Montag, 21. Dezember 2020

Sehr Konfus

 


Petra Hammesfahr

"Das Mädchen Jannie" ist ein Roman, der einem Thriller oder Krimi gleicht, da genügend Potential diesbezüglich vorhanden ist. Anzumerken ist jedoch, dass die Story sehr konfus ist und ich die Richtung, die die Autorin einschlägt nicht immer nachvollziehen konnte. Letztendlich gelingt es ihr dennoch eine solide Story zu erzählen, die aber mitunter sehr dick aufgetragen und unglaubwürdig erscheint, zumal ein Mord erzählt wird, der sich im Thriller des Autors Dieter, welcher unter Pseudonym schreibt, widerspiegelt und mir unerklärlich ist, das dieses lange im Verborgenen bleibt. Jannies Lebensgeschichte hingegen kann absolut glänzen und das Mädchen ist es auch, welchem dem Roman Authentizität gibt. Ihr Erleben lässt mich verzweifeln, denn kein Kind muss dieses Grauen erleben müssen, was Jannie widerfährt. Auch wenn sie nur Beobachterin zum Teil ist, ist es etwas, was ihr Leben prägen wird. Dieter hat somit leichtes Spiel ihr Vertrauen zu wecken, einfach durch kleine Aufmerksamkeiten und einen Hunger, den er stillen kann. Lediglich seine Mutter erkennt, wie grausam ihr Sohn ist und kann dieses nicht äußern. Jannie selbst schwebt in größter Gefahr und niemand kann sie warnen oder ihr zur Hilfe eilen. Ganz klar definiert ist die Organisation des Menschenhandels, der Prostitution und Kinderbettlerei, die auf mich einen echten Sog ausüben. Es liest sich wie ein Schauermärchen, welches leider nicht fiktiv geschrieben ist, sondern genauso stattfindet. Jannie kann fliehen, aber ab sie sich nun in Sicherheit befindet, lasse ich nun dahin gestellt.
Insgesamt hat mir der Roman sehr zugesagt, wenn ich auch nicht mit allem warm geworden bin. Insbesondere betrifft dies die Bloggerin Gina und ihren Ehemann, der durch Vitamin B ein Bestsellerautor werden konnte. Gina ist so oberflächlich, das es mir wirklich wehtut. Black Devil, wie Dieter sich nennt, möchte ein großer Schriftsteller werden und seine Werke werden von Gina komplett zerrissen. Ob seine Thriller es jemals auf die Bestsellerlisten schaffen würden, lasse ich nun dahin gestellt. Manche Erfahrungen lassen sich besser zu Papier bringen, wenn man sie selbst durchlebt hat, wobei nicht jeder, der einen Thriller schreibt, auch gleich ein Mörder ist.
Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung, an einen nicht ganz perfekten Roman, der mir aber dennoch einige gelungene Lesezeit beschert hat. Manches las ich mit großer Spannung, anderes dagegen eher widerwillig und mitunter auch leicht gelangweilt. Es hätte dem Roman definitiv nicht geschadet, hier und da etwas gekürzt zu werden. 

weitere Details des Romans:
528 Seiten
ISBN: 978-3-453-36086-0
9,99€





Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen