Freitag, 5. Juni 2015

13 Länder - 13 x Glück?


Maike van den Boom

Wo geht’s denn hier zum Glück?

Meine Reise durch die 13 glücklichsten Länder der Welt und was wir von ihnen lernen können

Sachbuch
Hardcover
ISBN: 978-3-8105-2297-9
18,99 Euro

***Eine Frau, 13 Länder und die Suche nach dem Glück***

Warum sind Menschen in anderen Ländern glücklicher als wir? Um das herauszufinden reist Maike van den Boom in die 13 glücklichsten Länder der Erde und spricht vor Ort mit Glücksforschern, Korrespondenten, Auslands-Deutschen und Menschen auf der Straße. Von Australien bis Island entdeckt sie ganz bestimmte Aspekte in der Lebenseinstellung, die dazu führen, dass Menschen mit ihrem Leben zufrieden sind. In einem sind sich alle einig: Glücklich zu sein, ist das Wichtigste im Leben. Und dafür strengen sich diese Menschen täglich an. Von ihnen können wir lernen. Vielleicht einen anderen Umgang mit der Zeit, mehr Vertrauen, mehr Konsens, mehr Gelassenheit, einfach ein stärkeres Wir-Gefühl. Das sind einige der Zutaten zum Glücklichsein, und diese fügen sich zu einem Rezept zusammen, das wir glücksbringend in unserem Leben umsetzen können. 

Zu Besuch bei den wahren Glücksexperten in:
Costa Rica
Dänemark
Island
Schweiz 
Finnland
Mexiko 
Norwegen
Kanada
Panama
Schweden
Australien
Kolumbien
Luxemburg





Mit "Wo geht´s denn hier zum Glück?" las ich ein Buch, welches in die Genre Sachbuch eingeordnet wurde. Normalerweise verläuft das Lesen dann oft schleppend, bzw. wenig spannend, was ich hier nicht behaupten kann, denn die Seiten flogen förmlich dahin. Meine ganze Wahrnehmung war ausgestreckt auf das Erleben der Autorin, ihre Suche nach dem Glück. Festzustellen ist, dass Menschen in unterschiedlichen Ländern eine ganz andere Art zu leben haben und dennoch zufrieden sind. Glück ist etwas, was schwer zu beschreiben ist, aber in "Wo geht´s denn hier zum Glück?" wurde mir mehr als einmal sehr verdeutlicht, dass ich das eine oder andere Defizit habe und wirklich lernen kann zufriedener zu sein. Woran scheitert es also? Liegt es an unserer schnelllebigen Zeit, dass ich mir keine Zeit mehr nehme, das Gänseblümchen am Straßenrand zu pflücken? Scheitert es daran, dass ich meine Prioritäten anders verlagert habe als Menschen aus Panama oder Kolumbien? Auffällig ist, dass ich trotz meines hohen Lebensstandards (liegt natürlich im Auge des Betrachters ☺ ) auf andere schaue, die mehr besitzen. Interessant ist, dass Menschen, die wenig besitzen ihren Fokus verlegen und glücklicher zu sein scheine, als ich es bin. Woran kann dies liegen? Wo liegt mein eigenes persönliches Glück vergraben? In "Wo geht´s denn hier zum Glück?" bekomme ich keine unbedingte Hilfestellung, aber auf jeden Fall viele Lebensweisheiten, die mich zum Umdenken zwingen. Das eine oder andere lässt sich nämlich in jedem unserer Leben verwirklichen und dazu brauche ich kein Finne oder Australier sein.

"Der Deutsche fragt nach der Zeit und der Schweizer erklärt ihm die Uhr"
Zitat S. 159


Der Grundgedanke für solch ein Buch war wirklich genial und auch die Ausführung, die Reisen in ferne Länder und die Einblicke in die jeweilige Kultur hat mir sehr gefallen. Es spricht aus manchen Sätzen echte Weisheit, die mir mitunter doch sehr nah ging und ich mich fast schon schämt, so oft unzufrieden zu sein, denn ich besitze so vieles, was mir so viel Gründe zum Glücklichsein liefern würde.

Erst denken, dann reden und dann nur das sagen, was wichtig ist - Finnland 
Zitat S. 184


Gerne spreche ich eine Leseempfehlung aus für ein wirklich außergewöhnliches Buch. Ganz anders als erwartet und durch seine intensiven Bilder sehr schnell zu lesen. Es regt zum nachdenken an und liefert mir viele Vorbilder. Ich fühlte mich sehr angesprochen und konnte einige Gedanken die im Buch ausgesprochen wurden, für mich übernehmen.










Donnerstag, 4. Juni 2015

Ein "Unfall" verändert alles



      Heimweh

  • Thriller
  • Taschenbuch
  • Klappenbroschur
  • 432 Seiten
  • ISBN-13 9783548286907
  • 14,99€
Sie gehört dir nicht. Du musst sie vergessen.
Jesse Berg ist ein erfolgreicher Kinderarzt. Frisch geschieden, kümmert er sich liebevoll um seine kleine Tochter Isa. Über seine Vergangenheit spricht er nicht. Bis plötzlich seine Exfrau ermordet und seine Tochter entführt wird. Der Täter hinterlässt für Berg eine Nachricht: Sie gehört dir nicht. Du musst sie vergessen. Berg ist klar, dass er selbst das Ziel des Anschlags ist. Eine langvergessene Schuld drängt ans Licht. Um Isa zu finden, muss er das tun, was er nie wollte: zurück in seine Vergangenheit. Zurück ins Heim. Dort hat er gelernt, sich zu wehren, und dort wäre er beinahe getötet worden. Berg nimmt die Kampfansage an. Denn für Isa würde er alles tun. Auch ein zweites Mal durch die Hölle gehen.

Vom Autor der Spiegel-Bestseller »Schnitt« und »Schock«.





Marc Raabe konnte mich mit seinen Thrillern "Der Schock" und "Schnitt" mehr als überzeugen, daher freute ich mich riesig, dass ich nun auch sein drittes Werk über Vorablesen zugesandt bekam. Die Leseprobe sprach für den Thriller und schürte meine Neugier sehr. Nun nach Beenden des Thrillers konnte ich mich darüber vergewissern, dass der Autor es wieder einmal geschafft hat in ganzer Linie zu überzeugen. Leider gibt es aber auch einige kleine Kritikpunkte, auf die ich später eingehen werde.

