Donnerstag, 15. Januar 2015

Godzilla und andere Katastrophengebiete




Clara Sternberg

Sonntags bei Sophie

Broschur, 285 Seiten
Aufbau Taschenbuch
978-3-7466-2538-6 
9,99 € 




Sophie, Rosa und Melanie sind unzertrennlich. Und dann ist plötzlich ist nichts mehr, wie es war, denn Sophie erfährt, dass sie nur noch wenige Monate zu leben hat. Sie hat sich entschieden: Keine Klinikaufenthalte und qualvollen Behandlungen; Sophie will die Zeit, die ihr noch bleibt, im Kreise ihrer Lieben verbringen. 
Ab jetzt sind die Sonntage nur noch für die drei Freundinnen reserviert: Sie nehmen Abschied und sie erinnern sich. Und immer häufiger gelingt ihnen, ein Lachen und ein Stückchen Normalität. Sophie steckt voller Lebensmut, denn sie hat ein großes Ziel: die Geburt von Melanies Tochter zu erleben! Auch Rosa und Melanie wollen die Hoffnung nicht aufgeben und machen sich, jede auf ihre Weise, auf die Suche nach einem Wunder, das Sophie retten kann.

Ein zauberhafter Roman über die Kraft der Freundschaft und den Mut, loszulassen. 



Leseprobe auf der Verlagsseite verfügbar!





Das Cover auf den ersten Blick gaukelt mir eine gemütliche Atmosphäre vor, die jedoch vom Klappentext und Inhalt des Buches aufgehoben wurde. Eine gemütliche Kaffeerunde wird zwar hin und wieder auch zelebriert, aber ausschlaggebend ist  der Abschied von Sophie, deren Krebserkrankung zurück gekommen ist und feststeht, dass ihr nicht mehr viel Lebenszeit zur Verfügung steht. Trotz aller Traurigkeit die in "Sonntags bei Sophie" vorherrscht,las ich einen Roman, der viele, viel mehr war als nur Abschied und Loslassen. Rosa lädt uns ein sie zu begleiten, da sie uns ihre Gedanken präsentiert, da der Roman aus ihrer Sicht geschrieben wurde. 
Rosa, Melanie und Sophie sind beste Freundinnen seit WG Zeiten. Der harte Abschied von Sophie und das Hoffen auf ein Wunder berührt mich schmerzlich, da es mir meine eigene Sterblichkeit wieder einmal bewusst macht. Wir erleben viele wunderbare Momente, halten Rückschau und lassen los. Sophie erweckt in mir den Wunsch mein Leben neu zu bedenken und vielleicht meine Prioritäten neu zu setzen, da die Zeit mit meinen Liebsten einfach zu wertvoll ist, um es oberflächlich zu behandeln. Niemand weiß den Zeitpunkt seine Todes und nicht immer ist es vergönnt, Abschied zu nehmen. Hier im Roman bleibt zwar wenig Zeit, aber diese ist umso intensiver und schweißt die drei Freundinnen um einiges mehr zusammen. Sophie ist diejenige, die manchen Stein zum Rollen bringt, denn weder Rosa, noch Melanie sind wirklich zufrieden mit ihren Lebensumständen. Manchmal braucht man einfach einen Schubs in die richtige Richtung, um Veränderungen herbeizuführen. In 285 Seiten tauchen wir ein in eine wundervolle Story, die mich wie schon erwähnt sehr begeistern konnte, auch wenn es eben kein Friede, Freude, Eierkuchen Buch war, sondern ein Abschied. Letztendlich war es selbst für mich so, als würde ich Abschied von einer guten Freundin nehmen. Das Ende kam abrupt und hat mich umgehauen, da es mir plötzlich doch zu schnell ging, dennoch war es passend, denn mehr hätte dem Roman seine Glaubwürdigkeit genommen. 

Von mir gibt es eine Leseempfehlung für ein ganz besonderes Buch, welches sich definitiv von der breiten Masse abheben konnte. Ein sehr gelungenes Buch, welches Godzilla und anderen Katastrophen zwar nicht den Schrecken nimmt, aber verdeutlicht, wie wichtig Menschen sind, die uns beim Sterben begleiten und auch dann nicht loslassen, wenn das Ende da ist. Wunder können auf die unterschiedlichste Art und Weise geschehen und wer sich darauf einlassen kann, wird reich beschenkt werden, egal, wie das Wunder letztendlich aussehen wird.

5 Sterne -->HIER!

Mittwoch, 14. Januar 2015

Wenn Trauer in Freude verwandelt wird





Gottes Gnade trägt

Die Witwe eines Amokläufers erzählt ihre Geschichte

2. Oktober 2006, Pennsylvania: Ein Amoklauf erschüttert die sonst so beschauliche Amisch-Gemeinschaft. Ein Mann dringt ins Schulgebäude ein, erschießt fünf der Mädchen und schließlich sich selbst. Die Tat veränderte das Leben zahlreicher Familien und sorgte weltweit für Erschütterung. Doch wer war der Amokläufer und wie konnte es so weit kommen? Nun berichtet seine Ehefrau Marie, wie sie diese schwere Zeit erlebte, und wie ihr Glaube ihr dabei half durchzustehen. Sie spürte trotz des Schocks, den die Gewalttat auslöste, etwas von der gelebten Liebe Gottes, als bereits am Abend des Amoklaufes mehrere Amisch ihre Familie besuchten und ihnen Trost spendeten.


  • ISBN: 978-3-7751-5578-6
  • Verlag: SCM Hänssler
  • Originaltitel: One Light Still Shines
  • Gebunden , 350 S.
  • 19,95 Euro



LESEPROBE!



