin:

Laura Jarratt wurde 1972 in Salford geboren. Englisch war zwar schon in der Schule ihr Lieblingsfach, aber sie hat trotzdem Naturwissenschaften studiert. Heute arbeitet sie tagsüber im Bildungssektor und schreibt nachts Bücher für Jugendliche – ihrer Meinung nach die spannendsten Menschen der Welt. 
Laura Jarratt lebt mit ihrer Katze in Cheshire, England und arbeitet zurzeit an ihrem zweiten Roman.




Infos zum Buch sind der Verlagsseite entnommen http://www.dressler-verlag.de




Meine Meinung:
Das Buch ist aus der Sicht von Ryan und Jenna geschrieben und es macht einfach Spaß in ihre Gedanken einzutauchen. Es bewegt, schmerzt und erfreut zugleich. Dieses Buch geht tatsächlich unter die Haut und regt zum Nachdenken an, denn mal ehrlich wären wir vielleicht auch diejenigen die starren würden, wenn jemand anders aussieht als wir? Gehörten wir zu denjenigen, die tuscheln und der Person Spottnamen hinterher rufen? Oder wären wir wie Ryan, der sich Jenna gegenüber ganz normal verhält? Vielleicht, weil er weiß, wie es sich anfühlt ein Außenseiter zu sein?
Die zarte Liebesgeschichte, die sich im Roman verbirgt brauchte ich, denn ansonsten wäre das Buch für mich viel zu traurig gewesen, denn Jennas Gefühle sich selbst gegenüber kommen wirklich gut zum Vorschein und berühren mich zutiefst. Der Autorin ist es gelungen die Gefühle sehr gut einzufangen, daher habe ich auch den Titel des Buches "Skin Deep ...." als Überschrift gewählt, da es eben genau das ausdrückt was ich aussagen möchte. Bevor ich mich für die Leserunde beworben hatte, hatte ich mich schon mit dem Titel des Buches beschäftigt, denn mein Englisch ist schon sehr eingerostet, aber Dank Google konnte ich einige Übersetzungen finden, die mich zufrieden stellten und mir schon vor dem Lesen des Buches einen kleinen Überblick verschafften, was mich letztendlich vielleicht erwartet. Meine Erwartungen wurden bei weitem mehr als übertroffen, denn dieses Buch geht sehr in die Tiefe. Mitten ins Herz, direkt unter die Haut und da wo Narbengewebe entstanden ist bietet es auch Heilung an.
Ich war im Prinzip schon fast traurig, das das Buch Buch schon beendet war, denn es war wirklich schön zu lesen, wie sich Jenna durch Ryan verändert. Wie sie wieder lernt zu lachen und auch wieder zurück ins Leben findet. Sie wirkt hinterher viel, viel, viel stärker und auch wenn die äußeren Narben immer noch vorhanden sind, heilen die inneren mehr und mehr.
Es hilft nichts, wenn wir sagen: "Ach, lass sie doch glotzen" oder "Mach die nichts daraus" oder viel schlimmer "Du wirst lernen damit zu leben!" Denn das sind alles nur Floskeln und jeder Mensch wünscht sich eben nicht angestarrt zu werden oder eben auch nicht anders zu sein. Jenna ist anders und wird auch so behandelt. Es gibt einige Szenen im Buch, die ich bewusst nicht ausschreibe, da sie für die Handlung sehr wichtig sind, die aber verdeutlichen wie Jenna seit dem Unfall behandelt wird. Ich würde mich abkapseln, nur noch heulen und mich niemals wieder unter die Menschen trauen. Ryan ist zur rechten Zeit am rechten Ort und gibt Jenna ihr Selbstwertgefühl zumindest zu einem kleinen Teil zurück. Klingt vielleicht kitschig, ist es aber nicht, denn es zeigt einfach auf, das Menschen auch dann liebenswert sind, wenn sie sich von der Masse abheben. Die Kids, die Jenna das Leben schwer machen sind vielleicht unsicher und sagen und tun deshalb verletzende und dumme Dinge, aber ist es da nicht an uns auch mal einzuschreiten, wenn wir merken, das andere verletzt und vielleicht gedemütigt werden oder gehören wie zu denen die wegsehen?
Mich hat das Buch von der ersten bis zur letzten Seite komplett fesseln können, daher bekommt es definitiv eine Leseempfehlung!



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