Die Story aus meiner Sicht, kurz und knapp und ohne Spoiler dargelegt, damit ihr wisst, worauf ihr euch einlassen werdet. "Heimweh" erzählt Jesses Geschichte, die damit beginnt, dass er seine Exfrau Sandra tot auffindet und seine Tochter Isa entführt wurde. Dieses kann man schon dem Klappentext entnehmen und dennoch beinhaltet dieser Thriller sehr viel mehr, denn wir werden mitgenommen in einen Kindheit voller Gewalt und Hass, welches mir wirklich oft den Atem stocken ließ vor Grausamkeit. Ein Kind, welches solch Abscheuliches erlebt hat, muss von Anfang an lernen gehorsam und gefügig zu sein. Auf der anderen Seiten erkennt man natürlich schon recht früh eine Wesensveränderung. Was ich mich oft fragen musste, ist, wie es Jesse gelungen ist, sich von seiner Vergangenheit zu befreien und nun ein fürsorglicher Vater und Kinderarzt zu sein scheint. Ist es der "Unfall", der ihn alles vergessen ließ, was zuvor war? Die Suche nach Isa zwingt Jesse sich seiner Vergangenheit zu stellen und Dinge aufzurollen, die längst vergessen schienen. Jesse steht einem starken Gegner gegenüber, der im Laufe seines Lebens viel Hass aufgestaut hat und nun bereit ist Rache zu nehmen. "Sie gehört dir nicht" ist die Nachricht für Jesse, die der Entführer / Mörder hinterlassen hat und es dauert sehr, sehr lange, bis wir als Leser endlich eine Ahnung davon bekommen, wer Jesse sein Leben und sein Glück nicht gönnen kann. Jahre voller aufgestauten Hass können verblenden und Menschen wie Tiere erscheinen lassen.

Mich hat das Ende förmlich überrollt und auch wenn ich hin und wieder einige Verdachtsmomente hatte, was den Täter betrifft, zerschlugen diese sich nach und nach. Für mich geschah Unvorhergesehenes, was mich aber leider nicht überzeugt hat. Ich empfand es schon fast als zu dick aufgetragen. Natürlich beinhaltet "Heimweh" wie erwartet eine gute und fundierte Story, dennoch konnte ich dem großen Showdown nicht ganz folgen, da sich die Ereignisse förmlich überschlugen. Es beginnt eher sanft, die Spannung baut sich immer mehr auf und entlädt sich am Ende mit einem riesigen Knall. Der Knall ist bombastisch und dennoch zu überladen. Die Emotionen geraten förmlich außer Kontrolle, was sich auch auf mich als Leserin übertragen konnte. Spannungsaufbau und Plot sind großes Kino, bis zu einem bestimmten Zeitpunkt, denn dann konnte ich der Story nicht mehr folgen, da es einfach viel zu viel an Ereignissen war. Ein klein wenig mehr hier und ein klein wenig weniger da, hätten mich mehr überzeugt. So fühlte ich mich komplett überrollt, da auf einmal viel zu viele Handlungsstränge ineinander verlaufen, die natürlich zur Auflösung führen sollen, mich aber eher verwirrten. Insgesamt hat "Heimweh" mich doch begeistert zurückgelassen und durch die kleinen Abstriche am Ende komme ich auf 4 zu vergebende Sterne und eine Leseempfehlung. Wie gut, dass Thriller und Bücher insgesamt unterschiedlich auf seine Leser/innen wirkt ☺


Mittwoch, 3. Juni 2015

Magische Spannung + Absolut Fantastisch



Kate Saunders

Die genial gefährliche Unsterblichkeitsschokolade

Roman
Hardcover
Aus dem Englischen von Kristina Kreuzer
368 Seiten
ISBN: 978-3-596-85657-2
empfohlenes Alter: ab 10 Jahren
14,99 €


Sprechende Tiere, tierische Geheimagenten und Schokolade, die unsterblich macht 

Als die Zwillinge Oz und Lily mit ihren Eltern in ihr frisch geerbtes Haus ziehen, erwartet sie das Abenteuer ihres Lebens! 
Vor vielen Jahren haben ihre Vorfahren hier das Rezept für Unsterblichkeitsschokolade entwickelt. Jetzt will ihr Urgroßonkel die magischen Schokoladengussformen an Terroristen verkaufen. Unterstützt von Geheimagenten in Gestalt einer unsichtbaren Katze und einer sprechenden Ratte müssen Oz und Lily die Welt – und ihre Familie – retten!

Ein magisch-verrückter Abenteuerroman mit jeder Menge Schokolade!



"Die genial gefährliche Unsterblichkeitsschokolade" ist ein fantastisches Buch, welches dem empfohlenen Alter des jungen Lesers ab 10 Jahren wie maßgeschneidert erscheinen muss. Es bietet Spannung, ganz viel Fantasie und jede Menge Abenteuer. Welcher Junge oder auch Mädchen träumt nicht davon mit Tieren reden zu können oder das Abenteuer seines / ihres Lebens zu erleben? "Die genial gefährliche Unsterblichkeitsschokolade" hat mich wirklich fasziniert und die Seiten waren viel zu schnell gelesen, was natürlich auch an der angepassten Schrift lag, die für junge Leser vorteilhaft gewählt wurde.