"Gottes Gnade trägt" ist eine Lebensgeschichte, eine Lebensbeichte vielleicht auch, die mich durch durch den Klappentext des Buches ansprach. Wie sieht es in meinem Leben aus mit der Vergebung? Könnte ich der Frau des Amokläufers in die Augen schauen und wirkliche Vergebung schenken? In "Gottes Gnade trägt"  brilliert die amische gemeinschaft, die mich auch so fasziniert, aber in diesem Buch zeigen sie sich auf eine wundervolle und liebevolle Weise Marie gegenüber. Sie sind Zeugnis und Vorbild gleichermaßen. Wie viel einfacher wäre es doch zu hassen, anstatt auf Marie zu zu gehen und sie zu ermutigen? Väter und Mütter haben ihre Kinder verloren, nachdem Charlie in der Schule eindringt und fünf Mädchen gewaltsam aus dem Leben reißt und danach sich selbst richtet. es ist ein schmerzliches Buch, aber auch ein Buch, welches Trauer in Freude verwandelt. Der Prozess ist schleichend, aber Marie gelingt es nach und nach uns mitzunehmen in ihr Leben nach dem Amoklauf. Eine ganze Weile ist sie nur noch "Die Frau des Amokläufers", zumindest wird sie von vielen Personen ausschließlich so gesehen.

Es beeindruckt mich sehr, wie viele Menschen Anteil nehmen und dies in Geschenken und Briefen zum Ausdruck bringen. Es tröstet und schenkt Geborgenheit. Manchmal kamen die Geschenke auch zu richtigen Zeitpunkt und zwar immer dann, wenn gerade ganz viel Zuspruch gebraucht wurde.

Schon allein ihrer drei Kinder wegen, darf Marie nicht schwächeln und es beweist eine innere Stärke und einen tollen Familiezusammenhalt, dass sie es schafft die schweren Stunden nach dem Tod ihre Mannes Charlie zu ertragen und nicht zusammenzubrechen. Natürlich ist dieses Buch ganz typisch für Amerika, die nach solchen Geschehnissen ganz anders reagieren als wir Natürlich ist die Presse auf der Jagd nach einer fetten Story, aber Nachbarn, Freunde und Familie schirmen Marie und ihre Kinder ab. Manchmal sind es auch völlig Fremde, die für Marie einstehen. Immer wieder kommt Hilfe und oft auch finanzielle Hilfe, die es möglich macht, dass die Familie dem ganzen Chaos entfliehen kann.

Insgesamt gesehen, fand ich "Gottes Gnade trägt" beeindruckend. Mein Wunsch ist es gerade in schweren Zeiten Menschen um mich zu haben, die mich bedingungslos unterstützen und nicht nur die Frage nach dem Warum? stellen. Marie hat gerade in dieser Zeit echte Begegnungen mit Gott und es bestätigt den Titel, denn Gottes Gnade trägt, auch wenn ich den Originaltitel auch sehr passend gefunden hätte, den ich frei übersetzen würde: Ein Licht scheint in der Dunkelheit!

Leseempfehlung!

Dienstag, 13. Januar 2015

Besinnlichkeit in Fool`s Gold



Drei Küsse für Aschenbrödel



ISBN 978-3-95649-075-0304 Seiten 
ISBN eBook 978-3-95649-370-6 9,99 EUR 


Es weihnachtet sehr in Fool's Gold – der Stadt, in der nicht nur zur Weihnachtszeit Herzen zueinander finden! Weihnachtszeit in Fool’s Gold: Eine weiße Decke liegt über der Welt, köstliche Düfte erfüllen die Luft, und melodisch ertönt „Stille Nacht“ … Einfach grässlich, findet Evie Stryker! Nur ihrer Familie zuliebe ist sie in die Stadt gekommen, um sich von einer Verletzung zu erholen, die ihre Karriere als Tänzerin zerstören kann. Um sich nicht mit ihrer nervigen Verwandtschaft beschäftigen zu müssen, stimmt Evie zu, die Tänzer für das Weihnachtsfestival zu trainieren. Dass Proben dafür unerlässlich sind, muss Dante Jefferson, dessen Büro direkt unter dem Tanzstudio liegt, eben akzeptieren! Der Anwalt würde das Getrampel über seinem Kopf am liebsten gerichtlich verbieten lassen. Wenn es nach Evie ginge, könnte er sie auch gleich noch zwingen, einen Mindestabstand zu ihm einzuhalten. Denn jedes Mal wenn sie in seiner Nähe ist, schimmern die Weihnachtslichter ein kleines bisschen heller …






Auch wenn Weihnachten schon ein paar Tage zurückliegt, war es wirklich wunderbar in die Besinnlichkeit von Fool`s Gold einzutauchen. Die Stimmung ist sehr treffend eingefangen und ich wünschte mir, es gäbe auch im echten Leben Menschen, die zusammenhalten und mich stärken, wenn meine heile Welt einzustürzen droht. Warum ist Nächstenliebe Fiktion und begegnet uns fast ausschließlich in Büchern? Manchmal stimmt mich dieses nachdenklich. In Fool`s Gold hält man zusammen und bringt vollen Arbeitseinsatz, damit die Kulisse eines Stückes hervorragend präsentiert werden kann. Evie, die sich nach einem Unfall nur noch leidlich als Tänzerin bewegt, erkennt ihre Gabe als Tanzlehrerin und wird von den Menschen in Fool`s Gold liebevoll aufgenommen. Wir lernen sie recht schnell kennen und schätzen. Sie ist verletzlich und das nicht nur körperlich. Oft liegt dieses in der Vergangenheit begraben und wir merken schnell, dass eine Aussprache und Versöhnung Evies Leben umkrempeln würde. Ungeliebt und unverstanden verkriecht sie sich in ihr Schneckenhaus und es fällt ihr äußerst schwer sich ihrer Familie zu öffnen. Dante Jefferson, ist vom Typ her ähnlich wie Evie gestrickt und wie sollte es auch anders sein, die beiden nähern sich recht zügig einander an. "Drei Küsse für Aschenbrödel" ist absolut vorhersehbar und triefend vor Kitsch, dennoch ist es ein unfassbar liebenswerter Roman, da die vorhanden Personen sich einfach mitten ins Herz bohren.Wir Menschen sind verletzlich und auf der Suche nach Liebe und Geborgenheit. Es fällt uns schwer uns Neuem zu öffnen, wenn tief in uns die Angst verborgen liegt, erneut verletzt zu werden. Wem es gelingt über seinen Schatten zu springen, wird vielleicht doch tiefe und innige Liebe finden können. Manchmal muss man Schritte wagen, um das Glück zu finden oder sich finden zu lassen.
Auch wenn "Drei Küsse für Aschenbrödel" ein typischer Frauenroman ist, hat mir gerade die Besinnlichkeit des Weihnachtsfestes und die Hilfsbereitschaft der Menschen im Buch sehr gefallen und mich mitunter auch tief bewegt und angesprochen. Ich möchte definitiv eine uneingeschränkte Leseempfehlung und 5 Sterne --> HIER! vergeben, da ich mich beim Lesen einfach pudelwohl gefühlt habe. Ein Buch, welches in diese Jahrezeit passt und auch nach den Weihnachtstagen uneingeschränkt gelesen werden kann. Weihnachtlich und sehr erfrischend!

