Donnerstag, 22. Januar 2015

Sam Millar schreibt Kriminalgeschichte




Sam Millar

True Crime



Sam Millar hat einen außergewöhnlichen, preisgekrönten Thriller geschrieben, in dem nichts erfunden ist. Schonungslos offen erzählt Millar von einer Jugend auf den Straßen von Belfast, die früh ins Gefängnis führt; vom jahrelangen Kampf um die eigene Würde – und von einem Verbrechen, mit dem er Geschichte schrieb.



Atrium

416 Seiten · mit Schutzumschlag
EUR 19,99 
ISBN-13: 978-3-85535-513-6






Auf dem Cover des Buches "True Crime" steht eindeutig "Einen packenderen Thriller hätte sich niemand ausdenken können - dabei ist jedes Wort wahr." Laut Rolling Stone Magazine erwartet mich also eine spannende Lebensstory. Auch der Klappentext versprach Hochspannung und gaukelte mir ein echtes Leseerlebnis vor. Meine Erwartungshaltung war enorm hoch, daher war ich fast enttäuscht, dass sich der Thriller als Lebensbericht entpuppt, der nur mäßig Spannung aufbringen konnte. Krimi hätte ich jetzt gelten lassen können, aber die Einordnung in das Thrillergenre finde ich als zu hoch gegriffen. Es ist natürlich eine Tatsache, die sich nicht leugnen lässt, dass das Leben von Sam Millar interessant und angefüllt ist von Kriminalität, dennoch lässt es sich eher zäh als flüssig lesen. Sehr viel Handlung, Gewalt und Brutalität machen leider noch keinen Thriller aus. Ich mag aber nicht nur meckern, sondern möchte natürlich auch darüber berichten, was mir gut gefallen hat. Lediglich für diejenigen, die ein Buch mit echter Spannung erwarten, wollte ich den Hinweis erteilen, die Erwartungen etwas herunterzuschrauben. Meine persönliche Einordnung in ein Genre wäre Roman oder auch Krimi gewesen und ich hätte ohne mit der Wimper zu zucken gerne 5 Sterne an das Buch vergeben.

Wenn man die Genre einfach außen vorlässt, erhält man ein solides und gut geschriebenes Buch, welches für meinen Geschmack auch kürzer hätte ausfallen können, obwohl es dadurch vielleicht auch seine Wirkung verlieren würde. Trotzdem fand ich einige Szenen zu detailliert, während ich anderes gerne etwas genauer beschrieben hätte haben wollen.
"True Crime" ist die Lebensgeschichte, des Sam Millar, der authentisch und ohne zu beschönigen aus seinem Leben berichtet. Wenn ich mir seinen Lebensweg so anschaue, gerade seine Kindheit, die anders als meine verlief, sehe ich schon einen Wegweisung in die falsche Richtung, denn Kinder brauchen Wärme und Geborgenheit, all das, was Sam fehlt. Letztendlich erzieht er sich selbst und kämpft von Anfang an ums Überleben. Es ist schwierig sich nicht von Vorurteilen überrennen zu lassen und Sam in dem Licht zu sehen, wie er es verdient hat, denn Strafe folgt oft auf dem Fuß, ob nun gerechtfertigt oder auch nicht.

Der Aufenthalt im Gefängnis ist geprägt von Gewalt und Boshaftigkeit der Wärter. Es gruselt mich, dass dieses einfach so geschehen kann, ohne dass jemand mit Strafe rechnen muss. Menschenunwürdig und regelrecht sadistisch wird hier gequält, regelrecht gefoltert. Auch hier muss Sam ums Überleben kämpfen, sei es um ohne Schmerzen zu leben, nicht zu erfrieren oder zu verhungern. Gut 200 Seiten lang begleiten wir Sam im täglichen Überlebenskampf, bis er seine Freiheit wiedererlangt, aber auch in New York wurde nicht besser, denn Sam lässt sich auf Glücksspiel und anderes ein und macht sich erneut strafbar. Seine Leben wurde eigentlich nur von Irland in die USA verlagert. Den großen Coup den er nun anstrebt, ist eigentlich von Anfang an zum Scheitern verurteilt.

Mehr mag ich zum Geschehen nicht weitergeben, da ich zu sehr spoilern müsste. Ich möchte schließlich niemanden die Spannung nehmen. Bücher wirken unterschiedlich auf seine Leser / Leserinnen, daher kann es natürlich sein, dass deine Meinung ganz anders ausfallen wird. Ich bin leider nicht komplett überzeugt worden, was ich aber auf meine Erwartungshaltung an das Buch deute. Es ist eine großartige und faszinierende Lebensgeschichte, die herausfordert und fordert. Mir wäre leichte, seichte Kost lieber gewesen, denn so saß ich einige Tage am Buch und musste immer wieder Pausen einschieben, da es mich nicht packen konnte. Ich verlor leider viel zu schnell das Interesse an der Story und das ist sehr Schade, denn dieses Buch wird nicht umsonst ein Bestseller sein. Vielleicht ist die Spannung auch in der Übersetzung verloren gegangen? Zu Mutmaßungen möchte ich mich nicht hinreißen lassen, denn Sam Millar hat für seine Offenheit wirklich Lob verdient. Er schreibt ehrlich und direkt und das beeindruckt mich schon sehr, denn normalerweise möchten wir Menschen doch immer in einem guten und besseren Licht dastehen. Dafür meinen Respekt und dies ist auch der Grund, warum ich 4 Sterne --> HIER! an "True Crime" vergeben möchte. Einen Menschen, der sich selbst präsentiert und dabei auch seine schlechten Seiten zum Vorschein bringt, kann ich nicht abwerten.



Mittwoch, 21. Januar 2015

Gestörte Totenruhe





TANJA NOY

Todesruhe


ISBN 978-3-95649-092-7416 Seiten
9,99 EUR  
"Schalldämpfer." 
"Wie zum Teufel sollten die Herrschaften hier an einen Schalldämpfer gelangen?"
"Gegenfrage: Wie zum Teufel sind die Herrschaften hier an eine Pistole gelangt?"