Dieses Buch bietet jede Menge Geheimnisse, die nach und nach aufgedeckt werden und mich aus der Realität gerissen haben. Wie langweilig unser Leben doch ist, so ganz ohne Geisterwesen, Meerjungfrauen und sprechenden Tieren. Wie spannend es ist, als Kind plötzlich Geheimagent zu sein, um einen Terrorangriff zu verhindern. Leider läuft alles schief und Oz wird während des Auftrages entführt. Oz und Lilly ein Zwillingspärchen arbeitet nach einem Umzug für die Regierung, da sie magische Kräfte besitzen und werden das erste Mal in ihrem Leben voneinander getrennt. Ihr unsterblicher Urgroßonkel, der am Anfang etwas ungewöhnlich und unausstehlich erscheint, beginnt sich nach und nach zu verändern. Ist es wirklich Ziel seines Lebens Unsterblichkeit zu erlangen und zu Einsamkeit verdammt zu sein? Liegt es vielleicht an den Kochkünsten von Oz, dass sich Isadore vom Bösewicht fast schon in ein Lämmchen zu verwandeln beginnt? Eigentlich benötigt er die Gussformen seiner Brüder aus dem Tresor im neuen Zuhause von Lilly und Oz, um weitere Unsterblichkeitsschokolade herzustellen. Grausam die Vorstellung, nicht mehr sterben zu müssen und diverse Anschläge planen zu können, ohne Gefahr der eigenen Person. Solches muss aufgehalten werden und wenn dafür Magie benötigt wird, ist dieses mitunter amüsant dargestellt oder eben auch von Hochspannung geprägt.

"Die genial gefährliche Unsterblichkeitsschokolade" ist absolut magisch. Das Kinderbuch konnte mich begeistern und der Hochgenuss von Schokolade ließ mich nicht zunehmen, da völlig kalorienlos, sondern ließ mich trotzdem mit einem inneren Glücksgefühl zurückblicken, so wie es gewesen wäre, wenn ich "echte" Schokolade genossen hätte. Gerne eine Leseempfehlung, da ich auch erwähnenswert finde, dass Legastheniker/innen einen Platz fanden, die sie oder ihn nicht klein machten, sondern sehr groß erschienen ließen. Eine ganz wundervolle Erzählung, die nicht nur Kinder begeistern wird.


Mein Dank an Mone, die mir das Buch zum Lesen zu Verfügung gestellt hat. Bist ein Schatz ♥

Montag, 1. Juni 2015

Liebe hat Macht, Glaube auch

CLAIRE HAJAJ

Ismaels Orangen

 


Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 448 Seiten 
ISBN: 978-3-7645-0516-5
€ 19,99   
Verlag: Blanvalet
Kann Liebe wachsen, wo Hass gesät wird?
Jaffa, April 1948. Der siebenjährige Salim Al-Ismaeli, Sohn eines palästinensischen Orangenzüchters, freut sich darauf, die ersten Früchte des Orangenbaums zu ernten, der zu seiner Geburt gepflanzt wurde. Doch der Krieg bricht aus und treibt die ganze Familie in die Flucht. Von nun an hat Salim nur noch einen Traum: Eines Tages zu seinem Baum zurückzukehren und im Land seiner Väter zu leben.

Zur selben Zeit wächst Judith als Tochter von Holocaust-Überlebenden in England auf – und sehnt sich danach, irgendwann ein normales und glückliches Leben führen zu dürfen. Als Salim und Judith sich im London der Sechzigerjahre begegnen und ineinander verlieben, nimmt das Schicksal seinen Lauf und stellt ihre Liebe auf eine harte Probe …




"Ismaels Orangen" ist ein sehr bewegender Roman, der angefüllt ist mit Liebe, die aber letztendlich fast schon in Hass umschlägt. Es zeigt sich, dass unsere Prägungen die wir seit unserer Kindheit tief in uns vergraben meinten, im Erwachsenenalter doch einen großen Teil unseres Denken und Handeln mitbestimmen werden. Hier wird deutlich, dass zwei unterschiedliche Glaubensrichtungen hindern eine Ehe zu führen, die nur durch Liebe bestimmt wird. Salim entwickelt meiner Meinung nach eine echte Psychose, die ihn alles, was zählt vergessen lässt und nur durch die Tränen und Worte seiner Schwester ins Nachdenken kommt. Was zählt wirklich? Ist es sein Traum, das Orangenhaus seiner Kindheit wieder sein Eigen nennen zu können? Ist es die Liebe zu seiner Frau und seinen Kindern? Erst als er alles zu verlieren beginnt, bekommt Salim eine neue Gesinnung, die aber meiner Meinung nach viel zu spät eingesetzt hat.

Ein großartiger Schreibstil macht diesen Roman zu einem echten LeseHighlight, denn es erweckt auf der einen Seite tiefe Sehnsüchte und auf der anderen Seite berichtet es schonungslos von einer Liebe, die brennend vor Leidenschaft erwacht und leider erkaltet, durch Erlebnisse in Gegenwart und Vergangenheit. Eine gemeinsame Zukunft erfordert Umdenken eines sturen Arabers, der sich durch Familienbande blenden lässt. Salim verliert sich selbst in seinen Träumen und erntet einen Scherbenhaufen. Für das Lesen dieses faszinierenden Buches, muss man Zeit einplanen, denn es lässt sich nicht einfach so weglesen, sondern forderte mich als Leserin regelrecht heraus mich genügend zu konzentrieren. Die Worte und Begebenheiten ziehen nicht spurlos an dem Leser / der Leserin vorbei. Es bleibt eine Menge Raum zum Nachdenken und Überdenken des eigenen Lebens. Wo setze ich meine Prioritäten? Bin ich auch in meiner Ehe und Mutterschaft lieblos und oberflächlich geworden, da ich meine Träume verwirklichen möchte?

"Ismaels Orangen" führt uns in eine andere Welt ein, in der Glauben die Überhand gewinnt. Salim hat in meinen Augen keinen Orden verdient, denn sein mitunter grobes, liebloses Verhalten führte nicht dazu, dass ich ihm Sympathiepunkte entgegenbringen konnte. Bei der Person der Jude / Judith war es anders, denn mit ihr konnte ich mich gut identifizieren und ich erkannte ihre innere Not und ihre Qualen. Als Mutter ist sie sehr darauf bedacht, ihren Kindern einen gewissen Schutz zu bieten, auch wenn dieses einen Entfremdung der Eheleute beinhaltet.