Sonntag, 11. Januar 2015

YOLO = „you only live once“ ?





Gerlis Zillgens

Yolo, der wild gewordene Pudding und Jo Zwometerzwo

illustriert von Laura Rosendorfer
ab 11 Jahren 
224 Seiten 
ISBN 978-3-7855-7986-2
Flexcover mit Spotlack
12,95 € 



  • Yolo ist dreizehndreiviertel, einzige Tochter von geschiedenen Ernährungsberatern und mit der Gesamtsituation unzufrieden. Vor allem Erwachsenen fehlt einfach der Blick für das Wesentliche. Dabei ist doch völlig klar, dass Nuss-Nugat-Schokolade und Partys im KRASS zu den Grundrechten von Teenagern gehören! Yolo bloggt, um die Welt ein bisschen besser zu machen. Und zu einer besseren Welt gehört für Yolo auch, endlich von Jo Zwometerzwo beachtet zu werden – nur wie soll sie das am besten anstellen?

    Weltverbesserung aus der Sicht eines Teenagers: Ein frech und authentisch erzähltes Mädchenbuch mit witzigen Illustrationen zum Thema Bloggen, Freundschaft und erste Liebe.




Yoko, die sich noch bevor Yolo das Wort des Jahres wurde, in Yolo unbenannt hat, ist durch ihre offene, erfrischende Art eine ganz besondere Person, die mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht hat. Ich gestehe, dass ich das Lesen zwar genossen habe, es aber anstrengend gefunden hätte, wenn Yolo meine Tochter wäre, da ich mich nicht fähig gefunden hätte, mich durchzusetzen. Yolo hat ihren eigenen Kopf und den  versucht sie durchzusetzen. Sie ist klug, aufmüpfig und um kein Wort verlegen. Es gab geschilderte Situationen, die mich zwar zum Lachen gebracht haben, mich aber auch vermehrt sprachlos gemacht hätte, denn die Schlagfertigkeit von Yolo ist wirklich herausragend. Mit "Yolo, der wild gewordene Pudding und Jo Zweimeterzwo" lesen wir ein ganz besonderes Kinder - und Jugendbuch, welches für das vorgesehene Alter absolut geeignet ist. Nicht nur Yolo als Person kann glänzen, sondern auch die Illustrationen im Comicstil peppen das Buch auf. Ich fühlte mich beim Lesen äußerst wohl und wie schon erwähnt, habe ich oft geschmunzelt. Natürlich ist die Story überspitzt dargestellt, aber wer selbst Kinder im Teenageralter hat kennt ihre Sorgen und Nöte. Manches im Buch hätte sich also auch als wahr einstufen lassen können. Eltern die auf bewusste Ernährung wert legen, empfinde selbst ich als anstrengend. Den Blogg den Yolo ihr Eigen nennt, berichtet definitiv von den normalen Teenagerproblemen (Schule, Haare, Beste Freundin und das erste richtige Verliebtsein). Besonders krass ist dann natürlich, wenn urplötzlich die Polizei vor der Tür steht und Yolo aus ihrem Gefängnis befreien will.
"Yolo, der wild gewordene Pudding und Jo Zweimeterzwo" ist absolut lesenswert und für mich ein echtes Highlight für Kinder und Jugendliche. Eltern die ihre Kinder Yoko nennen, was Kind des Meeres bedeutet, da dieses in einem Tretboot entstanden ist, kann ich einfach nicht ernst nehmen und so wirklich glänzen können weder M noch P. "Yolo, der wild gewordene Pudding und Jo Zweimeterzwo" hat seinen eigenen besonderen Charme, was letztendlich an seiner amüsanten und schlagfertigen Protagonistin liegt. Mehr von solchen Teens und Politiker können einpacken, obwohl diese nicht einmal antworten, wenn für diese die Welt einzustürzen droht durch den Umzug der besten Freundin nach Australien.
Von mir eine Leseempfehlung und 5 Sterne --> Hier!, da dieses Buch wirklich der Oberbrüller war, indem ich mich rundum wohlgefühlt habe. Vom Haare raufen und schmunzeln, war alles an Emotionen dabei. Lasst euch auf Yolo ein und genießt ihre Schlagfertigkeit. Es macht den grauen Alltag, wirklich um einiges bunter.

Samstag, 10. Januar 2015

Jugendthriller der etwas anderen Art





SHADOWLANDS

Wo das Böse lauert ...

Auf dem Patchwork-Bettüberwurf lag eine einzelne rote Rose. Unter ihren dornigen Stiel hatte
jemand eine Grußkarte geschoben. Es schnürte mir die Kehle zu. Auf der Karte standen in 
allzu vertrauten Großbuchstaben und dreimal unterstrichen fünf unheilvolle Worte:
WIR WERDEN ZUSAMMEN SEIN. BALD.