Wer hat den Patienten der Nervenheilanstalt "Mönchshof" erschossen und ihm die Augen herausgerissen? Julia Wagner und Zander, ihr ehemaliger Partner aus Polizeitagen, sind auf der Suche nach einem Mörder in der geschlossenen Psychiatrie. Während die beiden drinnen dunklen Geheimnissen auf die Spur kommen, rüstet sich außerhalb der Mauern ein mächtiger Feind aus Julias Vergangenheit für seinen nächsten Schlag - denn die Jagd auf Julia ist nun eröffnet ...





"Todesruhe" ist der zweite Band einer Thrillerreihe. Für mich war es das erste Buch der Autorin und auch wenn ich "Teufelsmord" nicht gelesen habe, konnte ich der Handlung des Thrillers problemlos folgen. Natürlich fließt das eine oder andere aus dem Vorgängerbuch in die Story ein, verwirrt aber nicht, sondern gibt lediglich Aufschluss über die Geschehnisse zuvor. Julia Wagner steht auch zuerst nicht im Mittelpunkt, sondern bleibt eine Nebendarstellerin.

Ein Zitat auf S. 33 des Thrillers "Aber die Vergangenheit lässt sich nicht übertünchen, egal, was wir auch versuchen. Zu vieles bleibt tief in uns verankert und stößt uns immer wieder an, damit wir es nur ja nicht vergessen. Es quillt hervor wie flüssige Lava, und alles, was ihm in den Weg gerät, zerfällt zu Asche" ist genau das, was uns begegnet. Julia Wagner, die dem Tod entkommen konnte, aber alles, was in ihrer Vergangenheit geschehen ist, ausblendet. Sie zieht sich komplett zurück und auch als der erste Mord in der Nervenheilanstalt "Mönchshof" geschieht, schafft sie es nicht aus ihrem Schneckenhaus zu kriechen, so stark sind ihre Ängste. Nervenheilanstalt klingt in meinen Ohren ziemlich abgedroschen und fast schon altertümlich, Psychiatrische Klinik hätte ich auch passend gefunden und jeder hätte etwas damit anfangen können, oder? Im Nachhinein ist es aber dennoch passend, da alte Tagebucheintragungen immer wieder in das Geschehen mit einfließen.

Besonders fasziniert hat mir die Beschreibung der Klinik und die Menschen die sich dort befinden. Der Klinikalltag ist besonders hervorgehoben und lässt mich hoffen, nie eine der Psychosen in meinem Leben Einlass zu gewähren. Demenz ist etwas was man sich nicht aussuchen kann, aber Alkohol oder Kokainsucht ist eine Krankheit, die nicht erst aufkommen muss. Die eine und andere Person bekommt mehr Raum in der Story und die andere weniger, dennoch ist jede beschriebene Person wichtig und gibt durch ihre Persönlichkeit der Story etwas Farbe. Wie im echten Leben gibt es Menschen, denen sind wir eher zugetan als anderen, da sie uns unangenehm sind. Verlogenheit, Arroganz oder Aggressivität sind Eigenschaften, die ich mir nicht aneignen möchte und gerade dieses dient oft der besonderen Würze eines Thrillers. Faszinierend ist die Tatsache, das die Klinik über einen wundervollen Park verfügt, der aber von den Patienten nicht genutzt werden darf. Es hat also auch einen gewissen Touch von Eingesperrtsein und Fremdbestimmung. Ist es da ein Wunder, wenn Menschen durchdrehen oder gibt es einen anderen Grund für einen Mord? Oder ist alles nur eine Inszenierung, um die Polizei zu verwirren?

"Todesruhe" habe ich gestern recht zackig gelesen, denn es verfügt über eine gewisse Spannung, die es schwer machte, das Buch zur Seite zu legen. Nicht einen Augenblick hatte ich einen Verdachtsmoment und konnte dem Ende daher komplett voreingenommen entgegentreten. Mich hat es förmlich umgehauen, denn echter Wahnsinn kommt zum Vorschein und zeigt auch auf, wie schnell wir Menschen zu unseren Zwecken missbrauchen können. Letztendlich war ich sehr zufriedengestellt, obwohl einige Fragen offen geblieben sind, gerade was die Person der Julia Wagner betrifft. So wirklich darüber hinwegtrösten konnte auch die Leseprobe zu "Höllenfrost" nicht, welches im Juli 2015 im Mira Taschenbuchverlag erscheint.


Im Gesamtergebnis ist "Todesruhe" ein solider Thriller, der recht schnell an Spannung zunimmt und diese immer mehr erhöhen kann. Als Leser werde ich immer wieder auf falsche Fährten gelockt und auch der Engel auf dem Cover, der an einen Grabstein erinnert, bekommt immer mehr Bedeutung. Am Ende entlädt sich die Story mit einem gewaltigen Schwung, der mich regelrecht atemlos vor Spannung gemacht hat. Gerne spreche ich eine Leseempfehlung aus, an all diejenigen, die echtem Wahnsinn nicht abgeneigt sind.


Montag, 19. Januar 2015

Gefährliche Naturgewalten




NICHOLA REILLY


Herrscher der Gezeiten

Darkiss  ISBN 978-3-95649-106-1
14,99 EUR Originaltitel: Drowned


Wer diesen Roman gelesen hat, wird das Meer mit anderen Augen sehen ...

Die Erde ist überflutet. Die letzten Überlebenden harren auf einer kleinen Insel aus, deren Ufer mit jeder Flut schmaler werden. Dass sie in dieser Welt unerwünscht ist, spürt Coe jeden Tag. So gut sie kann, erledigt sie ihre erniedrigende Arbeit und setzt sich gegen die anderen Inselbewohner zur Wehr. Heimlich schwärmt sie für den mutigen Tiam, ihren einzigen Freund.
Dann geschieht es. Der Herrscher der Insel liegt im Sterben und hinterlässt keinen Erben. Ausgerechnet Coe wird ins Schloss eingeladen und erfährt, dass die königliche Familie ein Geheimnis hütet, das alles für immer verändern kann. Gibt es einen Ausweg aus dem Albtraum, in dem sie alle leben? Coe und Tiam müssen sich beeilen, Antworten zu finden, bevor ihre Welt für immer in den Fluten versinkt ...