Gerne möchte ich eine Leseempfehlung aussprechen für einen Roman, der mich zutiefst bewegt hat. "Ismaels Orangen" ist eindeutig kein oberflächliches Buch, welches ein wichtiges Thema beinhaltet und auch unbedingt zwischen den Zeilen gelesen werden sollte. Mich hinterlässt es mit einem leicht bedrückenden Gefühl, aber durch das recht offene Ende auch voller Hoffnung. Manchmal ist es möglich sich trotz widriger Umstände wieder anzunähern und versöhnlich zu zeigen. Alles andere hätte mich unzufrieden zurückgelassen. So konnte ich das Buch mit einem Lächeln zugeklappen und die Story für mich weiterspinnen

Samstag, 30. Mai 2015

Sehr beklemmend



Lügenmädchen



Paperback, Klappenbroschur, 320 Seiten
ISBN: 978-3-442-31384-6
€ 14,99 

Verlag: Goldmann

Eines Abends steht sie einfach vor der Tür. Und sie wird so lange bleiben, bis sie alles zerstört hat.
Stella lebt völlig zurückgezogen in einem luxuriösen, einsam gelegenen Haus in der Nähe von London. Sie hat es kaum verlassen, seit sie nach einem traumatischen Ereignis an Panikattacken leidet. Eines kalten Winterabends steht überraschend ein völlig durchgefrorenes junges Mädchen vor ihrer Tür und bittet um Einlass. Alles in Stella sträubt sich, aber die Gestalt macht einen so hilflosen Eindruck, dass sie schließlich widerwillig die Tür öffnet. Sie bereut es schnell, denn von dem Mädchen scheint eine merkwürdige Bedrohung auszugehen. Und dann beginnt Blue, Geschichten zu erzählen, die Stella zutiefst verstören. Ist das Mädchen eine Psychopathin? Oder sagt sie gar die Wahrheit? Stella weiß nicht mehr, was sie glauben soll, sie weiß nur eines: dass sie entsetzliche Angst hat ...




"Lügenmädchen" ist ein fundiert erzählter Psychothriller, der nicht sofort eindeutig ist, sondern erst nach und nach offenbart, welche Gründe Blue mit ihrem Erscheinen in Stellas Haus begründet sieht. Der Titel erscheint im Nachhinein äußerst passend, da Blues Leben auf vielen Lügen aufgebaut ist. Das hierbei ein junges Mädchen in den Fokus gerückt wird, empfand ich zwischendurch sehr unangenehm, da Blues Leben recht krass beleuchtet wird und klar ist, dass oft auch andere Menschen auf ihr Verhalten einwirken und dieses nachhaltig verändern. Ich kriege da regelmäßig die Wut, denn ein Mensch sollte sich emotional nicht binden müssen, um geliebt zu werden. Etwas schwierig für mich, da nun einen Punkt zu setzen und nicht ausschweifend zu werden. Klar ist irgendwann, das Blue und Stella einen oder auch mehrere gemeinsame Nenner haben und lediglich ausgenutzt werden. 
Um in die Story einzutauchen, werden verschiedene Blickwinkel beleuchtet, die hinterher zusammengefügt werden und mich fassungslos machten. Sind es die Medikamente, die das Bewusstsein verändern oder ist es die Tatsache, dass es Menschen gibt, die die völlige Kontrolle über Körper und Geist übernehmen wollen? Hannah macht sich abhängig und vielleicht wäre ihr doch recht eingeschränktes Leben anders verlaufen, wenn sie sich Hilfe geholt hätte und Dinge nicht einfach unter den Teppich gekehrt worden wären. So wäre sicherlich irgendwann in Hannah Heilung geschehen. Hannah hat ihren Geist betäubt, um ihren inneren Schmerz zu unterdrücken. Blue ist es, die ausschlaggebend ist, dass Hannah ihr Leben hinterfragt und leider auch in menschliche Abgründe gestoßen wird.
"Lügenmädchen" hat mir sehr gefallen, da der Psychothriller den Menschen beleuchtet und nicht sofort ersichtlich war, wohin die Autorin uns führen wird. Die Spannung baut sich nach und nach auf und nachdem der rote Faden zu erkennen war, empfand ich Mitleid mit beiden Frauen, die lediglich der Spielball derer geworden sind, die sie an sich binden wollen, egal aus welchen Beweggründen. Schlimm, wenn man sich selbst nicht mehr wahrnimmt und eine Abhängigkeit entsteht.

Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung für "Lügenmädchen", auch wenn der Psychothriller mich wirklich wütend gemacht hat, da mir bewusst wird, wie schnell emotionale Abhängigkeit entstehen kann und es nicht gelingt sich aus diesem Teufelskreis zu befreien.   


Mittwoch, 27. Mai 2015

Einführung in die Macht der Sternzeichenstämme


Julie Heiland

Bannwald

Hardcover
ISBN: 978-3-8414-2108-1
16,99 Euro


Ich hasse den Wald. Ich hasse ihn aus tiefstem Herzen. Er tut so, als wäre er mein Zuhause. Aber das ist er nicht. Er ist mein Gefängnis.

Sie können nicht töten – als Anhänger der weißen Magie erschaffen sie nur. Seit Generationen lebt der friedliche Stamm der Leonen gefangen im Wald, gewaltsam unterdrückt vom Stamm der mörderischen Tauren. 
Als die 17-jährige Robin auf den jungen Tauren Emilian trifft, ist sie sich sicher, dass er sie töten wird. Doch Robin gelingt es zu fliehen – scheinbar. Erst später wird ihr bewusst: er hat sie laufen lassen. Warum? 
Als Robin dann ein Reh mit der bloßen Kraft ihrer Gedanken tötet, ist sie zutiefst erschüttert. Was ist mit ihr? 
Robin trägt ein Geheimnis in sich, und es gibt nur einen, der davon weiß – ihr größter Feind.