Rory ist auf der Flucht. Nachdem sie nur mit sehr viel Glück dem Serienkiller Steven Nell entkommen ist, 
wird sie zusammen mit ihrer Familie in ein Zeugenschutzprogramm aufgenommen. Mit ihrem Vater und 
ihrer Schwester Darcy zieht sie in ein Haus auf einer kleinen versteckten Ferieninsel. Rory und Darcy 
finden schnell Anschluss im Ort, werden auf Strandpartys eingeladen und können das Leben wieder 
genießen. Doch irgendetwas sagt Rory, dass sie dem Frieden nicht trauen darf. Immer noch fühlt sie sich 
von Steven Nell verfolgt. Als plötzlich Menschen von der Insel verschwinden und niemand außer Rory 
etwas bemerkt, verhärtet sich ihr Verdacht, dass mit dem scheinbar so idyllischen Ort etwas nicht stimmt. 
Was haben die Bewohner zu verbergen? Als eines Tages auch Darcy verschwindet, steht für Rory fest, 
dass Steven Nell hinter dem Ganzen steckt. Doch was sie dann herausfindet, erschüttert alles, woran sie
 bisher geglaubt hat, in seinen Grundfesten ...


LESEPROBE!


Coppenrath Verlag
ab 14 Jahren
Seiten: 304
Hardcover
ISBN: 978-3-649-61664-1
14,95 Euro





Ehrlich gesagt, hatte ich nach Lesen der Leseprobe eine völlig andere Erwartung an "Shadowlands" und bin im Gesamtergebnis nicht so recht zufriedengestellt nach Beenden des Buches, da es mich zusehends verwirrte. Es ist definitiv ein Jugendbuch mit einer sehr ungewöhnlichen Story, die  mich aber leider nicht packen konnte. Ein genialer Einstieg, der aber immer mehr abflacht und mich letztendlich  nur noch langweilte. Ich bin eigentlich recht schnell zu überzeugen, aber hier fehlte mir einiges an Informationen, besonders beim großen Showdown, der oft meine Meinung noch herumreißen kann. "Shadowlands" kann nur durch seine Protagonistin Rory glänzen, die einem Angriff durch den Serienkiller Steven Nell entkommen kann. Rory war mir mitunter durch ihre Flashbacks sehr suspekt, die von ihrem Vater als posttraumatische Störung abgetan wird. Nun ist die Familie auf der Flucht und Steven Nell ihnen dicht auf den Fersen. Was spannend klingt, bleibt leider oberflächlich gehalten und kann mich nicht überzeugen. Die Personen auf der Ferieninsel wo die Familie untertaucht verhalten sich merkwürdig und das Geheimnis welches sie umgibt klärt sich zwar am Ende, ist aber so fragwürdig, dass ich mich nicht überzeugt fühlte. Ich habe kein Problem mit paranormalen Jugendbüchern, dennoch war ich beim Lesen von "Shadowlands" auf ganz anderen Fährten. Es überrascht am Ende definitiv, aber da vieles ungeklärt bleibt, ist es mir alles zu schwammig. Als Leserin erwarte ich von einem Buch, welches das Genre Thriller trägt Hochspannung und nicht nur Irreführung. Oft ist es schwer zwischen Realität und Flashbacks zu unterscheiden. Rory trägt da definitiv ein Päckchen mit sich, denn ehrlich gesagt möchte ich nicht von solchen Träumen geplagt werden. Dies ist auch das Einzige, was ich lobend erwähnen könnte, da dadurch leichte Spannung erzeugt werden konnte, ansonsten ist mir die Story leider doch zu oberflächlich abgehandelt und konnte meine Erwartung leider in keinster Weise erfüllen. In die Gedanken von Steven Nell einzutauchen war auch eines der Höhepunkte des Buches, aber konnte an meinem Empfinden auch nicht wirklich etwas ändern.

Von mir gibt es eine eingeschränkte Leseempfehlung und 2,5 Sterne --> HIER! an einen Jugendthriller, dem der echte Thrill fehlte und eine Story beinhaltet, die mich leider nicht überzeugt hat.

Freitag, 9. Januar 2015

Abenteuer Ostsee





Dorit Linke

Jenseits der blauen Grenze





Die DDR im August 1989: Hanna und Andreas sind ins Visier der Staatsmacht geraten und müssen ihre Zukunftspläne von Studium und Wunschberuf aufgeben. Stattdessen sehen sie sich Willkür, Misstrauen und Repressalien ausgesetzt. Ihre einzige Chance auf ein selbstbestimmtes Leben liegt in der Flucht über die Ostsee. Fünfzig Kilometer Wasser trennen sie von der Freiheit – und nur ein dünnes, verbindendes Seil um ihr Handgelenk rettet sie vor der absoluten Einsamkeit … »Ergreifend wird hier das Bild einer sozialistischen Jugend zwischen Aufmüpfigkeit und Resignation, Leistungssport und politischer Agitation gezeichnet. Hanna und ihre Freunde finden mit sicherem Instinkt die Brüche im System. Dorit Linke hat die Charaktere glaubwürdig und berührend gezeichnet und eine untergegangene Welt dem Vergessen entrissen.« Karen Duve




Hardcover, ab 14 Jahren
mit Schutzumschlag
304 Seiten 
ISBN 978-3-7348-5602-0
16,99 Euro
magellan 