Mit "Herrscher der Gezeiten" lesen wir eine Dystopie über Überlebende einer völlig unbekannten Welt. Sie besteht lediglich aus Wasser und einer kleinen Insel, auf der sich die Bewohner nicht mehr vermehren dürfen, da die Insel immer kleiner wird, auf der sie sich befinden. Lediglich eine Plattform am Turm des Schlosses rettet die Bewohner, die nach Nummern sortiert auf der Plattform stehen und auf das Ende der Flut warten. Jeden Tag schrumpft die Bewohnerzahl und alle fürchten um ihr Leben. Interessant hierbei ist, das keiner der Bewohner schwimmen kann und das, obwohl ihr Lebensraum umgeben von Wasser ist. Außerdem leben im Meer gefährliche und unheimliche Kreaturen, die nur darauf warten, das jemand ins Wasser fällt, den sie dann verschlingen können.
Habgier und Missgunst macht sich breit, denn das Leben des Königs steht auf Messers Schneide und die Inselbewohner wollen die letzten Entscheidungen des Königs nicht akzeptieren. Im Nachhinein stellt sich heraus, dass der König sehr selbstsüchtig handelte und es einen anderen Verlauf der Handlung hätte nehmen können, wenn er anders reagiert hätte.
"Herrscher der Gezeiten" brilliert durch seine Protagonisten. Coe, eine mutige junge Frau, die von Anfang an nicht in die Story zu passen scheint, da sie anders ist als die anderen Bewohner der Insel. Tiam, der männliche Held der Story, der verständlicherweise derjenige ist, in den Coe sich verliebt hat. Star, die Prinzessin, erscheint mir arrogant, oberflächlich und reichlich naiv Nur auf sich selbst bedacht, kann sie von meiner Seite aus keine Sympathiepunkte gewinnen.

Dieses kurz als Einblick in die Story. Ehrlich gesagt hatte ich leichte Anlaufschwierigkeiten und war mir zuerst nicht sicher, ob die Entscheidung das Buch zu lesen richtig war. Nach etwa 30,40 Seiten wendete sich das Blatt, denn ich fing an den Zusammenhang zu verstehen, der nicht gleich schlüssig für mich war. Nachdem ich also endlich kapiert hatte, was es mit der Plattform auf sich hat, den Rängen und den Inselbewohnern, die alle Liebe aus ihrem Leben ausklammern, fing ich an das Buch zu mögen. Der Grund das Buch lesen zu wollen, war nicht der Klappentext, nicht die Leseprobe zu dem Buch, sondern ganz alleine das Cover, welches mich sehr angesprochen hatte. Es wirkt sehr passend und ist wirklich ein echter Blickfang, denn in den Händen gehalten, ist es noch um einiges schöner.

Es geht in "Herrscher der Gezeiten" um das nackte Überleben, darum sich einen Platz auf der Plattform zu erkämpfen, Geheimnisse zu ergründen und den Wunsch erfüllt zu bekommen ein anderes Leben als das, was sich bietet zu ergründen,, bzw.sich zu wünschen. Träume sind immer erlaubt, wenn einem gefährliche Naturgewalten, wie Ebbe und Flut nicht täglich einen Strich durch die Rechnung machen würden. Kundschafter werden ausgesandt, um das Meer zu ergründen, aber es scheint nur gefährlich und wenig sinnig. Außerdem bekommen wir Klarheit um die Tatsache, das Schönheit nicht immer Schönheit bedeutet, sondern im Auge des Betrachters liegt.
Nachdem ich "Herrscher der Gezeiten" beendet habe stellt sich mir die Frage nach einer Fortsetzung, denn das Ende ist recht offen und könnte fortgeführt werden oder es ist mir selbst überlassen, mir ein eigenes Ende zu kreieren. Von Cliffhangern bin ich ehrlich gesagt nicht wirklich angetan und dies ist eines der Gründe, warum ich dem Buch nicht volle Sternenzahl in meiner Bewertung geben kann. Der andere Grund ist, dass ich mich erst in die Story einlesen musste, da der Anfang doch recht verwirrend war.

Ich vergebe 4 Sterne --> HIER! und eine Leseempfehlung für "Herrscher der Gezeiten". Eine Dystopie, die vom Wasser umgeben ist und durch seine beiden Protagonisten Coe und Tiam wirklich glänzen konnte. 

Mein Dank an BloggdeinBuch und den Mira Taschenbuchverlag für die Bereitstellung dieses Rezensionexemplar, auch wenn ich nicht komplett überzeugt bin von "Herrscher der Gezeiten", kann ich es bedenkenlos weiterempfehlen. Meine kleinen Kritikpunkte habe ich aufgeführt und ich vermute, das die Story auf jeden Leser / jede Leserin anders wirken wird.







Sonntag, 18. Januar 2015

Buchpost 1 / 2015

Guten Morgen,
Willkommen im Jahr 2015. Es sind einige sehr interessante Bücher in mein Buchregal eingezogen, über die ich mich sehr freue. Ich bin selbst gerade ganz erschlagen, als ich die Bilder hochgeladen habe. Ich weiß natürlich, dass es Blogs gibt, wo es noch viel, viel mehr ist, aber mit denen habe ich nicht vor mich zu vergleichen. Buchposts sind auch eher für mich, um am Ende des Jahres Resümee zu ziehen, über die Buchschätze, die ich lesen durfte. Egal, ob getauscht, geliehen, gekauft oder zur Rezension zur Verfügung gestellt. 





                          








Auch in diesem Jahr werde ich den Buchüberraschungsthread auf Lovelybooks aktiv mitgestalten, denn ich liebe nichts mehr als zu überraschen und selbst zu überraschen. Mich erreichte von meiner Wunschliste:

Kerstin / buchrättin beschenkte uns mit Malala. Meine Geschichte und Yolo, der wild gewordene Pudding und Jo Zwometerzwo. Geschenke die von Herzen kommen, sind eindeutig die besten Geschenke. An dieser Stelle noch einmal ganz ♥lich Danke dafür.

Vor uns das Leben ist ein ganz wunderbares Buch, welches ich mir endlich ertauschen konnte. Meine Neugier war sehr groß, daher stand das Buch auch nicht lange ungelesen im Regal. Meine Rezension findest du HIER!


Im christlichen Adventskalender gewann ich die DVD "Esther - One Night with the King" Leider hatten wir noch keine Zeit diesen Film zu schauen, da wir eigentlich einen Familienabend mit dem Film geplant hatten, aber wie es so ist mit jugendlichen Erwachsenen im Haus - sie haben einfach keine Zeit für ihre Eltern ☺



  
  




Von "Panic - Wer Angst hat, ist raus", hatte ich mir sehr viel versprochen, da ein echter Hype um das Buch gemacht wurde. Leider wurden meine hohen Erwartungen nicht komplett erfüllt, obwohl das Buch nett zu lesen war. 