"Bannwald" ist der Auftakt einer faszinierende Trilogie und gleichzeitig das Debüt der Autorin Julie Heiland. Ab der ersten Seite kam erhöhte Spannung auf, die sich komplett wie ein roter Faden durch die Story hindurchziehen konnte. Ich fühlte mich bestens unterhalten, da ich nicht sofort erahnte, wohin die Story mich führen wird. Die eingeflochtene Liebesgeschichte, braucht die Leserin / der Leser unbedingt, denn ansonsten würde all das Grausame und Böse, was uns natürlich auch begegnen wird, die Oberhand gewinnen. Robin entwickelt eine grausame, tödliche Gabe und wirkt daher den Tauren, einem Stamm, dem sie dienen müssen, immer ähnlicher. Robins bisher sehr behütetes Leben nimmt eine ganz andere Wendung, nachdem sie das Geheimnis ihrer Geburt kennt. Durch die Begegnung mit Emilian, wird sie regelrecht angestachelt umzudenken und anders zu handeln als zuvor. Um ihre Gabe unter Kontrolle zu bringen, benötigt Robin Hilfe und die bekommt sie zu Genüge von Emilian. Emilian, eigentlich Feind wird zum Vertrauten, da er sich ihr immer mehr offenbart und erkennbar ist, dass auch in ihm ein guter Kern steckt. Irgendwann lernt Robin ihre Ängste loszulassen und Emilian zu vertrauen, aber bis dahin ist es doch ein weiter Weg.

Der Stamm der Leonen ist friedlich und im Umgang miteinander sehr liebevoll. Es könnte alles harmonisch sein, wenn die Tauren diesen Frieden nicht regelmäßig stören würden. Die Leonen müssen Abgaben leisten und leben selbst fast schon am Existenzminimum. Hier sieht man, dass auch wer wenig hat, Glück vorhanden sein könnte, wenn nicht dennoch immer ein Aufruhr im Inneren und der Wunsch nach Frieden wäre. Bis zum Ende hin, ist es nicht geklärt, warum die Stämme auseinander, statt miteinander leben und die Tauren sich als Oberhaupt der Stämme aufführen und ihre Macht regelmäßig verdeutlichen. Die Tauren verhalten sich grausam und sind definitiv eine tödliche Waffe. Hier herrscht Unterdrückung von Menschen, die im Einklang mit der Natur leben und dort auch ihre Gaben verfeinern und ausleben. Ist es Angst oder einfach ein Hinnehmen der Begebenheiten? Völlig klar war, dass dieses nicht so bleiben wird und die Leonen versuchen werden sich gegen die Unterdrückung zu wehren. 

Mehr kann ich über das Buch nun nicht offenbaren, denn es würde die Handlung zu weit ausführen. Das Ziel ist, neugierig zu machen und den Wunsch zu schüren "Bannwald" unbedingt lesen zu wollen. Für mich war es der Trailer und das sehr gut gewählte Cover, was mich bewog, das Buch unbedingt lesen zu wollen. Ein Mädchen, was sich in einen Wald flüchtet, der dunkel erscheint, aber dennoch von Licht durchtränkt wird. Wird es Hoffnung für den Stamm der Leonen geben? Werden sie die tief ersehnte Freiheit bekommen können? Kann die Autorin auch in "Blutwald" den Spannungsbogen halten? Für mich als Leserin erwarte ich die Fortsetzung sehnsüchtig, denn ich erhoffe mir Frieden, der wahrscheinlich durch einen Krieg der Stämme ausgelöst werden wird, aber vielleicht bin ich gedanklich auch auf einer völlig anderen Fährte?

Insgesamt gesehen hat "Bannwald" es tatsächlich geschafft mich komplett in den Bann zu ziehen und mich zufrieden zurückblicken lassen, auf eine Story, die einerseits sehr unterhält und auf der anderen Seite genial ausgedacht wurde, um mich begeistern zu können. Ein lesenswertes Debüt bestückt mit einer Leseempfehlung!


Dienstag, 26. Mai 2015

Einen Sack Flöhe hüten ist einfacher ☺




RÜDIGER BERTRAM, HERIBERT SCHULMEYER

Mo und die Krümel - Der erste Schultag


Mit Illustrationen von Heribert Schulmeyer
ORIGINALAUSGABE
Ab 6 Jahren
Gebundenes Buch, Pappband, 160 Seiten, 15,5 x 21,0 cm
Mit s/w Illustrationen
ISBN: 978-3-570-17075-5
€ 9,99  
Verlag: cbj

Freche Abenteuer aus der Hamster-Klasse
»Wenn der Kuchen spricht, haben die Krümel Pause «, sagt Frau Grimm. Aber da kennt die Lehrerin Mo und die Krümel schlecht, denn die haben nie Pause – und wenn, dann nur um Unsinn zu treiben. Es ist eben nirgendwo so aufregend wie in der Schule! Und damit das auch so bleibt, lassen sich die Erstis einiges einfallen, von der Schultütenschlacht bis hin zu Klassen-Hamster Albert. Jetzt müssen die Freunde nur noch dafür sorgen, dass die nette Frau Grimm keinen Mann findet und eigene Kinder kriegt, denn ohne sie wäre Schule nur noch halb so lustig! Aber Mo hat da schon einen Plan …