"Jenseits der blauen Grenze" ist ein Roman, der das Leben als Jugendliche/r in der ehemaligen DDR verdeutlicht und mir erneut bewusst macht, wie eingeschränkt junge Menschen waren. Eine Flucht über die Ostsee Richtung Fehmarn scheint die einzige Loslösung zu sein, um das Leben nicht mehr fremdbestimmt leben zu müssen. Ich habe es als  sehr beklemmend empfunden und dennoch fühlte ich mich in der authentischen Erzählweise sehr wohl, da nichts beschönigt wurde, sondern eindrücklich an mich appelliert wurde. "Jenseits der blauen Grenze" erzählt in Rückblenden und Gegenwart die Geschichte drei Jugendlichen, die von Natur aus zwar unterschiedlich sind, sich aber vom System der DDR lossagen möchten. Eine Story in der Gewalt in Familien nicht vertuscht wird und auch deutlich wird, wie eingeschränkt das Leben und Denken war. Wer sich nicht anpasst, wird in Jugendwerkshöfe abgeschoben oder darf sich beruflich oder schulisch nicht entfalten, obwohl die Leistungen stimmen würden. Ich habe es als gewaltig empfunden und wieder einmal festgestellt, wie wenig ich vom System der DDR wusste, gerade was das Anpassen von Jugendlichen betrifft. Wer sich wehrt, wird bestraft und ausgegrenzt. Ob eine Flucht über das Meer sinnig ist? Ein Abenteuer, welches Kraft und Mut erfordert. Es bleibt die Wahl, entweder zu sterben, sich einfach einen fremden Willen aufzwingen lassen oder einen Neuanfang in der Bundesrepublik Deutschland zu starten. Mir zeigt "Jenseits der blauen Grenze" die Verbitterung und Verzweiflung sehr deutlich und daher wirkt der Roman wirklich sehr beklemmend. Natürlich gibt es auch viele schöne und amüsante Momente, die in den Rückblenden recht deutlich werden, aber sobald wir uns als Leser wieder in der kalten Ostsee befinden erdrücken die Emotionen komplett. Gerade durch die berührenden Szenen im Buch empfand ich das Buch als authentisch und konnte komplett mit den Protagonisten mitfühlen. Für mich war es eine ganz besondere Reise in die Vergangenheit. Eine Reise in meine eigene Jugendzeit als Twix noch Raider hieß und Modern Talking die Charts erstürmten. Ein erneutes Bewusst werden, wie frei ich mich entfalten konnte, ohne in meinem Denken und Handeln eingeschränkt zu werden.
Für jugendliche Leser ab 14 Jahren unbedingt geeignet, um auch ihnen bewusst zu machen, wie die Geschichte eines geteilten Deutschlands geschrieben wurde. Sicherlich gab es auch ganz, ganz viel Gutes in der DDR und dieses Buch ist nur ein kleiner Auszug dessen, welches aber regelrechte Beklemmungen in mir auslöst und auch nicht unbedingt positive Rückblicke zulässt. Die Verzweiflung wird deutlich und nur eine Flucht ermöglicht frei zu denken, handeln und zu leben. Niemand schreibt dir deinen Lebensweg vor oder schränkt dich ein. Du selbst bist derjenige / diejenige, die bestimmt und niemand anders.

Eine Leseempfehlung und 5 Sterne --> HIER!

Mittwoch, 7. Januar 2015

Berlin historisch im Sommer 1961







SEITENWECHSEL

Zwei Brüder zwischen den Fronten der Geheimdienste, von der Stasi erpresst, gefangen in Ostberlin.
Berlin im Sommer 1961: Die Brüder Bernhard und Julius teilen sich eine Wohnung im Osten der Stadt. 
Während Julius mit seinem amerikanischen Freund Jack durch die Westberliner Jazzkeller tingelt, beobachtet Bernhard 
in einem brandenburgischen Wald sowjetische Soldaten bei einer mysteriösen Verladeaktion. Am nächsten Morgen findet 
er seinen Vater erhängt auf. War es wirklich Selbstmord, wie die Stasi behauptet?
Bernhard und Julius beginnen, heimlich Nachforschungen anzustellen und geraten dabei zwischen die Fronten der 
Geheimdienste. Von der Stasi erpresst, beschließen sie, sich in den Westen abzusetzen. Doch in der Nacht ihrer Flucht 
versperren Stacheldraht und Wachposten ihnen den Weg: Von einem Tag auf den anderen ist Ostberlin zu einem Gefängnis
geworden, in dem die Brüder keine ruhige Minute mehr haben. 

Seitenwechsel" ist ein spannender Spionagekrimi von Michael Römling, dem Autor von "Schattenspieler" und 
"Seitenwechsel ist auch als eBook erhältlich.

  • Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
  • Verlag: Coppenrath 
  • ISBN-13: 978-3649615170
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
  • 17,95 Euro