Libellenfänger habe ich im Adventskalender von Ina´s Little Bakery gewonnen. Für mich wird es der zweite Thriller der Autorin sein und ich freue mich schon sehr aufs Lesen.  

True Crime lese ich, Dank Katja, für den Arche Verlag. Zu dem Thriller wird es auch nach ET eine Blogtour geben, auf die ich wirklich schon ganz gespannt bin. Noch bin ich mit dem Buch nicht wirklich warm geworden, aber da er als außergewöhnlich und preisgekrönt angepriesen wird, wird er mich wohl hoffentlich noch überzeugen können.

Stigmata ist eine der Prämien die Wasliestdu im Adventskalender ihrer Seite zur Verfügung gestellt hat. 




 



Sehr zu empfehlen aus dem dem Verlag mit dem Wal - Magellan ist "Jenseits der blauen Grenze" Ein Jugendroman der Extraklasse. Meine Rezension zum Buch findest du HIER!

Drachenreiter gewann ich im Adventskalender von Ka-sas-Buchfinder. Meine Tochter hat sich sehr gefreut, denn ich habe es ihr erst einmal vermacht, da ich es nicht ungelesen im Regal stehen haben wollte. Sie hat sich sehr gefreut und es auch schon angefangen. Natürlich werde ich es auch lesen, da ich Cornelia Funke einfach toll finde. Aber erst einmal ist Celina am Zug, da ich wie ihr sehen könnt, eine Menge andere Bücher zu lesen habe ☺

Die Fischer Verlage waren so großzügig, mir nach Anfrage "Der Junge auf der Holzkiste. Wie Schindlers Liste mein Leben rettete" zur Rezension zur Verfügung zu stellen. Mich hat das Schicksal des Juden Leon Leyson sehr bewegt. Für mich ist es ein Buch, welches ich auch als Schullektüre sehen würde, da es deutlich macht, ähnlich wie "Das Tagebuch der Anne Frank" oder "Der Junge im gestreiften Pyjama", wie es wirklich war, denn das Leid der Menschen wird offen und ohne Scheu zum Vorschein kommen. Meine Rezension zum Buch findest du HIER!

"Sonntags bei Sophie" ist auch ein ganz besonderes Buch, welches über eine Krebserkrankung berichtet und den Abschied verdeutlicht, was aber auf eine ganz wunderbare Art und Weise erfolgt. Zwar auch sehr schmerzhaft, aber die verbleibende Zeit wird intensiv genutzt und bietet viel Raum zum Nachdenken.



       
  



"Ich will es doch auch" gewann ich über Facebook auf der Seite des Aufbau Verlages. Wie ihr seht, ist es von Ellen Berg signiert und das macht das Buch zu etwas ganz Besonderen in meinem Buchregal. Ich erwarte ein herrlich amüsantes Buch und hoffe, ich komme bald dazu es zu lesen.

"Herrscher der Gezeiten" und "Todesruhe"kamen beide in einem Paket des Mira Taschenbuchverlages, obwohl ich sie auf unterschiedlichen Seiten im Internet zugesagt bekam. Zwei völlig unterschiedliche Bücher, die aber trotzdem meinen Buchgeschmack hervorragend treffen, da ich mich nicht auf eine Genre festgelegt habe.

Wie Ihr seht, habe ich einiges zu lesen und mittlerweile stelle ich mir die Bücher schon so ins Regal, die die Reihenfolge des Lesens bestimmt. manchmal schiebe ich zwar doch noch hin und her, aber im Allgemeinen bleibt es dabei. Wie macht ihr das? Führt ihr Listen oder lest ihr nach Gutdünken?





Wünsche Euch einen stressfreien Sonntag und für morgen einen tollen Start in die neue Woche.
GLG,
Mel



Samstag, 17. Januar 2015

"Wer ein einziges Leben rettet, der rettet die ganze Welt."





Leon Leyson

Der Junge auf der Holzkiste. Wie Schindlers Liste mein Leben rettete

Autobiographie/Memoir
Taschenbuch
Aus dem Amerikanischen von Mirjam Pressler
8,99 Euro
ISBN: 978-3-7335-0048-1

Ein ergreifender Zeitzeugenbericht eines Holocaust-Überlebenden und ein Vermächtnis für alle Leser von heute.

Leon Leyson war Nummer 289 auf Schindlers Liste, die über tausend Juden während des Holocaust das Leben rettete. Er war dreizehn, als er als Arbeiter in Oskar Schindlers Emailwarenfabrik anfing, und weil er so klein für sein Alter war, musste er immer auf eine Holzkiste steigen, um die Maschinen bedienen zu können. In einer klaren und einfachen Sprache erzählt Leon Leyson vom grausamen Lageralltag, der ständigen Todesgefahr, aber auch von seinem persönlichen Helden Oskar Schindler.