"Mo und die Krümel - Der erste Schultag" ist ein wahrlich amüsantes Buch, welches mir gemeinsam mit meiner Tochter, denn ich las ihr einige Passagen aus dem Buch vor,  ein echtes Schmunzeln ins Gesicht gezaubert hat. Eine Lehrerin, die es fertig bringt, die Hamster - Klasse zu unterrichten und nicht dem Wahnsinn zu verfallen verdient meinen Respekt. Mo / Moritz und seine Freunde aus dem Kindergarten werden gemeinsam die erste Klasse besuchen und schon der Kennlern Nachmittag an der Grundschule artet in eine Katastrophe aus, die man allerdings mit einem Lächeln wahrnehmen sollte. Völlig überspitzt treffen wir auf Chaos innerhalb einer Schulklasse und ich muss sagen Frau Grimm ist eine hervorragende Klassenlehrerin und obwohl die Kinder sie sehr herausfordern, verliert sie nicht die Kontrolle, sondern bewahrt die Fassung. Scheinbar ist sie berufen für ihren Dienst an den Kindern. Mich hätte es nicht verwundert, wenn sie in eine Depression verfallen wäre. Vielleicht bemerkt sie auf der anderen Seite aber auch, wie sehr die Kids sie schätzen? Im Gegensatz zu der Erzieherin im Kindergarten, steht Frau Grimm nämlich nicht im Garten und raucht eine Zigarette nach der anderen.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich empfand es sehr geeignet für das empfohlene Alter. Sehr viel Schabernack, der allerdings nicht aus Bosheit passiert und jede Menge Wortwitz machen das Buch charmant und amüsant. Mein Dank an alle Lehrer/innen dieser Welt die sich berufen fühlen unsere Kinder zu unterrichten und dabei ebenso liebevoll reagieren wie Frau Grimm, indem sie den Kindern das Gefühl der Wertschätzung übermitteln. Da es der erste Band einer Buchreihe ist, bin ich sehr gespannt auf die weitere Entwicklung. Wird Ezra irgendwann doch Fußball spielen dürfen, obwohl sie ein Mädchen ist? Vielleicht wäre es sinnig, das Buch gemeinsam zu lesen, denn es gibt einiges, was vielleicht erklärenswert ist. Eine rauchende Erzieherin im Kindergarten empfinde ich als unnötig und auch so einiges anderes bietet genügend Raum um ein Kind anzuleiten. Meine 7 Jährige Tochter würde sich sicherlich wundern, warum es manchen Mädchen nicht erlaubt ist, Dinge zu tun, wie z.B. Fußball zu spielen. Etwas, was für sie völlig normal ist und meiner Meinung nach nicht etwas ist, was nur Jungen vorbehalten sein soll. Man könnte es nutzen um den Unterschied der Nationalitäten zu erläutern.
Insgesamt gesehen, möchte ich "Mo und die Krümel - Der erste Schultag" eine Leseempfehlung aussprechen. Ich habe mich auf der einen Seite bestens unterhalten gefühlt, die Zeichnungen genossen, die das Buch definitiv aufgeppt haben und eine außergewöhnliche Story genossen, indem fiktives Chaos geherrscht hat. Lehrer/innen die dieses Tag für Tag aushalten und dennoch jeden Tag aufs Neue sich ihrem Alltag stellen. Danke!

Montag, 25. Mai 2015

Vergebung hat eine Macht die befreiend wirkt




Lori Nelson Spielman

Nur einen Horizont entfernt

Hardcover
Aus dem Amerikanischen von Andrea Fischer
ISBN: 978-3-8105-2395-2
14,99 Euro

***Von der Autorin der berührendsten Geschichte des Jahres 2014 kommt nun ein Roman über das Verzeihen, der Hoffnung macht.***

Mit zittrigen Fingern öffnet die TV-Moderatorin Hannah Farr einen Brief. Der Absender ist eine ehemalige Schulfreundin, die sie jahrelang gemobbt hat. Die Frau bittet sie nun um Vergebung. Dem Brief beigelegt sind zwei kleine runde Steine und eine Anleitung. Einen Stein soll sie als Zeichen dafür zurücksenden, dass sie ihrer früheren Klassenkameradin vergibt. Den anderen soll sie an jemanden schicken, den sie selbst um Verzeihung bitten möchte. Hannah weiß sofort, wer das sein könnte: ihre Mutter. Aber soll sie wirklich zurück zu den schmerzhaften Ereignissen von damals und die Auseinandersetzung mit dem Menschen suchen, der sie am besten kennt? Denn Hannah hat etwas getan, das das Leben ihrer Mutter für immer verändert hat … 

Manchmal ist es etwas winzig Kleines, das uns Großes tun lässt.




"Nur einen Horizont entfernt" reizte mich dadurch, da es ein echt brisantes Thema innehat, denn Versöhnung / Vergebung ist keine Leichtigkeit, vor allem, wenn die Wunden sehr tief verwurzelt sind. Nach Lesen der Leseprobe war meine Neugier erweckt. Natürlich war auch das Cover ausschlaggebend und die Tatsache, dass "Morgen kommt ein neuer Himmel" (Rezension -> HIER!) der Autorin mich sehr begeistern konnte, dass der neue Roman Platz in meinem Regal einnehmen musste. Dort blieb es allerdings nicht lange stehen, denn die Neugier gewann schnell die Oberhand. Interessanterweise stecke ich auch in einer Situation, in der das Buch nun sehr passend schien. Wer sein Leben reflektiert, wird sicherlich die eine oder andere Verletzung durch andere erlitten haben oder sogar selbst dazu beigetragen haben, jemanden gegen sich aufzubringen. Ich stecke da gerade tatsächlich fest und das Buch war genau das, was ich benötigte. Etwas zu verzeihen ist wirklich schwer und jemanden um Verzeihung zu bitten manchmal noch schwerer. Den Groll den man aufeinander hegt, kann aber auf jeden Fall hinderlich sein, sich aufeinander zu zu bewegen und ich merke, dass ich im Moment innerlich versteinere. Versteinern - Versöhnungssteine - ein Gedanke, der mir immer wieder kam und den ich sinnig finde. Diese kleine Einleitung empfand ich als nötig, um zu begründen, warum mir "Nur einen Horizont entfernt" so sehr gut gefallen hat. Natürlich ist es vorhersehbar. Natürlich trieft es mitunter vor Kitsch, aber es stecken auch jede Menge Worte im Buch, die man sich vielleicht zu Herzen nehmen sollte. Als Mensch baue ich eine Mauer um mich herum, die mir als Selbstschutz dient, damit Verletzungen an mir abprallen können oder im schlimmsten Fall hinderlich sind, mich Menschen nähern zu können, aus Angst neue Verletzungen hinzuzufügen. Hannah, unsere Protagonistin erscheint daher anfangs des Buches sehr gefühlskalt und oberflächlich, aber erst solange, bis die äußere Schale zerbricht und zu erkennen ist, was sie so hat werden lassen. Ich konnte mich komplett auf sie einlassen und wurde je mehr ich las, richtig warm mit ihr und ihrem Leben. Hannahs Vergebungsstein liegt ihr schwer im Magen, denn die Dinge die sie sagte und tat, führten zu einem Bruch mit ihrer Mutter. Es erschrak mich zutiefst, dass es Hannahs Vater gelungen ist, Hannah zu manipulieren. 