"Seitenwechsel" konnte für mich glänzen, da der geschichtliche Hintergrund sehr lehrreich für mich war und sich nun tief in mein Gedächtnis einbrennen konnte. Es ist nicht so, dass  die Geschichte der DDR an mir vorbei gegangen ist, aber es gibt dennoch viele Dinge, die mich immer aus der Fassung bringen können. Es hat mir viel Freude bereitet "Seitenwechsel" zu lesen, da nicht nur geschichtliches präsentiert wird, sondern die Menschen in den Vordergrund treten. Michael Römling ist es gelungen seinen Protagonisten echtes Leben einzuhauchen und sie durch ihre Unterschiedlichkeiten mit der Story so zu verweben, das sie eine Einheit bilden. Mich hat "Seitenwechsel" aber nicht nur durch seinen besonderen Schreibstil bewegt, sondern dadurch, dass das Buch so authentisch wirkt. Zeitgeschehen live miterleben in einer fiktiven Geschichte, die aber auch genauso hätte passieren können. Wie beängstigend, urplötzlich abgeschirmt zu sein, durch Grenzposten und Stacheldraht gezwungen in einem Staat zu leben, in der man komplett überwacht wird und das quasi über Nacht? In mir hätte sich auch Panik ausgebreitet und ich weiß nicht, ob ich mich hätte beugen können oder in mir der Wunsch aufgekommen wäre zu fliehen. Wieder einmal zeigt sich, wie viel Macht die Stasi hatte und lässt einen kleinen Einblick hinter die Kulissen zu. Es ist wirklich beängstigend und wenn dabei Familienangehörige ums Leben kommen, würde ich beginnen auch um mein Leben zu fürchten. Wem könnte ich vertrauen? Wer würde zu mir stehen und mir helfen? Misstrauen würde sich unter Freunden und Familie ausbreiten. Ist es das, was die Stasi durch ihre äußerst fragwürdigen Aktionen erzielen wollte?
"Seitenwechsel" ist ein solides Buch, welches mich regelrecht gefesselt hat. es liest sich wie ein Krimi, der ganz eng an das Jahr 1961 angeknüpft wurde. Der Autor sagt selbst, dass selbst die Jahreszeit fiktiv ist, dennoch bin ich überzeugt davon, dass es sich so hätte abspielen können. Michael Rämling bringt seine Story wirklich sehr glaubwürdig rüber und konnte mich damit absolut begeistern. Ich liebe es durch Lesen eines Buches längst Vergangenes aufleben zu lassen und entweder Revue passieren zu lassen oder eben noch einmal ganz neu zu bedenken. "Seitenwechsel" ist so ein Buch, welches irgendwann auch ganz klar verdeutlicht, weshalb das Cover einen Plattenspieler ziert und den Titel "Seitenwechsel" trägt. Es ist äußerst passend und wirklich gut gewählt, was man ja leider nicht von allen Buchcovern / titeln sagen kann. Es ist zwar auf der einen Seite eher schlicht, hätte aber dazu geführt, dass ich das Buch näher betrachtet hätte im Buchhandel. Die Rezensionen zu dem Buch, sprachen sich auch überzeugend aus und so war ich froh, dass mir dieser Buchwunsch erfüllt wurde. 
Für mich ist ganz klar, dass "Seitenwechsel" ein Buch ist, welches mich nachdenklich gestimmt hat und mir recht viele Dinge aufzeigen konnte, die für mich neu waren. Der Epilog las sich wie ein Thriller und bescherte mir Gänsehaut, da dort die Fakten erläutert wurden, die die Idee für "Seitenwechsel" boten.  
Eine überzeugte Leseempfehlung und 5 Sterne --> HIER!

Dienstag, 6. Januar 2015

Verbotene Spiele





Panic - Wer Angst hat, ist raus (Hardcover)




     Carlsen Verlag



  • Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
  • ISBN-13: 978-3551583291
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 13 Jahren
  • Originaltitel: Panic
  • 17,99 Euro



PANIC verändert alle(s).
HEATHER hatte nie vor, an dem verbotenen Spiel für Schulabgänger teilzunehmen. Denn der Gewinn ist zwar hoch, aber der Einsatz auch, und sie ist keine Kämpferin. Doch schnell wird ihr klar, dass es nur den richtigen Grund braucht, um dabei sein zu wollen. Und dass Mut auch eine Frage von Notwendigkeit ist.
DODGE war sich immer sicher, dass er bei Panic mitmachen würde. Er hat keine Angst, denn es gibt ein Geheimnis, das ihn durchs Spiel pushen wird. Aber um zu gewinnen, muss man auch seine Gegner kennen.





"Panic" zu lesen reizte mich sehr, nachdem ich an einer Challenge zum Buch teilnahm und mich der Herausforderung zu "Panic" stellte. Beim lesen stellte sich dann heraus, dass ich die Aufgaben, denen sich auch die Teilnehmer im Buch stellten, gelöst hatte und diese keine Überraschung mehr für mcih boten. Dies enttäuschte mich ein klein wenig, denn gerade die Überraschungsmomente sind es, die Büchern ihren ganz besonderen Kick geben. Natürlich ist "Panic" trotz allem ein solides Jugendbuch, welches vor allem durch seine Protagonisten glänzen kann. Diese sind komplett unterschiedlich und nach und nach stellt sich heraus, warum sie sich "Panic" stellen wollen, bzw. müssen. "Panic" ist für alle Teilnehmer/innen eine echte Herausforderung. Die Mutproben sind zum teil echt krass und ich wäre schon beim Sprung von den Klippen gescheitert. "Panic" ist unfair, denn da der Jackpot hoch ist, möchte natürlich jede/r gewinnen, um reich aus dem Spiel zu scheiden und sein eintöniges Leben in der Kleinstadt Harp zu verlassen. Jede/r der Jugendlichen trägt sein eigenes Päckchen und der Gewinn würde eine Veränderung bewirken. Träume verwirklichen können, Bildung ermöglichen oder auch Arztrechnungen zahlen können. Manchmal geht es auch um Rache und da zeigt sich wieder einmal, wie sehr Hass unseren Blick verschleiern kann. Letztendlich bietet "Panic" jede Menge Spannung, aber auch jede Menge Zeit für Spekulationen, da die Mutproben nie an einem darauffolgenden Tag beginnen, sondern sich den ganzen Sommer hindurch ziehen. Als Leser fühlte ich mich oft vernachlässigt, da es zwar darauf hinauszielt, dass die Beweggründe der Protagonisten näher erläutert werden, aber es nimmt dem Buch oftmals den Lesesog, den ich dann wieder verspüre, sobald ein weiteres Spiel beginnt. "Panic" ist gefährlich, lebensbedrohlich und manchmal auch tödlich. Nur eine/r kann siegen und daher gilt es alle anderen Spieler auszuschalten. Keine allzu neue Idee, die schon in Panem, Endgame oder anderen Dystopien zum Vorschein kommen, aber hier spielt die Geschichte im heute und jetzt, was einen kleinen Unterschied zu fiktiven Welten macht. Vielleicht kann man sich schon allein deshalb mit den Spielern und Spielerinnen identifizieren? Im Gesamtergebnis vergebe ich vier Sterne an "Panic", da mir leider die Überraschungsmomente gefehlt haben --> HIER! 