Zeitzeugenberichte über den Holocaust bewegen mich zutiefst und "Der Junge auf der Holzkiste. Wie Schindlers Liste mein Leben rettete" gehört definitiv zu den Büchern, die ebenso wie "Das Tagebuch der Anne Frank" zur Schullektüre gehören sollten. Es gehört zu unserer Geschichte, auch wenn es schmerzhaft und für mich immer noch unbegreiflich ist. Leon Lyson erzählt seine Lebensgeschichte schonungslos und offen. Ich kannte Schindlers Liste aus Film und Buch, obwohl dieses vielleicht nur einen kleinen Teil dessen erzählt, was Leon erlebt hat, denn es geht viel, viel tiefer. Natürlich ist auch Oskar Schindler ein Tel dessen, aber Leons Alltag, seine Ängste, seinen Hunger, seine Not wird sehr deutlich und macht mich innerlich sehr unruhig. Ich bin lange nach dem zweiten Weltkrieg geboren und es ist für mich immer noch unvorstellbar, wie sehr Menschen leiden mussten. Ein sinnloses morden, weil meine Nase in dem Moment nicht passt oder weil es einfach Spaß macht zu töten? Natürlich wusste ich davon, aber es so intensiv  zu lesen wie in "Der Junge auf der Holzkiste. Wie Schindlers Liste mein Leben rettete" war sehr erschreckend. Leon Lyson berichtet so intensiv von seiner Kindheit und dem, was er erlebt hat, dass mir die Gerüche in die Nase stiegen und Begebenheiten mir vor Augen geführt wurden. Leon ist ein Überlebender dieser Gräueltaten, aber vergessen konnte er die Geschehnisse nie und ich kann es ihm nicht verdenken. Wir, die wir auf hohen Niveau über unser Leben stöhnen, haben nie solch einen Schrecken erleben müssen, wie die Juden im zweiten Weltkrieg. Entweder stirbt man am Hunger, an Krankheiten im Lager, wird als unbrauchbar entfernt oder man hat das Glück auf der Liste von Oskar Schindlers Liste zu stehen und zu überleben. Schindler einer der wenigen, die nicht einverstanden war, mit den Taten der Nationalsozialisten. Einer der wenigen, der am Ende des Krieges nicht sagte: "Wir haben nichts gewusst" Oskar Schindler redet nicht, sondern handelt und das ist gerade in dieser schrecklichen Zeit etwas sehr Großartiges gewesen. Ein Mann mit Rückrat, dem es Ziel wurde, so viele Juden wie möglich zu retten. Für mich war diese Autobiographie deshalb wertvoll, weil sie authentisch und glaubhaft erzählt wurde. Mir wurden die Geschehnisse erneut vor Augen geführt und mein Wunsch ist, dass wir solch Schrecken nie wieder erleben müssen. Wie schon erwähnt, könnte ich mir  "Der Junge auf der Holzkiste. Wie Schindlers Liste mein Leben rettete" sehr gut als Schullektüre vorstellen, da es intensiviert und hoffentlich zum Nachdenken anregt. Unbedingte Leseempfehlung!

 "Wer ein einziges Leben rettet, der rettet die ganze Welt." - Ein Spruch aus dem Talmud, dem die Überlebenden Oskar Schindler in einen Ring aus Zahngold eingravierten und überreichten.


Mein Dank an die Fischer Verlage für das Bereitstellen, dieses Romans, der einen Zeitzeugenbericht der ganz besonderen Art bietet! Es wird schmerzlich bewusst. wie tragisch der zweite Weltkrieg war und wie bleibend die Eindrücke auf das Leben der Überlebenden. 

Freitag, 16. Januar 2015

Flügel versprechen dir die Freiheit





SUE MONK KIDD

Die Erfindung der Flügel

Roman

Originaltitel: The Invention of Wings
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag 
ISBN: 978-3-442-75485-4
€ 19,99
Sue Monk Kidd ließ sich für ihren Roman von der historischen Figur der Sarah Grimke inspirieren, die sich als Schrifstellerin, Mitglied der sogenannten Abolitionismus-Bewegung in den USA und Frauenrechtlerin für die Abschaffung der Sklaverei einsetzte. 

In "Die Erfindung der Flügel" erhält die elfjährige Sarah, wohlbehütete Tochter reicher Gutsbesitzer, in Charleston ein ungewöhnliches Geburtstagsgeschenk – die zehnjährige Hetty „Handful“, die ihr als Dienstmädchen zur Seite stehen soll. Dass Sarah dem schwarzen Mädchen allerdings das Lesen beibringt, hatten ihre Eltern nicht erwartet. Und dass sowohl Sarah als auch Hetty sich befreien wollen aus den Zwängen ihrer Zeit, natürlich auch nicht. Doch Sarah ahnt: Auf sie wartet eine besondere Aufgabe im Leben. Obwohl sie eine Frau ist. Handful ihrerseits sehnt sich nach einem Stück Freiheit. Denn sie weiß aus den märchenhaften Geschichten ihrer Mutter: Einst haben alle Menschen Flügel gehabt …




"Die Erfindung der Flügel" entführt uns als Leser in eine ganz besondere Zeit. In eine Zeit, in der Sklaverei an der Tagesordnung war und Frauen kaum Rechte hatten. Es war interessant, aber auch schmerzlich Rückblick zu halten. Im Wechsel berichten Handful und Sarah von ihrem Leben, welches allein schon dadurch unterschiedlich aussieht, da es aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet wird. Auf der anderen Seite führt das Leben Sarah und Handful immer wieder zusammen. Sarah, die Charlotte versprochen hat Handful / Hetty die Freiheit zu schenken, stößt auf taube Ohren und vielleicht wird dieses Vorhaben auch nie gelingen. Hettys Leben ist geprägt von der Sehnsucht nach Freiheit und der Gewalt, die die Gutsbesitzer auf sie ausüben. Sklaven werden gehalten wie Vieh und auch so behandelt. Natürlich weiß ich um die Zustände der damaligen Zeit, aber es erneut zu lesen, was sehr schmerzhaft und ich bin sehr dankbar, dass sich einiges geändert hat und Menschen nicht an Hautfarbe und Herkunft bemessen werden. Für Sarah, die als Frau mit einem großen Verstand gesegnet wurde, werden viele Steine in den Weg gelegt, die nur aus der Tatsache entstehen, als Frau geboren zu sein. Frauen ist vorbestimmt zu heiraten und Kinder zu bekommen. Bildung ist Nebensache, auch wenn es für Sarah nichts größeres gibt als zu lesen. Dieses Geschenk macht sie auch Hetty und beide werden hart dafür bestraft, denn den Sklaven ist Bildung vorenthalten. Eine Logik, die sich mir erst nach und nach erschließt und mich völlig aus der Fassung bringt. Ich denke, dass sich die Autorin in diesem Punkt ganz nah an der Wahrheit bewegt hat. Haltet die Sklaven klein, dann können sie euch auch nicht gefährlich werden.