Wirklich glänzen konnte in "Nur einen Horizont entfernt" Dorothy, die trotz ihrer Blindheit vom Licht spricht und mich mit ihren Aussagen zutiefst berühren konnte,

"Ich habe mir immer vorgestellt,dass das Leben eine Höhle voller Kerzen ist, sagte sie. Bei unserer Geburt brennt die Hälfte der Kerzen. Jede gute Tat entzündet eine weitere und spendet etwas mehr Licht.Aber zwischendurch erlöschen auch Flammen durch Egoismus und Gemeinheit. Verstehst du? Einige Kerzen zünden wir an, andere blasen wir aus. Am Ende können wir nur hoffen, dass wir in dieser Welt mehr Licht als Dunkel geschaffen haben." Zitat S. 56

"Für jede Kerze, die wir löschen, entzünden wir eine neue. Welch ein Ausprobieren unser Leben doch ist! Unsere Schuldgefühle und Scham werden von Augenblicken der Demut und Gnade aufgewogen. Am Ende können wir nur hoffen, dass das von uns entzündete Licht die Dunkelheit erleuchtet." Zitat S. 315

Letztendlich vereint "Nur einen Horizont entfernt" vieles in sich, was mich als sehr emotional geprägten Menschen wirklich bewegt hat. Eine Liebesgeschichte, eine Verleumdung, echte tiefe Freundschaft und das annähern von Menschen, die miteinander gebrochen haben. Ich war am Ende des Buches mehr als zufrieden und kann auf eine Story zurückblicken, die absolut brillieren konnte. Vielleicht wird nicht jeder Leser / jede Leserin "Nur einen Horizont entfernt" die Story so wahrnehmen wie ich, denn für mich war es ein Anlass zur Reflexion, die mir sehr gut getan hat. Sehr gerne vergebe ich eine Leseempfehlung für eine geniale Grundidee und der Tatsache, dass ich nachdenklich, aber auch befreit zurückblicken kann. 

Sonntag, 24. Mai 2015

12. Buchpost 2015

Halli Hallo Hallöchen,
auch an diesem hoffentlich sonnigen Pfingstwochendene möchte ich zeigen, welch Schätze sich in meinem Buchregal eingefunden haben. Auch wenn mein Ziel in diesem Jahr war, weniger zu lesen, kommt es mir so vor, als würde mein Vorsatz nicht zu erfüllen sein. Wenn ich all diese wunderbaren Bücher betrachte und an ihnen schnuppere (neue Bücher verströmen einfach einen unsagbar guten Geruch), möchte ich oft sofort anfangen sie zu lesen.





Da ich an der Fischer Jahreschallenge auf Lovelybooks teilnehme, ist der Verlag dieses Mal reichlich an Büchern vertreten, denn ich versuche natürlich das eine oder andere Buch ertauschen zu können oder eben halt auch das eine oder andere Wunschlistenbuch zu kaufen. Sehr erfreut bin ich natürlich über Überraschungspost des Verlages. Vielen Dank an dieser Stelle für Tiefe Wellen und Bannwald. 





Ismaels Orangen ist mein aktuelles Buch. Da es vom Schreibstil sehr hochwertig ist und wirklich Konzentration erfordert, lese ich es häppchenweise, aber nicht, weil es schlecht ist, sondern meine Tage zur Zeit doch anstrengend sind und ich mich nicht mehr genügend konzentrieren kann. Diesen Schicksalroman bekam ich direkt vom Verlag zur Rezension über das Bloggerportal. Vielen Dank dafür.
Die Zutaten der Liebe und Alles Tofu, oder was? sind Bücher, die ich mir über den Jahreshauptgewinn über Lovelybooks ermöglichen konnte. Vielen Dank an den Aufbau Verlag, die ein unheimlich attraktives Angebot an Büchern boten. Auf Ellen Berg freue ich mich ganz besonders.


Wünsche euch ein tolles Pfingstwochende. Genießt die freie Zeit und lasst es euch gut ergehen.
Viele Grüße,
Mel

Donnerstag, 21. Mai 2015

Düstere Faszination Meer



Kat Rosenfield

Tiefe Wellen

Hardcover
Aus dem Amerikanischen von Stefanie Schäfer
ISBN: 978-3-8414-2170-8
14,99 Euro


DAS MEER RUFT MICH. ICH KANN ES SPÜREN.

*** Nach ›Toter Sommer‹ der zweite Roman von Kat Rosenfield ***

Callie Morgan hat Angst vor dem Wasser. Ihre Mutter ist ertrunken – Unfall oder Selbstmord? Durch eine mysteriöse Krankheit steigt das Wasser auch in ihrer Lunge. Doch als ihr Vater ausgerechnet im feuchtwarmen Florida einen Job annimmt, verschwinden die Symptome. Callie findet Freunde, ein Junge verliebt sich in sie. Aber das schicksalhafte Verhältnis ihrer Familie zum Wasser scheint sie zu verfolgen.

EIN ÜBERWÄLTIGENDES BUCH: packende Erzählstimme, hypnotische Atmosphäre, ein unglaubliches Familiengeheimnis!





"Tiefe Wellen" ist regelrecht düster in seiner Grundstimmung und schon deshalb sehr faszinierend. Als Leserin bliebe ich eine ganze Weile ungewiss, wie sich die Story entwickeln wird. Nicht gleich von Beginn an, bekomme ich eine Einführung in Callies Leben, obwohl verdeutlicht wird, dass sie an einer Lungenkrankheit erkrankt ist und ihr Mutter Selbstmord begangen hat. Dieses beides kann nicht zusammenhängen, oder doch? Vermutet wurde vorerst eine psychosomatische Störung, wobei ich mir allerdings nicht erklären konnte, warum sich Callies Lungen voll Wasser saugen und dieses regelmäßig abgesaugt werden muss. Nach und nach befallen mich Verdachtsmomente und es ist ehrlich gesagt auch regelrecht gruselig, als die Bedeutung von Land und Wasser klar wird. Callie hat unheimliche Träume und mitunter ist sie klatschnass geschwitzt und brackig stinkend wie der Fluss in der Nähe ihres neuen Zuhauses.

"Tiefe Wellen" ist definitiv anders als "Toter Sommer" der Autorin. Der Jugendthriller war gelungen, dennoch wage ich zu behaupten, eine Stilveränderung des Schreibens zu bemerken. "Tiefe Wellen" nimmt ab der ersten Seite gefangen, da es nicht gleich offensichtlich ist, was mich erwartet und die düstere Spannung tut ihr übriges, um mich begeistern zu können.