Fazit: Ein Jugendbuch, aus einer großartigen Idee entstanden ist. Fesselnd, Packend und mit meinen Ängsten spielend? Wer geht als Sieger oder Siegerin aus dem Spiel? Wird "Panic" das Leben der Mitspieler nachträglich verändern oder verbessern?

Montag, 5. Januar 2015

Wahre innige Freundschaft





Vor uns das Leben

Autor: Amy Harmon
Buchform: gebunden
ISBN: 978-3-86396-073-5
Preis: € 14,99
Verlag: INK Egmont

Ambrose, der Star der Highschool, der Held einer ganzen Stadt. Er scheint alles zu haben – und doch kämpft er mit Problemen, die der Außenwelt verborgen bleiben. Bailey, der Junge im Rollstuhl. Er ist krank, weiß, dass er sterben wird. Und er lebt jeden Tag seines Lebens, als wäre es sein letzter. Fern, die schlau ist, aber nicht hübsch, und trotzdem in allem um sich herum das Schöne erkennt. Fern, Bailey und Ambrose. Drei Jugendliche in einer Kleinstadt in den USA, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Drei Jugendliche, die dachten, sie wüssten, was das Leben für sie bereithält. Und denen das Schicksal in die Quere kommt …
Ein tiefgründiges, emotionales und zugleich mutiges Buch über drei junge Erwachsene, die versuchen mit dem Schicksal zurechtzukommen von Amy Harmon.

"Vor uns das Leben" ist ein Roman, der mich teilweise wirklich zu Tränen gerührt hat. Es gab Momente im Buch, wo es mir schwer fiel weiterzulesen und ich hätte die Seiten am liebsten einfach überschlagen, da sie mich emotional tief berührten. Ein Buch zu bewerten, ohne wirklich darauf einzugehen, was mich in tiefe Trauer oder große Fröhlichkeit versetzt hat, empfinde ich als große Herausforderung. Letztendlich waren es die Menschen, die "Vor uns das Leben" Leben eingehaucht hat. Es trieft vor Kitsch und ist erfüllt von allerhand Klischees, dennoch war ich ab der ersten Seite an verliebt und fasziniert von Bailey, der trotz seiner furchtbaren Krankheit (Duchenne Muskeldystrophie) am Rollstuhl gefesselt, völlig hilflos. einen so großen Lebenswillen ausstrahlt, dass es mir wirklich durch und durch ging. Anstatt zu klagen nimmt er sein schweres Schicksal an und ist für mich dadurch Vorbild geworden. Wir, denen es so gut geht, da wir gesund sind, genügend zu essen haben und ein Dach über den Kopf befinden uns oft im Jammermodus. So ein Typ wie Bailey bringt mich dann dazu, mich zu schämen. 
"Vor uns das Leben" ist mein erstes Highlight für 2015, da es Drama und Liebesgeschichte miteinander vereint. Wir lernen kostbare Menschen kennen, die so authentisch wirken, dass ich mich ihnen sehr nah fühlte in ihrer Trauer, ihrem Liebeskummer, ihren Seelenschmerz. Auch wenn es vorhersehbar ist, haben mich die letzten 100 Seiten wirklich tief bewegt. Wie schon erwähnt, gab es eine Begebenheit im Buch, die ich lieber überschlagen hätte, anstatt weiterzulesen. "Vor uns das Leben" ist ein Buch voller innerer Schönheit, die sich nach und nach entfaltet. Mich hat der Roman komplett in seinen Bann gezogen, da ich mich einfach habe fallen gelassen. Natürlich sind manche Begebenheiten völlig überspitzt dargestellt, dennoch möchte ich es einfach so annehmen und nicht hinterfragen. Wer "Vor uns das Leben" zwischen den Zeilen liest, wird eine Menge Dinge entdecken, die uns als Menschen prägen und hier ganz liebevoll aufgedeckt wurden. Superhelden können manchmal auch im Rollstuhl sitzen, völlig bewegungslos sein und dennoch die Menschen in ihrer Umgebung prägen. 
"Bailey ist so besonders, weil das Leben ihn zu etwas Besonderem gemacht hat ... vielleicht nicht äußerlich, aber innerlich. Innerlich sieht er auch wie Michelangelos David. Und wenn ich ihn ansehe, wenn du ihn ansiehst, dann sehen wir genau das."
Auch Fern umgibt echte Schönheit, da sie durch ihren Charakter glänzen kann. In "Vor uns das Leben" bewahrheitet sich das Sprichwort: "Wahre Schönheit kommt von innen", denn letztendlich kann mich die Schönheit und Weisheit der geschriebenen Worte rund um Ambrose, Fern und Bailey überzeugen. Es ist kein Friede, Freude, Eierkuchenbuch, sondern ein Buch, welches Probleme anspricht und aufdeckt, aber auch aufzeigt, wie wichtig Lebenswille und Freundschaft ist. Keiner der drei Protagonisten führt ein einfaches Leben, dennoch werden gerade diese Menschen zusammengefügt und können sich gegenseitig ermutigen, bestärken und manchmal auch vom Boden aufhelfen, da man sehr tief gefallen ist und seine ganzen Pläne für die Zukunft begraben hat. 

Ich vergebe sehr gerne eine Leseempfehlung für ein für mich sehr emotionales Buch, dessen Aussage mich am Ende zutiefst berührt hat  --> HIER!