Die Autorin Sue Monk Kidd bedient sich einer wunderbaren Sprache, die mich mit Leichtigkeit durch das Buch hat fliegen lassen, fast so als hätte ich selbst die Flügel einer Schwarzdrosssel. Die Schwarzdrossel fließt immer wieder in den Roman mit ein und hat eine ganz besondere Bedeutung für Charlotte und Hetty. Charlotte ist in diesem Buch eine ganz starke und außergewöhnliche Person, denn ihr fällt es zunehmend schwer sich ihrem Schicksal zu beugen, welches sich dadurch natürlich auch auf Hetty überträgt. Durch den Text im Anhang des Buches wird schnell klar, warum Sue Monk Kidd sich gerade dieser Story gewidmet hat. Auch wenn sicherlich vieles Fiktion ist, kommt doch eine gewisse Authentizität zum Tragen, die "Die Erfindung der Flügel" ganz klar aus der breiten Masse hervorhebt. Für mich war es ein Leseerlebnis der ganz anderen Art. Ich wurde mitgetragen, zum Nachdenken angeregt, habe meine Fäuste wegen vieler Ungerechtigkeiten geballt und mich am Ende zufrieden zurückgelehnt und Rückschau gehalten, auf ein Buch, welches wirklich Flügel verleiht und dem Titel des Romans so passend erscheinen lässt.

Eine unbedingte Leseempfehlung von meiner Seite aus. Lesern, die schon "Onkel Toms Hütte" geliebt haben, werden auch an "Die Erfindung der Flügel" ihre helle Freude haben. Es ist kein Wohlfühlbuch, das sollte schon vor dem Kauf klar sein, aber dennoch ist es ein echter Buchschatz. Man lernt vieles und nicht nur die Betrachtung der Frauenrechte und die Sklavenhaltung wirkte interessant, sondern auch die Quäkerbewegung und die Presbyterianer, die dem gegenüberstanden. es ist ein Eintauchen in eine andere Welt und ein Abheben von dieser. Ein Loslösen und Freiwerden! Lasst euch auf "Die Erfindung der Flügel" ein und ich bin mir sicher, dass Hetty und Sarah euer Denken und Sinnen verändern werden. 5 Lesessterne --> HIER!

Donnerstag, 15. Januar 2015

Godzilla und andere Katastrophengebiete




Clara Sternberg

Sonntags bei Sophie

Broschur, 285 Seiten
Aufbau Taschenbuch
978-3-7466-2538-6 
9,99 € 




Sophie, Rosa und Melanie sind unzertrennlich. Und dann ist plötzlich ist nichts mehr, wie es war, denn Sophie erfährt, dass sie nur noch wenige Monate zu leben hat. Sie hat sich entschieden: Keine Klinikaufenthalte und qualvollen Behandlungen; Sophie will die Zeit, die ihr noch bleibt, im Kreise ihrer Lieben verbringen. 
Ab jetzt sind die Sonntage nur noch für die drei Freundinnen reserviert: Sie nehmen Abschied und sie erinnern sich. Und immer häufiger gelingt ihnen, ein Lachen und ein Stückchen Normalität. Sophie steckt voller Lebensmut, denn sie hat ein großes Ziel: die Geburt von Melanies Tochter zu erleben! Auch Rosa und Melanie wollen die Hoffnung nicht aufgeben und machen sich, jede auf ihre Weise, auf die Suche nach einem Wunder, das Sophie retten kann.

Ein zauberhafter Roman über die Kraft der Freundschaft und den Mut, loszulassen. 



Leseprobe auf der Verlagsseite verfügbar!





Das Cover auf den ersten Blick gaukelt mir eine gemütliche Atmosphäre vor, die jedoch vom Klappentext und Inhalt des Buches aufgehoben wurde. Eine gemütliche Kaffeerunde wird zwar hin und wieder auch zelebriert, aber ausschlaggebend ist  der Abschied von Sophie, deren Krebserkrankung zurück gekommen ist und feststeht, dass ihr nicht mehr viel Lebenszeit zur Verfügung steht. Trotz aller Traurigkeit die in "Sonntags bei Sophie" vorherrscht,las ich einen Roman, der viele, viel mehr war als nur Abschied und Loslassen. Rosa lädt uns ein sie zu begleiten, da sie uns ihre Gedanken präsentiert, da der Roman aus ihrer Sicht geschrieben wurde. 
Rosa, Melanie und Sophie sind beste Freundinnen seit WG Zeiten. Der harte Abschied von Sophie und das Hoffen auf ein Wunder berührt mich schmerzlich, da es mir meine eigene Sterblichkeit wieder einmal bewusst macht. Wir erleben viele wunderbare Momente, halten Rückschau und lassen los. Sophie erweckt in mir den Wunsch mein Leben neu zu bedenken und vielleicht meine Prioritäten neu zu setzen, da die Zeit mit meinen Liebsten einfach zu wertvoll ist, um es oberflächlich zu behandeln. Niemand weiß den Zeitpunkt seine Todes und nicht immer ist es vergönnt, Abschied zu nehmen. Hier im Roman bleibt zwar wenig Zeit, aber diese ist umso intensiver und schweißt die drei Freundinnen um einiges mehr zusammen. Sophie ist diejenige, die manchen Stein zum Rollen bringt, denn weder Rosa, noch Melanie sind wirklich zufrieden mit ihren Lebensumständen. Manchmal braucht man einfach einen Schubs in die richtige Richtung, um Veränderungen herbeizuführen. In 285 Seiten tauchen wir ein in eine wundervolle Story, die mich wie schon erwähnt sehr begeistern konnte, auch wenn es eben kein Friede, Freude, Eierkuchen Buch war, sondern ein Abschied. Letztendlich war es selbst für mich so, als würde ich Abschied von einer guten Freundin nehmen. Das Ende kam abrupt und hat mich umgehauen, da es mir plötzlich doch zu schnell ging, dennoch war es passend, denn mehr hätte dem Roman seine Glaubwürdigkeit genommen. 

Von mir gibt es eine Leseempfehlung für ein ganz besonderes Buch, welches sich definitiv von der breiten Masse abheben konnte. Ein sehr gelungenes Buch, welches Godzilla und anderen Katastrophen zwar nicht den Schrecken nimmt, aber verdeutlicht, wie wichtig Menschen sind, die uns beim Sterben begleiten und auch dann nicht loslassen, wenn das Ende da ist. Wunder können auf die unterschiedlichste Art und Weise geschehen und wer sich darauf einlassen kann, wird reich beschenkt werden, egal, wie das Wunder letztendlich aussehen wird.

