Montag, 4. Mai 2020

In Erinnerungen schwelgen und Neuanfänge wagen


Anne Müller

Zwei Wochen im Juni


240 Seiten, ISBN: 978-3-328-60109-8, PENGUIN Verlag, 18€




Einen Nachlass zu ordnen, stellt die Hinterbliebenen immer vor große Herausforderungen, denn es muss entschieden werden, was bleibt und was verworfen wird. In "Zwei Wochen im Juni" stellen sich zwei Schwestern ihren Erinnerungen und was schmerzlich beginnt, ist der Beginn einer inneren Heilung und einem Neuanfang. Adas setzt sich nicht nur mit ihrer Vergangenheit auseinander und sondern auch mit ihrer Zukunft, was bedeutet, los zu lassen und neue Wege zu beschreiten. Ganz wunderbar sind hier die Erinnerungen an Kindheit und Jugendzeit und zeigt relativ rasch, das auch Mütter ihre Geheimnisse haben. Insgesamt ist "Zwei Wochen im Juni" ein sehr bewegendes Buch voller Tiefgang und Neuerungen. Jeder Mensch sollte sich hier und da eine Auszeit nehmen können, um aufzuräumen. Nicht nur einen Haushalt aufzulösen, wie es hier im Roman beschrieben steht, sondern sich auf das wesentliche zu besinnen und vielleicht alte Träume wieder zu beleben, die man längst tief innen vergraben hat. 
Ich empfand "Zwei Wochen im Juni" als sehr mutmachend, denn gerade in Adas Leben wird sich einiges zum Positiven verändern, da sie sich ihre Blickrichtung ändert. Auch das Annähern der Schwestern, die durch ihre unterschiedlichen Charaktere und Privatleben auseinander gelebt haben, nähern sich an, wobei es kurzzeitig so ausgesehen hat, als würde Toni sich zurückziehen. "Zwei Wochen im Juni"  ist sowohl Abschied, als auch Neubeginn und gerade dieses schafft eine harmonische Verbindung. 
"Zwei Wochen im Juni"  ist ein Roman, den ich sehr gerne weiterempfehlen möchte. Die etwas über 200 Seiten waren mir fast schon zu zügig gelesen, aber dennoch haben mir die doch recht wenigen Seiten mehr Inhalt geboten, als ein Buch mit deutlich mehr Seiten. Die Story wurde rund erzählt und benötigte nicht mehr Worte, um überzeugend zu wirken. 

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