Es ist schwierig ein Buch zu bewerten, ohne viel preiszugeben. Wenn ich dieses oder jene Wort einflechten würde, dann würde jede/r wissen, was ihn erwartet. Ich würde komplett die Spannung nehmen, die in diesem Roman wirklich heraus sticht, da es eine gute, solide Story ist, deren Grundfeste das Meer ist.  Klappentext, Titel und Cover sprechen eine deutliche Sprache, dennoch ist niemand wirklich vorbereitet auf das, was uns erwarten wird. Callies Vater hält Callie für schizophren und in Laramie, auf dem platten Land, wird Callie regelrecht der Atem genommen. Erst ein Umzug in die Nähe des Wassers, erzeugt, dass Callie sich fast wie ein normales Mädchen verhalten kann. Sie findet zum ersten Mal in ihrem Leben Freunde und die Krankenhausaufenthalte fallen weg. Die gruseligen Träume bleiben und bekommen nach und nach mehr Aufmerksamkeit. Die Story nimmt rapide Wendungen, die nicht nur Callie in Gefahr bringt. Das Wasser / das Meer übt eine regelrechte Faszination aus, die sich auch auf uns als Leser/in übertragen lässt.

 "Tiefe Wellen" ist ein interessantes Jugendbuch, welches ab der ersten Seite überzeugt, da es nicht offensichtlich ist, was die Faszination ausmacht und warum Callie durch ihre Lungenkrankheit ein eingeschränktes Leben führen muss. Hinzu kommt der Selbstmord ihrer Mutter, der Callie fast schon automatisch zu einer Aussätzigen macht. Grausam ist in diesem Fall die Reaktion des Vaters und der Mitmenschen um Callie herum. Es gibt auch Menschen, die Callie wohlgesonnen sind, aber das sind die wenigsten. Der Umzug tut nicht nur ihrer Lunge gut, sondern sorgt dafür, dass sich Callie zu einem ganz normalen Mädchen entwickeln kann, wenn nicht die Sehnsucht nach dem Meer so stark wäre und der Sog irgendwann die Überhand gewinnt. Das Ende ist gut gewählt und schließt ein Buch ab, welches mich erstaunt und wirklich begeistert hat. Gerne eine Leseempfehlung!

Mittwoch, 20. Mai 2015

Tiefe Einblicke in den Beruf des Killers


Malcolm MacKay

Der Killer hat das letzte Wort

Taschenbuch
Aus dem Englischen von Thomas Gunkel
ISBN: 978-3-596-03059-0
9,99 Euro

Wie schickt man einen Auftragskiller in den Ruhestand?

Frank MacLeod war der beste in seinem Fach. Überlegt. Effektiv. Skrupellos. Aber ist er immer noch der beste? Er bekommt einen neuen Auftrag. Ein Ziel. Aber diesmal wird etwas furchtbar schiefgehen. 
Der zweite Thriller nach ›Der unvermeidliche Tod des Lewis Winter‹ nimmt die Leser mit auf die dunkle Seite von Glasgow. Wer zwischen die Fronten gerät, darf sich keinen Fehler erlauben. Denn Fehler sind tödlich.



"Der Killer hat das letzte Wort" ist ein anderer Thriller als erwartet und wirkt eher auf psychologischer Ebene auf den Leser ein, da haarklein das Leben eines Killers beleuchtet wird. Es hat schon eine gewisse Spannung, wenn man den Beruf des Killers genauer unter die Lupe nimmt, denn dieses wird ausführlich beleuchtet und zeigt echte Skrupellosigkeit. Der Beruf des Killers ist einsam, denn man würde nicht nur sich in Gefahr bringen, sondern auch die Menschen, die man liebt.

Frank MacLeod war der beste seines Fachs, aber durch sein persönliches Versagens eines Auftrages, zeigt sich, dass er ausgedient hat. Frank weiß genau, was nun geschehen wird und plant dieses präzise und lässt dadurch nicht nur mir den Atem stocken. Gedankengänge und Begebenheiten werden haarklein wiedergegeben, Dies führt zwar nicht dazu, dass ich mich gelangweilt habe, dennoch fehlte mir der Kick, den ein Thriller eigentlich auslösen müsste. Wirklichen Thrill wirst du also nicht erleben, obwohl die Story insgesamt super verpackt wurde, Trotzdem finde ich es ein klein wenig enttäuschend, dass dieser Roman in die Genre Thriller gepackt wurde und dieses eigentlich nicht verdient hat. Natürlich ist auf der psychologischen Ebene einiges zu erwarten, da der Beruf des Killers wunderbar dargestellt wurde und mir bewusst macht, dass ich andere Wege einschlagen muss, da mir die Skrupellosigkeit fehlt. Wer zuviel denkt macht Fehler und dieses bricht auch Frank MacLeod das Genick. Er ist raus aus dem Job und muss sich nun überlegen wie es weitergeht. Manchmal werden einem auch Entscheidungen abgenommen und da Frank weiß, wie der Hase läuft, hat er Zeit sich vorzubereiten.

Ein rotes Cover, ein aussagekräftiger Titel und ein Klappentext, der mich genügend ansprach, um das Buch lesen zu wollen. Es handelt sich hier um eine Trilogie, die aber unabhängig voneinander gelesen werden kann. Auf den ersten Band wird zwar hin und wieder ein Blick geworfen, ist aber nicht verwirrend, sondern hilfreich, um den Beruf des Killers einen noch besseren Rahmen zu liefern.

Der unvermeidliche Tod des Lewis Winter

Der Killer hat das letzte Wort

Die letzte Rache des Callum MacLean - erscheint Frühjahr 2016


Von mir 4 Sterne und eine Leseempfehlung, mit dem kleinen Hinweis, sich bewusst zu sein, dass Thriller nicht immer Thriller ist. In "Der Killer hat das letzte Wort" treffen wir auf eine solide und gut aufgebaute Story, die zwar nicht 100% mitreißen kann, dennoch unterhaltsam ist. Wer sich darauf einlassen kann, wird sich wohlfühlen und sicherlich auch hier und da begeistert sein.