5 Sterne -->HIER!

Mittwoch, 14. Januar 2015

Wenn Trauer in Freude verwandelt wird





Gottes Gnade trägt

Die Witwe eines Amokläufers erzählt ihre Geschichte

2. Oktober 2006, Pennsylvania: Ein Amoklauf erschüttert die sonst so beschauliche Amisch-Gemeinschaft. Ein Mann dringt ins Schulgebäude ein, erschießt fünf der Mädchen und schließlich sich selbst. Die Tat veränderte das Leben zahlreicher Familien und sorgte weltweit für Erschütterung. Doch wer war der Amokläufer und wie konnte es so weit kommen? Nun berichtet seine Ehefrau Marie, wie sie diese schwere Zeit erlebte, und wie ihr Glaube ihr dabei half durchzustehen. Sie spürte trotz des Schocks, den die Gewalttat auslöste, etwas von der gelebten Liebe Gottes, als bereits am Abend des Amoklaufes mehrere Amisch ihre Familie besuchten und ihnen Trost spendeten.


  • ISBN: 978-3-7751-5578-6
  • Verlag: SCM Hänssler
  • Originaltitel: One Light Still Shines
  • Gebunden , 350 S.
  • 19,95 Euro



LESEPROBE!



"Gottes Gnade trägt" ist eine Lebensgeschichte, eine Lebensbeichte vielleicht auch, die mich durch durch den Klappentext des Buches ansprach. Wie sieht es in meinem Leben aus mit der Vergebung? Könnte ich der Frau des Amokläufers in die Augen schauen und wirkliche Vergebung schenken? In "Gottes Gnade trägt"  brilliert die amische gemeinschaft, die mich auch so fasziniert, aber in diesem Buch zeigen sie sich auf eine wundervolle und liebevolle Weise Marie gegenüber. Sie sind Zeugnis und Vorbild gleichermaßen. Wie viel einfacher wäre es doch zu hassen, anstatt auf Marie zu zu gehen und sie zu ermutigen? Väter und Mütter haben ihre Kinder verloren, nachdem Charlie in der Schule eindringt und fünf Mädchen gewaltsam aus dem Leben reißt und danach sich selbst richtet. es ist ein schmerzliches Buch, aber auch ein Buch, welches Trauer in Freude verwandelt. Der Prozess ist schleichend, aber Marie gelingt es nach und nach uns mitzunehmen in ihr Leben nach dem Amoklauf. Eine ganze Weile ist sie nur noch "Die Frau des Amokläufers", zumindest wird sie von vielen Personen ausschließlich so gesehen.

Es beeindruckt mich sehr, wie viele Menschen Anteil nehmen und dies in Geschenken und Briefen zum Ausdruck bringen. Es tröstet und schenkt Geborgenheit. Manchmal kamen die Geschenke auch zu richtigen Zeitpunkt und zwar immer dann, wenn gerade ganz viel Zuspruch gebraucht wurde.

Schon allein ihrer drei Kinder wegen, darf Marie nicht schwächeln und es beweist eine innere Stärke und einen tollen Familiezusammenhalt, dass sie es schafft die schweren Stunden nach dem Tod ihre Mannes Charlie zu ertragen und nicht zusammenzubrechen. Natürlich ist dieses Buch ganz typisch für Amerika, die nach solchen Geschehnissen ganz anders reagieren als wir Natürlich ist die Presse auf der Jagd nach einer fetten Story, aber Nachbarn, Freunde und Familie schirmen Marie und ihre Kinder ab. Manchmal sind es auch völlig Fremde, die für Marie einstehen. Immer wieder kommt Hilfe und oft auch finanzielle Hilfe, die es möglich macht, dass die Familie dem ganzen Chaos entfliehen kann.

Insgesamt gesehen, fand ich "Gottes Gnade trägt" beeindruckend. Mein Wunsch ist es gerade in schweren Zeiten Menschen um mich zu haben, die mich bedingungslos unterstützen und nicht nur die Frage nach dem Warum? stellen. Marie hat gerade in dieser Zeit echte Begegnungen mit Gott und es bestätigt den Titel, denn Gottes Gnade trägt, auch wenn ich den Originaltitel auch sehr passend gefunden hätte, den ich frei übersetzen würde: Ein Licht scheint in der Dunkelheit!

Leseempfehlung!

Dienstag, 13. Januar 2015

Besinnlichkeit in Fool`s Gold



Drei Küsse für Aschenbrödel



ISBN 978-3-95649-075-0304 Seiten 
ISBN eBook 978-3-95649-370-6 9,99 EUR 


Es weihnachtet sehr in Fool's Gold – der Stadt, in der nicht nur zur Weihnachtszeit Herzen zueinander finden! Weihnachtszeit in Fool’s Gold: Eine weiße Decke liegt über der Welt, köstliche Düfte erfüllen die Luft, und melodisch ertönt „Stille Nacht“ … Einfach grässlich, findet Evie Stryker! Nur ihrer Familie zuliebe ist sie in die Stadt gekommen, um sich von einer Verletzung zu erholen, die ihre Karriere als Tänzerin zerstören kann. Um sich nicht mit ihrer nervigen Verwandtschaft beschäftigen zu müssen, stimmt Evie zu, die Tänzer für das Weihnachtsfestival zu trainieren. Dass Proben dafür unerlässlich sind, muss Dante Jefferson, dessen Büro direkt unter dem Tanzstudio liegt, eben akzeptieren! Der Anwalt würde das Getrampel über seinem Kopf am liebsten gerichtlich verbieten lassen. Wenn es nach Evie ginge, könnte er sie auch gleich noch zwingen, einen Mindestabstand zu ihm einzuhalten. Denn jedes Mal wenn sie in seiner Nähe ist, schimmern die Weihnachtslichter ein kleines bisschen heller …