Freitag, 2. Januar 2015

Ein Mädchen kämpft für Bildung





Malala Yousafzai + Patricia McCormick

Malala. Meine Geschichte

Autobiographie/Memoir
Hardcover
Aus dem Englischen von Maren Illinger
ISBN: 978-3-596-85660-2
12,99 Euro



MALALA YOUSAFZAI – AUSGEZEICHNET MIT DEM FRIEDENSNOBELPREIS 2014

Malalas Schicksal bewegt die Welt

Zum ersten Mal erzählt die jüngste Friedensnobelpreisträgerin nun ihr Leben für jugendliche Leser selbst – einfühlsam, aufrüttelnd und direkt. Die damals fünfzehnjährige Malala wollte einfach nur zur Schule gehen – doch für die Taliban haben Mädchen kein Recht auf Bildung. Am 9. Oktober 2012 schossen ihr Terroristen in den Kopf, als sie auf dem Weg von der Schule nach Hause war. Malala hat den Anschlag schwer verletzt überlebt, doch aufgegeben hat sie nicht. Sie setzt ihren Kampf für Bildung unermüdlich fort und ist damit zum Vorbild vieler Jugendlicher auf der ganzen Welt geworden. In einer einzigartigen Zusammenarbeit mit der Bestsellerautorin Patricia McCormick gelingt es Malala auf höchst bewegende Weise und anhand vieler persönlicher Fotos und Dokumente, ihren jungen Lesern ein authentisches Bild von ihrem Leben und den Ereignissen in Pakistan zu vermitteln. In ihrem Jugendbuch berichtet die Friedensnobelpreisträgerin 2014 von ihrer Schulzeit und ihren Freundinnen, davon, wie die Anfeindungen der Extremisten täglich zunahmen, wie sie Widerstand leistete und ihr Leben dadurch eine tragische Wendung nahm. 

Mit vielen Fotos, Karten, Glossar und Zeittafel, um das Verständnis der komplexen Geschichte Pakistans und der Taliban zu erleichtern




Meine Tochter ist fasziniert von Malalas Geschichte und ich habe in den letzten Tagen einige Kapitel des Buches vorgelesen, allerdings erst, nachdem ich selbst das Buch beendet hatte. Durch Medien und Schule war Malala meinem Kind nicht unbekannt und sie sprach immer wieder von ihr. Wir bekamen "Malala. Meine Geschichte" vor einigen Tagen geschenkt und als meine Tochter das Buch sah, war sie völlig aus dem Häuschen vor Freude. "Mama, wenn ich mal ausziehe, dann möchte ich das Buch mitnehmen, um es auch meinen Kindern vorzulesen!" Ich muss dazu sagen, dass mein Kind 7 Jahre alt ist und es mir ehrlich gesagt sehr viel Freude macht, durch Malalas Geschichte ihr das nicht ganz so leichte Leben in Pakistan nahezubringen. Mädchen zu sein ist in Pakistan nicht einfach. Ein Beispiel wäre die Freude der Familie nach der Geburt eines Sohnes. Ein Fest wird gefeiert und der Junge wird reich beschenkt, wobei die Geburt eines Mädchen die Familien nur dazu veranlasst ihr Beileid auszusprechen. Selbst im Familienbuch bekommt ein Mädchen keinen Platz, wobei es bei Malala anders ist, denn ihr Vater hat ein Fest gefeiert und Malala einen Platz im Familienbuch gegeben. Diese Geste zeigt, wie anders Malalas Vater tickt, obwohl sie sich auch an ihrer Religion festhalten, diese nur nicht so krass ausleben, wie die Taliban es von ihnen erwartet. Dadurch gerät die Familie in den Fokus der Taliban. Malala selbst spricht offen darüber, dass Mädchen das Recht auf Bildung haben und soll von der Taliban ausgeschaltet werden. Was für eine grausame Organisation, die selbst nicht vor Kindern Halt macht? Der Anschlag auf Malala misslingt und gerade dadurch wird Malala berühmt, denn nun ist sie das Mädchen, der die Taliban in den Kopf geschossen hat. Mein Mann ist der Meinung, dass dies alles nur noch Medienrummel ist, aber für mich ist ganz klar, dass Malala ihre Berühmtheit nutzt, um das Geschehen in Pakistan für uns zu erzählen und nicht um sich zu profilieren und sollte es doch so sein, wäre es mir egal, denn ich habe durch sie ein ganz neues Bewusstsein bekommen. Mir war es zumindest zuvor nicht bewusst, wie wenig Menschen Bildung bekommen und zum Teil im Müll wühlen, um die Familie zu unterstützen. Malalas Gebete gehen oft in die Richtung, dass sie nur überlebt hat, um andere darauf aufmerksam zu machen, wie ihr Volk in Pakistan unterdrückt wird und es oftmals die Mädchen sind, die auf Bildung verzichten müssen. Die offenen Worte über die Taliban hat mir öfters einen echten Grusel beschert, da sie grausam morden, um ihre Grundsätze / Erkenntnisse durchzusetzen. Da Gott, egal in welcher Religion niemals so grausam sein kann, habe ich eher Angst als Ehrfurcht. Ich bin überzeugt davon, dass Gott manchmal auch durch Kinder / Jugendliche sprechen möchte und ich nehme Malala ab, dass sie es ernst meint, mit dem was sie im Buch aussagt. Malala ist ein normales junges Mädchen, die den Wunsch hegt zur Schule gehen zu dürfen und in ihrem Wissensdurst nicht gebremst zu werden. Letztendlich treten wir eine Reise nach Pakistan an, die durch Gewalteinwirkungen seitens der Taliban in Birmingham endet. Malala hat viel Aufmerksamkeit bekommen, aber vielleicht war es genauso geplant? Malala jedenfalls ist tief gläubig und es fließt immer wieder in die Lebensgeschichte mit ein und da ihr Gott nicht Allah genannt wird, könnte es auch den Gott betreffen an den ich glaube.
Dadurch, das auch einige Bilder enthalten sind, kann sich meine Tochter Malala noch um einiges besser vorstellen. Es macht Spaß gemeinsam mit meinem Kind zu lesen und ihre Fragen zu beantworten. Danke Malala für die Offenheit, die dich als ganz normales Mädchen darstellt, das aber auf der anderen Seite eine Vision verfolgt. Dafür wünschen wir dir weiterhin alles, alles Gute.  Vielleicht hat Gott dich tatsächlich überleben lassen, damit du das Mädchen werden kannst, welches für Bildung kämpft?