Auch wenn Weihnachten schon ein paar Tage zurückliegt, war es wirklich wunderbar in die Besinnlichkeit von Fool`s Gold einzutauchen. Die Stimmung ist sehr treffend eingefangen und ich wünschte mir, es gäbe auch im echten Leben Menschen, die zusammenhalten und mich stärken, wenn meine heile Welt einzustürzen droht. Warum ist Nächstenliebe Fiktion und begegnet uns fast ausschließlich in Büchern? Manchmal stimmt mich dieses nachdenklich. In Fool`s Gold hält man zusammen und bringt vollen Arbeitseinsatz, damit die Kulisse eines Stückes hervorragend präsentiert werden kann. Evie, die sich nach einem Unfall nur noch leidlich als Tänzerin bewegt, erkennt ihre Gabe als Tanzlehrerin und wird von den Menschen in Fool`s Gold liebevoll aufgenommen. Wir lernen sie recht schnell kennen und schätzen. Sie ist verletzlich und das nicht nur körperlich. Oft liegt dieses in der Vergangenheit begraben und wir merken schnell, dass eine Aussprache und Versöhnung Evies Leben umkrempeln würde. Ungeliebt und unverstanden verkriecht sie sich in ihr Schneckenhaus und es fällt ihr äußerst schwer sich ihrer Familie zu öffnen. Dante Jefferson, ist vom Typ her ähnlich wie Evie gestrickt und wie sollte es auch anders sein, die beiden nähern sich recht zügig einander an. "Drei Küsse für Aschenbrödel" ist absolut vorhersehbar und triefend vor Kitsch, dennoch ist es ein unfassbar liebenswerter Roman, da die vorhanden Personen sich einfach mitten ins Herz bohren.Wir Menschen sind verletzlich und auf der Suche nach Liebe und Geborgenheit. Es fällt uns schwer uns Neuem zu öffnen, wenn tief in uns die Angst verborgen liegt, erneut verletzt zu werden. Wem es gelingt über seinen Schatten zu springen, wird vielleicht doch tiefe und innige Liebe finden können. Manchmal muss man Schritte wagen, um das Glück zu finden oder sich finden zu lassen.
Auch wenn "Drei Küsse für Aschenbrödel" ein typischer Frauenroman ist, hat mir gerade die Besinnlichkeit des Weihnachtsfestes und die Hilfsbereitschaft der Menschen im Buch sehr gefallen und mich mitunter auch tief bewegt und angesprochen. Ich möchte definitiv eine uneingeschränkte Leseempfehlung und 5 Sterne --> HIER! vergeben, da ich mich beim Lesen einfach pudelwohl gefühlt habe. Ein Buch, welches in diese Jahrezeit passt und auch nach den Weihnachtstagen uneingeschränkt gelesen werden kann. Weihnachtlich und sehr erfrischend!

Sonntag, 11. Januar 2015

YOLO = „you only live once“ ?





Gerlis Zillgens

Yolo, der wild gewordene Pudding und Jo Zwometerzwo

illustriert von Laura Rosendorfer
ab 11 Jahren 
224 Seiten 
ISBN 978-3-7855-7986-2
Flexcover mit Spotlack
12,95 € 



  • Yolo ist dreizehndreiviertel, einzige Tochter von geschiedenen Ernährungsberatern und mit der Gesamtsituation unzufrieden. Vor allem Erwachsenen fehlt einfach der Blick für das Wesentliche. Dabei ist doch völlig klar, dass Nuss-Nugat-Schokolade und Partys im KRASS zu den Grundrechten von Teenagern gehören! Yolo bloggt, um die Welt ein bisschen besser zu machen. Und zu einer besseren Welt gehört für Yolo auch, endlich von Jo Zwometerzwo beachtet zu werden – nur wie soll sie das am besten anstellen?

    Weltverbesserung aus der Sicht eines Teenagers: Ein frech und authentisch erzähltes Mädchenbuch mit witzigen Illustrationen zum Thema Bloggen, Freundschaft und erste Liebe.




Yoko, die sich noch bevor Yolo das Wort des Jahres wurde, in Yolo unbenannt hat, ist durch ihre offene, erfrischende Art eine ganz besondere Person, die mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht hat. Ich gestehe, dass ich das Lesen zwar genossen habe, es aber anstrengend gefunden hätte, wenn Yolo meine Tochter wäre, da ich mich nicht fähig gefunden hätte, mich durchzusetzen. Yolo hat ihren eigenen Kopf und den  versucht sie durchzusetzen. Sie ist klug, aufmüpfig und um kein Wort verlegen. Es gab geschilderte Situationen, die mich zwar zum Lachen gebracht haben, mich aber auch vermehrt sprachlos gemacht hätte, denn die Schlagfertigkeit von Yolo ist wirklich herausragend. Mit "Yolo, der wild gewordene Pudding und Jo Zweimeterzwo" lesen wir ein ganz besonderes Kinder - und Jugendbuch, welches für das vorgesehene Alter absolut geeignet ist. Nicht nur Yolo als Person kann glänzen, sondern auch die Illustrationen im Comicstil peppen das Buch auf. Ich fühlte mich beim Lesen äußerst wohl und wie schon erwähnt, habe ich oft geschmunzelt. Natürlich ist die Story überspitzt dargestellt, aber wer selbst Kinder im Teenageralter hat kennt ihre Sorgen und Nöte. Manches im Buch hätte sich also auch als wahr einstufen lassen können. Eltern die auf bewusste Ernährung wert legen, empfinde selbst ich als anstrengend. Den Blogg den Yolo ihr Eigen nennt, berichtet definitiv von den normalen Teenagerproblemen (Schule, Haare, Beste Freundin und das erste richtige Verliebtsein). Besonders krass ist dann natürlich, wenn urplötzlich die Polizei vor der Tür steht und Yolo aus ihrem Gefängnis befreien will.
"Yolo, der wild gewordene Pudding und Jo Zweimeterzwo" ist absolut lesenswert und für mich ein echtes Highlight für Kinder und Jugendliche. Eltern die ihre Kinder Yoko nennen, was Kind des Meeres bedeutet, da dieses in einem Tretboot entstanden ist, kann ich einfach nicht ernst nehmen und so wirklich glänzen können weder M noch P. "Yolo, der wild gewordene Pudding und Jo Zweimeterzwo" hat seinen eigenen besonderen Charme, was letztendlich an seiner amüsanten und schlagfertigen Protagonistin liegt. Mehr von solchen Teens und Politiker können einpacken, obwohl diese nicht einmal antworten, wenn für diese die Welt einzustürzen droht durch den Umzug der besten Freundin nach Australien.
Von mir eine Leseempfehlung und 5 Sterne --> Hier!, da dieses Buch wirklich der Oberbrüller war, indem ich mich rundum wohlgefühlt habe. Vom Haare raufen und schmunzeln, war alles an Emotionen dabei. Lasst euch auf Yolo ein und genießt ihre Schlagfertigkeit. Es macht den grauen Alltag, wirklich um einiges bunter.